<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[ahavta - Begegnungen]]></title><description><![CDATA[Israel und jüdisches Leben – und was sie für Christen bedeuten]]></description><link>https://plus.ahavta.com</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png</url><title>ahavta - Begegnungen</title><link>https://plus.ahavta.com</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Sun, 16 Aug 2026 14:02:44 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://plus.ahavta.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Ricklef Münnich]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[info@ahavta.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[info@ahavta.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Ricklef Münnich]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Ricklef Münnich]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[info@ahavta.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[info@ahavta.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Ricklef Münnich]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Auf demselben Stuhl]]></title><description><![CDATA[Jesus sagt: Tut alles, was die Pharis&#228;er euch sagen. Die Kirche hat diesen Satz zwei Jahrtausende wegerkl&#228;rt. Ein Stuhl aus schwarzem Basalt zeigt, dass er genau so gemeint war.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/auf-demselben-stuhl</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/auf-demselben-stuhl</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 16 Aug 2026 06:31:13 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!t4aN!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff37c12c6-984f-44ca-8fe2-dcb34ee735ab_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die kirchliche Verk&#252;ndigung und &#252;ber weite Strecken auch die Theologie haben sich beim 23. Kapitel des Matth&#228;usevangeliums fast ausschlie&#223;lich auf die Wehe-Rufe konzentriert. <em>&#8222;Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharis&#228;er, ihr Heuchler&#8220;</em>&#8212; dieser Satz, sieben Mal wiederholt, hat Predigtreihen, Katechismen und Schulb&#252;cher gepr&#228;gt. Mit den beiden S&#228;tzen, die unmittelbar davor stehen, konnte man hingegen wenig anfangen. Sie wurden &#252;bergangen, relativiert oder f&#252;r einen Fremdk&#246;rper erkl&#228;rt, den ein fr&#252;herer Bearbeiter versehentlich hatte stehen lassen.</p><p>So entstand ein Pharis&#228;erbild, das mit den Menschen, die es beschreiben sollte, kaum etwas zu tun hat. Und es entstand ein blinder Fleck. Denn genau in diesen beiden &#252;bergangenen S&#228;tzen liegt die st&#228;rkste &#220;bereinstimmung, die das Neue Testament mit den j&#252;dischen Gelehrten seiner Zeit aufweist &#8212; mit jenen M&#228;nnern, die nach der Zerst&#246;rung des Tempels im Jahr 70 nicht mehr &#8222;Pharis&#228;er&#8220; hie&#223;en, sondern <em>Chachamim</em>, &#8222;die Weisen&#8220;.</p><p>Die beiden S&#228;tze lauten:</p><blockquote><p><em>Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharis&#228;er. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet. </em>(Matth&#228;us 23,2&#8211;3a)</p></blockquote><p>Jesus erkennt hier die Lehrautorit&#228;t derjenigen an, die er drei Verse sp&#228;ter scharf angreift. Die Forschung hat ein Jahrhundert damit verbracht, diesen Satz zu entsch&#228;rfen. Der Wochenabschnitt Schoftim erkl&#228;rt, warum er nicht entsch&#228;rft werden muss.</p><h4>Weder zur Rechten noch zur Linken sollst du abweichen</h4><p>Schoftim ist der Verfassungstext der Tora. Der Abschnitt ordnet die &#196;mter: Richter in jedem Ort, ein oberstes Gericht, den K&#246;nig, die Priester und Leviten, die Propheten. Der j&#252;dische Ausleger <em>Isaak Abrawanel</em>, der im 15. Jahrhundert in Portugal und Italien lebte, nannte <strong>5. Mose 17,8&#8211;13</strong> in dieser Parascha <em><strong>&#8222;zweifelsohne das Fundament und die Grundlage der ganzen Tora&#8220;</strong></em>. Er meinte 5. Mose 17,8&#8211;13. Dort hei&#223;t es:</p><blockquote><p><em>Wenn eine Rechtssache f&#252;r dich zu schwierig ist zum Urteil, dann sollst du dich aufmachen und an die St&#228;tte hinaufziehen, die der Ewige, dein Gott, erw&#228;hlen wird. Und du sollst zu den Priestern, den Leviten, kommen und zu dem Richter, der in jenen Tagen sein wird, und dich erkundigen; und sie werden dir den Urteilsspruch verk&#252;nden. &#8230; Von dem Spruch, den sie dir verk&#252;nden werden, sollst du weder zur Rechten noch zur Linken abweichen.</em></p></blockquote><p>Der Grund f&#252;r Abrawanels Urteil ist einfach: Mit diesen Versen gibt die Tora die Vollmacht, sie auszulegen, an Menschen weiter &#8212; an eine Instanz, die &#8222;in jenen Tagen&#8220; sein wird, also in jeder Generation neu. Ohne diesen Vers g&#228;be es keine m&#252;ndliche &#220;berlieferung, keine rabbinische Auslegung, keine Fortschreibung. <strong>Die Tora bindet sich selbst an lebende Ausleger.</strong></p><p>Wie weit diese Bindung reicht, zeigt der &#228;lteste Kommentar zu der Stelle. Der <em>Sifre Dewarim</em>, eine Auslegung des 5. Buches Mose aus dem 2. oder 3. Jahrhundert, geht Satz f&#252;r Satz durch und endet mit einem Satz von irritierender Klarheit:</p><blockquote><p><em>&#8218;Weder zur Rechten noch zur Linken&#8217; &#8212; selbst wenn sie in deinen Augen nach rechts zeigen, wo links ist, und nach links, wo rechts ist: <strong>h&#246;r auf sie!</strong>&#8220; (Sifre Dewarim, Abschnitt 154)</em></p></blockquote><p>Die letzten beiden hebr&#228;ischen W&#246;rter lauten <em>schema lahem</em>. Es ist der gleiche Imperativ, den Matth&#228;us in seinem Griechisch als <strong>&#8222;das tut und haltet&#8220;</strong> formuliert. Zwei Texte, entstanden in derselben Generation, im Abstand von wenigen Jahrzehnten, sagen &#252;ber dieselbe Autorit&#228;t dasselbe.</p><h4>Die gestrichene Klausel</h4><p>Nun die Forschung, die alles aufkl&#228;rt. Sie stammt von Prof. Dr. Hans-J&#252;rgen Becker, der 1990 seine Berliner Dissertation bei Prof. Dr. Peter von der Osten-Sacken als Untersuchung &#252;ber diese zw&#246;lf Verse des Matth&#228;usevangeliums ver&#246;ffentlicht hatte. Sein Buch hei&#223;t &#8222;Auf der Kathedra des Mose&#8220; und ist in der neutestamentlichen Fachdiskussion bis heute kaum rezipiert worden.</p><p>Becker zeigt: Die Formel &#8222;auch wenn sie rechts f&#252;r links erkl&#228;ren&#8220; ist &#228;lter als der Sifre. Und sie stand urspr&#252;nglich im <strong>entgegengesetzten</strong> Sinn. Der Jerusalemer Talmud &#252;berliefert eine Lehrmeinung aus der Zeit vor der Tempelzerst&#246;rung:</p><blockquote><p><em>Es k&#246;nnte ja sein, da&#223; du auch auf sie h&#246;ren sollst, wenn sie sagen, rechts sei links und links sei rechts &#8212; die &#252;berlieferte Lehre besagt: &#8218;rechts und links&#8217;, (das hei&#223;t, du sollst nur auf sie h&#246;ren,) wenn sie dir sagen, da&#223; rechts rechts sei und links links. </em>(Jerusalemer Talmud, Horajot 1,1)</p></blockquote><p>Das ist die genaue Umkehrung. Aus dem unbedingten &#8222;h&#246;r auf sie&#8220; wird ein <strong>Vorbehalt: nur wenn sie die Wahrheit sagen</strong>. Becker rekonstruiert, wozu dieser Vorbehalt diente. Vor dem Jahr 70 wurde der oberste Gerichtshof in Jerusalem nicht von den Pharis&#228;ern geleitet, sondern von der priesterlich-sadduz&#228;ischen F&#252;hrung &#8212; von Leuten also, mit denen die Pharis&#228;er in vielen Fragen grundlegend uneins waren. Der Vorbehalt war ihre Notausgangst&#252;r. Er erlaubte es ihnen, sich Entscheidungen zu entziehen, die sie f&#252;r falsch hielten. Becker schreibt, das im Toravers gebotene <em>schema lahem</em> sei durch diesen Vorbehalt <em>&#8222;praktisch au&#223;er Kraft gesetzt&#8220;</em> worden.</p><p>Nach 70 verschwindet die Klausel. Der Sifre streicht sie. Der Gerichtshof in Jawne in der jud&#228;ischen K&#252;stenebene, der sich in die Nachfolge des zerst&#246;rten Jerusalemer Sanhedrin stellte, brauchte keine Notausgangst&#252;r mehr &#8212; er brauchte Verbindlichkeit. Aus dem Erbe zweier zerstrittener Schulen, der Schule Hillels und der Schule Schammais, war eine gemeinsame Weisung zu formen. Das ist die Lage, in der aus dem Vorbehalt der unbedingte Gehorsam wird.</p><p>Und Matth&#228;us? Der macht es genauso. Becker formuliert es so:</p><blockquote><p><em>&#8222;Wenn ihr Zeitgenosse Matth&#228;us von dieser &#252;berlieferten Einschr&#228;nkung zu Matth&#228;us 23,3a ebenfalls keinen Gebrauch macht, dann bringt er damit in seinem Text dasselbe Bem&#252;hen um die Einheit der Halacha zum Ausdruck, das auch die Chachamim bewegte.&#8221;</em></p></blockquote><p>Damit ist ein Jahrhundert exegetischer Verlegenheit erledigt. Matth&#228;us hat die Einschr&#228;nkung nicht vergessen, nicht aus Taktik unterschlagen und nicht aus Nachl&#228;ssigkeit &#252;bersehen. Er kennt sie und verzichtet auf sie &#8212; aus demselben Grund, aus dem auch die j&#252;dischen Gelehrten auf sie verzichten. Wer den fehlenden Vorbehalt in der Auslegung nachtr&#228;glich einsetzt, rekonstruiert nicht Matth&#228;us. Er rekonstruiert eine &#228;ltere Position, die Matth&#228;us gemeinsam mit den Weisen aufgegeben hat.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!t4aN!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff37c12c6-984f-44ca-8fe2-dcb34ee735ab_1200x630.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!t4aN!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff37c12c6-984f-44ca-8fe2-dcb34ee735ab_1200x630.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!t4aN!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff37c12c6-984f-44ca-8fe2-dcb34ee735ab_1200x630.png 848w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption">Der &#8222;Stuhl des Mose&#8220; aus der Synagoge von Chorazin in Obergalil&#228;a, 1926 nahe der S&#252;dwand gefunden, aus dem schwarzen Basalt der Gegend gearbeitet. Deutlich zu erkennen sind die beiden Armlehnen und die oben gerundete R&#252;ckenlehne mit einer sechsbl&#228;ttrigen Rosette; auf der Vorderseite l&#228;uft eine aram&#228;ische Widmungsinschrift f&#252;r den Stifter. Das Original steht heute im Israel Museum in Jerusalem, am Fundort eine Nachbildung. &#8212; Foto: Mboesch / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0</figcaption></figure></div><p>Dass Matth&#228;us vom &#8222;Stuhl des Mose&#8220; spricht, ist keine Metapher. Solche St&#252;hle gab es. Drei sind ausgegraben worden: auf der griechischen Insel Delos, in Tiberias und in Chorazin am See Genezareth. Becker beschreibt den Delos-Fund als &#8222;pr&#228;chtig verzierten Stuhl mit Schemel, Armlehnen und einer oben gerundeten R&#252;ckenlehne&#8220;, aus wei&#223;em Marmor, aufgestellt in der Mitte der Sitzb&#228;nke an der Wand. Alle drei haben runde R&#252;ckenlehnen. Auf ihnen sa&#223;, der Gemeinde gegen&#252;ber, der Gelehrte.</p><p>Der oben gezeigte Stuhl von Chorazin ist rund zwei Jahrhunderte j&#252;nger als die Texte, um die es hier geht, und er stammt aus Galil&#228;a, wohin sich das rabbinische Zentrum nach dem Bar-Kochba-Aufstand verlagerte. Er zeigt also nicht das Sitzm&#246;bel, das Matth&#228;us vor Augen hatte, sondern die sp&#228;tere Gestalt desselben Amtes &#8212; und dass es dieses Sitzm&#246;bel wirklich gab.</p><p>Und hier wird es f&#252;r unseren Wochenabschnitt wichtig. In der ganzen rabbinischen Literatur gibt es genau <strong>eine</strong> Stelle, die die vollst&#228;ndige Wendung &#8222;Stuhl des Mose&#8220; verwendet. Sie steht in der <em>Pesikta deRav Kahana</em>, einer Sammlung von Predigten, und sie ist vollst&#228;ndig aus Versen unseres Wochenabschnitts gebaut. Der Prediger legt die sechs Stufen zum Thron des K&#246;nigs Salomo aus und l&#228;sst auf jeder Stufe einen Herold rufen:</p><blockquote><p><em>Erste Stufe: &#8222;Er soll nicht zu viele Frauen nehmen!&#8220; &#8212; Zweite Stufe: &#8222;Er soll nicht zu viele Pferde halten!&#8220; &#8212; Dritte Stufe: &#8222;Er soll sich nicht viel Silber und Gold sammeln!&#8220; &#8212; Vierte Stufe: &#8222;Du sollst nicht Recht beugen!&#8220; &#8212; F&#252;nfte Stufe: &#8222;Du sollst die Person nicht ansehen!&#8220; &#8212; Sechste Stufe: &#8222;Du sollst kein Geschenk nehmen!&#8220; &#8212; Und auf der siebten Stufe, beim Sitz selbst: &#8222;<strong>Wisse, vor wem du sitzest!</strong>&#8220; Und seine R&#252;ckenlehne war rund. Rabbi Acha sagte: Wie der Stuhl des Mose.</em></p></blockquote><p>Die ersten drei Zurufe sind die drei Verbote f&#252;r den K&#246;nig aus 5. Mose 17. Die n&#228;chsten drei sind die drei Mahnungen an die Richter aus 5. Mose 16,19 &#8212; dem Vers, der wenige Zeilen nach dem ber&#252;hmten <em>&#8222;Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du verfolgen&#8220;</em> steht. Bemerkenswert ist, was der Prediger dabei tut: An der Stelle, an der die Tora dem K&#246;nig das Abschreiben einer eigenen Torarolle vorschreibt, setzt er stattdessen dreimal ein, was die Tora den Richtern einsch&#228;rft. Er verschiebt den Akzent vom Herrscher zum Richter. Und dann sprengt er die Sechs-Zahl und f&#252;gt einen siebten Zuruf hinzu, der &#252;berhaupt kein Bibelvers ist, sondern ein Wort aus der Mischna: Wisse, vor wem du sitzest.</p><p>Der Stuhl, sagt Becker, ist damit nicht beil&#228;ufig mit dem Thron verbunden: <em>&#8222;Die Gestalt des davidischen K&#246;nigs, den es in der Zeit des Predigers schon l&#228;ngst nicht mehr gab, wird transparent auf die Gestalt hin, die der j&#252;dischen Gemeinde richtend und weisend vorstand.&#8220;</em> Der K&#246;nigsthron wird zum Amtssitz des Gelehrten. Und dass der Prediger daf&#252;r ausgerechnet 5. Mose 16,19 w&#228;hlt, ist kein Notbehelf &#8212; in der zweiten H&#228;lfte dieses Verses kommen die Weisen selbst vor: &#8222;Bestechung blendet die Augen der Weisen.&#8220;</p><p>Damit steht die Sache anders da, als man gew&#246;hnlich annimmt. Der Stuhl, den Matth&#228;us 23,2 nennt, ist im einzigen j&#252;dischen Belegtext ein Sitz, der aus den Rechtss&#228;tzen unseres Wochenabschnitts gebaut ist: aus dem Gesetz f&#252;r den K&#246;nig und dreifach aus dem Vers, der die Richter bindet. Und Matth&#228;us ist, nach Beckers Nachweis, der fr&#252;heste literarische Beleg f&#252;r die Wendung &#252;berhaupt &#8212; fr&#252;her als jede rabbinische Quelle.</p><h4>Die Br&#252;cke, die im Griechischen verschwindet</h4><p>Es gibt eine weitere Beobachtung Beckers, die sich nur am hebr&#228;ischen Text machen l&#228;sst und die f&#252;r Leser einer griechischen Bibel unsichtbar bleibt.</p><p>Im hebr&#228;ischen Text von 5. Mose 17 f&#228;llt eine Wortwurzel auf: <em>jarah</em>, &#8222;weisen&#8220;. Von ihr kommt das Wort <em>torah</em> &#8212; Weisung &#8212; und die Wendung <em>ascher jorucha</em>: &#8222;die sie dich weisen werden&#8220;. Genau diese Wurzel steht auch in einem ber&#252;hmten Trostwort des Propheten Jesaja. Dort ist von den Niedrigen und Bedr&#228;ngten die Rede, die in der kommenden Heilszeit endlich ihren <em>moreh</em> sehen werden &#8212; ihren &#8222;Weiser&#8220;, ihren Lehrer. Er wird sich nicht l&#228;nger verbergen. Und sie werden das Wort h&#246;ren, das ihnen den Weg weist, <em><strong>&#8222;sei es nach rechts oder nach links&#8220;</strong></em> (Jesaja 30,19&#8211;21).</p><p>Zwei Stellen also, verbunden durch dieselbe Wortwurzel und durch dieselbe Wendung &#8222;rechts oder links&#8220;. Becker schreibt dazu:</p><blockquote><p><em>&#8222;Dieser Zusammenhang ist in der &#220;bertragung der Schriftverse in die griechische Bibel nicht mehr zu erkennen. Im Horizont der rabbinischen Auslegung der beiden Schriftstellen aber tritt die biblische Grundlage der Zusammenstellung von Matth&#228;us 23,3a und 23,10b zutage.&#8220;</em></p></blockquote><p>Was bedeutet das? In Matth&#228;us 23,10 sagt Jesus: <em>&#8222;Einer ist euer Lehrer, der Christus.&#8220;</em> Das griechische Wort, das dort f&#252;r &#8222;Lehrer&#8220; steht, ist die naheliegende &#220;bersetzung von <em>moreh</em>. Damit sind die beiden S&#228;tze, die einander scheinbar widersprechen &#8212; die Anerkennung der Lehrautorit&#228;t in Vers 3 und ihre &#220;berbietung in Vers 10 &#8212;, in Wahrheit die zwei H&#228;lften eines einzigen Schriftbezugs. Der eine Vers zitiert die Weisungsvollmacht des Stuhls aus dem 5. Buch Mose, der andere den verhei&#223;enen Lehrer aus Jesaja. Und beide Stellen enden mit &#8222;rechts oder links&#8220;.</p><p>Nebenbei folgt daraus etwas &#252;ber Matth&#228;us selbst: Er arbeitet hier nicht mit der griechischen Bibel, sondern mit dem hebr&#228;ischen Text und dessen gelehrter Auslegung. Er war, mit einer Formulierung, die Becker aufnimmt, <em>&#8222;sein eigener Targumist&#8220;</em> &#8212; sein eigener &#220;bersetzer und Ausleger.</p><h4>Was er zugesteht &#8212; und was nicht</h4><p>An dieser Stelle wird die Sache scharf. Denn dieselbe N&#228;he, die Matth&#228;us 23,2&#8211;3a zu den j&#252;dischen Gelehrten hat, macht den Bruch sichtbar, der wenige Zeilen sp&#228;ter kommt.</p><p>Becker formuliert das Ergebnis so vorsichtig wie pr&#228;zise: <em>&#8222;Matth&#228;us 23,2.3a konzediert nicht die Integrit&#228;t der rabbinischen Autorit&#228;ten, sondern die G&#252;ltigkeit der von ihnen tradierten und gelehrten Tora.&#8220;</em> Und der Vorwurf, der in Vers 3b folgt &#8212; sie sagen es und tun es nicht &#8212;, ist <em>&#8222;kein Einwand gegen die Lehre der Chachamim, sondern gegen deren mangelnde Verwirklichung. In Matth&#228;us 23,2f. geht es um die Frage des Tuns, nicht der Lehre.&#8220;</em></p><p>Redlich ist dabei, dass Becker diesen Vorwurf gleichzeitig als historisch unzutreffend zur&#252;ckweist. Die j&#252;dischen Quellen aus genau dieser Zeit zeigen, dass die Deckung von Lehre und Tat f&#252;r die Weisen <em>&#8222;kein peripheres Problem der Lehre war, sondern eine Frage der eigenen Identit&#228;t und &#220;berzeugungskraft&#8220;</em>. Ein Beschluss aus der Stadt Lod, gefasst in einer Zeit der Verfolgung, erkl&#228;rt Lernen und Tun der Tora ausdr&#252;cklich f&#252;r untrennbar. Matth&#228;us greift also einen Vorwurf auf, der innerhalb der j&#252;dischen &#220;berlieferung als <strong>Selbstkritik</strong> uml&#228;uft, und richtet ihn nach au&#223;en. Beckers Satz dazu ist einer der ehrlichsten, die ich in der Matth&#228;usliteratur kenne: <em>&#8222;Matth&#228;us macht allen zum Vorwurf, was auf einige zugetroffen haben mag, was aber ebenso auf einige Lehrer der Gemeinde zugetroffen haben wird.&#8220;</em></p><p>Der eigentliche Bruch liegt nicht in der Halacha und nicht in der Fr&#246;mmigkeit. Er liegt darin, wem die Vollmacht zuf&#228;llt. <strong>Matth&#228;us 23,10 setzt dem Lehrer auf dem Stuhl den einen Lehrer entgegen.</strong> Und Matth&#228;us 23,13 schlie&#223;t die, die auf dem Stuhl sitzen, aus dem Reich Gottes aus. Becker: <em>&#8222;In der Bedeutung, die der Evangelist Jesus als dem Verk&#252;nder der &#8218;nahe heranger&#252;ckten&#8216; Himmelsherrschaft zumi&#223;t, liegt das entscheidende trennende Moment im Verh&#228;ltnis zu den Weisen auf dem Stuhl des Mose.&#8220;</em></p><h4>Binden und l&#246;sen</h4><p>Ein letztes Detail, das zeigt, wie tief Matth&#228;us im Denken der Weisen steht. Zum Bild des Gelehrten auf dem Stuhl geh&#246;ren nach den j&#252;dischen Quellen zwei Aufgaben. Die erste: Er &#252;berliefert und deutet die Tora. Die zweite, wie Becker schreibt: Die Gelehrten <em>&#8222;sind bevollm&#228;chtigt, Gel&#252;bde aufzul&#246;sen, sind also mit einer juridischen Aufgabe betraut. Beide Funktionen geh&#246;ren in der rabbinischen Literatur durchweg zum Bild des Gelehrten.&#8220;</em></p><p>Gel&#252;bde binden und l&#246;sen &#8212; das ist die Sprache des 4. Buches Mose: Wer sich mit einem Wort bindet, soll sein Wort nicht selbst l&#246;sen; aber ein Gelehrter kann es ihm l&#246;sen, wenn er darum bittet. Ein Midrasch treibt das ins K&#252;hne: Als Israel das goldene Kalb gemacht hat, h&#228;lt Gott sich durch einen eigenen Schwur gebunden. Da erinnert Mose ihn an die Vollmacht, die er selbst verliehen hat, h&#252;llt sich in seinen Gebetsschal, <em>&#8222;setzte sich wie ein &#196;ltester, und der Heilige, gepriesen sei er, stand vor ihm wie einer, der um die Aufl&#246;sung seines Gel&#252;bdes bittet&#8220;</em>. Rabbi Drosai f&#252;gt hinzu: <em>&#8222;Eine Kathedra machte er sich.&#8220;</em></p><p>Wenn nun in Matth&#228;us 16 und 18 einer Gemeinde die Vollmacht &#252;bertragen wird, zu binden und zu l&#246;sen &#8212; mit Geltung im Himmel &#8212;, dann ist das keine schwebende Autorit&#228;tsmetapher. Es ist die zweite der beiden Aufgaben, die zum Sitz auf dem Stuhl geh&#246;ren. Die erste, das &#220;berliefern und Deuten der Tora, l&#228;sst Matth&#228;us in 23,2&#8211;3a ausdr&#252;cklich bei den Weisen. Beides zusammen ist der Inhalt jenes Amtes, dessen Sitz die Predigt aus den Versen unseres Wochenabschnitts baut.</p><h4>Zwei Bewegungen, ein Vers</h4><p>Damit enth&#228;lt Schoftim nicht eine Parallele zum Neuen Testament unter vielen, sondern die Stelle, an der die N&#228;he am gr&#246;&#223;ten und der Abstand am sch&#228;rfsten ist &#8212; und zwar beides zugleich, in einem einzigen Vers.</p><p>Die N&#228;he ist mit H&#228;nden greifbar. Dasselbe Bildwort, der Stuhl, gebaut aus den Versen dieses Wochenabschnitts. Derselbe Grundtext, 5. Mose 17,10f. Dieselbe Wortbr&#252;cke &#252;ber die Wurzel <em>jarah</em> zum verhei&#223;enen Lehrer bei Jesaja. Dieselbe Streichung derselben Vorbehaltsklausel. Dieselbe Sorge, dass nach dem Zusammenbruch des Jahres 70 vielleicht jeder tut, was ihm richtig scheint. Und dieselbe Bestimmung des Amtes durch Auslegung und Vollmacht.</p><p>Der Abstand ist keine Frage der Gesetzesauslegung. Er entsteht dort, wo Matth&#228;us die Vollmacht, die auf dem Stuhl liegt, an eine Person bindet. Es ist genau die Bewegung, die schon bei der Prophetenverhei&#223;ung desselben Wochenabschnitts begegnet: Anerkennung der Tora, Bestreitung ihrer legitimen Tr&#228;ger.</p><p>Man kann das auf eine Formel bringen, die sich einpr&#228;gt. Um das Jahr 90 streichen der Sifre und Matth&#228;us denselben Vorbehalt aus derselben Auslegung desselben Verses, und sie tun es aus demselben Grund. Wenige Zeilen sp&#228;ter verteilen sie die Vollmacht verschieden.</p><p>Wer bis dahin mitgegangen ist, kann Matth&#228;us 23 nicht mehr als Abrechnung mit dem Judentum lesen. Es ist ein innerj&#252;discher Streit um die Frage, wer in einer Zeit ohne Tempel legitim spricht &#8212; gef&#252;hrt mit dem Vokabular, den Texten und den Sorgen derselben Generation. Die Wehe-Rufe bleiben stehen, und sie bleiben ungerecht. Aber sie sind nicht der Anfang des Kapitels. Der Anfang ist ein Stuhl aus schwarzem Basalt mit einer runden R&#252;ckenlehne, auf dem jemand sitzt, dem Jesus recht gibt.</p><p>Es hat der christlichen Verk&#252;ndigung zwei Jahrtausende lang wohl nicht geschadet, dass sie diese beiden S&#228;tze &#252;berging. Es hat den j&#252;dischen Menschen geschadet, &#252;ber die sie sprach.</p><div><hr></div><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!q_W8!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd6da5b8a-f2a3-48b7-9456-6fa5734f4629_2164x3060.heic" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!q_W8!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd6da5b8a-f2a3-48b7-9456-6fa5734f4629_2164x3060.heic 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!q_W8!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd6da5b8a-f2a3-48b7-9456-6fa5734f4629_2164x3060.heic 848w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" 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F&#246;rdermitglieder erhalten automatisch zwei Lose. Schreibe mir bei Interesse einfach eine E-Mail, indem du auf den Knopf klickst:</em></p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;mailto:info@ahavta.com?subject=Auf%20demselben%20Stuhl&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Ja, ich m&#246;chte teilnehmen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="mailto:info@ahavta.com?subject=Auf%20demselben%20Stuhl"><span>Ja, ich m&#246;chte teilnehmen</span></a></p><p><em>An alle anderen Leser: &#220;berlege, ob du nicht auch eine Mitgliedschaft bei ahavta+ abschlie&#223;en m&#246;chtest. Dann bist du ebenfalls im Lostopf. Und: Ich brauche deine Unterst&#252;tzung.</em></p><p><em>Einsendeschluss: Sonntag, 23. August 2026.</em></p><div><hr></div><p><em>Quellen und Hinweise:</em></p><p>Die Analyse dieses Beitrags st&#252;tzt sich auf Hans-J&#252;rgen Becker, <em>Auf der Kathedra des Mose. Rabbinisch-theologisches Denken und antirabbinische Polemik in Matth&#228;us 23,1&#8211;12</em>, Arbeiten zur neutestamentlichen Theologie und Zeitgeschichte Bd. 4, Institut Kirche und Judentum, Berlin 1990 (zugleich Dissertation an der Kirchlichen Hochschule Berlin). Die Zitate stehen dort auf den Seiten 35f., 45f., 53&#8211;55, 86f., 214, 222 und 223. Beckers Buch ist in der neutestamentlichen Fachdiskussion zur Deuteronomium-Rezeption bis heute kaum aufgenommen worden. Die von ihm herangezogene Kritik am christlichen Pharis&#228;erbild stammt von Charlotte Klein, <em>Theologie und Anti-Judaismus</em>.</p><p>Die j&#252;dischen Quellentexte sind &#252;ber Sefaria zug&#228;nglich: <a href="https://www.sefaria.org/Sifrei_Devarim.154">Sifre Dewarim 154</a> zum Gehorsam gegen&#252;ber der Instanz, <a href="https://www.sefaria.org/Sifrei_Devarim.152-154">Sifre Dewarim 152&#8211;154</a> zum Instanzenweg, <a href="https://www.sefaria.org/Sifrei_Devarim.144">Sifre Dewarim 144</a> zu den Pflichten der Richter in 5. Mose 16,18&#8211;20 und <a href="https://www.sefaria.org/Mishneh_Torah,_Rebels.1.1-4">Maimonides, Hilchot Mamrim 1</a> zur sp&#228;teren Kodifizierung: der oberste Gerichtshof sei &#8222;die Essenz der m&#252;ndlichen Tora&#8220;. Die Predigt vom K&#246;nigsthron steht in Pesikta deRav Kahana 1,7, mit einer Parallele in Dewarim Rabba zu 5. Mose 16,18; die Gegenposition zum unbedingten Gehorsam im Jerusalemer Talmud, Horajot 1,1. Abrawanels Urteil &#252;ber 5. Mose 17,8&#8211;13 und die weiteren klassischen Auslegungen sind entnommen: <em>tenachon</em> 26, Sidra Schoftim, S. 405&#8211;414, zusammengestellt von Eli Whitlau in Zusammenarbeit mit Rabbiner Yehuda Aschkenasy, B.-Folkertsma-Stiftung f&#252;r Talmudica, Hilversum.</p><p>Zum Stuhl von Chorazin: gefunden 1926 nahe der S&#252;dwand der Synagoge, deren Fassade nach S&#252;den, also nach Jerusalem ausgerichtet ist; die Synagoge wird ins sp&#228;te 3. oder fr&#252;he 4. Jahrhundert datiert (<a href="https://www.jewishvirtuallibrary.org/chorazin">Jewish Virtual Library</a>); das Original befindet sich im Israel Museum in Jerusalem, am Fundort steht eine Nachbildung (<a href="https://ferrelljenkins.blog/2012/03/11/the-synagogue-at-chorazin/">Ferrell Jenkins</a>). Abbildungen und Beschreibungen aller drei gefundenen St&#252;hle bei E. L. Sukenik; gegen die Deutung als &#8222;Stuhl des Elia&#8220; oder als Lesepult wendet sich I. Renov (beide bei Becker, S. 46f.).</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Schoftim || Richter im Tor]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Warum ist ein Wachmann wichtiger als ein Detektiv, warum macht Geld die Weisen blind, und warum darf ein Richter anders entscheiden als seine Vorg&#228;nger? Rothschild liest Schoftim gegen den Strich.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/schoftim-richter-im-tor</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/schoftim-richter-im-tor</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 14 Aug 2026 12:02:36 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/210916498/d3e6f0d577d77ce5516646052835f451.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Schoftim wurde am 21. August 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p>Rabbiner Walter Rothschild w&#228;hlt aus der F&#252;lle des Wochenabschnitts <strong>Schoftim (5. Mose 16,18&#8211;21,9)</strong> bewusst den Anfang: <em>&#8222;Richter und Amtleute sollst du dir einsetzen in all deinen Toren.&#8220;</em> Er unterscheidet den <em>Schofet</em>, der &#252;ber zivile Streitf&#228;lle entscheidet, vom <em>Schoter</em>, dem Wachmann, dessen eigentliche Aufgabe darin besteht, daf&#252;r zu sorgen, dass gar nicht erst etwas geschieht. Rechtsprechung wird damit zur Vorsorge, ein System, das Menschen zu einem anderen Verhalten anh&#228;lt, weil sie wissen, dass sie zur Verantwortung gezogen werden k&#246;nnen.</p><p>Rothschild liest die Tora hier als erstaunlich progressives Gesetzbuch. Am Beispiel eines Kibbuz-Chronisten aus der Fr&#252;hzeit des britischen Mandats Pal&#228;stinas zeigt er, wie selbstverst&#228;ndlich Willk&#252;r, Raub und Totschlag in vielen Gesellschaften galten und teils bis heute gelten. Dagegen setzt die Tora ein einziges Recht f&#252;r alle, auch f&#252;r die Fremden, ein Anspruch, den er an heutigen Beispielen wie den entrechteten Wanderarbeitern am Golf misst. Das Verbot der Rechtsbeugung und der Bestechung sei bitter aktuell: Wo Spenden Genehmigungen ersetzen, macht Geld die Weisen blind.</p><p><em>&#8222;Zedek, zedek tirdof&#8220;</em> &#8211; <em>Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du verfolgen</em>. Rothschild verbindet den Vers mit Levitikus 19 und der bevorstehenden Zeit vor Rosch Haschana: Wir wollen Gerechtigkeit f&#252;r die anderen und Barmherzigkeit f&#252;r uns selbst, doch vor dem Recht sind Ministerpr&#228;sident und einfacher B&#252;rger gleich. Zugleich betont er die Verfahrensbindung: zwei bis drei Zeugen, sorgf&#228;ltige Nachforschung, keine anonymen Denunziationen. Der Ankl&#228;ger muss selbst Hand anlegen zur Steinigung &#8211; eine drastische Regel, die Verantwortung nicht ins Anonyme verschieben l&#228;sst und zugleich einer feigen Justiz widerspricht, die sich aus internen Machtmissbr&#228;uchen heraush&#228;lt.</p><p>F&#252;r schwierige F&#228;lle verweist die Tora auf ein h&#246;heres Gericht bei den Priestern &#8222;in jenen Tagen&#8220;. Rothschild hebt hervor: Der Richter der Gegenwart ist nicht an die Vorg&#228;nger gebunden, sondern spricht f&#252;r seine eigene Zeit &#8211; ein Grundprinzip j&#252;discher Rechtsentwicklung, das Kontinuit&#228;t und Flexibilit&#228;t verbindet.</p><p>Ich verkn&#252;pfe das Gespr&#228;ch mit den Toranlagen von Tel Dan und deute die pharis&#228;ische Lehre von der Auferstehung der Toten als St&#228;rkung derer, die Unrecht erfahren: Am Ende kommt alles noch einmal zur Sprache. Rothschild erg&#228;nzt, dass die Rabbinen die Todesstrafe zwar formal bewahren, sie durch immer strengere Zeugen- und Verfahrensregeln aber praktisch aussetzen &#8211; ein Sanhedrin, der in siebzig Jahren einmal hinrichtet, gelte bereits als &#8222;blutig&#8220;.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/schoftim-richter-im-tor?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/schoftim-richter-im-tor?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schoftim]]></title><description><![CDATA[Jetzt anh&#246;ren | &#8222;Richter&#8220; &#8226; 5. Mose 16,18&#8211;21,9]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/schoftim-bb0</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/schoftim-bb0</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Thu, 13 Aug 2026 12:03:28 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/210805166/4a5ff20c017ab01d4893190821c68c87.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Wochenabschnitt Schoftim</strong></p><p><strong>5. Mose 16,18&#8211;21,9</strong></p><p>Richter und Ausf&#252;hrungsbeamte bestellst du dir in allen deinen Toren, die Gott, dein Gott, dir f&#252;r deine St&#228;mme gibt, da&#223; sie das Volk nach Rechtsspruch des Rechts richten. </p><p>Du sollst den Rechtsspruch nicht beugen und sollst kein Angesicht kennen und sollst keine Bestechung nehmen; denn die Bestechung blendet die Augen der Weisen und macht schwankend die Worte Gerechter. </p><p>Recht, Recht verfolge, damit du lebest und das Land in Besitz nehmest, das Gott, dein Gott, dir gibt! </p><p>Pflanze dir keine Aschera, &#252;berhaupt keinen Baum neben den Altar Gottes, deines Gottes, den du dir errichten sollst, </p><p>und stelle dir keinen Denkstein auf, den Gott, dein Gott, ha&#223;t. </p><p><strong>Kapitel 17</strong></p><p>Opfere Gott, deinem Gotte, nicht Ochs und Schaf, an welchem ein Fehler, an welchem irgend etwas Schlechtes ist; denn Gottes, deines Gottes, Abscheu ist es. </p><p>Wenn in deiner Mitte in einem deiner Tore, die Gott, dein Gott, dir gibt, ein Mann oder eine Frau betroffen wird, welche was schlecht ist in den Augen Gottes, deines Gottes, ver&#252;ben, seinen Bund zu &#252;berschreiten; </p><p>er ist hingegangen und hat andern G&#246;ttern gedient und hat sich ihnen hingeworfen, und der Sonne oder dem Mond oder allem Heer des Himmels, das ich nicht befehligt h&#228;tte; </p><p>und es wird dir ausgesagt und du hast es in Verh&#246;r genommen, so sollst du sorgf&#228;ltig forschen, und ist es dann Wahrheit, ist die Aussage begr&#252;ndet, ist eine solche Verworfenheit in Israel geschehen: </p><p>so f&#252;hrst du diesen Mann, oder diese Frau, welche diese Schlechtigkeit ver&#252;bt haben, hinaus zu deinen Toren hin, den Mann oder die Frau, und steinigst sie mit Steinen, da&#223; sie sterben. </p><p>Auf den Ausspruch zweier Zeugen oder dreier Zeugen soll der Tote get&#246;tet werden; er soll nicht get&#246;tet werden auf den Ausspruch eines einzelnen Zeugnisses. </p><p>Die Hand der Zeugen sei zuerst an ihn, um ihn zu t&#246;ten, und die Hand des ganzen Volkes zuletzt; du hast das Schlechte wegzuschaffen aus deiner Mitte, </p><p>Wenn sich dir etwas zur Entscheidung entzieht, zwischen Blut und Blut, zwischen Recht und Recht, zwischen Schaden und Schaden, &#252;berhaupt Streitfragen in deinen Toren: so stehst du auf und gehst hinauf zu dem Orte, den Gott, dein Gott, erw&#228;hlen wird, </p><p>und kommst zu den Priestern, den Leviten, und zu dem Richter, der in jenen Tagen sein wird, und legst die Frage vor, und sie sagen dir das Wort der Entscheidung. </p><p>Nach dem Ausspruch des Wortes, das sie dir von jenem Orte aus, den Gott erw&#228;hlen wird, sagen werden, hast du zu tun, hast sorgf&#228;ltig zu vollbringen allem gem&#228;&#223;, was sie dich lehren. </p><p>Auf den Ausspruch der Lehre, die sie dich lehren, und auf das Recht, das sie dir sagen, hast du dein Tun zu gr&#252;nden, darfst nicht weichen von dem Worte, das sie dir sagen, rechts und links. </p><p>Der Mann aber, welcher in Frevel handeln wird, dem Priester, der dort Gott, deinem Gotte, zu dienen steht, oder dem Richter nicht zu gehorchen, der Mann soll sterben, und du sollst das Schlechte fortschaffen aus Jisrael, </p><p>und das ganze Volk h&#246;re es und f&#252;rchte sich und frevele also nie mehr. </p><p>Wenn du zu dem Lande hinkommst, welches Gott, dein Gott, dir gibt, und du hast es in Besitz genommen und wohnst darin, so wirst du sagen: Ich m&#246;chte &#252;ber mich einen K&#246;nig setzen, wie alle V&#246;lker, die um mich sind. </p><p>Dann sollst du &#252;ber dich einen K&#246;nig setzen, den Gott, dein Gott, erw&#228;hlen wird. Aus der Mitte deiner Br&#252;der sollst du &#252;ber dich einen K&#246;nig setzen; du kannst &#252;ber dich keinen fremden Mann geben, der nicht dein Bruder ist. </p><p>Jedoch darf er sich nicht viele Pferde anschaffen und das Volk nicht nach Mizrajim zur&#252;ckkehren lassen, um viele Pferde zu schaffen, und Gott hat euch gesagt: Ihr sollt ferner nicht mehr auf diesem Wege zur&#252;ckkehren. </p><p>Er darf sich auch nicht viele Frauen nehmen, damit sein Herz nicht auf Abwege komme, und Silber und Gold darf er sich nicht &#252;berm&#228;&#223;ig sammeln. </p><p>Vielmehr wenn er auf dem Thron seiner Herrschaft sitzt, soll er sich eine Doppelschrift dieser Lehre in ein Buch schreiben von dem unter Obhut der Priester, der Leviten sich Befindenden. </p><p>Sie sei bei ihm, in ihr lese er so lange er lebt, damit er lerne, Gott, seinen Gott, zu f&#252;rchten, alle Worte dieser Lehre und alle diese Gesetze gewissenhaft zu erf&#252;llen. </p><p>Damit sein Herz sich nicht &#252;ber seine Br&#252;der erhebe und damit er von dem Gebote nicht rechts und links abweiche, damit er bei seiner Herrschaft lange bleibe, er und seine S&#246;hne in der Mitte Jisraels. </p><p><strong>Kapitel 18</strong></p><p>Den Priestern, den Leviten, sowie dem ganzen Stamm Levi, soll kein Anteil und Erbe mit Jisrael werden; die Hingebungen an Gottes Feuer und das ihm Zugewendete genie&#223;en sie. </p><p>Erbe aber soll ihm nicht werden in der Mitte seiner Br&#252;der; Gott ist sein Erbe, wie er es ihm zugesprochen. </p><p>Und dies sei ein Recht der Priester von dem Volke, von denen, die ein zum Mahle taugliches Tier, sei es Ochs oder Schaf, schlachten: er hat dem Priester den Vorderfu&#223;, die beiden Unterkieferteile und den Magen zu geben. </p><p>Das Erste deines Getreides, deines Mosts und deines &#214;les, und auch das Erste von der Schur deiner Schafe gibst du ihm. </p><p>Denn ihn hat Gott, dein Gott, aus allen deinen St&#228;mmen erw&#228;hlt zu stehen, im Namen Gottes zu dienen, ihn und seine S&#246;hne alle Tage. </p><p>Und wenn der Levite aus einem deiner Tore, wo er sich aufh&#228;lt, aus Jisraels Gesamtheit kommt, und wenn er ganz nach der Wahl seines Willens zu dem Orte hinkommt, den Gott erw&#228;hlen wird: </p><p>so kann er im Namen Gottes, seines Gottes, Dienst vollbringen wie alle seine Br&#252;der die Leviten, die dort vor Gott stehen. </p><p>Ganz gleichen Anteil sollen sie zum Genuss bekommen, mit Ausnahme seiner Abtretungen nach den Stammh&#228;uptern. </p><p>Wenn du in das Land kommst, das Gott, dein Gott, dir gibt, so lerne nicht nach den Abscheulichkeiten dieser V&#246;lker zu tun. </p><p>Unter dir soll keiner gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer f&#252;hrt, kein Wahrsager, kein Zeitenw&#228;hler, Ahnungsdeuter und Zauberer, </p><p>kein Bann&#252;bender, Ob- und Jidonifrager, und keiner, der Fragen an die Toten richtet. </p><p>Denn von Gott verabscheut ist jeder, der diese Dinge tut, und infolge dieser Abscheulichkeiten vertreibt sie Gott, dein Gott, vor dir. </p><p>Ganz sei mit Gott, deinem Gotte. </p><p>Denn diese V&#246;lker, denen du in Besitz nachfolgst, auf Zeitenw&#228;hler und auf Wahrsager h&#246;ren sie; du aber, nicht also hat Gott, dein Gott, dir gegeben. </p><p>Einen Propheten aus deiner Mitte, aus deinen Br&#252;dern, wie mich, wird dir Gott, dein Gott, aufstellen; auf den sollt ihr h&#246;ren. </p><p>Ganz so wie du von Gott, deinem Gotte, zu Choreb am Tage der Versammlung erbeten, und gesprochen: Ich kann nicht fortfahren, die Stimme Gottes, meines Gottes, zu h&#246;ren, und kann dieses gro&#223;e Feuer nicht weiter sehen, damit ich nicht sterbe. </p><p>Da sagte Gott zu mir: Es ist gut, was sie gesprochen. </p><p>Einen Propheten werde ich ihnen aufstellen aus ihren Br&#252;dern, wie dich, und werde meine Worte in seinen Mund geben, da&#223; er ihnen alles ausspreche, was, ich ihm auftragen werde. </p><p>Und es sei, der Mann, der auf meine Worte, die er in meinem Namen spricht, nicht h&#246;ren wird, von dem werde Ich es fordern. </p><p>Jedoch der Prophet, welcher in Frevel ein Wort in meinem Namen sprechen wird, das ich ihm nicht zu sprechen aufgetragen habe, und der, welcher im Namen anderer G&#246;tter sprechen wird, der Prophet soll des Todes sein. </p><p>Und wenn du nun in deinem Herzen sagen wirst: Wie k&#246;nnen wir das Wort erkennen, da&#223; Gott es nicht gesprochen? </p><p>Was der Prophet im Namen Gottes spricht, und das Wort verwirklicht sich nicht und trifft nicht ein, das ist das Wort, welches Gott nicht gesprochen hat, in Frevel hat der Prophet es gesprochen. Du hast dich vor ihm nicht zu scheuen. </p><p><strong>Kapitel 19</strong></p><p>Wenn Gott, dein Gott, die V&#246;lker vernichtet, deren Land Gott, dein Gott, dir gibt, und du bist ihnen im Besitz gefolgt und hast dich in ihren St&#228;dten und in ihren H&#228;usern niedergelassen, </p><p>so sollst du dir drei St&#228;dte in der Mitte deines Landes, welches Gott, dein Gott, dir zur Besitznahme gibt, absondern. </p><p>Bereit machen sollst du dir den Weg dahin und das Gebiet deines Landes, welches Gott, dein Gott, dir zum Erbe gibt, durch drei Punkte teilen; und er diene, da&#223; dorthin jeder M&#246;rder fliehe. </p><p>Dies aber ist der Anspruch des M&#246;rders, der dorthin fliehen und leben bleiben soll: wer seinen N&#228;chsten in Unwissenheit erschl&#228;gt und er ist ihm von gestern und vorgestern nicht feind; </p><p>Und wer mit seinem N&#228;chsten in den Wald kommt, B&#228;ume zu f&#228;llen, und es ger&#228;t seine Hand mit der Axt in Schwung, den Baum zu f&#228;llen, und er schwingt das Eisen ab von dem Holze und trifft seinen N&#228;chsten und der stirbt: der hat zu einer dieser St&#228;dte zu fliehen und bleibt leben. </p><p>Es k&#246;nnte der Blutannehmer dem M&#246;rder nachsetzen, wenn sein Gem&#252;t hei&#223; geworden, und er k&#246;nnte ihn erreichen, wenn der Weg, zu weit ist, und k&#246;nnte ihn aufs Leben schlagen, und er ist doch nicht todesschuldig, weil er ihm nicht feind gewesen von gestern und vorgestern. </p><p>Darum verpflichte ich dich: drei St&#228;dte sondere dir ab. </p><p>Und wenn Gott, dein Gott, dein Gebiet, wie er deinen V&#228;tern geschworen hat, erweitern und dir das ganze Land geben wird, das er deinen V&#228;tern zu geben verhei&#223;en hat, </p><p>wenn du diese ganze Verpflichtung sorgf&#228;ltig erf&#252;llst, zu der ich dich heute verpflichte, Gott, deinen Gott, zu lieben und in seinen Wegen zu wandeln alle Tage: so f&#252;gst du dir noch drei St&#228;dte zu diesen dreien hinzu. </p><p>Damit nicht unschuldiges Blut in der Mitte deines Landes, welches Gott, dein Gott, dir zum Erbe gibt, vergossen werde und Blutschuld auf dir ruhe. </p><p>Wenn aber einer feind ist seinem N&#228;chsten und lauert ihm auf und macht sich auf &#252;ber ihn und schl&#228;gt ihn aufs Leben und er stirbt, und flieht in eine dieser St&#228;dte: </p><p>so schicken die &#196;ltesten seiner Stadt und lassen ihn von dort holen und geben ihn in die Hand des Blutannehmers, da&#223; er sterbe. </p><p>Seiner darf dein Auge nicht schonen; du hast das Blut des Unschuldigen von Jisrael zu tilgen, so wird dir Heil. </p><p>Verr&#252;cke nicht die Grenze deines N&#228;chsten, welche Vordere in deinem Erbe gezogen haben, welches du in dem Lande zu Erbe nimmst, das Gott, dein Gott, dir in Besitz zu nehmen gibt. </p><p>Es soll nicht das Zeugnis eines Einzelnen gegen einen Mann Bestand haben in Beziehung auf irgend ein Verbrechen und in Beziehung auf irgend ein Vergehen, in jeder Vers&#252;ndigung, die er begehen k&#246;nnte; auf der Aussage zweier Zeugen oder auf der Aussage dreier Zeugen soll eine Klage Bestand haben. </p><p>Wenn ein gewaltt&#228;tiges Zeugenpaar wider einen Mann auftritt, von Grund aus Nichtiges wider ihn auszusagen, </p><p>so sollen die zwei M&#228;nner, die diesen Einspruch vor Gott erheben, vor den Priestern und Richtern, die in jenen Tagen sein werden, stehen. </p><p>Und forschen dann die Richter sorgf&#228;ltig und es zeigt sich, da&#223; das Zeugenpaar ein erlogenes Zeugenpaar ist, in Erlogenheit hat es wider seinen Bruder ausgesagt: </p><p>so la&#223;et ihr ihm geschehen, wie es geplant hatte, seinem Bruder geschehen zu lassen; und du schaffest das Schlechte fort aus deiner Mitte, </p><p>da&#223; es die &#220;brigen h&#246;ren und sich f&#252;rchten und nie wieder dieser Schlechtigkeit Gleiches in deiner Mitte ver&#252;ben. </p><p>Dein Auge darf keine Schonung &#252;ben, Leben um Leben, Aug&#8217; um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fu&#223; um Fu&#223;. </p><p><strong>Kapitel 20</strong></p><p>Wenn du zum Kampfe gegen deinen Feind ausziehst und siehst Ro&#223; und Wagen, eine Mannschaft zahlreicher als du, so f&#252;rchte dich nicht vor ihnen; denn Gott, dein Gott, ist mit dir, der dich aus dem Lande Mizrajim heraufgef&#252;hrt. </p><p>Und es sei dann, wenn ihr dem Kampfe n&#228;her kommt, so tritt der Priester hin und spricht zu dem Volke, </p><p>und sagt zu ihnen: H&#246;re, Jisrael, ihr nahet heute zum Kampfe gegen eure Feinde, la&#223;et euer Herz nicht schwach sein und f&#252;rchtet euch nicht und werdet nicht fl&#252;chtig und schreckt nicht vor ihnen. </p><p>Denn Gott, euer Gott, ist es, der mit euch geht f&#252;r euch mit euren Feinden zu streiten, euch den Sieg zu verleihen. </p><p>Es sprechen aber die Amtsleute zum Volke: Ist wer ein Mann, der ein neues Haus gebaut hat und hat es noch nicht eingeweiht, der gehe und kehre nach Hause; er k&#246;nnte im Kriege sterben und ein anderer es einweihen. </p><p>Und ist wer ein Mann, der einen Weinberg gepflanzt und ihn noch nicht zum Genu&#223; gebracht hat, der gehe und kehre nach Hause; er k&#246;nnte im Kriege sterben und ein anderer ihn zum Genusse bringen. </p><p>Und ist wer ein Mann, der sich eine Frau angetraut hat und hat sie noch nicht heimgef&#252;hrt, der gehe und kehre nach Hause; er k&#246;nnte im Kriege sterben und ein anderer sie heimf&#252;hren. </p><p>Und es fahren die Amtsleute fort zum Volke zu sprechen und sagen: Ist wer ein Mann, der sich f&#252;rchtet und schwachherzig ist, der gehe und kehre nach Hause und mache nicht das Herz seiner Br&#252;der feig, wie das seine. </p><p>Und es sei, wenn die Amtsleute ihr Reden an das Volk beendigt haben, sodann treten die Heerf&#252;hrer den Befehl an an der Spitze des Volkes. </p><p>Wenn du einer Stadt nahst, sie zu bekriegen, so hast du ihr erst Aufforderungen zum Frieden zu verk&#252;nden. </p><p>Und es sei, wenn sie dir Frieden antwortet und dir sich &#246;ffnet, so sei die ganze Bev&#246;lkerung, die sich darin findet, dir pflichtig und dienstbar. </p><p>Wenn sie aber nicht Frieden mit dir eingeht und Krieg mit dir f&#252;hrt und du sie belagerst, </p><p>Und Gott, dein Gott, gibt sie in deine Hand, so schl&#228;gst du alle ihre Mannschaft mit dem Schwerte, </p><p>allein die Frauen und Kinder und die Tiere und alles, was sonst in der Stadt ist, alle ihre Beute erbeutest du dir, und genie&#223;est die Beute deiner Feinde, die Gott, dein Gott, dir gegeben hat. </p><p>So verf&#228;hrst du mit allen den St&#228;dten, die sehr fern von dir sind, die nicht von den St&#228;dten dieser V&#246;lker sind. </p><p>Allein von den St&#228;dten dieser Nationen, welcher dir Gott, dein Gott zum Erbe gibt, sollst du keine Seele leben lassen, </p><p>vielmehr dem Vernichtungsbanne hast du sie zu &#252;bergeben, den Chittiten, den Emoriten, den Kenaaniten, den Perisiten, den Chiwiten und den Jebu&#223;iten, wie dir Gott, dein Gott, geboten, </p><p>damit sie euch nicht lehren, ihren Abscheulichkeiten gleich zu tun, die sie ihren G&#246;ttern ge&#252;bt, und ihr Gott, eurem Gotte, euch vers&#252;ndigen w&#252;rdet. </p><p>Wenn du eine Stadt viele Tage belagerst, sie durch Krieg in deine Gewalt zu bringen, sollst du ihren Mann nicht verderben, eine Axt an ihn zu schwingen; denn von ihm sollst du essen, ihn aber nicht f&#228;llen. Denn die Menschenexistenz ist der Baum des Feldes, vor dir mit in die Belagerung einzugehen. </p><p>Jedoch einen Baum, von dem du wei&#223;t, da&#223; er keine Nahrung gew&#228;hrender Baum ist, den darfst du verderben und f&#228;llen, und baust Belagerungswerk gegen die Stadt, die mit dir Krieg f&#252;hrt, bis sie sich ergibt. </p><p><strong>Kapitel 21</strong></p><p>Wenn auf dem Erdboden, den Gott, dein Gott, dir zum Besitze gibt, ein Erschlagener gefunden wird, hingefallen aufs Feld, es ist nicht bekannt, wer ihn erschlagen: </p><p>so gehen deine &#196;ltesten und Richter hinaus und messen zu den St&#228;dten hin, welche die Umgegend des Erschlagenen bilden. </p><p>Und es sei dann die Stadt, welche dem Erschlagenen die n&#228;chste ist, die &#196;ltesten dieser Stadt nehmen ein weibliches Rinderkalb, mit welchem keine Arbeit verrichtet worden, das noch nicht am Joche gezogen. </p><p>Und es f&#252;hren die &#196;ltesten dieser Stadt das Kalb zu einem urharten Grund hinab, der nicht beackert und nicht bes&#228;et werden darf, und dort t&#246;ten sie mit Nackenschnitt das Kalb im Grunde. </p><p>Und die Priester, die S&#246;hne Levis, treten hin &#8212; denn sie hat Gott, dein Gott, erw&#228;hlt, ihm zu dienen und Segen auszusprechen im Namen Gottes, und nach ihrem Ausspruch wird jede Streitsache und jeder Schaden &#8212; </p><p>und alle &#196;ltesten dieser Stadt, welche dem Erschlagenen die n&#228;chsten sind, waschen ihre H&#228;nde &#252;ber dem Kalbe, das im Grunde den Nackenschnitt bekommen, </p><p>und beginnen und sprechen: Unsere H&#228;nde haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben ihn nicht gesehen. </p><p>Gew&#228;hre S&#252;hne deinem Volke Jisrael, das du erl&#246;st hast, Gott, und gib nicht unschuldiges Blut in die Mitte deines Volkes Jisrael! Und es wird damit ihnen das Blut ges&#252;hnt. </p><p>Du aber hast das unschuldige Blut fortzuschaffen aus deiner Mitte, indem du tust, was recht ist in den Augen Gottes.</p><div><hr></div><p><em>Die &#220;bersetzung des Wochenabschnitts stammt von &#8222;Der Pentateuch&#8220;, &#252;bersetzt und erl&#228;utert von Samson Raphael Hirsch. Frankfurt am Main, 1867-1878. Quelle: <a href="https://www.sefaria.org/">Sefaria</a>.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Walter Rothschild || Dummheit ist kein Antisemitismus – aber ganz nah dran]]></title><description><![CDATA[Ein BSW-Wahlplakat behauptet, Kritik an Israel sei kein Antisemitismus. Rabbiner Walter Rothschild antwortet &#8211; mit einer neuen, pragmatischen Definition und einer Frage an Sahra Wagenknecht.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/walter-rothschild-dummheit-ist-kein</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/walter-rothschild-dummheit-ist-kein</guid><dc:creator><![CDATA[Dr Walter Rothschild]]></dc:creator><pubDate>Tue, 11 Aug 2026 07:01:56 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahlsaison ist wieder &#252;ber uns hereingebrochen, und wieder betrachtet man als &#252;berzeugter Demokrat mit einer Stimme, was da angeboten wird, und die Charaktere derjenigen, die es anbieten &#8211; und man verzweifelt beinahe &#8230;</p><p>Das heutige Angebot war ein Plakat des BSW mit der Aussage: &#8222;Kritik an Israel ist kein Antisemitismus.&#8220; Dazu ein Bild von einem weinenden Kind mit Hintergrund von zerst&#246;rten Geb&#228;uden. Mehr muss man nicht schreiben, jeder Medienkonsument wei&#223; schon: hier ist ein Bild von Hunger, Genozid, Kindermord und mehr.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png" width="432" height="575.6043956043956" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:1940,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:432,&quot;bytes&quot;:2862399,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/i/210621668?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XUf7!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F94dbd20a-5656-494e-af2b-15f9033e7d9e_1537x2048.png 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Ist Kritik am BSW Antifeminismus? Weil die Vorsitzende dieser Partei (nicht zuf&#228;llig) eine Frau ist? Naja. Kann man &#8222;die Dame mit den Augenbrauen&#8220;, Sahra Wagenknecht, kritisieren, ohne Misogynist zu sein? Kann man ihr und ihrer Partei blinden, obsessiven Rassismus vorwerfen, ohne sie damit in irgendeiner Weise zu beleidigen?</p><h4>Mehrere psychotische Probleme</h4><p>Hinter diesem Slogan &#8211; beschrieben als &#8222;Gef&#228;hrlich ehrlich&#8220;, da hat jemand poetisches Talent &#8211; liegen mehrere komplexe psychotische Probleme. Eines ist, dass Kritik an Israel zum Nationalsport geworden ist, tats&#228;chlich aber &#252;berhaupt nichts mit der Kommunalpolitik in Berlin zu tun hat. Oder jedenfalls nichts damit zu tun haben sollte, denn die Stadt hat schlie&#223;lich genug andere Probleme: Wohnungen, Schulen, &#246;ffentlicher Nahverkehr, Wasser- und Abwasserinfrastruktur, Kultur und mehr. Und doch scheinen weltweit Kandidaten bei Wahlen in New York, in US-Bundesstaaten und in europ&#228;ischen Parlamenten allesamt zu meinen, ihre Haltung zu Israel sei den W&#228;hlern wichtiger als etwa ihre Haltung zum Fleischkonsum oder zur M&#252;lltrennung oder sogar, inzwischen, zum Umgang mit Tausenden von Fl&#252;chtlingen aus muslimischen L&#228;ndern, die das Mittelmeer oder den Englischen Kanal zu &#252;berqueren versuchen.</p><p>Ein weiteres ist das Bewusstsein, dass &#8222;Antisemitismus&#8220; &#8211; wie auch immer definiert, es gab verschiedene Versuche dazu &#8211; irgendwie &#8222;nicht nett&#8220; ist, dass man sich davon distanzieren muss wie von etwas Schmierigem an den Fingern; dass man sagen darf, man verachte bestimmte israelische (und nur israelische) rechte Politiker und deren Politik, und dass man au&#223;erdem jeden Israeli angreifen darf, der jemals seinen Wehrdienst geleistet hat (also die meisten), und israelische Produkte boykottieren darf, wie n&#252;tzlich sie auch sein m&#246;gen &#8211; aber man sollte nicht wirklich sagen, dass man Juden nicht mag. Das w&#228;re gesellschaftlich unakzeptabel!</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png" width="1200" height="630" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:630,&quot;width&quot;:1200,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:655599,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/i/210621668?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PZHu!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa1fcfb9c-99ad-4d1d-abe9-6ccebcb203cc_1200x630.png 1456w" sizes="100vw"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p> <strong>Von Raketen und Hungertoten</strong></p><p>In Deutschland, in Berlin gibt es weitere historische Unterstr&#246;mungen, aber die lasse ich hier ehrlich gesagt beiseite. Frau Wagenknecht unterst&#252;tzt einen politischen F&#252;hrer, der ballistische Raketen auf unverteidigte St&#228;dte in der Ukraine niedergehen l&#228;sst und damit massive Zerst&#246;rung und massenhafte Opfer unter Zivilisten verursacht &#8211; und irgendwie gilt das nicht als &#8222;Antiukrainismus&#8220;. In dieser Hinsicht wiederholt Herr Putin lediglich, was Wehrmacht und Luftwaffe vor einigen Jahrzehnten getan haben, und Herr Putin wiederholt lediglich, was Herr Stalin mit der Holodomor-Hungersnot in den 1920er- und 1930er-Jahren getan hat, bei der allein 1932&#8211;33 vier Millionen Ukrainer verhungerten. Wer &#8211; selbst als moderner Politiker &#8211; dies ignorieren kann, den werden schlichte sechs Millionen Juden in den Jahren 1939 bis 1945 kaum beunruhigen.</p><p>Tats&#228;chlich frage ich mich, ob die CDU oder die Gr&#252;nen mit einem Plakat kontern sollten, das zerst&#246;rte Geb&#228;ude in Kyjiw und Charkiw sowie weinende, verkr&#252;ppelte ukrainische Kinder zeigt, mit dem Slogan: &#8222;Kritik an Russland bedeutet nicht, dass wir die Ukraine praktisch unterst&#252;tzen m&#252;ssen.&#8220; Vielleicht dazu noch ein Bild davon, was die Russen 1945 mit Berlin gemacht haben &#8230;&#8230;</p><h4>Eine neue, pragmatische Definition</h4><p>Ich habe eine neue, pragmatische Definition von Antisemitismus. Antisemitismus ist, wenn jemand, der nicht (oder nicht mehr) j&#252;disch ist, Juden vorschreibt, was sie denken d&#252;rfen, was sie tun d&#252;rfen, wo sie leben d&#252;rfen und wie sie sich sowohl ern&#228;hren als auch verteidigen d&#252;rfen. So einfach ist das. Nat&#252;rlich gibt es verschiedene Formen, denn auch Christentum und Islam schreiben Juden vor, was sie glauben sollten, aber es ist ein n&#252;tzlicher Ausgangspunkt. Nach zwei Jahrtausenden der Ausgrenzung und Vernichtung gelang es &#252;berlebenden Juden im November 1947, die UN dazu zu bringen, ihnen ein St&#252;ck Land f&#252;r einen Staat zuzugestehen, und dann im Mai 1948, ihn gegen gewaltsamen Widerstand und Ablehnung erk&#228;mpfend zu errichten &#8211; und sie haben ihn seither erfolgreich verteidigt: manchmal um einen hohen Preis, manchmal als Opfer von &#220;berraschungsangriffen wie 1973 und 2023, manchmal als Opfer m&#246;rderischen Terrorismus innerhalb der Grenzen, manchmal in der Lage, einen R&#252;ckzug zu verhandeln unter der Bedingung, dass die Grenze zu einem bestimmten Nachbarn danach ruhig bleibt, manchmal einen R&#252;ckzug verweigernd, wenn dies noch nicht gesichert ist &#8230; Tatsache ist: H&#228;tte Israel bei diesen Verteidigungsma&#223;nahmen &#252;ber die Jahrzehnte NICHT Erfolg gehabt, dann g&#228;be es keinen Netanjahu, keinen Smotrich, keinen Ben Gvir, keine Charedim und keine &#8222;Siedler&#8220;, &#252;ber die sich die Tugendsignalisierer im BSW beklagen k&#246;nnten &#8211; und so h&#228;tten die Antisemiten stattdessen auf ihre fr&#252;heren Klagen &#252;ber Juden in Polen, Frankreich, Irak, Syrien und so weiter zur&#252;ckgreifen m&#252;ssen. Ich bin sicher, sie h&#228;tten es getan.</p><p>Das Judentum sollte nicht von atheistischen Nichtjuden definiert werden, damit es zu ihrer eigenen politischen Agenda passt; es sollte von Juden definiert werden und in der Tat von Rabbinern, die daf&#252;r ausgebildet sind, denn wir sind es, die Urkunden tragen, auf denen steht, dass wir &#8211; jedenfalls von einigen &#8211; als f&#228;hig gelten, zu lehren und Urteile zu f&#228;llen. &#8222;Jore jore, jadin jadin.&#8220; Wenn Juden streiten, ist das legitim, denn das Judentum lebt von Diskurs und Debatte. Aber es muss von innen kommen.</p><h4>Drei Bundesschl&#252;sse</h4><p>Das Judentum ist eine Beziehung zu Gott &#8211; dem einen und einzigen universalen Gott &#8211; und sie beruht auf einem Bund; man k&#246;nnte theologisch sogar sagen: auf drei Bundesschl&#252;ssen.</p><p>Der erste ist ein universaler in Genesis Kapitel 9,11&#8211;17, in dem Gott Noach nach der totalen Zerst&#246;rung der Flut sagt, dass Gott dies von nun an nicht wieder tun werde &#8211; es ist ein Bund mit der ganzen Menschheit.</p><p>Der zweite: In Genesis Kapitel 12 schlie&#223;t Gott einen Bund mit Abraham, dem Sohn Terachs, befiehlt ihm, seine Heimat zu verlassen und nach S&#252;den zu ziehen, und dort werden seine (vielen) Nachkommen ein Land erben. Das Land ist zugegebenerma&#223;en noch nicht leer, aber das ist nicht die Hauptsache. Der Bund beschreibt das Recht der Nachkommen Abrahams, es zu besitzen.</p><p>Der dritte Bund ist in einer Weise die Offenbarung am Berg Sinai in Exodus Kapitel 20. Inzwischen sind die Nachkommen zu einem gro&#223;en Volk angewachsen, sie haben Jahrhunderte der Sklaverei erlitten, sie wurden durch eine Reihe von Wundern befreit, und ihnen wurde befohlen, sich auf den Weg zu machen, um das Verhei&#223;ene Land zu betreten. Wie wir wissen, kam es nicht ganz so schnell und einfach, wie Gott es sich an diesem Punkt erhofft hatte, aber es war wichtig, dass sie Listen von Anweisungen erhielten, wie sie sich verhalten sollten, wenn sie dort ank&#228;men &#8211; gegen&#252;ber ihren Nachbarn, ihren Feinden, sich selbst, gegen&#252;ber Gott und gegen&#252;ber dem Land selbst. So empfingen sie Tora, Anweisungen dazu, was zu tun und was nicht zu tun ist &#8211; sie hatten einen freien Willen, sie waren keine Sklaven mehr, die einfach taten, was ihre Herren ihnen sagten, sie mussten sich nun selbst sagen, was zu tun ist.</p><h4>Ahavat Zion</h4><p>Der Zionismus in seinem heutigen politischen Kontext ist ein politisches Ph&#228;nomen, das aus der Verzweiflung der Juden am Ende des neunzehnten Jahrhunderts erwuchs, jemals von den Christen in Europa vollst&#228;ndig akzeptiert zu werden; sobald das Land in einen Staat verwandelt worden war, f&#252;llte es sich rasch auch mit Juden aus dem Nahen Osten, Nordafrika und dem Kaukasus, die daran verzweifelten, jemals von den Muslimen vollst&#228;ndig akzeptiert zu werden.</p><p>Aber die Liebe zu Zion &#8211; &#8222;Ahavat Tzion&#8220; &#8211; ist ein Begriff, der in der Wurzel des Judentums selbst liegt, denn Zion ist und war das Land, in dem wir ein Volk aus eigenem Recht waren, mit eigener Monarchie, eigener Priesterschaft und eigenen Riten. In irgendeiner Weise und aus irgendeinem Grund zu fordern, dass wir jede Verbindung zu diesem Land leugnen, hei&#223;t zu fordern, dass wir den Bund mit Abraham leugnen oder dass wir ihn Anh&#228;ngern einer anderen Religion &#252;berlassen. Es ist daher ein direkter Angriff auf das Judentum und daher Antisemitismus. Diejenigen zu unterst&#252;tzen, die Israel das Recht auf Existenz absprechen &#8211; in diesem Fall jene Einwohner von Gaza, die, ob Hamas-Mitglieder oder blo&#223; Hamas-Anh&#228;nger, vor knapp drei Jahren versuchten, es auszul&#246;schen, und allen, die in ihre Gewalt fielen, unz&#228;hlige Schrecken zuf&#252;gten &#8211;, sieht f&#252;r mich danach aus, dieses Recht selbst zu leugnen.</p><p>W&#252;rden Sie zustimmen, Frau Wagenknecht?</p><p><em>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Oppenheimers Überblick || Galiläa ohne Gäste]]></title><description><![CDATA[Saubere Kirchen, verwahrloste Gassen, leere M&#228;rkte: Eine Fahrt in den Norden Israels endet mit einer Bitte, die man nicht &#252;berh&#246;ren sollte.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-galilaea-ohne-gaeste</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-galilaea-ohne-gaeste</guid><dc:creator><![CDATA[Joram Opp]]></dc:creator><pubDate>Mon, 10 Aug 2026 07:02:14 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!YWT1!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F30f1ab91-a345-4613-9b73-123cda147c24_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Schalom allerseits!</em></p><p>Vor etwa zwei Wochen war die Tochter von Bekannten aus Deutschland bei uns zu Besuch, eine junge Frau, die f&#252;r eine Art Sommersemester nach Israel gekommen war. Bei einem guten Essen, einem Glas Wein und einem tiefgehenden Gespr&#228;ch &#252;ber die Situation in Israel bot ich ihr an, sie auf eine Reise in den Norden des Landes mitzunehmen. Da sie, soweit ich wei&#223;, aus einer gl&#228;ubigen christlichen Familie stammt, schlug ich vor, den Schwerpunkt auf die Kirchen im Norden zu legen.</p><p>Sie nahm das Angebot gerne an, und gestern, am Samstag, nahmen wir auch unsere &#228;lteste Enkelin mit, ein neunj&#228;hriges M&#228;dchen, und machten uns auf den Weg.</p><p>Zu unserer gro&#223;en &#220;berraschung freundeten sich die beiden jungen Damen schnell an und unterhielten sich die ganze Fahrt &#252;ber auf Englisch. Es macht Spa&#223;, einer neunj&#228;hrigen Israelin und einer etwa 25-j&#228;hrigen Deutschen dabei zuzuh&#246;ren, wie sie miteinander Englisch sprechen. Die Globalisierung hat eben doch ihre Vorteile.</p><p>Die Fahrt verlief relativ z&#252;gig, da Samstag war und deshalb weniger Verkehr herrschte. Nach etwa einer Stunde und f&#252;nfzehn Minuten erreichten wir von der Landesmitte aus unser erstes Ziel: Nazaret.</p><p>Zu unserer Freude fanden wir ziemlich schnell einen Parkplatz &#8212; wir sind schlie&#223;lich auf einer religi&#246;sen Mission, oder? &#8212; und machten uns auf den Weg zur Verk&#252;ndigungsbasilika.</p><p>Hier erlebten wir unsere erste negative &#220;berraschung. Die Stra&#223;en sind auf eine Weise schmutzig, die man eigentlich kaum beschreiben m&#246;chte: Verpackungsreste, Papier, trockene Bl&#228;tter, herumliegende Schl&#228;uche und eigentlich jede Art von M&#252;ll, die man sich vorstellen kann, mitten in der Innenstadt. Eine ziemlich unangenehme Form der Verwahrlosung.</p><p>Nun gut, wir gingen weiter, und nachdem uns ein wunderbarer, intensiver Duft dazu gebracht hatte, einen Kaffeeladen zu betreten, kauften wir einen guten arabischen Kaffee mit Kardamom und gingen weiter zur Kirche.</p><p>Die Verk&#252;ndigungsbasilika war das genaue Gegenteil der Stra&#223;e: sauber, ordentlich, ruhig und von einer Aura der Heiligkeit erf&#252;llt. Egal, ob man Christ oder Jude ist &#8212; man sp&#252;rt diese besondere Atmosph&#228;re. In der Kirche befand sich eine Gruppe von Nonnen, die still beteten, sowie eine Gruppe von Touristen aus S&#252;damerika.</p><p>F&#252;r mich war der H&#246;hepunkt des Besuchs der Moment beim Verlassen der Kirche. Wer den Ort kennt, wird sich sicherlich daran erinnern: Auf dem Weg nach drau&#223;en sieht man deutlich die arch&#228;ologischen Ausgrabungen, die die gro&#223;en Vorratsgruben der urspr&#252;nglichen Stadt freigelegt haben und die das antike Nazareth aus der Zeit Jesu zeigen.</p><p>Ob Jesus tats&#228;chlich hier herumgelaufen ist &#8212; ich habe keine Ahnung. Aber ohne Zweifel befand sich hier das Viertel, in dem er aufgewachsen ist. Einfach beeindruckend.</p><p>Als wir die Kirche verlie&#223;en, gingen wir in Richtung Markt. Ein sch&#246;ner arabischer Markt, nicht besonders gro&#223;. Ich erinnere mich allerdings an einen lebendigen, gesch&#228;ftigen und lauten Markt &#8212; so, wie ein arabischer Markt eben sein sollte.</p><p>Doch hier kam die n&#228;chste negative &#220;berraschung: Der Markt war menschenleer. Zwei oder drei Gesch&#228;fte waren ge&#246;ffnet, einige H&#228;ndler sa&#223;en gelangweilt vor ihren L&#228;den, und ein &#228;lterer Araber sa&#223; auf einem Plastikstuhl und verkaufte Oliven aus Blechdosen.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!YWT1!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F30f1ab91-a345-4613-9b73-123cda147c24_1200x630.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!YWT1!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F30f1ab91-a345-4613-9b73-123cda147c24_1200x630.png 424w, 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class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Verglichen mit meiner Erinnerung an diesen einst so lebendigen Markt war das sehr traurig. Keine Touristen, und auch Israelis kommen nur noch selten hierher. Ich kaufte eine Dose Oliven, damit der nette und einsame Verk&#228;ufer wenigstens ein bisschen &#8222;Business&#8220; machte. Dann schlenderten wir noch ein wenig herum und gingen auf demselben Weg zur&#252;ck zum Auto. Keine besonders fr&#246;hliche Erfahrung.</p><p>Wir fahren weiter in Richtung See Genezaret. Nach etwa einer Stunde Fahrt, entlang der Grenze zwischen Unter- und Obergalil&#228;a, erreichen wir Tabgha, den Ort, an dem Petrus und einige der Apostel gewesen sein sollen.</p><p>Wir betreten die Kirche der Brotvermehrung und sehen dort eine gro&#223;e Gruppe dunkelh&#228;utiger Menschen. Auf meine Frage hin stellte sich heraus, dass sie aus Eritrea stammen. Da viele der Kinder Hebr&#228;isch sprachen, wurde mir klar, dass es sich um eritreische Christen handelt, die in Israel leben und in verschiedenen Berufen arbeiten. Eine interessante Bev&#246;lkerungsgruppe, der ich bisher noch nicht begegnet war.</p><p>Der Ort liegt direkt am Ufer des Sees Genezaret, und es war dort unglaublich hei&#223;. Das Atmen fiel schwer, und auch das Gehen war anstrengend. Als wir schlie&#223;lich am Auto ankamen, stellten wir fest, dass die Au&#223;entemperatur bei 39 Grad lag. Selbst f&#252;r einen Israeli wie mich, der an hei&#223;e Tage gew&#246;hnt ist, war das extrem.</p><p>Von hier aus fahren wir nur eine kurze Strecke weiter und kehren in ein Restaurant in der N&#228;he der Einfahrt nach Ginnosar ein. Es ist ein libanesisches Restaurant, das ich schon seit vielen Jahren kenne, und wieder erleben wir einen Moment, der einem das Herz zusammenschn&#252;rt: Das sehr gro&#223;e Restaurant ist fast leer.</p><p>Ich kenne diesen Ort aus einer Zeit, als drau&#223;en Reisebusse standen und drinnen das Stimmengewirr der Touristen den ganzen Raum erf&#252;llte. Diesmal nicht.</p><p>Das libanesische Essen dort ist hervorragend. Mir hat es sehr gut geschmeckt. F&#252;r diejenigen, die sich mit der libanesischen K&#252;che auskennen: Neben dem traditionellen Hummus bestellten wir Fattoush, einen typischen libanesischen Salat mit Minze, Sumach und zerbrochenem Fladenbrot. Als Hauptgerichte bestellten wir f&#252;r die Damen Arajes &#8212; geviertelte Fladenbrote, gef&#252;llt mit Hackfleisch &#8212;, f&#252;r mich einen Kebab mit einer sehr scharfen So&#223;e und f&#252;r unsere Enkelin ein Schnitzel. Es war ausgesprochen lecker.</p><p>Ganz leer war das Restaurant dann doch nicht. Es waren einige israelische Familien da. Aber verglichen mit dem lebhaften Ort, den ich aus fr&#252;heren Zeiten kenne, wirkte es fast verlassen.</p><p>Ich sprach mit dem Kellner, der sich als Besitzer des Restaurants herausstellte. Er ist urspr&#252;nglich ein libanesischer Araber, und die Geschichte, wie er nach Israel gekommen ist, w&#228;re eine eigene Erz&#228;hlung wert. Er berichtete mir, dass er kaum noch seinen Lebensunterhalt verdient. Er hat aufgeh&#246;rt, Mitarbeiter zu besch&#228;ftigen; inzwischen arbeiten dort nur noch er und seine engste Familie.</p><p>Auch hier: ein Anblick, der einem das Herz zusammenschn&#252;rt.</p><p>Von hier aus fuhren wir weiter zur Kirche der Bergpredigt. Es war nur eine kurze Strecke, und schon waren wir dort &#8212; wieder bei extremer Hitze.</p><p>Die Kirche und der Garten rundherum geh&#246;ren zu den sch&#246;nsten Orten des Landes. Der weite Blick &#252;ber den See Genezaret und auf die Golanh&#246;hen auf der anderen Seite ist einfach ein Motiv, das man malen, fotografieren oder auf jede andere erdenkliche Weise festhalten m&#246;chte. Man kann diesen Anblick in sich aufnehmen und wird einfach nicht satt davon.</p><p>Auch dieser Ort hat etwas zutiefst Beeindruckendes. Die Kirche selbst ist klein und, wie viele alte Geb&#228;ude in dieser Gegend, aus Basaltstein gebaut. Auch hier herrschen Ordnung, Sauberkeit und eine geradezu vollkommene Ruhe. Der wundersch&#246;ne Garten rund um die Kirche tr&#228;gt zu der beinahe magischen Atmosph&#228;re bei.</p><p>Das war&#8217;s. Damit war unser Ausflug gestern zu Ende.</p><p>Und damit komme ich zu einer Bitte, die gar nicht so klein ist: Wer m&#246;chte und die M&#246;glichkeit dazu hat &#8212; z&#246;gern Sie nicht, kommen Sie zu Besuch und bringen Sie den Tourismus wieder in Gang. Die Orte hier sind beeindruckend und wundersch&#246;n. Es gibt kaum etwas Interessanteres als einen Besuch in Israel, und ja &#8212; man kann hier durchaus eine sch&#246;ne Zeit verbringen.</p><p>Ich hoffe, ich klinge jetzt nicht wie eine Werbung des israelischen Tourismusministeriums. Das ist jedenfalls nicht meine Absicht.</p><p>Bis bald,<br><em>Joram</em></p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-galilaea-ohne-gaeste?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-galilaea-ohne-gaeste?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Öffne, öffne deine Hand]]></title><description><![CDATA[&#8222;Es soll bei dir kein Armer sein.&#8220; Sieben Verse weiter sagt die Tora das Gegenteil. Das ist kein Versehen: Sie und das Neue Testament kennen Armut. Aber auch unseren Sozialstaat.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/oeffne-oeffne-deine-hand</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/oeffne-oeffne-deine-hand</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 09 Aug 2026 06:31:41 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Ekea!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb465644d-3b43-4395-abc9-2122580badb8_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland beziehen derzeit rund 5,2 Millionen Menschen B&#252;rgergeld. Wer keine Arbeit hat oder zu wenig verdient, erh&#228;lt Geld vom Staat. Eigentlich d&#252;rfte es somit keine Armen mehr geben. Was in der Tora eine zwischenmenschliche Beziehung ist, ist bei uns zu einer Verwaltungsleistung geworden. Der Ausgleich zwischen Wohlhabenden und Armen erfolgt &#252;ber Steuern und Umverteilung und wurde an staatliche Beh&#246;rden delegiert. Das hat Vorz&#252;ge: Er ist berechenbar, einklagbar und nicht von der Laune einzelner Personen abh&#228;ngig. Aber er kostet auch etwas, das sich nicht &#252;berweisen l&#228;sst. Genau davon handelt das Echo der Weisung zum <strong>Wochenabschnitt Re&#8217;eh (5. Mose 11,26&#8211;16,17)</strong>. Er enth&#228;lt den ausf&#252;hrlichsten Text der Tora zum Thema Arm und Reich. Und er ist dabei bemerkenswert widerspr&#252;chlich.</p><h4>Es sollte keine Armen geben, aber es gibt sie allezeit</h4><p>Im 15. Kapitel steht in Vers 4: <em>&#8222;Es soll bei dir gar kein Armer sein&#8220;</em> &#8211; hebr&#228;isch <em>efes ki lo jihje becha ewjon</em>. Sieben Verse sp&#228;ter steht das Gegenteil: <em>&#8222;Der Arme wird nicht aufh&#246;ren aus dem Land&#8220;</em> &#8211; <em>ki lo jechdal ewjon mi-kerew ha-arez </em>(15,11).</p><p>Dies l&#228;sst sich literarkritisch l&#246;sen. In Wirklichkeit ist es jedoch der theologische Kern des Abschnitts. <strong>Vers 4 nennt ein Ideal</strong>, das an eine Bedingung gekn&#252;pft ist: Es g&#228;be keine Armen, wenn Israel dem Bund treu w&#228;re. <strong>Vers 11 nennt die Erfahrung</strong>: Es gibt sie. Und weil es sie gibt, folgt unmittelbar die Anweisung &#8211; <em>&#8222;Darum gebiete ich dir: &#214;ffne, &#246;ffne deine Hand deinem Bruder.&#8220;</em></p><p>Die Tora l&#228;sst also beide Aspekte bestehen: das Ziel, Armut abzuschaffen, und die n&#252;chterne Feststellung, dass dies nicht gelingt. Beides ist zusammenzuhalten und nicht zu einer Seite hin aufzul&#246;sen.</p><h4>Das Handlungsprinzip: &#214;ffnen, &#246;ffnen</h4><p>Zwischen den beiden S&#228;tzen steht das eigentliche Gebot. In Vers 7 hei&#223;t es: <em>&#8222;Du sollst dein Herz nicht verh&#228;rten und deine Hand nicht verschlie&#223;en&#8220;</em> &#8211; <em>lo te&#8217;ammez et lewawecha we-lo tikpoz et jadecha</em>. Und dann Vers 8: </p><blockquote><p><em>Vielmehr &#246;ffnen, &#246;ffnen sollst du ihm deine Hand und leihen, leihen sollst du ihm, genug f&#252;r seinen Mangel, was ihm fehlen wird.</em></p></blockquote><p>Das doppelte Verb ist im Hebr&#228;ischen eine Verst&#228;rkung: <em>patoach tiftach</em> &#8211; &#246;ffnen, unbedingt &#246;ffnen sollst du. Entscheidend ist dabei die Wendung <em>dej machsoro ascher jechssar lo</em>, <em>&#8222;genug f&#252;r seinen Mangel, was ihm fehlen wird&#8220;</em>. Die fr&#252;hen Ausleger haben daraus eine ganze Sozialethik entwickelt.</p><p>Der babylonische Talmud, Traktat Ketuwot, Blatt 67b, nimmt den Vers Wort f&#252;r Wort auseinander: &#8222;<em>&#8218;Genug f&#252;r seinen Mangel&#8216;</em> &#8211; das ist ein Haus. <em>&#8218;Was ihm mangelt&#8216;</em> &#8211; das ist ein Bett und ein Tisch. <em>&#8218;Ihm&#8216;</em> &#8211; das ist eine Frau.&#8220; Es geht also nicht um das N&#246;tigste zum &#220;berleben, sondern um das, <strong>was ein Leben in W&#252;rde ausmacht: Wohnung, Einrichtung und Beziehung</strong>.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Ekea!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb465644d-3b43-4395-abc9-2122580badb8_1200x630.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" 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class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p> Gleich darauf wird jedoch eine Grenze gezogen: <em>&#8222;Du bist verpflichtet, ihn zu unterhalten, aber nicht verpflichtet, ihn reich zu machen.&#8220;</em> Doch dann wird diese Grenze wieder aufgeweicht. Denn &#8222;was ihm fehlen wird&#8220; hei&#223;t: was <strong>ihm</strong> fehlt, n&#228;mlich diesem einen Menschen mit seiner individuellen Geschichte. Wer als Wohlhabender gelebt hat, dem fehlt etwas anderes als dem, der nie etwas besa&#223;. Der Talmud erz&#228;hlt dazu von Hillel dem &#196;lteren, dem gro&#223;en Lehrer der Zeit vor der Zerst&#246;rung des Tempels: Er beschaffte einem verarmten Vornehmen ein Pferd und einen Vorl&#228;ufer &#8211; obwohl er selbst nicht reich war. Als kein Vorl&#228;ufer zu finden war, lief er selbst drei Meilen vor ihm her.</p><p>Gemessen an heutigen Bedarfss&#228;tzen ist das skandal&#246;s und allemal Grund f&#252;r Sozialneid. Gemessen am Text ist es jedoch die konsequente Auslegung. Hilfe wird nicht nach dem Durchschnitt bemessen, sondern danach, wie viel Besch&#228;mung sie verhindern soll.</p><h4>Ein F&#252;nftel &#8211; und keinen Deut mehr</h4><p>Damit das nicht ins Uferlose l&#228;uft, hat die rabbinische Tradition eine Obergrenze eingef&#252;hrt. Die sogenannte Verordnung von Uscha begrenzt die Wohlt&#228;tigkeit auf ein F&#252;nftel des Verm&#246;gens. Wer mehr gibt, gef&#228;hrdet sich selbst und wird am Ende selbst zum Empf&#228;nger.</p><p>Ein F&#252;nftel. Das sind zwanzig Prozent. Man kann darin, wenn man will, den Vorl&#228;ufer eines heutigen Steuersatzes sehen. Der Unterschied ist nur: Die Verordnung von Uscha sch&#252;tzt den Geber vor sich selbst. Sie setzt voraus, dass die Neigung zum Geben stark ist und gebremst werden muss. Unsere Debatten gehen vom Gegenteil aus.</p><h4>Wer &#246;ffentlich gibt, besch&#228;mt</h4><p>Der bemerkenswerteste Teil dieser Tradition betrifft nicht das &#8222;Wie viel&#8220;, sondern das &#8222;Wie&#8220;. Und hier wird der Talmud &#252;berraschend scharf.</p><p>Im Traktat Chagiga, Blatt 5a, wird ein Vers aus dem Buch Kohelet ausgelegt: <em>&#8222;Gott wird jedes Werk ins Gericht ziehen, es sei gut oder b&#246;se.&#8220;</em> Die Frage lautet, wie eine <strong>gute</strong> Tat vor Gericht kommen kann. Die Schule des Rabbi Jannai antwortet: <em>&#8222;Das ist einer, der einem Armen in der &#214;ffentlichkeit Wohlt&#228;tigkeit erweist.&#8220;</em> Dazu wird folgende Szene erz&#228;hlt: </p><blockquote><p><em>Rabbi Jannai sah einen Mann, der einem Armen &#246;ffentlich einen Denar gab. Er sagte zu ihm: Es w&#228;re besser gewesen, du h&#228;ttest ihm nichts gegeben, als das, was du getan hast &#8211; denn jetzt hast du ihm gegeben und ihn besch&#228;mt.</em></p></blockquote><p>Die Gemara stellt die &#246;ffentlich vollzogene Hilfe somit unter das Gericht Gottes, nicht unter sein Lob. Auf derselben Talmudseite wird ein zweiter Fall hinzugef&#252;gt, den Sozial&#228;mter und Inkassodienste lesen sollten. Der Amor&#228;er Schmuel sagt, gemeint sei <em>&#8222;einer, der einem Armen in dessen Notlage Geld leiht&#8220;</em> &#8211; und ihn dann alsbald zur R&#252;ckzahlung dr&#228;ngt. Die Hilfe wird so zur zweiten Not.</p><p>Die Gegengeschichten sind ebenfalls konkret. So legt der Midrasch Wajikra Rabba, Abschnitt 34, einen Vers aus Psalm 41 aus. Dort steht nicht &#8222;gl&#252;cklich, wer dem Geringen <strong>gibt</strong>&#8220;, sondern <em>aschrej maskil el dal</em> &#8211; <em>&#8222;gl&#252;cklich, wer auf den Geringen <strong>achtet</strong>&#8220;</em>. Der Midrasch kommentiert: <em>&#8222;Sieh ihn genau an, um herauszufinden, wie du ihm n&#252;tzen kannst.&#8220;</em> Und dann hei&#223;t es:</p><blockquote><p><em>&#8222;Rabbi Jona pflegte, wenn er einen Menschen aus guter Familie sah, der verarmt war und sich sch&#228;mte, Hilfe anzunehmen, zu ihm zu gehen und zu sagen: &#8218;Weil ich geh&#246;rt habe, dass dir eine Erbschaft aus dem Ausland zugefallen ist &#8211; nimm dies hier. Wenn deine Lage sich bessert, gibst du es mir zur&#252;ck.&#8216; Und wenn der andere kam, um es zur&#252;ckzugeben, sagte er ihm: &#8218;Ich habe es dir geschenkt.&#8216;&#8220;</em></p></blockquote><p>Ketuwot 67b erz&#228;hlt von Mar Ukwa, er habe t&#228;glich vier Denare in den T&#252;rspalt eines Armen geworfen. Als der Arme ihn einmal sehen wollte, floh er mit seiner Frau in ein noch hei&#223;es Backhaus. Die Begr&#252;ndung im Text ist unmissverst&#228;ndlich: Besser, ein Mensch werfe sich in einen Feuerofen, als dass er das Gesicht seines N&#228;chsten in der &#214;ffentlichkeit erblassen lasse. Rabbi Abba band M&#252;nzen in ein Tuch und warf es sich &#252;ber die Schulter, sodass die Armen hinter ihm nehmen konnten, ohne ihm ins Gesicht sehen zu m&#252;ssen.</p><p>Wer diese Geschichten h&#246;rt, erkennt den bekannten Satz aus der <strong>Bergpredigt</strong> im Neuen Testament wieder: <em>&#8222;Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibe&#8220;</em> (Matth&#228;us 6,3&#8211;4). Das ist derselbe Grundsatz, den Rabbi Jannai am Denar in der &#214;ffentlichkeit festmacht.</p><h4>Das b&#246;se Auge</h4><p>Zwischen dem Gebot der offenen Hand und dem des Erlassjahrs steht eine Warnung, die den psychologisch heikelsten Punkt trifft. Vers 9 sagt: <em>&#8222;H&#252;te dich, dass nicht ein niedertr&#228;chtiger Gedanke in deinem Herzen sei &#8230; und dein Auge werde b&#246;se gegen deinen armen Bruder&#8220;</em> <em>&#8211; we-ra&#8217;a enecha be-achicha ha-ewjon</em>.</p><p>Das &#8222;b&#246;se Auge&#8220;, hebr&#228;isch <em>ajin ra</em>, ist im Hebr&#228;ischen ein feststehender <strong>Ausdruck f&#252;r Geiz und Neid</strong>. Es ist der Blick, der rechnet: Lohnt sich das? Kommt es zur&#252;ck? Verdient er es? Die Tora bezeichnet diesen Blick nicht als Klugheit, sondern als Niedertr&#228;chtigkeit.</p><p>Dieser Ausdruck findet sich w&#246;rtlich wieder im Neuen Testament. Im Griechischen hei&#223;t er <em>ho ophthalmos poneros</em>, <em>&#8222;das b&#246;se Auge&#8220;</em>. Bei Matth&#228;us steht er mitten zwischen der Almosenanweisung und der Warnung vor dem Mammon: <em>&#8222;Wenn aber dein Auge b&#246;se ist, wird dein ganzer Leib finster sein&#8220;</em> (Matth&#228;us 6,23). Und im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg wird derselbe Ausdruck gegen den Neid auf die Gro&#223;z&#252;gigkeit gewendet: &#8222;Ist dein Auge b&#246;se, weil ich g&#252;tig bin?&#8220; (Matth&#228;us 20,15).</p><p>Wer das Wortfeld kennt, erkennt, wie diese Texte auf Re&#8217;eh Bezug nehmen. Und man wird den Verdacht nicht los, dass ein Teil unserer gegenw&#228;rtigen Sozialdebatten weniger ein Finanzierungsproblem beschreibt als eine Epidemie &#8222;b&#246;ser Augen&#8220;.</p><h4>Schulden, nicht S&#252;nden</h4><p>Der Abschnitt beginnt mit einer Institution, die uns heute fremd ist. Alle sieben Jahre, so steht es in Kapitel 15, Verse 1&#8211;2, wird ein Erlass ausgerufen, hebr&#228;isch <em>schmitta</em>, &#8222;Loslassung&#8220;: <em>&#8222;Jeder Gl&#228;ubiger soll die Hand von der Schuld lassen &#8230; denn ein Erlass f&#252;r den Ewigen ist ausgerufen.&#8220;</em></p><p>Dies ist der Hintergrund einer Gebetsbitte, die Millionen Menschen jeden Tag sprechen, ohne ihn zu verstehen. Das <strong>Vaterunser</strong> bittet nicht um Vergebung der S&#252;nden. Im griechischen Wortlaut wird nicht das Wort f&#252;r S&#252;nde verwendet, sondern <em>opheilemata</em> f&#252;r &#8222;Geldschulden&#8220; und <em>opheiletai</em> f&#252;r &#8222;Schuldner&#8220;: <em>&#8222;Und erlasse uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern erlassen haben&#8220;</em> (Matth&#228;us 6,12). Das aram&#228;ische Wort <em>chowa</em>, das dahintersteht, tr&#228;gt beide Bedeutungen. Wer diese Bitte im Horizont von Re&#8217;eh spricht, wei&#223;, was er sagt: &#8222;Ich bitte um g&#246;ttlichen Erlass in dem Ma&#223;, in dem ich selbst Erlass gew&#228;hrt habe.&#8220;</p><p>Dass dies so gemeint ist, zeigt Jesus selbst. Als er erkl&#228;ren will, was Vergebung ist, greift er zum Bild vom Kredit: Das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht (Matth&#228;us 18,23&#8211;35) rechnet mit Talenten und Denaren, mit Gl&#228;ubigern und Schuldhaft. <strong>Vergebung ist dort kein Gef&#252;hl, sondern ein Kontovorgang</strong>.</p><p>Dieselbe Sidra hat &#252;brigens auch die ber&#252;hmteste Fortbildung des Rechts im Judentum hervorgebracht. Hillel bemerkte, dass die Leute kurz vor dem Erlassjahr keine Kredite mehr gaben, da sie ihr Geld in K&#252;rze verlieren w&#252;rden &#8211; und dass sie damit genau den Vers 9 &#252;bertraten, der das Rechnen verbietet. Er &#228;nderte daher die Halacha und f&#252;hrte eine Urkunde, den <em>Prosbul</em>,  ein. Mit dieser wurde eine Schuld dem Gericht &#252;bertragen und war somit vom Erlass ausgenommen. Die Mischna nennt als Begr&#252;ndung <em>mipnej tikkun ha-olam</em>, <em>&#8222;um der rechten Ordnung der Welt willen&#8220;</em>. Hillel schaffte das Gebot also nicht ab. Er rettete seinen Zweck, n&#228;mlich den Zugang der Armen zu Krediten, gegen seine Wirkung. <em>&#8222;Halacha, die stagniert und keine Acht auf tikkun olam hat, geht an ihren eigenen inneren Werten vorbei&#8220;</em>, spitzt der Tenachon-Kommentar den Vorgang zu.</p><h4>Beide Pole, auch im Neuen Testament</h4><p>Bemerkenswert ist, dass die neutestamentlichen Schriften genau die Spannung &#252;bernehmen, die die Sidra aufbaut &#8211; beide Pole und wortw&#246;rtlich.</p><p>So beschreibt die Apostelgeschichte die Jerusalemer Gemeinde mit einem Ausdruck, der aus der griechischen Bibel&#252;bersetzung von 5. Mose 15,4 stammt: <em>&#8222;Es war auch keiner unter ihnen bed&#252;rftig&#8220;</em> (4,34). Das griechische Wort <em>endees</em>, &#8222;bed&#252;rftig&#8220;, ist dasselbe, mit dem dort &#8222;es soll bei dir kein Armer sein&#8220; &#252;bersetzt wird. Lukas beschreibt die junge Gemeinde also als den Ort, an dem das in Vers 4 beschriebene Ideal bereits eingetreten ist.</p><p>Auf der anderen Seite steht ein Satz, der oft gegen Sozialpolitik zitiert wird: <em>&#8222;Die Armen habt ihr immer bei euch&#8220;</em> (Markus 14,7; Matth&#228;us 26,11). Auch dieser Satz ist ein Zitat, n&#228;mlich aus 5. Mose 15,11. Wer den ganzen Vers liest &#8211; was man bei Zitaten der Tora im Neuen Testament immer tun sollte&#8211;, findet dort die st&#228;rkste Verpflichtung des ganzen Kapitels: <em>&#8222;Darum gebiete ich dir: &#214;ffne, &#246;ffne deine Hand.&#8220;</em> Dieser Satz ist die Begr&#252;ndung daf&#252;r, dass die Hand nie wieder zugehen darf.</p><h4>Arbeit steht &#252;ber dem Almosen</h4><p>Das beste Mittel gegen Armut steht allerdings weder im Talmud noch im Neuen Testament, sondern in der Kodifikation des Maimonides. In seinen <em>&#8222;Gesetzen &#252;ber die Gaben an die Armen&#8220;</em> ordnet er die Wohlt&#228;tigkeit in acht Stufen, von der schlechtesten zur besten. Die schlechteste ist, mit trauriger Miene zu geben. Dar&#252;ber steht, zu wenig zu geben, aber mit freundlichem Gesicht. Dann folgt: geben, nachdem gebeten wurde. Dann folgt das Geben, ehe gebeten wird. Es folgen die drei Stufen des Verborgenen: Der Empf&#228;nger kennt den Geber nicht, der Geber kennt den Empf&#228;nger nicht oder keiner kennt den anderen, wie in der &#8222;Kammer der Verschwiegenen&#8220; (<em>lischkat chascha&#8217;im</em>) im Tempel. Dort legte man etwas hinein und nahm etwas heraus, ohne sich zu sehen.</p><p>Und die h&#246;chste Stufe? Sie besteht nicht im Geben. Sie besteht darin, <em><strong>&#8222;die Hand eines Israeliten zu st&#228;rken, ehe er verarmt&#8220;</strong></em> &#8211; durch ein Geschenk, ein Darlehen, eine Gesch&#228;ftspartnerschaft oder die Vermittlung von Arbeit, <em><strong>&#8222;damit er nicht auf Menschen angewiesen ist, die er bitten muss&#8220;</strong></em>. Maimonides beruft sich dabei auf einen Vers aus dem dritten Buch Mose: &#8222;Du sollst ihn st&#252;tzen&#8220; &#8211; also <strong>bevor</strong> er f&#228;llt.</p><p>Rabbiner Jonathan Sacks hat diese Ordnung in einem Satz zusammengefasst, der wie ein Kommentar zur deutschen Debatte klingt: <em>&#8222;Jede Form von Arbeit ist w&#252;rdiger als Abh&#228;ngigkeit.&#8220;</em> Im selben Text hei&#223;t es au&#223;erdem: <em>&#8222;Armut ist kein edler Zustand.&#8220;</em> Sie ist auch kein Naturgesetz. Wie Sacks in seiner j&#252;ngsten Auslegung zu diesem Wochenabschnitt schreibt, ist sie, <em>&#8222;keine Tatsache der Natur, sondern kann gelindert, verringert, vermindert werden&#8220;</em>.</p><p>Sacks besteht zudem auf einer &#220;bersetzung, die im Deutschen selten richtig getroffen wird. Das hebr&#228;ische Wort <em>zedaka</em> bedeutet nicht &#8222;Wohlt&#228;tigkeit&#8220;. Es hat dieselbe Wurzel wie das Wort f&#252;r Gerechtigkeit. <em>&#8222;Das n&#228;chste &#196;quivalent&#8220;</em>, schreibt er, <em>&#8222;w&#228;re soziale Gerechtigkeit.&#8220;</em> </p><h4>Was uns fehlt</h4><p>Damit ist gesagt, was der Sozialstaat kann und was nicht. Er kann das F&#252;nftel einziehen. Er kann verhindern, dass Hilfe von der Laune der Reichen abh&#228;ngt. Er kann sogar, wie Maimonides es an die Spitze stellt, Arbeit vermitteln.</p><p>Er kann nur eines nicht: hinsehen. Der Midrasch sagt nicht &#8222;Gl&#252;cklich, wer gibt&#8220;, sondern <em>&#8222;Gl&#252;cklich, wer achtet&#8220;</em> &#8211; <em>maskil el dal</em>. Sieh ihn genau an, um herauszufinden, wie du ihm n&#252;tzen kannst. Was ein Amt an einen Menschen auszahlt, ist ein Betrag. Was Rabbi Jona tat, war eine L&#252;ge zum Schutz eines Gesichts.</p><p>Wir haben das F&#252;nftel behalten und das Hinsehen abgegeben. Vielleicht ist es das, was fehlt, wenn eine Gesellschaft trotz f&#252;nf Millionen Bescheiden das Gef&#252;hl nicht loswird, sie sei gespalten.</p><div><hr></div><p><em>Zu den Quellen:</em></p><p><strong>Tora und Neues Testament:</strong> 5. Mose 11,26&#8211;28; 15,1&#8211;11; 15,12&#8211;18; 16,16&#8211;17 &#183; 3. Mose 25,35 &#183; Psalm 41,2&#8211;4 &#183; Kohelet 12,14 &#183; Matth&#228;us 6,1&#8211;4.12.22&#8211;23; 18,23&#8211;35; 20,15; 26,11 &#183; Markus 14,7 &#183; Apostelgeschichte 4,34</p><p><strong>Rabbinische Quellen (Sefaria):</strong></p><ul><li><p><a href="https://www.sefaria.org/Ketubot.67b">Talmud Bawli, Ketuwot 67b</a> &#8211; <em>dej machsoro</em>, Hillel und der verarmte Vornehme, Mar Ukwa und Rabbi Abba, Verordnung von Uscha</p></li><li><p><a href="https://www.sefaria.org/Chagigah_5a">Talmud Bawli, Chagiga 5a</a> &#8211; Rabbi Jannai und der Denar in der &#214;ffentlichkeit; Schmuel &#252;ber das Dr&#228;ngen auf R&#252;ckzahlung</p></li><li><p><a href="https://www.sefaria.org/Vayikra_Rabbah.34.1">Midrasch Wajikra Rabba 34,1</a> &#8211; <em>maskil el dal</em>; Rabbi Jona und die erfundene Erbschaft</p></li><li><p><a href="https://www.sefaria.org/Mishneh_Torah,_Gifts_to_the_Poor.10.7">Mischne Tora, Gaben an die Armen 10,7&#8211;14</a> &#8211; die acht Stufen der Zedaka</p></li><li><p><a href="https://www.sefaria.org/Mishnah_Sheviit.10.3">Mischna Schewi&#8217;it 10,3</a> &#8211; Hillels Prosbul, <em>mipnej tikkun ha-olam</em></p></li></ul><p><strong>Weiterf&#252;hrend:</strong> Jonathan Sacks, <em>Re&#8217;eh 5784 &#8211; <a href="https://rabbisacks.org/covenant-conversation/reeh/making-poverty-history/">Zedaka und W&#252;rde</a></em> und <em>Re&#8217;eh 5786 &#8211; <a href="https://rabbisacks.org/covenant-conversation/reeh/judaisms-social-vision/">Die soziale Vision des Judentums</a></em> &#183; Eli Whitlau/Yehuda Aschkenasy, <em>Tenachon</em> 25, S. 399&#8211;404.</p><p><strong>Zahlen:</strong> Zur Zahl der Regelleistungsberechtigten nach dem SGB II (M&#228;rz 2026: 5.175.570 Personen) vgl. den &#220;berblick der <a href="https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/buergergeld-empfaenger-erfahrungen-100.html">Tagesschau zu den Menschen im B&#252;rgergeld</a>.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Re'eh || Der Name, den man nicht wegwerfen darf]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Fremde G&#246;tter sollen verschwinden, der eine Name darf nicht getilgt werden. Was daraus f&#252;r alte Gebetb&#252;cher, moderne Zeitungen und ausgedruckte Mails folgt &#8211; &#252;berraschend praktisch, &#252;berraschend tief.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/reeh-der-name</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/reeh-der-name</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 07 Aug 2026 12:01:52 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/209945861/d6d875dc13ecef7a9434e1fe313b61a6.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Re&#8217;eh wurde am 14. August 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Alexander Nachama</strong></em>, damals Landesrabbiner der J&#252;dischen Landesgemeinde Th&#252;ringen er&#246;ffnet das Gespr&#228;ch zum <strong>Wochenabschnitt Re&#8217;eh (5. Mose 11,26 &#8211; 16,17)</strong>, der am &#220;bergang vom Monat Aw zum Elul steht und schon eine leise Hinf&#252;hrung zu den Hohen Feiertagen bildet. &#8222;Sieh&#8220; &#8211; so spricht Mose Israel an und legt ihm Segen und Fluch vor: Segen, wo die Gebote gehalten werden, Fluch, wo man von ihnen abweicht. Der Abschnitt b&#252;ndelt au&#223;erdem Themen wie Zehnt, falsche Propheten, das T&#228;towierverbot, Kaschrut, das Schabbatjahr und die Wallfahrtsfeste.</p><p>Nachama greift daraus einen unscheinbaren, aber alltagspr&#228;genden Faden heraus: den Umgang mit dem Gottesnamen. Ausgangspunkt ist eine Kindheitserinnerung an ein Diktat mit der Wendung &#8222;Gott und die Welt&#8220; &#8211; und die Frage, ob man &#8222;Gott&#8220; ausschreiben darf. Der Wochenabschnitt gebietet, im verhei&#223;enen Land die Namen fremder Gottheiten zu tilgen, um G&#246;tzendienst zu verhindern; der Name des Ewigen aber darf gerade nicht ausgel&#246;scht werden. Daraus folgt, dass B&#252;cher und Schriftst&#252;cke, die Gottes Namen tragen, nicht einfach weggeworfen werden d&#252;rfen. Sie werden in einer <em>Genisa</em>, einem Abstellraum f&#252;r unbrauchbar gewordene religi&#246;se Schriften, bewahrt oder auf einem j&#252;dischen Friedhof beerdigt.</p><p>Nachama entfaltet, dass Maimonides sechs hebr&#228;ische Gottesnamen z&#228;hlt, die nicht getilgt werden d&#252;rfen &#8211; vom Tetragramm bis zu <em>Schaddai</em> und <em>Zewaot</em> &#8211;, nichthebr&#228;ische Umschreibungen aber ausnimmt. <em>Rabbiner Josef Soloveitschik</em> folgert, das deutsche &#8222;Gott&#8220; d&#252;rfe ausgeschrieben werden. Viele setzen dennoch einen Apostroph, weil sie nicht wissen, wo Zeitung, Brief oder ausgedruckte E&#8209;Mail landen: Nach Dewarim 23,15 soll das Lager rein bleiben, und der Schulchan Aruch untersagt Gebet und Nennung des Namens in R&#228;umen mit Unrat. So wird selbst M&#252;lltrennung zur religi&#246;sen Pflicht.</p><p>Ricklef M&#252;nnich erg&#228;nzt, dass wir der Genisa-Tradition unsch&#228;tzbare Handschriftenfunde wie die Kairoer Genisa verdanken, und erinnert an den Brauch der Lutherbibel, &#8222;HERR&#8220; in Kapit&#228;lchen zu setzen &#8211; nicht aus Furcht vor Tilgung, aber als Erinnerung, um wen es geht: nicht einen allgemeinen Gott, sondern den Gott Israels, den Christen in Jesus Christus wiedererkennen. Am Ende bleibt Nachamas Kernsatz: Wichtiger als das blo&#223;e Tun ist es, das Tun zu verstehen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/reeh-der-name?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/reeh-der-name?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Re‘eh]]></title><description><![CDATA[Jetzt anh&#246;ren | &#8222;Siehe!&#8220; &#8226; 5. Mose 11,26&#8211;16,17]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/reeh-d95</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/reeh-d95</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Thu, 06 Aug 2026 12:01:33 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/209637159/f27c1377d6c3951c89a75b8f36e105f0.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Wochenabschnitt Re&#8217;eh</strong></p><p><strong>5. Mose 11,26&#8211;16,17</strong></p><p>Siehe, so gebe ich heute vor euch hin: Segen und Fluch.</p><p>Den Segen: da&#223; ihr auf die Gebote Gottes, eures Gottes, h&#246;ren werdet, die ich euch heute gebiete;</p><p>und den Fluch, wenn ihr auf die Gebote Gottes, eures Gottes, nicht h&#246;ren werdet und weichen werdet von dem Wege, den ich euch heute gebiete, anderen G&#246;ttern, von denen ihr nichts erfahren habt, nachzugehen.</p><p>Und es sei, wenn dich Gott, dein Gott, zu dem Lande bringen wird, wohin du es in Besitz zu nehmen kommst, so sollst du den Segen geben auf dem Berg Gerisim und den Fluch auf dem Berg Ebal.</p><p>Diese sind doch jenseits des Jardens, weiterhin in der Richtung zum Sonnenuntergang, im Lande des Kenaani, der in der &#214;de wohnt, Gilgal gegen&#252;ber neben den Hainen Morehs.</p><p>Denn ihr &#252;berschreitet den Jarden hinzukommen, das Land, das Gott, euer Gott, euch gibt, in Besitz zu nehmen, und werdet es in Besitz nehmen und darin wohnen,</p><p>und habt dann gewissenhaft alle Gesetze und Rechtsordnungen auszuf&#252;hren, die ich heute euch vorlege.</p><p><strong>Kapitel 12</strong></p><p>Dies sind die Gesetze und die Rechtsordnungen, die ihr gewissenhaft in dem Lande erf&#252;llen sollt, welches Gott, der Gott deiner V&#228;ter, dir in Besitz zu nehmen gegeben hat, alle die Tage, welche ihr auf der Erde lebt:</p><p>V&#246;llig vernichten sollt ihr die Stellen, wo die V&#246;lker, denen ihr im Besitze folgt, ihren G&#246;ttern auf den hohen Bergen gedient haben und auf den H&#252;geln und unter jedem gr&#252;nenden Baum.</p><p>Ihr sollt ihre Alt&#228;re zerst&#246;ren und zerbrechen ihre Denksteine, und ihre heiligen B&#228;ume sollt ihr in Feuer verbrennen und die Bilder ihrer G&#246;tter umhauen; sollt ihren Namen von diesem Orte vernichten.</p><p>Nichts dergleichen d&#252;rft ihr Gott, eurem Gotte, tun;</p><p>vielmehr nach dem Orte hin, den Gott, euer Gott, aus allen euren St&#228;mmen erw&#228;hlen wird, seinem Namen dort eine St&#228;tte zu geben, nach der Kundgebung seiner Gegenwart sollt ihr forschen, da&#223; du dorthin kommest,</p><p>und dorthin ihr dann eure Emporopfer bringet und eure Mahlopfer, eure Zehnten und die Hebe eurer Hand, eure Gelobungen und Weihungen, die Erstgeburten eurer Rinder und eurer Schafe,</p><p>dort vor Gott, eurem Gott, ihr genie&#223;et und euch mit allem freuet, was eurer Hand zusteht, ihr und eure H&#228;user, da&#223; Gott, dein Gott, dich gesegnet.</p><p>Inzwischen d&#252;rft ihr nicht alles das vollziehen, was wir hier heute vollziehen; jeder einzelne alles das nur, was seinem Belieben gem&#228;&#223; ist.</p><p>Denn ihr seid bis dann noch nicht zu der Ruhe und dem Erbe gekommen, welches Gott, dein Gott, dir gibt.</p><p>Habt ihr aber den Jarden &#252;berschritten und wohnet in dem Lande, welches Gott, euer Gott, euch zum Erbe gibt und hat er euch von allen euren Feinden ringsum Ruhe gegeben und ihr wohnet sicher:</p><p>Dann wird der Ort, den Gott, euer Gott, erw&#228;hlen wird, seinen Namen dort ruhen zu lassen, dorthin sollt ihr alles, wozu ich euch verpflichte, bringen: eure Emporopfer und eure Mahlopfer, eure Zehnten und die Hebe eurer Hand, und alle Auswahl eurer Gelobungen, die ihr Gott gelobet.</p><p>Und ihr freut euch dann vor Gott, eurem Gott, ihr, eure S&#246;hne und eure T&#246;chter, eure Knechte und eure M&#228;gde, und der Levi, der in, euren Toren wohnt, weil er keinen Anteil und kein Erbe bei euch hat.</p><p>H&#252;te dich dir, da&#223; du deine Emporopfer nicht an jeglichem Orte darbringest, den du siehest,</p><p>sondern an dem Orte, welchen Gott in einem deiner St&#228;mme erw&#228;hlen wird, dort bringst du deine Emporopfer dar und dort vollziehst du alles, was ich dir gebiete.</p><p>Jedoch nach dem ganzen Belieben deines Willens darfst du schlachten und das Fleisch genie&#223;en wie den Segen, den Gott, dein Gott, dir in allen deinen Toren gegeben, das, was der Unreine und der Reine essen darf, wie den Hirsch und das Reh.</p><p>Nur das Blut d&#252;rft ihr nicht essen, auf die Erde hin sollst du es wie Wasser sch&#252;tten.</p><p>Nicht unbeschr&#228;nkt bist du befugt, in deinen Toren den Zehnten deines Korns, deines Mostes und deines &#214;ls zu essen, die Erstgeborenen deines Rinds und deines Schafes, und alle deine Gelobungen, die du gelobst, deine Weihungen und die Hebe deiner Hand.</p><p>Sondern vor Gott, deinem Gotte, sollst du ihn essen an dem Orte, welchen Gott, dein Gott, erw&#228;hlen wird, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und der Levite, welcher in deinen Toren wohnt, und sollst dich freuen vor Gott, deinem Gotte, an all dem Machtgebot deiner Hand.</p><p>H&#252;te dich dir, da&#223; du den Levi nicht verlassest alle deine Tage auf deinem Boden.</p><p>Wenn Gott, dein Gott, dein Gebiet erweitern wird, wie er dir verhei&#223;en, und du sagen wirst: ich m&#246;chte Fleisch essen, denn es verlangt dein Wille Fleisch zu essen, so darfst du nach dem ganzen Belieben deines Willens Fleisch essen.</p><p>Weil der Ort, den Gott, dein Gott erw&#228;hlen wird, dort seinem Namen die St&#228;tte zu geben, fern von dir sein wird, so sollst du von deinem Rind und deinem Schafe, die Gott dir gegeben hat, schlachten nach der Weise, die ich dir geboten habe, und in deinen Toren essen, nach dem ganzen Belieben deines Willens.</p><p>Jedoch wie der Hirsch und das Reh gegessen wird, so sollst du es essen, der Unreine und der Reine zusammen d&#252;rfen es essen.</p><p>Nur bleibe fest, das Blut nicht zu essen; denn das Blut, es ist die Seele. Und iss auch nicht die Seele mit dem Fleische.</p><p>I&#223; es nicht! An die Erde hin gie&#223;e es wie Wasser.</p><p>I&#223; es nicht! Damit es dir und deinen dir nachfolgenden Kindern gut ergehe; denn du tust das, was in den Augen Gottes das Gerade ist.</p><p>Nur deine Heiligt&#252;mer, die dir werden, und deine Gelobungen tr&#228;gst du hinan und kommst zu dem Orte hin, welchen Gott erw&#228;hlen wird.</p><p>Und du vollziehst deine Emporopfer in dem Fleische und dem Blute auf dem Altare Gottes, deines Gottes; und das Blut deiner Mahlopfer werde an dem Altare Gottes, deines Gottes, ausgegossen, das Fleisch aber issest du.</p><p>H&#246;re sorgf&#228;ltig alle diese Worte, die ich dir gebiete, damit es dir und deinen dir nachfolgenden Kindern auf ewig gut ergehe; denn du tust das, was in den Augen Gottes, deines Gottes, das Gute ist und das Gerade.</p><p>Wenn Gott, dein Gott, die V&#246;lker vernichten wird, zu denen du hinkommst, sie vor dir zu vertreiben, und du folgst ihnen in dem Besitz und wohnst in ihrem Lande:</p><p>dann h&#252;te dich dir, da&#223; du nicht dich hinziehen lassest, ihnen nachzufolgen, nachdem sie vor dir vernichtet worden, und da&#223; du nicht nach ihren Gottheiten forschest und sagest: Wie dienen diese V&#246;lker ihren G&#246;ttern, also will auch ich tun.</p><p>Richt also darfst du tun, auch nicht Gott, deinem Gotte; denn alles von Gott Verabscheute, was er hasst, haben sie ihren G&#246;ttern getan; denn selbst ihre S&#246;hne und ihre T&#246;chter verbrennen sie ihren G&#246;ttern im Feuer!</p><p><strong>Kapitel 13</strong></p><p>Alles das, was Ich euch gebiete, das erf&#252;llet gewissenhaft; du darfst nichts daran hinzutun und nichts davon ablassen!</p><p>Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufstehen wird oder ein Traumempf&#228;nger und er gibt dir ein Zeichen oder einen &#220;berzeugungsbeweis,</p><p>es tritt auch ein das Zeichen oder der &#220;berzeugungsbeweis, die er f&#252;r dich ausgesprochen, um dir zu sagen: Lasset uns anderen G&#246;ttern nachfolgen, die du nicht kennst und lasset ihnen uns dienen:</p><p>so h&#246;re nicht auf die Worte dieses Propheten oder auf diesen Traumempf&#228;nger, denn Gott, euer Gott, pr&#252;ft euch damit, zu erkennen, ob ihr in Wirklichkeit Gott, euren Gott, liebet mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele.</p><p>Gott, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen und ihn f&#252;rchten, seine Gebote sollt ihr h&#252;ten und auf seine Stimme h&#246;ren, ihm sollt ihr dienen und an ihm festhalten.</p><p>Jener Prophet aber oder jener Traumempf&#228;nger soll hingerichtet werden; denn er hat Unwahres ausgesprochen &#252;ber Gott, euren Gott, der euch aus dem Lande Mizrajim gef&#252;hrt und der dich aus der Sklavenheimat erl&#246;st, dich abzuf&#252;hren von dem Wege in dem zu wandeln Gott, dein Gott, dir geboten; du hast das B&#246;se fortzuschaffen aus deiner Mitte.</p><p>Wenn dich dein Bruder verf&#252;hren will, ein Sohn deiner Mutter, oder dein Sohn, oder deine Tochter, oder das Weib deines Scho&#223;es, oder dein Genosse, der dir deiner Seele gleich ist, im Geheimen: lasse uns gehen und andern G&#246;ttern dienen, von denen du nichts erfahren, du nicht und deine Eltern,</p><p>von den G&#246;ttern der V&#246;lker, die um euch sind, die dir nahe sind, oder die fern von dir sind, von Erdenende bis zum Erdenende:</p><p>so willige ihm nicht ein und h&#246;re nicht auf ihn, und nicht darf dein Auge Schonung &#252;ber ihn hegen, und du darfst nicht Erbarmen und Verschweigen &#252;ber ihn &#252;ben.</p><p>Vielmehr zur Hinrichtung musst du ihn bringen, deine Hand soll die erste an ihm sein, ihn zu t&#246;ten, und die Hand des ganzen Volkes zuletzt.</p><p>Du sollst ihn steinigen, so da&#223; er stirbt; denn er hat es gewollt, dich von Gott, deinem Gotte, abzuf&#252;hren, der dich aus dem Lande Mizrajim gef&#252;hrt, aus der Sklavenheimat.</p><p>Und ganz Jisrael sollen es h&#246;ren und sich f&#252;rchten und nie mehr eine solche Schlechtigkeit in deiner Mitte ver&#252;ben.</p><p>Wenn du in einer deiner St&#228;dte, welche Gott, dein Gott, dir dort zu wohnen gibt, h&#246;rest:</p><p>Hinausgetreten sind nichtsw&#252;rdige M&#228;nner aus deiner Mitte und haben die Bewohner ihrer Stadt verf&#252;hrt, indem sie sagten: wir wollen gehen und anderen G&#246;ttern dienen, von denen ihr nichts wisset:</p><p>so sollst du forschen und ergr&#252;nden und sorgf&#228;ltig ausfragen; und ist es dann Wahrheit, ist begr&#252;ndet die Aussage, es ist geschehen diese Verworfenheit in deiner Mitte:</p><p>dann sollst du mit der Sch&#228;rfe des Schwertes die Bewohner jener Stadt schlagen, sollst sie und alles, was in ihr ist, und ihr Vieh mit der Sch&#228;rfe des Schwertes als bannverfallen vernichten.</p><p>Sollst alle ihre Beute auf ihren Markt zusammenh&#228;ufen und die Stadt samt ihrer ganzen Beute um Gottes, deines Gottes, willen v&#246;llig im Feuer verbrennen; sie soll ein ewiger Schutthaufe bleiben, soll nicht wieder aufgebaut werden.</p><p>Es soll an deiner Hand nicht das Geringste von dem Banne kleben bleiben, damit Gott von dem Ergl&#252;hen seines Z&#252;rnens zur&#252;ckkehre, dir Erbarmen gew&#228;hre, dich mit Barmherzigkeit liebe und dich vermehre, wie er deinen V&#228;tern zugeschworen,</p><p>wenn du der Stimme Gottes, deines Gottes, gehorchest, alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete, zu h&#252;ten, das zu tun, was das Gerade ist in den Augen Gottes, deines Gottes.</p><p><strong>Kapitel 14</strong></p><p>S&#246;hne seid ihr Gott, eurem Gotte: zerschneidet euch nicht und bringet keine Glatzstelle an zwischen euren Augen um einen Toten.</p><p>Denn eine heilige Nation bist du Gott, deinem Gotte, und dich hat Gott erw&#228;hlt, ihm zu einer ausschlie&#223;lich ihm geh&#246;renden Nation zu werden aus allen Nationen, die auf dem Erdboden hin sich befinden.</p><p>Du sollst nicht zu Verabscheuendes essen.</p><p>Dies ist das Vieh, das ihr essen d&#252;rft: Ochs, Schaflamm und Ziegenlamm,</p><p>Reh, Hirsch und Jachmur, Acko, Dischon, Teo und Semer.</p><p>Und jedes Vieh, das einen Huf bildet und ihn ganz durchspaltet zu zwei Hufen und zugleich wiederkauend ist unter dem Viehe, das d&#252;rft ihr essen.</p><p>Jedoch dies d&#252;rft ihr nicht essen von den Wiederk&#228;uern und den also Behuften, das Gespaltene, das Kamel, den Hasen und das Kaninchen; denn Wiederk&#228;uer sind sie, aber einen Huf haben sie nicht gebildet, unrein sind sie euch.</p><p>Und das Schwein, denn Hufe bildend ist es, aber nicht wiederkauend, unrein ist es euch; von ihrem Fleische sollt ihr nicht essen und ihr Aas nicht ber&#252;hren.</p><p>Dies d&#252;rft ihr essen von allem, was im Wasser ist; alles, was Flossen und Schuppen hat, d&#252;rft ihr essen.</p><p>Alles aber, was nicht Flossen und Schuppen hat, d&#252;rft ihr nicht essen, unrein ist es euch.</p><p>Jeden reinen Vogel d&#252;rft ihr essen.</p><p>Dies aber ists, von denen ihr nicht essen d&#252;rft: den Nescher, den Pere&#223; und die Osnia;</p><p>die Raa, die Aja und die Daja nach ihrer Art;</p><p>jeden Oreb nach seiner Art;</p><p>Die Bat Hajaana, den Tachmas, den Schachaf und den Nez nach seiner Art;</p><p>den Kos, den Janschuf und die Tinschemet.</p><p>die Kaas und die Rachama und den Schalach,</p><p>die Cha&#223;ida und die Anafa nach ihrer Art, die Duchifat und den Atalef.</p><p>Jedes gefl&#252;gelte Kriechtier ist euch, unrein, sie d&#252;rfen nicht gegessen werden.</p><p>Alles reine Gefl&#252;gelte d&#252;rft ihr essen.</p><p>Ihr sollt kein Aas essen, dem aus der Fremde Eingetretenen, der in deinen Toren ist, kannst du es geben, da&#223; er es esse, oder verkaufen einem Ausl&#228;nder, denn eine heilige Nation bist du Gott, deinem Gotte; du sollst nicht ein Junges in der Milch seiner Mutter kochen.</p><p>Wiederholt hast du allen Heimertrag deiner Saat, die auf das Feld hinausgeht, Jahr f&#252;r Jahr zu verzehnten,</p><p>und genie&#223;est vor Gott, deinem Gotte, an dem Orte, welchen er erw&#228;hlen wird, seinem Namen dort St&#228;tte zu geben, einen Zehnten deines Getreides, deines Mosts und deines &#214;ls, sowie die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe; damit du lernest, Gott, deinen Gott, alle Tage zu f&#252;rchten.</p><p>Und wenn dir der Weg zu gro&#223; wird, da&#223; du es nicht hinaufbringen kannst, weil der Ort dir zu ferne ist, den Gott, dein Gott, erw&#228;hlen wird, seinem Namen dort St&#228;tte zu geben, da Gott, dein Gott, dich segnen wird:</p><p>so legst du es in Geld an und nimmst das Geld in deiner Hand zusammen und gehst zu dem Orte hin, den Gott, dein Gott, erw&#228;hlen wird.</p><p>Und du legst das Geld an in allem, wozu du Lust hast, in Rindern, in Schafen, in Wein, in Rauschtrank und in allem, wonach deine Seele verlangt, und genie&#223;est dort vor Gott, deinem Gotte, und freust dich, du und dein Haus.</p><p>Aber auch den Levi, der in deinen Toren ist, sollst du nicht verlassen, denn es ist ihm kein Anteil und Erbe neben dir geworden.</p><p>Ende dreier Jahre gibst du den ganzen Zehnten deines Heimertrags in diesem Jahre hinaus und legst ihn in deinen Toren nieder.</p><p>Und es kommt der Levi, weil ihm kein Anteil und Erbe bei dir geworden, und der Fremdling, die Waise und die Witwe, welche in deinen Toren, und essen ihn und s&#228;ttigen sich, damit Gott, dein Gott, dich in allem Tun deiner H&#228;nde segne, das du vollbringst.</p><p><strong>Kapitel 15</strong></p><p>Mit dem Ende von sieben Jahren vollziehst du einen Erlass.</p><p>Und dies ist der Ausspruch des Erlasses: es l&#228;&#223;t jeder Berechtigte fahren die Schuldforderung seiner Hand, die er an seinen N&#228;chsten zu fordern hat. Er darf seinen N&#228;chsten und seinen Bruder nicht weiter zur Zahlung anhalten, denn er hat Erlass ausgesprochen, um Gottes willen.</p><p>Den Fremden darfst du zur Zahlung anhalten; was dir aber bei deinem Bruder steht, das soll deine Hand fahren lassen.</p><p>Jedoch, es soll bei dir kein D&#252;rftiger sein, denn es will dich Gott in dem Lande segnen, welches Gott, dein Gott, dir zum Erbe gibt, es in Besitz zu nehmen.</p><p>Allein nur, wenn du mit Ernst h&#246;rst auf die Stimme Gottes, deines Gottes, gewissenhaft dieses ganze Gebot zu erf&#252;llen, das ich dir heute gebiete,</p><p>wenn dann Gott, dein Gott, dich gesegnet hat, wie er dir zugesprochen, so wirst du viele V&#246;lker dir verpflichtet machen, du aber wirst nicht verpflichtet werden, wirst eine Herrschaft &#252;ben &#252;ber viele V&#246;lker, sie aber werden dich nicht beherrschen.</p><p>Wenn unter dir ein D&#252;rftiger sein wird, von einem deiner Br&#252;der, in einem deiner Tore, in dem Lande, welches Gott, dein Gott, dir gibt, sollst du dein Herz nicht gef&#252;hllos machen und deine Hand nicht verschlie&#223;en deinem Bruder, dem D&#252;rftigen.</p><p>Vielmehr &#246;ffnen, &#246;ffnen sollst du ihm deine Hand, und ebenso leihen, leihen sollst du ihm seinem Bed&#252;rfnis gen&#252;gend, was ihm fehlen wird.</p><p>H&#252;te dich dir, da&#223; nicht das nichtsw&#252;rdige Wort bei deinem Herzen Platz greife zu sagen: Nahe ist das siebte Jahr, das Jahr des Erlasses, und da w&#252;rde dein Auge schlecht blicken auf deinen Bruder, den D&#252;rftigen, und du w&#252;rdest ihm nicht geben; er w&#252;rde dann &#252;ber dich zu Gott schreien, und an dir w&#252;rde eine S&#252;nde haften.</p><p>Vielmehr geben, geben sollst du ihm, und dein Herz soll nicht missgestimmt sein, indem du ihm gibst; denn infolge dessen wird Gott, dein Gott, dich segnen in allem deinem Schaffen, und in allem, was deiner Hand zu Gebote steht.</p><p>Denn es werden D&#252;rftige nicht aufh&#246;ren auf der Erde; darum gebiete ich dir: &#214;ffnen, &#246;ffnen sollst du deine Hand deinem Bruder, deinem Armen und deinem D&#252;rftigen in deinem Lande.</p><p>Wenn dir dein Bruder der Ebr&#228;er oder die Ebr&#228;erin verkauft wird, so dient er dir sechs Jahre und mit dem siebten Jahre entl&#228;&#223;est du ihn zur Freiheit von dir.</p><p>Wenn du ihn dann zur Freiheit von dir entl&#228;&#223;est, so entlasse ihn nicht leer.</p><p>Vielmehr ausstatten, ausstatten sollst du ihn von deinem Kleinvieh, von deiner Scheuer und deiner Kelter; was dir Gott, dein Gott, gesegnet hat, sollst du ihm geben.</p><p>Erinnere dich, da&#223; du im Lande Mizrajim Sklave gewesen bist, als Gott, dein Gott, dich erl&#246;ste; darum verpflichte ich dich heute hierzu.</p><p>Und es sei, wenn gleichwohl er dir sagt: Ich will nicht von dir gehen, und er hat dich lieb gewonnen und dein Haus, denn er hat es gut bei dir:</p><p>so nimmst du einen Pfriemen und bohrst ihn durch sein Ohr, und zwar an die T&#252;re, und er hat dir f&#252;r immer Knecht zu bleiben. Auch deiner Magd sollst du solches leisten.</p><p>Und es sei dies in deinen Augen keine Ungeb&#252;hr, wenn du ihn also in die Freiheit von dir entl&#228;&#223;est, denn doppelt f&#252;r einen Tagel&#246;hnerlohn hat er dir sechs Jahre gedient und es wird dich Gott, dein Gott, in allem, was du tust, segnen.</p><p>Jede Erstgeburt, welche unter deinem Rind- und deinem Kleinvieh geboren wird, die m&#228;nnliche, hast du Gott, deinem Gotte, zu heiligen; du darfst keine Arbeit verrichten mit dem Erstgeborenen deines Ochsen und darfst den Erstgeborenen deines Kleinviehs nicht scheren.</p><p>Vor Gott, deinem Gotte, sollst du ihn genie&#223;en Jahr f&#252;r Jahr an dem Orte, den Gott erw&#228;hlen wird, du und dein Haus.</p><p>Wenn aber ein Gebrechen an ihm ist, er ist lahm oder blind, irgend ein b&#246;ses Gebrechen, so darfst du ihn Gott, deinem Gotte nicht opfern,</p><p>in deinen Toren darfst du ihn essen, der Unreine und der Reine zusammen wie Hirsch und Reh.</p><p>Jedoch sein Blut darfst du nicht essen, an die Erde hin hast du es zu gie&#223;en wie Wasser.</p><p><strong>Kapitel 16</strong></p><p>Wahre den Halmmonat und vollziehe das Pe&#223;achopfer Gott, deinem Gotte, denn im Halmmonat hat dich Gott, dein Gott, aus Mizrajim herausgef&#252;hrt nachts.</p><p>Du vollziehst aber das Pe&#223;ach als Opfermahl Gott, deinem Gotte, aus Kleinvieh und Rindern an dem Orte, den Gott erw&#228;hlen wird, seinem Namen dort eine St&#228;tte zu geben.</p><p>Du sollst im Anschluss an dasselbe nicht Ges&#228;uertes genie&#223;en, sieben Tage vielmehr sollst du im Anschluss an dasselbe unges&#228;uerte Brote, das Brot der Unselbst&#228;ndigkeit essen; denn in Eile bist du aus dem Lande Mizrajim gezogen, damit du des Tages deines Auszugs aus dem Lande Mizrajim alle Tage deines Lebens gedenkest.</p><p>In deinem ganzen Gebiete soll dir nicht Sauerteig gesehen werden sieben Tage, und nicht soll von dem Fleische, das du am Abend zum Mahle opferst, am ersten Tage in die Nacht hinein bis zum Morgen bleiben.</p><p>Du sollst nicht befugt sein, das Pe&#223;achopfer in einem deiner Tore zu vollziehen, welche Gott, dein Gott, dir gibt.</p><p>Sondern du musst zu dem Orte hin, den Gott, dein Gott, erw&#228;hlen wird, dort seinem Namen St&#228;tte zu geben, dort vollziehst du das Pe&#223;achmahlopfer am Abend, wenn die Sonne untergegangen, zur Bestimmungszeit deines Auszugs aus Mizrajim.</p><p>Und du kochest und i&#223;est an dem Orte, den Gott, dein Gott, erw&#228;hlen wird, und wendest dich dann am Morgen und gehest zu deinen Zelten.</p><p>Sechs Tage i&#223;est du dann noch Mazzot, und am siebten Tage ist ein bewahrendes Zusammenfassen Gott, deinem Gotte, zugewandt, du darfst nicht Werk schaffen.</p><p>Sieben Wochen z&#228;hlst du dir; vom Beginn der Sichel am Getreide beginnst du zu z&#228;hlen sieben Wochen,</p><p>und vollbringst dann Gott, deinem Gotte, das Wochenfest mit dem Tribut, mit der Weihegabe deiner Hand, die du gibst; wie Gott, dein Gott, dich segnen wird.</p><p>Und freust dich vor Gott, deinem Gotte, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd, und der Levite, der in deinen Toren, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die sich in deiner Mitte befinden, an dem Orte, den Gott, dein Gott, erw&#228;hlen wird, seinem Namen dort St&#228;tte zu geben.</p><p>Bleibe eingedenk, da&#223; du Sklave in Mizrajim gewesen, und erf&#252;lle gewissenhaft diese Gesetze.</p><p>Das Fest der H&#252;tten machst du dir sieben Tage, indem du aufliesest aus deiner Scheuer und deiner Kelter,</p><p>und freust dich mit deinem Feste, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd, und der Levite und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren.</p><p>Sieben Tage begehst du Gott, deinem Gotte, das Fest an dem Orte, den Gott erw&#228;hlt; denn es wird Gott, dein Gott, dich in allem deinem Heimertrag und in allem Werke deiner H&#228;nde segnen, und da sollst du nur freudig bleiben.</p><p>Dreimal im Jahre soll all dein Mannhaftes sich sehen unmittelbar vor dem Angesichte Gottes, deines Gottes, an dem Orte, den Er erw&#228;hlen wird, am Feste der Mazzot, am Feste der Wochen und am Feste der H&#252;tten, und er soll sich unmittelbar vor Gottes Angesicht nicht mit leeren H&#228;nden sehen.</p><p>Jeder nach der Spende seiner Hand, nach dem Segen Gottes, deines Gottes, den er dir gegeben hat.</p><div><hr></div><p><em>Die &#220;bersetzung des Wochenabschnitts stammt von &#8222;Der Pentateuch&#8220;, &#252;bersetzt und erl&#228;utert von Samson Raphael Hirsch. Frankfurt am Main, 1867-1878. Quelle: <a href="https://www.sefaria.org/">Sefaria</a>.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Gott sieht nicht aufs Gesicht]]></title><description><![CDATA[Wer moralisch punkten will, w&#228;hlt heute eine Seite. Die Tora kennt einen, der genau das verweigert &#8211; und Israel trotzdem bevorzugt. Ein Widerspruch, den schon die Engel bemerkt haben.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/gott-sieht-nicht-aufs-gesicht</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/gott-sieht-nicht-aufs-gesicht</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 02 Aug 2026 06:31:06 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!70Uu!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F292f2eff-5460-460e-a39a-2a6cf58504c2_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit geh&#246;rt es zum guten Ton, Partei zu ergreifen. Man ist &#8222;gegen rechts&#8220;, man f&#246;rdert Vielfalt, man stellt sich an die Seite von Minderheiten und Randgruppen. Das ist ehrenwert. Doch aus Haltungen sind Gebote geworden, und aus Geboten ein Klima: Wer die richtige Seite gew&#228;hlt hat, gilt bereits als gut &#8211; unabh&#228;ngig davon, was er tats&#228;chlich tut. Das &#8230;</p>
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          <a href="https://plus.ahavta.com/p/gott-sieht-nicht-aufs-gesicht">
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   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Ekew || Nach der Wüste beginnt es erst]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Mose warnt eine Generation, die alles erreicht hat &#8211; und Rabbiner Steiman zeigt, in welchen f&#252;nf Stufen Gesellschaften ihren Zusammenhalt verlieren. Von &#196;gypten bis heute.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/ekew-nach-der-wueste-beginnt</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/ekew-nach-der-wueste-beginnt</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 31 Jul 2026 12:03:01 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/208890537/a7803c3175b72cd917dd97db88e78af0.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Ekew wurde am 7. August 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> liest den Wochenabschnitt <strong>Ekew (5. Mose 7,12&#8211;11,25)</strong> als Text der Erneuerung. Das Volk steht am Jordan, unmittelbar vor dem &#220;bergang in ein neues Land &#8211; und damit, so Steiman, vor einem neuen Anfang, nicht vor einem Abschluss. Er vergleicht diesen Moment mit einer Geburt: Die Schwangerschaft endet, doch das Leben beginnt erst. Auch der j&#252;dische Festkalender spiegele diesen Rhythmus, denn nach <em>Tischa be-Aw</em> f&#252;hre der Weg in sieben Wochen auf <em>Rosch ha-Schana</em> zu.</p><p>Im Zentrum steht die Warnung aus Kapitel 8: <em>&#8222;H&#252;te dich, den Ewigen zu vergessen.&#8220;</em> Wenn Sattheit, sch&#246;ne H&#228;user, wachsende Herden, Silber und Gold kommen, droht Hochmut &#8211; das Vergessen der eigenen Herkunft aus dem Sklavenhaus. Steiman deutet Mose hier als Propheten im eigentlichen Sinn: einen, der eine Wenn-dann-Bedingung ausspricht. Wer die eigene Identit&#228;t bewahrt, hat Bestand; wer sie vergisst, verliert sich selbst.</p><p>Diese Warnung liest Steiman soziologisch und gegenwartsbezogen. Reiche &#8211; &#196;gypten, Persien, Griechenland, Rom &#8211; seien nicht von au&#223;en zerst&#246;rt worden, sondern implodiert. Der Mechanismus verlaufe in Stufen: aus dem Wir-Gef&#252;hl der W&#252;stenjahre wird die Frage nach dem N&#252;tzlichen, dann nach Bequemlichkeit, Genuss und Luxus. Dabei bildet sich eine Elite, die andere abh&#228;ngt &#8211; Steiman betont, dass Menschen sich nicht nur abgeh&#228;ngt f&#252;hlen, sondern tats&#228;chlich abgeh&#228;ngt werden. Mit <em>Bertrand Russell</em> verweist er auf Griechenland und die Renaissance: h&#246;chste Kunst bei gleichzeitigem Zerfall des Zusammenhalts. Aktuelle Beispiele sieht er in Putins Zarenreich-Nostalgie, Erdo&#287;ans osmanischen Bez&#252;gen und im &#8222;Make America Great Again&#8221;.</p><p>Als Rezept nennt Steiman drei Regeln: erstens die Identit&#228;t nicht vergessen, was Freiheit und Gerechtigkeit (<em>Zedaka, Zedek</em>) hervorbringt und in Recht und Gewaltenteilung m&#252;ndet; zweitens Ideale, die aus der eigenen Befreiungserfahrung erwachsen &#8211; gesichert durch den Kitt der Demut, sinnbildlich in der <em>Kippa</em>: Es gibt eine h&#246;here Autorit&#228;t, du bist nicht das Ma&#223; aller Dinge; drittens die Balance zwischen Einzelnem und Gemeinschaft, gebunden durch gemeinsamen Glauben &#8211; Religion als R&#252;ckbindung.</p><p>Am Schluss verweist Steiman auf <em>Schma Jisrael</em>, <em>Mesusa</em> und <em>Tefillin</em> sowie auf die T&#252;rsymbolik: eine T&#252;r schlie&#223;t sich, eine neue &#246;ffnet sich. Als Seelsorger von Schoa-&#220;berlebenden zieht er die Bilanz: &#196;gypter, Perser, R&#246;mer sind verschwunden &#8211; das j&#252;dische Volk besteht.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/ekew-nach-der-wueste-beginnt?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/ekew-nach-der-wueste-beginnt?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ekew]]></title><description><![CDATA[Jetzt anh&#246;ren | &#8222;Infolge&#8220; &#8226; 5. Mose 7,12&#8211;11,25]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/ekew-bb1</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/ekew-bb1</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Thu, 30 Jul 2026 12:03:23 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/208752786/334450034adc9d9bf00e0fa9900b11f3.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Wochenabschnitt Ekew</strong></p><p><strong>5. Mose 7,12&#8211;11,25</strong></p><p>Als Folge davon, da&#223; ihr diese Rechtsordnungen h&#246;ret und sie achtsam erf&#252;llet, wird es geschehen, da&#223; Gott, dein Gott, dir den Bund und die Liebe wahren wird, die er deinen V&#228;tern geschworen. </p><p>Er wird dich lieben und wird dich segnen und wird dich vermehren, wird segnen die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Bodens, dein Korn und deinen Most und dein &#214;l, den Wurf deiner Rinder und den Reichtum deiner Schafe auf dem Boden, den er deinen V&#228;tern dir zu geben geschworen. </p><p>Gesegnet wirst du sein mehr als alle V&#246;lker, nicht wird ein Unfruchtbarer und eine Unfruchtbare unter dir sein und in deinem Viehstande. </p><p>Es wird Gott von dir jede Krankheit fern halten, und alle die b&#246;sen Leiden Mizrajims, die du kennst, wird er an dich nicht geben, wird sie geben an alle, die dich hassen. </p><p>Du wirst alle die V&#246;lker, die Gott, dein Gott, dir gibt, zu vernichten haben, keine Schonung soll dein Auge &#252;ber sie f&#252;hlen, &#8212; damit du ihren G&#246;ttern nicht dienest &#8212; denn das ist deine Falle. </p><p>Wenn du in deinem Herzen sprechen wirst, diese V&#246;lker sind mir zu m&#228;chtig, wie werde ich sie zu vertreiben verm&#246;gen: </p><p>So f&#252;rchte dich nicht vor ihnen; bleibe immer dessen eingedenk, was Gott, dein Gott, an Pharao und an ganz Mizrajim ge&#252;bt, </p><p>der gro&#223;en Erprobungstaten, die deine Augen gesehen, der Zeichen und der &#220;berzeugungshandlungen, der starken Hand und des gestreckten Arms, womit Gott, dein Gott, dich herausgef&#252;hrt. So wird Gott, dein Gott, allen V&#246;lkern tun, vor denen du dich f&#252;rchtest. </p><p>Auch die Horniss wird Gott, dein Gott, wider sie schicken, bis zu Grunde gehen die &#252;brig und vor dir verborgen Gebliebenen. </p><p>Schrecke nicht vor ihnen, denn Gott, dein Gott, in deiner Mitte ist ein gro&#223;er und furchtbarer Gott. </p><p>Nach und nach wird Gott, dein Gott, diese V&#246;lker vor dir haltlos machen, nicht rasch wirst du sie vernichten k&#246;nnen, sonst w&#252;rde das Tier des Feldes sich &#252;ber dich vermehren. </p><p>Es wird Gott, dein Gott, sie vor dich hingeben, wird sie in gro&#223;e Verwirrung bringen, bis sie vernichtet sind. </p><p>Er wird ihre K&#246;nige in deine Hand geben und du wirst ihren Namen unter dem Himmel wegtilgen; kein Mann wird sich vor dir aufrecht halten, bis du sie vernichtet hast. </p><p>Die Bilder ihrer G&#246;tter sollt ihr in Feuer verbrennen, erl&#252;ste nicht das Silber und Gold, das an ihnen ist, da&#223; du es dir nehmest, sonst wirst du dadurch in die Falle geraten; denn ein Abscheu Gott, deines Gottes, ist es. </p><p>Bringe nichts, was Abscheu ist, in dein Haus, du w&#252;rdest bannverfallen ihm gleich werden. Widerwillen sollst du daran haben und verabscheuen sollst du es, denn bannverfallen ist es. </p><p><strong>Kapitel 8</strong></p><p>Das ganze Gebot, auf welches ich dich heute verpflichte, m&#246;get ihr wahren zu erf&#252;llen, damit ihr lebet und euch vermehret und hinkommet und das Land in Besitz nehmet, welches Gott euren V&#228;tern zugeschworen. </p><p>Bleibe eingedenk des ganzen Weges, den Gott, dein Gott, dich nun vierzig Jahre in der W&#252;ste gef&#252;hrt, um dich darben zu lassen, dich zu erproben, damit du erkennest, wie es in deinem Herzen bestellt ist, ob du seine Gebote h&#252;ten wirst oder nicht. </p><p>Er lie&#223; dich darben, lie&#223; dich hungern, und speiste dich dann mit dem Man, das du nicht gekannt und deine V&#228;ter nicht gekannt, um dich erfahren zu lassen, da&#223; nicht auf dem Brot allein der Mensch das Leben zu fristen verm&#246;ge, sondern auf allem, was dem Munde Gottes entstammt, leben k&#246;nne der Mensch. </p><p>Dein Kleid ist dir nicht abgealtert und dein Fuss nicht geschwollen nun vierzig Jahre. </p><p>So behalte denn die Erkenntnis fest an deinem Herzen, da&#223;, wie ein Mann seinen Sohn erzieht, also Gott, dein Gott, dich erziehe, </p><p>und h&#252;te die Gebote Gottes, deines Gottes, in seinen Wegen zu gehen und ihn zu f&#252;rchten. </p><p>Denn Gott, dein Gott, bringt dich hin zu einem guten Lande, zu einem Lande voll Wasserz&#252;gen, Quellen und Fluten, die im Tale und im Gebirge hervorbrechen, </p><p>zu einem Weizen- und Gerste-, Wein- und Feigen- und Granatapfellande, zu einem Oliven- und Dattelland, </p><p>einem Lande, in welchem du nicht mit Kargheit Brot essen wirst, in welchem dir nichts fehlen wird, einem Lande, dessen Gestein Eisen und aus dessen Bergen du Kupfer graben wirst. </p><p>Issest du dann und hast dich ges&#228;ttigt, so segne Gott, deinen Gott, f&#252;r das gute Land, das er dir gegeben. </p><p>H&#252;te dich dir, da&#223; du Gottes, deines Gottes, nicht vergessest, seine Gebote, seine Rechtsordnungen und seine Gesetze nicht zu h&#252;ten, die ich dir heute gebiete. </p><p>Du k&#246;nntest essen und dich s&#228;ttigen, gute H&#228;user bauen und bewohnen, </p><p>deine Rinder und Schafe k&#246;nnten sich vermehren, Silber und Gold sich dir mehren, alles, was du hast, sich mehren, </p><p>und dann k&#246;nnte hochm&#252;tig werden dein Sinn und du Gottes, deines Gottes vergessen, der dich aus dem Lande Mizrajim gef&#252;hrt, aus der Sklavenheimat; </p><p>der dich in der gro&#223;en und furchtbaren W&#252;ste gef&#252;hrt, wo Schlangen, Saraph und Skorpionen, Durst und kein Wasser; der dir Wasser aus dem Kieselfels heraus gegeben, </p><p>der dich mit Man in der W&#252;ste gespeist, den deine V&#228;ter nicht gekannt, um dich darben zu lassen und um dich zu erproben, dir am Ende dann wohl zu tun. </p><p>Du k&#246;nntest dann sagen in deinem Sinn: meine Kraft und die M&#228;chtigkeit meiner Hand hat mir dieses Verm&#246;gen geschaffen. </p><p>Bleibe daher eingedenk Gottes, deines Gottes, da&#223; Er es ist, der dir Kraft gibt, Verm&#246;gen zu schaffen, um seinen Bund aufrecht zu halten, den er deinen V&#228;tern geschworen, wie heutigen Tages. </p><p>Es wird sein, solltest du gleichwohl Gottes, deines Gottes, vergessen, andern G&#246;ttern nachwandeln, ihnen dienen und dich ihnen beugen: so bezeuge ich euch heute, da&#223; ihr sicher zu Grunde gehen werdet. </p><p>Wie die V&#246;lker, die Gott vor euch zu Grunde gehen l&#228;&#223;t, so werdet ihr zu Grunde gehen, infolge davon, da&#223; ihr auf die Stimme Gottes, eures Gottes, nicht h&#246;ren werdet. </p><p><strong>Kapitel 9</strong></p><p>H&#246;re, Jisrael: Du &#252;berschreitest jetzt den Jarden, um einzuziehen, in den Besitz von V&#246;lkern zu treten, die gr&#246;&#223;er sind und m&#228;chtiger als du, von St&#228;dten, die gro&#223; und fest bis in den Himmel. </p><p>Eine gro&#223;e und hochragende Bev&#246;lkerung, S&#246;hne der Anaker, von denen du wei&#223;t und du geh&#246;rt hast: wer kann vor den S&#246;hnen Anaks bestehen! </p><p>So wei&#223;t du es denn heute, da&#223; Gott, dein Gott, Er es ist, der vor dir herzieht als zehrendes Feuer. Er will sie vernichten, darum beugt Er sie vor dir, so da&#223; du sie rasch vertreiben und vernichten wirst, wie dir Gott zugesprochen hat. </p><p>Sage nicht in deinem Herzen, wenn Gott, dein Gott, sie vor dir her fortst&#246;&#223;t: um meiner Pflichttreue willen hat mich Gott hingebracht, dieses Land in Besitz zu nehmen, und doch nur wegen der Schlechtigkeit dieser V&#246;lker vertreibt sie Gott vor dir. </p><p>Nicht wegen deiner Pflichttreue und wegen der Geradheit deines Herzens kommst du hin, ihr Land in Besitz zu nehmen; sondern wegen der Schlechtigkeit dieser V&#246;lker vertreibt sie Gott, dein Gott, vor dir, und um das Wort in Erf&#252;llung zu bringen, welches Gott deinen V&#228;tern, Abraham, Jizchak und Jakob zugeschworen. </p><p>Du kannst es ja wissen, da&#223; nicht wegen deiner Pflichttreue Gott, dein Gott, dir dieses gute Land gibt, es in Besitz zu nehmen; denn du bist ja ein hartn&#228;ckiges Volk. </p><p>Bleibe eingedenk, vergiss nicht, wie du Gott, deinen Gott, in der W&#252;ste erz&#252;rnt hast; zur&#252;ck von dem Tage an, da du aus dem Lande Mizrajim gezogen, bis ihr zu diesem Orte gekommen, waret ihr ungehorsam mit Gott. </p><p>Selbst zu Choreb habt ihr Gott erz&#252;rnt, und es z&#252;rnte Gott so wider euch, da&#223; er euch vernichten wollte. </p><p>Als ich den Berg hinan gegangen war, steinerne Tafeln, Tafeln des Bundes zu empfangen, welchen Gott mit euch geschlossen hatte, und ich auf dem Berge vierzig Tage und vierzig N&#228;chte verweilte, &#8212; Brot hatte ich nicht gegessen und Wasser nicht getrunken &#8212; </p><p>da gab mir Gott die zwei steinernen Tafeln, geschrieben mit dem Gottesfinger, und auf ihnen war allen den Worten gem&#228;&#223;, die Gott mit euch auf dem Berge aus dem Feuer heraus am Tage der Versammlung gesprochen hatte. </p><p>Es war nach Ablauf von vierzig Tagen und vierzig N&#228;chten, &#8212; Gott hatte mir bereits die beiden steinernen Tafeln, die Tafeln des Bundes, gegeben, &#8212; </p><p>da sagte Gott zu mir: Auf, gehe rasch hinunter von hier, denn dein Volk, das du aus Mizrajim herausgef&#252;hrt, hat es verderbt! Sie sind gar rasch aus dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein Gussbild gemacht! </p><p>Gott sagte weiter zu mir: Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein hartn&#228;ckiges Volk. </p><p>Lasse ab von mir, da&#223; ich sie vernichte und ihren Namen unter dem Himmel fortl&#246;sche; ich will dich zu einem noch zahlreicheren und m&#228;chtigeren Volke machen. </p><p>Ich wandte mich und ging von dem Berge hinunter, der Berg loderte noch in Feuer, und die beiden Tafeln des Bundes waren auf meinen beiden H&#228;nden. </p><p>Als ich da sah und siehe, ihr hattet gegen Gott, euren Gott, ges&#252;ndigt, hattet euch ein gegossenes Kalb gemacht, waret rasch von dem Wege gewichen, den euch Gott geboten hatte: </p><p>da ergriff ich die beiden Tafeln und warf sie hinab von meinen beiden H&#228;nden, und zerbrach sie vor euren Augen. </p><p>Und ich warf mich hin vor Gott, wie das erste Mal, vierzig Tage und vierzig N&#228;chte, Brot a&#223; ich nicht und trank kein Wasser; &#252;ber all eure S&#252;nde, die ihr begangen, das, was das B&#246;se in den Augen Gottes ist, zu vollbringen, ihn zu erz&#252;rnen. </p><p>Denn mir graute vor dem Zorn und dem Unwillen, da Gott &#252;ber euch gez&#252;rnt hatte, euch zu vernichten. Auch diesesmal erh&#246;rte mich Gott. </p><p>Auch &#252;ber Aharon war Gott sehr erz&#252;rnt, ihn zu vernichten, und ich betete auch f&#252;r Aharon in jener Zeit. </p><p>Eure S&#252;nde aber, das Kalb, das ihr gemacht hattet, hatte ich genommen und es in Feuer verbrannt, es vollst&#228;ndig zersto&#223;en und zerrieben, bis es fein zu Staub wurde, und seinen Staub in den Bach hingeworfen, der vom Berge herabkommt. </p><p>Ebenso in Tabera und in Massa und in Kibrot Hathaawa habet ihr Gott erz&#252;rnt. </p><p>Und als Gott euch von Kadesch Barnea mit dem Auftrag entsandte: Gehet hinauf und nehmet das Land in Besitz, das ich euch gegeben, da wart ihr gegen den Ausspruch Gottes, eures Gottes, ungehorsam und glaubtet ihm nicht und h&#246;rtet nicht auf seine Stimme. </p><p>Ungehorsam w&#228;ret ihr mit Gott seitdem ich euch kannte! </p><p>Als ich aber vor Gott mich niederwarf in jenen vierzig Tagen und vierzig N&#228;chten, die ich niedergeworfen verbrachte, weil Gott gesprochen hatte, euch zu vernichten, </p><p>da betete ich zu Gott und sagte: In Liebe Recht &#252;bender Gott, mein Herr! Verh&#228;nge nicht Verderben &#252;ber dein Volk und dein Erbe, das du mit deiner Gr&#246;&#223;e erl&#246;st! das du aus Mizrajim mit gewaltiger Hand gef&#252;hrt! </p><p>Gedenke deiner Diener, Abrahams, Jizchaks und Jakobs, wende dich nicht an die Starrheit dieses Volkes, an seine Gesetzlosigkeit und seinen Leichtsinn! </p><p>da&#223; nicht das Land, aus welchem du uns herausgef&#252;hrt, sage: Es liegt nicht in der Macht Gottes, sie in das Land hinzubringen, das er ihnen zugesprochen hat, und aus Hass gegen sie hat er sie hinausgef&#252;hrt, um sie in der W&#252;ste umkommen zu lassen, </p><p>Und sie sind doch dein Volk und dein Erbe, das du mit deiner gro&#223;en Kraft und deinem gestreckten Arm hinausgef&#252;hrt! </p><p><strong>Kapitel 10</strong></p><p>In jener Zeit sprach Gott zu mir: Haue dir zwei Tafeln aus Stein wie die ersten, und gehe herauf zu mir den Berg hinan, und mache dir eine Lade aus Holz. </p><p>Ich will auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln waren, die du zerbrochen hast, und sie legst du in die Lade. </p><p>Da machte ich eine Lade aus Schittimh&#246;lzern, hieb zwei Tafeln aus Stein, wie die ersten, ging den Berg hinan, und die beiden Tafeln in meiner Hand. </p><p>Da schrieb Er auf die Tafeln wie die erste Schrift die zehn Ausspr&#252;che, die Gott zu euch auf dem Berge aus dem Feuer heraus &#228;m Tage der Versammlung gesprochen hatte, und Gott gab sie mir. </p><p>Da wandte ich mich, ging von dem Berge herab und legte die Tafeln in die Lade, die ich gemacht hatte; und dort blieben sie, wie mir Gott geboten. </p><p>Und Jisraels S&#246;hne zogen von den Brunnen der Bne-Jaakon nach Mo&#223;era, dort starb Aharon und wurde dort begraben, und sein Sohn Elasar ward an seiner Stelle Priester. </p><p>Von dort zogen sie nach Gudgod und von Gudgod nach Jatba, einem Lande mit Wasserb&#228;chen. </p><p>In jener Zeit hatte Gott auch den Stamm Levi ausgesondert, die Lade des Gottesbundes zu tragen, vor Gott zu stehen, ihm zu dienen und mit seinem Namen zu segnen, bis auf diesen Tag. </p><p>Darum erhielt Levi keinen Teil und kein Erbe mit seinen Br&#252;dern, Gott ist sein Erbe, wie Gott, dein Gott, ihm zugesprochen. </p><p>Und ich war auf dem Berge geblieben, wie die erste Zeit, vierzig Tage und vierzig N&#228;chte, und Gott erh&#246;rte mich auch zu jener Zeit, es hatte ja Gott der Forderung nicht nachgegeben, dich zu verderben. </p><p>Und es sagte Gott zu mir: Auf, gehe zum Fortzug vor das Volk hin, da&#223; sie einziehen und das Land in Besitz nehmen, welches ich ihren V&#228;tern geschworen habe, ihnen zu geben. </p><p>Und nun, Israel, was fordert Gott, dein Gott, von dir? Nichts, als Gott, deinen Gott, zu f&#252;rchten, in allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben, und Gott, deinem Gotte zu dienen mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele. </p><p>Die Gebote Gottes und seine Gesetze zu h&#252;ten, die ich dir heute gebiete, zu deinem eigenen Besten. </p><p>Siehe Gottes, deines Gottes, sind die Himmel und der Himmel Himmel, die Erde und alles, was auf ihr ist. </p><p>Nur an deinen V&#228;tern hatte Gott Gefallen, sie zu lieben, und erw&#228;hlte ihre Nachkommen nach ihnen, euch, aus allen V&#246;lkern, wie heutigen Tages. </p><p>So beschneidet denn die Vorhaut eures Herzens und lasset ferner euren Nacken nicht hart sein. </p><p>Denn Gott, euer Gott, ist Gott der G&#246;tter und Herr der Herren, ist der gro&#223;e, starke und gef&#252;rchtete Gott, der kein Ansehen ber&#252;cksichtigt und keine Bestechung annimmt. </p><p>Der das Recht der Waise und der Witwe schafft und den Fremdling liebt, ihm Brot und Gewand zu geben. </p><p>Liebt ihr auch den Fremden; denn Fremde waret ihr im Lande Mizrajim. </p><p>Gott, deinen Gott, f&#252;rchte so, da&#223; du ihm dienst, an Ihn schlie&#223;e dich an und bei Seinem Namen schw&#246;re. </p><p>Er ist dein Ruhm und Er ist dein Gott, der mit dir all das Gro&#223;e und Furchtbare vollbracht hat, das dein Auge gesehen. </p><p>Mit siebzig Seelen zogen deine V&#228;ter nach Mizrajim, und jetzt hat dich Gott, dein Gott, wie die Sterne des Himmels an Menge werden lassen. </p><p><strong>Kapitel 11</strong></p><p>So liebe denn Gott, deinen Gott, und h&#252;te sein dir Anvertrautes: seine Gesetze, seine Rechtsordnungen und seine Gebote alle Tage. </p><p>Ihr wisset doch heute, da&#223; nicht mit euren Kindern, die die Erziehung Gottes, eures Gottes, nicht erfahren und nicht gesehen haben, seine Gr&#246;&#223;e und seine starke Hand und seinen gestreckten Arm, </p><p>Seine Zeichen und seine Taten, die er in Mizrajim vollbracht hat, an Pharao, K&#246;nig von Mizrajim, und an seinem ganzen Land, </p><p>was er an Mizrajims Heer vollbracht hat, an seinen Rossen und seinen Wagen, da er das Wasser des Schilfmeeres &#252;ber sie hinschwemmte, als sie euch nachsetzten, und so Gott sie vernichtete bis auf diesen Tag, </p><p>und was er an euch in der W&#252;ste vollbracht hat, bis ihr zu diesem Orte gekommen seid, </p><p>und was er an Datan und Abiram, den S&#246;hnen Eliabs, Sohn Reubens, vollbracht hat, da&#223; die Erde ihren Schlund &#246;ffnete und sie samt ihren H&#228;usern und ihren Zelten verschlang und alles Bestehende, das in ihrem Gefolge war, in Mitte von ganz Jisrael: </p><p>sondern eure Augen sinds, die das ganze gro&#223;e Gotteswerk sehen, das er vollbracht hat. </p><p>So h&#252;tet denn das ganze Gebot, das ich dir heute gebiete, damit ihr stark werdet und hinkommt und das Land in Besitz nehmet, wohin ihr hin&#252;berzieht, es in Besitz zu nehmen, </p><p>und damit ihr lange auf dem Boden bleibt, welchen Gott euren V&#228;tern ihnen und ihren Nachkommen zu geben geschworen hat, ein Land, das flie&#223;en kann von Milch und Honig. </p><p>Denn das Land, das in Besitz zu nehmen du hinkommst, ist nicht wie das Land Mizrajim, aus welchem ihr ausgezogen seid, da&#223; du deine Saat s&#228;test und mit deinem Fu&#223;e tr&#228;nktest, wie einen Krautgarten; </p><p>das Land, wohin ihr zieht, es in Besitz zu nehmen, ist ein Land von Bergen und T&#228;lern, durch den Regen vom Himmel trinkt es Wasser; </p><p>ein Land, welchem Gott, dein Gott, f&#252;rsorgt, stets sind darauf die Augen Gottes, deines Gottes, gerichtet, von des Jahres Anfang bis ans Ende des Jahres. </p><p>Und so wird es denn sein, wenn ihr h&#246;ren, immer ernster h&#246;ren werdet auf meine Gebote, die ich euch heute gebiete, so da&#223; ihr Gott, euren Gott, liebt und ihm dienet mit euret ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele: </p><p>so werde ich den Regen eures Landes in seiner Zeit geben, den Fr&#252;hund Sp&#228;tregen, so da&#223; du dein Korn, deinen Most und dein &#214;l einsammelst, </p><p>und werde Kraut auf deinem Felde deinem Viehe geben; du issest davon und s&#228;ttigst dich. </p><p>H&#252;tet euch aber euch, da&#223; euer Herz, sich nicht der Verf&#252;hrung &#246;ffne und ihr abweichet und fremden G&#246;ttern dienet und ihnen euch niederwerfet. </p><p>Es wird dann der Zorn Gottes wider euch ergl&#252;hen, wird den Himmel zur&#252;ckhalten, und es wird kein Regen kommen, und der Boden wird seinen Ertrag nicht geben; und ihr werdet rasch von dem guten Lande fortkommen, welches Gott euch gibt. </p><p>Aber auch dann leget diese meine Worte euch ans Herz und an die Seele und kn&#252;pfet sie zum Zeichen an eure Hand und seien sie zum Hauptschmuck zwischen euren Augen, </p><p>und lehret sie eure S&#246;hne von ihnen zu sprechen, wenn du in deinem Hause sitzest und wenn du auf dem Wege wanderst, wenn du liegst und wenn du aufstehst. </p><p>Schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an deine Tore, </p><p>damit eure Tage und die Tage eurer Kinder lange dauern auf dem Boden, den Gott euren V&#228;tern ihnen zu geben geschworen, wie die Tage des Himmels auf der Erde. </p><p>Denn wenn ihr h&#252;ten und immerfort h&#252;ten werdet dieses Gebot, das ich euch gebiete, es zu vollbringen, Gott, euren Gott, zu lieben, in allen seinen Wegen zu gehen und fest an ihm zu hangen: </p><p>so wird Gott diese V&#246;lker alle vor euch her vertreiben, und ihr werdet in das Eigentum von V&#246;lkern eintreten, die gr&#246;&#223;er sind und m&#228;chtiger als ihr. </p><p>Jeder Ort, den euer Fu&#223;ballen betreten wird, soll euer werden, von der W&#252;ste und den Libanon hinan, von dem Strome, dem Euphratstrom, bis zu dem Hintermeer soll euer Gebiet sein. </p><p>Kein Mann wird vor euch aufrecht bleiben; euren Schrecken und eure Furcht wird Gott, euer Gott, &#252;ber das ganze Land geben, das ihr betretet, wie er es euch gesprochen.</p><div><hr></div><p><em>Die &#220;bersetzung des Wochenabschnitts stammt von &#8222;Der Pentateuch&#8220;, &#252;bersetzt und erl&#228;utert von Samson Raphael Hirsch. Frankfurt am Main, 1867-1878. Quelle: <a href="https://www.sefaria.org/">Sefaria</a>.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[In den Untergrund! Kommentar zur Zeit]]></title><description><![CDATA[Die Post verweigert den Davidstern auf der Briefmarke. Sie hat recht. Deshalb rate ich, was niemand raten will: Kippa ab, Kette weg, abtauchen. Doch ich sch&#228;me mich f&#252;r dieses Land.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/in-den-untergrund-kommentar</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/in-den-untergrund-kommentar</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Tue, 28 Jul 2026 10:58:47 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/bf8a27c2-a91a-4741-a5ba-1cd10ab27b99_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><span>Die Deutsche Post hat recht. Nicht ein bisschen recht &#8211; vollkommen. W&#228;hrend sich </span><a href="https://www.bild.de/politik/inland/deutsche-post-will-briefmarke-mit-davidstern-nicht-drucken-politisch-nicht-korrekt-6a632dd626ebb8e13e2ef998">BILD.de</a><span> gestern dar&#252;ber emp&#246;rte, dass der Konzern den Davidstern als Motiv f&#252;r individuelle Briefmarken ablehnte &#8211; er sei &#8222;politisch oder ethisch nicht korrekt&#8220; &#8211;, bin ich dem Unternehmen dankbar. Es hat ganz nebenbei den zutreffendsten Lagebericht &#252;ber die </span>Bundesrepublik D&#8230;</p>
      <p>
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          </a>
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   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Oppenheimers Überblick || Wir haben uns gewöhnt]]></title><description><![CDATA[Iran? In den Fernsehstudios zittert man, im Rest des Landes trinkt man Kaffee. Ein Bericht aus einem Israel, das von M&#228;nnern abh&#228;ngt, denen niemand so recht traut.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-wir-haben-uns-gewoehnt</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-wir-haben-uns-gewoehnt</guid><dc:creator><![CDATA[Joram Opp]]></dc:creator><pubDate>Mon, 27 Jul 2026 07:01:43 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!hjZ9!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb123fe37-208c-4eaf-9355-cf6fb8de93d1_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Schalom allerseits!</em></p><p>Die derzeit am h&#228;ufigsten gestellte Frage in Israel lautet: Wird Israel in einen Krieg mit dem Iran verwickelt werden? Nat&#252;rlich kennt niemand die Antwort, denn sie h&#228;ngt von zwei Faktoren ab, die nicht in unserer Hand liegen:</p><ol><li><p>Welche Entscheidung Donald Trump treffen wird.</p></li><li><p>Ob die Iraner uns angreifen und damit den ultimativen Vorwand li&#8230;</p></li></ol>
      <p>
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          </a>
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   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der fünfte Abschnitt. Warum die Tora mehr verlangt, als sie vorschreibt]]></title><description><![CDATA[Jerusalem fiel nicht, weil man das Gesetz brach &#8211; sondern weil man zu genau auf ihm beharrte. Was der Talmud &#252;ber das Heiligtum sagt, trifft jeden Streit, den wir mit gutem Recht verlieren.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/der-fuenfte-abschnitt</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/der-fuenfte-abschnitt</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 26 Jul 2026 06:30:53 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3WDw!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8891612b-2894-4f78-91c9-245de55008b4_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>In der vergangenen Woche sa&#223; J&#252;dinnen und Juden auf dem Boden. Am 9. des Monats Aw, dem Trauertag, den man <em><strong>Tischa be&#8217;Aw</strong></em> nennt, wurde gefastet und geklagt; man gedachte an diesem dunkelsten Tag im j&#252;dischen Kalender der Zerst&#246;rung des ersten und des zweiten Tempels in Jerusalem. Wie jedes Jahr stellte sich damit auch die bohrende Frage, die auch im Blick&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://plus.ahavta.com/p/der-fuenfte-abschnitt">
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          </a>
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   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Wa'etchanan || Höre Israel – das Eine, das alles trägt]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Von versteckten Kindern nach der Schoa bis zum M&#228;rtyrer Rabbi Akiwa: Rabbiner Ahrens zeigt, wie ein einziger Vers Glaube, Liebe und Tat zu einer Einheit verbindet.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 24 Jul 2026 12:03:04 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/208211006/be73c733468c4ec96e3257c76d654695.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Wa&#8217;etchanan wurde am 23. Juli 2021 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens</strong></em> legt den Wochenabschnitt <strong>Wa&#8217;etchanan (5. Mose 3,23&#8211;7,11)</strong> aus und w&#228;hlt aus der F&#252;lle der Themen das Schma Jisrael als Zentrum. Er betont zun&#228;chst, dass es sich beim Beginn des Sefer Dewarim um ganz pers&#246;nliche Abschiedsreden von Mose handelt &#8211; bemerkenswert f&#252;r jemanden, der sich am Dornbusch selbst als <em>&#8222;kein Mann der Worte&#8220;</em> bezeichnet hat und nun doch mit <em>&#8222;ele dewarim&#8220;</em> spricht.</p><p>Das <strong>Schma Jisrael (Kap. 6,4)</strong> ist f&#252;r Ahrens das wichtigste j&#252;dische Gebet, obwohl das Judentum eigentlich kein Glaubensbekenntnis kennt. Es ist gleicherma&#223;en Bekenntnis, Aufschrei in schwierigen Zeiten und &#8211; neben dem Tischdank eines von nur zwei Gebeten aus der Tora selbst &#8211; geboten, morgens und abends zu sprechen. Es enth&#228;lt die Verpflichtung zu Tefillin und Mesusa. Anhand des Talmud (Sukka 42a) zeigt der Rabbiner, dass Kinder es als eines der ersten Gebete lernen; die ergreifende Geschichte von Rabbiner Eliezer Silver, der nach der Schoah versteckte j&#252;dische Kinder durch das gemeinsame Rezitieren des Schma wiedererkennt, unterstreicht dessen identit&#228;tsstiftende Tiefe.</p><p>Das schwierige Wort <em>&#8222;echad&#8220;</em> (eins) deutet Ahrens mit Maimonides und Leibowitz als qualitative, transzendente Einzigkeit Gottes. Nach dem <em>Tiferet Israel</em> (Rabbiner Israel Lipschitz) enth&#228;lt der Vers drei Glaubensgrunds&#228;tze: Offenbarung und H&#246;ren, die Eigenschaften Gottes (Barmherzigkeit und Gerechtigkeit) sowie die Unsterblichkeit der einen Seele. Die in der Tora-Rolle gr&#246;&#223;er geschriebenen Buchstaben Ajin und Dalet ergeben <em>&#8222;Ed&#8220;</em> &#8211; &#8222;Zeuge&#8220;: Wer das Schma spricht, bezeugt Gott.</p><p>Entscheidend ist f&#252;r Ahrens die Einheit von Glaube, Liebe und Tat: Man soll &#8222;Recht und Gut&#8221; auch &#252;ber das Gesetz hinaus tun (Raschi, Ramban). Das Extrembeispiel der Gottesliebe <em>&#8222;mit ganzer Seele&#8220;</em> ist der M&#228;rtyrertod Rabbi Akiwas (Berachot 61b) in der brutalen r&#246;mischen Verfolgungszeit. Im Gespr&#228;ch kl&#228;rt Ahrens schlie&#223;lich, dass j&#252;disches Beten (<em>&#8222;hitpalel&#8220;</em>) reflexiv gemeint ist: Selbstreflexion statt blo&#223;er Bitte &#8211; das Schma konzentriert den Menschen auf das Wesentliche, auf den Einen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wa'etchanan]]></title><description><![CDATA[Jetzt anh&#246;ren | &#8222;Und ich flehte&#8220; &#8226; 5. Mose 3,23&#8211;7,11]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-1e6</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-1e6</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Thu, 23 Jul 2026 12:03:04 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/207603526/057a632a7da1e51c0e7ddf3bccd41768.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Wochenabschnitt Wa&#8217;etchanan</strong></p><p><strong>5. Mose 3,23&#8211;7,11</strong></p><p>Ich suchte Gew&#228;hrung bei Gott in jener Zeit und sprach: </p><p>Gott, Gott, mein Herr! Du hast angefangen, deinem Diener eine Einsicht zu geben in deine Gr&#246;&#223;e und deine starke Hand; wo ist auch eine Macht im Himmel und auf Erden, die wie deine Sch&#246;pfungen und deine Allmacht vollbringen k&#246;nnte! </p><p>Lasse mich doch hin&#252;berziehen und das gute Land sehen, welches jenseits des Jardens liegt, diesen guten Berg und den Libanon! </p><p>Da wendete sich Gott z&#252;rnend gegen mich um euretwillen und gab mir kein Geh&#246;r. Und es sagte Gott zu mir: Du hast Gen&#252;ge, sprich zu mir nicht mehr von dieser Sache! </p><p>Gehe zum Gipfel der Anh&#246;he hinan und hebe deine Augen westw&#228;rts und nordw&#228;rts, s&#252;dw&#228;rts und ostw&#228;rts, und siehe mit deinen Augen; denn du sollst diesen Jarden nicht &#252;berschreiten. </p><p>Verpflichte Jehoschua und festige ihn und st&#228;rke ihn; denn er soll vor diesem Volke herziehen und er sie das Land in Besitz nehmen lassen, welches du siehst. </p><p>Wir weilten damals im Tale Bet-Peor gegen&#252;ber. </p><p><strong>Kapitel 4</strong></p><p>Und nun Jisrael, h&#246;re auf die Gesetze und Rechtsordnungen, die ich euch zu erf&#252;llen lehre, damit ihr lebet und kommet und das Land in Besitz nehmet, welches Gott, der Gott eurer V&#228;ter, euch gibt. </p><p>F&#252;get dem, was ich euch gebiete, nichts hinzu und lasset nichts daran fehlen, die Gebote Gottes, eures Gottes, zu h&#252;ten, die ich euch gebiete. </p><p>Eure Augen sinds, die sehen, was Gott bei Baal Peor getan. Denn jedermann, der dem Baal Peor nachgewandelt, den hat Gott, dein Gott, aus deiner Mitte vertilgt, </p><p>und ihr, die ihr bei Gott, eurem Gotte, fest geblieben, ihr alle lebet heute. </p><p>Siehe, ich habe euch Gesetze und Rechtsordnungen gelehrt, wie mich Gott, mein Gott, verpflichtet, damit ihr danach handelt in Mitte des Landes, wohin ihr es in Besitz zu nehmen kommet. </p><p>So h&#252;tet denn und erf&#252;llet; denn das ist eure Weisheit und eure Einsicht vor den Augen der Nationen, welche alle diese Gesetze h&#246;ren werden und werden sagen: Es ist doch eine weise und einsichtsvolle Nation dieses gro&#223;e Volk! </p><p>Denn welches ist ein gro&#223;es Volk? Das ihm nahe Gottheit hat, wie Gott, unser Gott, so oft wir zu ihm rufen. </p><p>Und welches ist ein gro&#223;es Volk? Das gerechte Gesetze und Rechtsordnungen hat, wie diese ganze Lehre, die ich euch heute vorlege! </p><p>Nur h&#252;te dich f&#252;r dich und h&#252;te deine Seele sehr, da&#223; du die Tatsachen nicht verge&#223;est, die deine Augen gesehen, und da&#223; sie nicht aus deinem Herzen weichen alle Tage deines Lebens, und bringe sie deinen Kindern zur Erkenntnis und deinen Kindeskindern: </p><p>den Tag, da du vor Gott, deinem Gott, standest zu Choreb, als Gott zu mir sagte: Versammle mir das Volk, ich will sie meine Worte h&#246;ren lassen, da&#223; sie lernen, mich zu f&#252;rchten alle Tage, die sie auf Erden leben, und ihre Kinder also lehren. </p><p>Ihr tratet nahe, ihr standet unten am Berge; und der Berg lohend in Feuer bis an das Herz des Himmels hinan; Finsternis, Gew&#246;lke und Wolkend&#252;ster. </p><p>Da sprach Gott zu euch mitten aus dem Feuer heraus; Stimme der Worte h&#246;rtet ihr, Gestalt sahet ihr keine, ausschlie&#223;lich Stimme. </p><p>Da verk&#252;ndete er euch seinen Bund, den er euch zu erf&#252;llen gebot, in den zehn S&#228;tzen, und schrieb sie auf zwei Tafeln von Stein. </p><p>Mir aber gebot Gott in jener Zeit, euch Gesetze und Rechtsordnungen zu lehren, damit ihr sie erf&#252;llet in dem Lande, wohin ihr hin&#252;berzieht, es in Besitz zu nehmen. </p><p>So h&#252;tet euch denn sehr f&#252;r eure Seelen! Denn ihr habt keinerlei Gestalt gesehen an dem Tage, da Gott zu euch zu Choreb mitten aus dem Feuer sprach. </p><p>da&#223; ihr nicht in das Verderbnis geratet und euch ein Bild machet, die Darstellung irgend einer Form, die Gestalt eines M&#228;nnlichen oder Weiblichen, </p><p>die Gestalt irgend eines Tieres auf Erden, die Gestalt irgend eines beschwingten Vogels, der am Himmel fliegt, </p><p>die Gestalt irgend eines Kriechenden am Boden, die Gestalt irgend eines Fischtieres, das im Wasser unterhalb der Erde. </p><p>Und da&#223; du deine Augen nicht zum Himmel erhebst und siehest die Sonne und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, und du dich hinrei&#223;en l&#228;ssest und wirfst dich ihnen hin und dienest ihnen, die Gott, dein Gott, allen Nationen unter dem ganzen Himmel zugeteilt hat; </p><p>euch aber hat Gott genommen, da er euch aus dem Eisentiegel, aus Mizrajim, f&#252;hrte, da&#223; ihr ihm zu einer Erbnation angeh&#246;rig bleibet, wie am heutigen Tage. </p><p>Und Gott z&#252;rnte mir &#252;ber die Auslassungen von euch und schwur, da&#223; ich den Jarden nicht &#252;berschreiten, ich in das gute Land nicht, kommen soll, welches Gott, dein Gott, dir zum Erbe gibt. </p><p>Denn ich sterbe in diesem Lande; ich &#252;berschreite den Jarden nicht. Ihr aber ziehet hin&#252;ber und nehmet dieses gute Land in Besitz. </p><p>So h&#252;tet euch f&#252;r euch, da&#223; ihr des B&#252;ndnisses Gottes, eures Gottes, nicht vergesset, welches er mit euch geschlossen hat, und ihr euch ein Bild, die Darstellung von irgend etwas machet, wor&#252;ber Gott, dein Gott, dich verpflichtet hat. </p><p>Denn Gott, dein Gott, ist ein zehrendes Feuer, ein rechtfordernder Gott! </p><p>Wenn du Kinder und Kindeskinder zeugen wirst, und ihr werdet alt geworden sein im Lande, und werdet Verderbnis &#252;ben und ein Bild machen, die Darstellung von irgend etwas, und werdet tun, was in den Augen Gottes, deines Gottes, schlecht ist, Ihn zu erz&#252;rnen: </p><p>So bestelle ich heute Himmel und Erde wider euch zu Zeugen, da&#223; verloren, rasch verloren ihr gehen werdet von dem Lande weg, wohin ihr den Jarden &#252;berschreitet, es in Besitz zu nehmen; ihr werdet nicht l&#228;ngere Zeit darin bleiben, ihr w&#252;rdet sonst g&#228;nzlich vernichtet werden. </p><p>Es wird Gott euch unter die Nationen hin zerstreuen, und ihr werdet in geringer Anzahl bleiben unter den V&#246;lkern, wohin Gott euch f&#252;hren wird. </p><p>Dort werdet ihr G&#246;ttern untert&#228;nig werden, Menschenh&#228;ndewerk, Holz und Stein, die nicht sehen und nicht h&#246;ren, und nicht essen und nicht riechen. </p><p>Von dort werdet ihr Gott, deinen Gott, suchen und du wirst ihn finden; denn du wirst ihn suchen mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele. </p><p>In dieser dir werdenden Bedr&#228;ngnis, und wenn dich erst alle diese Bestimmungen erreicht haben, am Ende der Tage, wirst du zu Gott, deinem Gotte, zur&#252;ckkehren und auf seine Sitmme h&#246;ren. </p><p>Denn ein barmherziger Gott ist Gott, dein Gott, er wird dich nicht los lassen und dich nicht zu Grunde gehen lassen, und wird den Bund deiner V&#228;ter nicht vergessen, den er ihnen geschworen. </p><p>Denn frage doch nach den fr&#252;heren Zeiten, die vor dir waren, von dem Tage an, da Gott Menschen auf Erden geschaffen, und von Himmelsende bis Himmelsende, ob wie dieses Gro&#223;e schon je sich ereignet oder ihm &#196;hnliches geh&#246;rt worden. </p><p>Hat ein Volk die Stimme Gottes geh&#246;rt, redend aus der Mitte des Feuers, wie du geh&#246;rt hast, und ist lebend geblieben? </p><p>Oder hat ein Gott sich erprobt, zu kommen, ein Volk aus der Mitte eines Volkes herauszugreifen, mit Machterprobungen, mit Zeichen und mit Belehrungswundern und mit Krieg, und mit starker Hand und mit gestrecktem Arm und mit gro&#223;en Furchtbarkeiten, gleich allem dem, was Gott, euer Gott, f&#252;r euch in Mizrajim vor deinen Augen vollbracht hat? </p><p>Du bist durch Sehen zum Wissen gebracht worden, da&#223; Gott allein Gott ist, nichts sonst au&#223;er Ihm. </p><p>Vom Himmel hat er dich seine Stimme h&#246;ren lassen, um dich in das Band seiner Zucht zu nehmen; und auf der Erde hat er dich sein gro&#223;es Feuer sehen lassen, und seine Worte hast du geh&#246;rt aus dem Feuer. </p><p>Und an die Stelle, da&#223; er deine V&#228;ter geliebt hat, erw&#228;hlte er Seinen Ihm nachfolgenden Samen und f&#252;hrte dich mit seinem Angesichte in seiner gro&#223;en Kraft aus Mizrajim, </p><p>gr&#246;&#223;ere und m&#228;chtigere V&#246;lker, als du vor dir zu vertreiben, dich hinzubringen, dir ihr Land zum Erbe zu geben, wie nun heute geschieht. </p><p>So wisse es denn heute und bringe es dir wiederholt zu Herzen, da&#223; Gott allein Gott ist, im Himmel in der H&#246;he und auf Erden in der Tiefe, nichts sonst. </p><p>Und h&#252;te seine Gesetze und seine Gebote, die ich dir heute gebiete, was dir und deinen Kindern nach dir wohl tun wird, und damit du lange Zeit auf dem Boden bleibest, den Gott, dein Gott, dir f&#252;r alle Zeiten gibt. </p><p>Damals schied Mosche drei St&#228;dte jenseits des Jardens aus, zum Sonnenaufgang. </p><p>Damit dorthin ein M&#246;rder fliehe, der seinen N&#228;chsten ohne Wissen t&#246;tet und ihm kein Feind ist von gestern und vorgestern, er hat sich zu einer dieser St&#228;dte zu fl&#252;chten und bleibt am Leben. </p><p>Bezer in der W&#252;ste im Lande der Ebene, vom Stamme Reuben; Ramoth in Gilead vom Stamme Gad, und Golan im Baschan vom Stamme Menasche. </p><p>Und dies ist das Gesetz, welches Mosche niedergelegt hat vor Jisraels S&#246;hne. </p><p>Dies die Zeugnisse, die Gesetze und die Rechtsordnungen, welche Mosche Jisraels S&#246;hnen m&#252;ndlich ausgesprochen hat, als sie aus Mizrajim zogen, </p><p>jenseits des Jardens in dem Tale Betpeor gegen&#252;ber, im Lande Sichons, K&#246;nigs der Emoriter, welcher in Cheschbon residierte, den Mosche und Jisraels S&#246;hne bei ihrem Auszuge aus Mizrajim geschlagen hatten, </p><p>und sein Land und das Land Ogs des K&#246;nigs vom Baschan, der beiden K&#246;nige des Emoriters, in Besitz nahmen, welche jenseits des Jardens liegen nach Sonnenaufgang, </p><p>von Aroer, welches am Ufer des Flusses Arnon, bis zum Berge Sion, das ist: Chermon, </p><p>und die ganze &#214;de jenseits des Jardens ostw&#228;rts bis zum Meere der &#214;de unter den Ausg&#252;ssen der Anh&#246;he. </p><p><strong>Kapitel 5</strong></p><p>Da rief Mosche ganz Jisrael zu und sagte zu ihnen: H&#246;re Jisrael die Gesetze und die Rechtsordnungen, die ich heute vor euren Ohren darstelle; lernet sie und habet acht, sie zu erf&#252;llen. </p><p>Gott, unser Gott, hat mit uns einen Bund zu Choreb geschlossen. </p><p>Nicht mit unseren Vorfahren hat Gott diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, wir, die wir hier heute alle noch am Leben sind. </p><p>Angesicht in Angesicht hat Gott mit euch auf dem Berge aus dem Feuer heraus gesprochen. </p><p>Ich stand zu jener Zeit zwischen Gott und euch, euch das Wort Gottes entgegen zu bringen; denn ihr f&#252;rchtetet euch vor dem Feuer und waret nicht den Berg hinangegangen zum Ausspruch: </p><p>Ich &#8216;&#1492; sei dein Gott, der ich dich aus dem Lande Mizrajim, aus dem Sklavenhause hinausgef&#252;hrt. </p><p>Es soll dir nicht ein anderer Gott sein vor meinem Angesichte. </p><p>Mache dir nicht in Bild, nicht in irgend einer Darstellung, was im Himmel in der H&#246;he, was auf Erden in der Tiefe oder was im Wasser ist tief unter der Erde; </p><p>wirf dich ihnen nicht hin und diene ihnen nicht; denn ich &#8216;&#1492;, dein Gott, bin ein sein ausschlie&#223;endes Recht fordernder Gott, denke die S&#252;nde von Eltern an Kindern und an dritten und vierten Geschlechtern denen, die mich hassen, </p><p>und &#252;be Liebe tausenden, denen, die mich lieben und denen, die meine Gebote h&#252;ten. </p><p>Nimm nicht den Namen &#8216;&#1492;, deines Gottes, zu Gleichg&#252;ltigem auf dich; denn es l&#228;&#223;t Gott den nicht frei, der seinen Namen zu Gleichg&#252;ltigem auf sich nimmt. </p><p>H&#252;te den Schabbattag, ihn zu heiligen, wie dir Gott, dein Gott, geboten. </p><p>Sechs Tage diene und schaffe all dein Werk, </p><p>und der siebente Tag ist Schabbat Gott, deinem Gotte; keinerlei Werk sollst du schaffen, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd und dein Ochs und dein Esel und all dein Vieh und dein Fremder, der in deinen Toren, damit dein Knecht und deine Magd dir gleich ruhen; </p><p>und gedenke, da&#223; du Sklave im Lande Mizrafim warst, als Gott, dein Gott, dich von dort mit starker Hand und mit gestrecktem Arme hinausgef&#252;hrt; darum hat Gott, dein Gott, dir geboten, den Schabbattag in Tat zu vollziehen. </p><p>Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie dir Gott, dein Gott, geboten, damit lange deine Tage dauern, und damit es dir gut ergehe auf dem Boden, den Gott, dein Gott, dir gibt. </p><p>Du sollst nicht morden, und du sollst nicht ehebrechen; und du sollst nicht stehlen; und du sollst nicht als nichtiger Zeuge wider deinen N&#228;chsten aussagen. </p><p>Und du sollst nicht erl&#252;sten das Weib deines N&#228;chsten, und sollst dir nicht gel&#252;sten das Haus deines N&#228;chsten, sein Feld, seinen Knecht, seine Magd, seinen Ochsen und seinen Esel, noch irgend, was deinem N&#228;chsten geh&#246;rt. </p><p>Diese Worte sprach Gott zu eurer ganzen Versammlung auf dem Berge aus dem Feuer heraus, dem Gew&#246;lke und dem Wolkend&#252;ster &#8212; eine gro&#223;e Stimme, und reichte nicht weiter &#8212; und schrieb sie auf zwei Steintafeln und gab sie mir. </p><p>Da war es, als ihr die Stimme aus der Dunkelheit heraus h&#246;rtet und der Berg in Feuer lohete: da tratet ihr zu mir hin, alle H&#228;upter eurer St&#228;mme und eure &#196;ltesten, </p><p>und sagtet: Siehe, es hat Gott, unser Gott, uns seine Herrlichkeit und seine Gr&#246;&#223;e sehen lassen, und seine Stimme haben wir aus dem Feuer heraus geh&#246;rt; heute haben wir gesehen, da&#223; Gott mit dem Menschen spreche und er am Leben bleibe. </p><p>Und nun, warum sollen wir sterben, da&#223; uns dieses gro&#223;e Feuer verzehre! Fahren wir noch fort, Gottes, unseres Gottes, Stimme zu h&#246;ren, so sterben wir. </p><p>Denn irgend wer in seiner Leiblichkeit ist es, der die Stimme des lebendigen Gottes aus dem Feuer heraus uns gleich reden geh&#246;rt hat und ist am Leben geblieben! </p><p>Tritt du hin und h&#246;re alles, was Gott, unser Gott sagen wird, und du sprich getreu zu uns alles, was Gott, unser Gott, zu dir sprechen wird, wir werden es h&#246;ren und vollbringen. </p><p>Da h&#246;rte Gott die Stimme eurer Worte, indem ihr zu mir sprachet, und Gott sagte zu mir: Ich habe die Stimme der Worte dieses Volkes geh&#246;rt, welche sie zu dir gesprochen haben; sie haben alles gut gemeint, was sie gesprochen. </p><p>Wer g&#228;be, da&#223; diese ihre Gesinnung ihnen bleibe, mich zu f&#252;rchten und alle meine Gebote zu h&#252;ten alle Tage, damit es ihnen und ihren Kindern auf ewig wohl ergehe. </p><p>Gehe, sage ihnen: Kehret zu euren Zelten zur&#252;ck. </p><p>Und du, hier bleibe bei mir, damit ich zu dir die ganze Verpflichtung, die Gesetze und die Rechtsordnungen ausspreche, welche du sie lehren sollst, und haben sie sie in dem Lande zu vollbringen, welches ich ihnen zum Besitze gebe. </p><p>So erf&#252;llet denn achtsam, wie euch Gott, euer Gott geboten, weichet nicht rechts und links. </p><p>In dem ganzen Wege, den euch Gott, euer Gott, geboten, wandelt, damit ihr lebet und euch wohl sei und ihr lange in dem Lande bleibet, welches ihr in Besitz nehmet. </p><p><strong>Kapitel 6</strong></p><p>Und dies ist nun die Verpflichtung, die Gesetze und Rechtsordnungen, welche Gott, euer Gott, geboten euch zu lehren, zur Vollbringung in dem Lande, wohin ihr hin&#252;berziehet, es in Besitz zu nehmen, </p><p>damit du Gott, deinen Gott, f&#252;rchtest, alle seine Gesetzesvorschriften und Gebote, die ich dir gebiete, zu h&#252;ten, du und dein Kind und deines Kindes Kind, alle Tage deines Lebens, damit deine Tage lange dauern. </p><p>H&#246;re, Jisrael, und sorge f&#252;r die Ausf&#252;hrung, da&#223; es dir wohl ergehe, und da&#223; ihr euch sehr vermehret, wie Gott, der Gott deiner V&#228;ter, dir durch das Land, das von Milch und Honig flie&#223;t, zugesprochen hat. </p><p>H&#246;re, Jisrael: Haschem, unser Gott, ist Haschem der einzig Eine. </p><p>Und liebe Gott, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verm&#246;gen. </p><p>Es seien diese Worte, die ich dir heute gebiete, dir auf deinem Herzen, </p><p>und sch&#228;rfe sie deinen S&#246;hnen ein und sprich von ihnen, wenn du in deinem Hause sitzest und wenn du auf dem Wege wanderst, wenn du liegst und wenn du aufstehst, </p><p>und binde sie zum Zeichen an deine Hand und sie seien zum Hauptschmuck zwischen deinen Augen. </p><p>Und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an deine Tore. </p><p>Und es sei, wenn Gott, dein Gott, dich zu dem Lande bringen wird, das er deinen V&#228;tern, Abraham, Jizchak und Jaakob zugeschworen hat, dir zu geben, St&#228;dte gro&#223; und gut, die du nicht gebaut, </p><p>H&#228;user, alles Guten voll, die du nicht gef&#252;llt, ausgehauene Zisternen, die du nicht gehauen, Weinberge und &#214;lb&#228;ume, die du nicht gepflanzt, und du dann issest und satt wirst: </p><p>H&#252;te dich dann dir, da&#223; du Gott nicht vergissest, der dich aus dem Lande Mizrajim, aus der Sklavenheimat, hinausgef&#252;hrt. </p><p>Gott, deinen Gott, f&#252;rchte, ihm diene und bei seinem Namen schw&#246;re. </p><p>Gehet nicht anderen G&#246;ttern nach von den G&#246;ttern der V&#246;lker, die euch umgeben. </p><p>Denn ein Recht fordernder Gott ist Gott, dein Gott, in deiner Mitte, da&#223; nicht der Zorn Gottes, deines Gottes, rege werde wider dich und er dich von dem Erdboden vertilge. </p><p>Versuchet Gott, euren Gott, nicht wie ihr in Massa versucht habt. </p><p>H&#252;tet vielmehr, h&#252;tet die Gebote Gottes, eures Gottes, und seine Zeugnisse und seine Gesetze, die er dir geboten! </p><p>Und tue, was recht und gut ist in den Augen Gottes; darum wird es dir gut sein, und du wirst kommen und das gute Land, welches Gott deinen V&#228;tern zugeschworen hat, in Besitz nehmen, </p><p>alle deine Feinde vor dich hin zu sto&#223;en, wie Gott gesprochen. </p><p>Wenn dein Sohn dich in sp&#228;terer Zeit fragen wird: Welches sind die Zeugnisse, die Gesetze und Rechtsordnungen, die Gott, unser Gott, euch geboten hat? </p><p>So sage deinem Sohne: Sklaven waren wir dem Pharao in Mizrajim, da f&#252;hrte uns Gott aus Mizrajim mit starker Hand, </p><p>und es gab Gott Zeichen und &#220;berzeugungstaten, gro&#223; und schmerzlich, an Mizrajim, an Pharao und an sein ganzes Haus vor unseren Augen. </p><p>Uns aber f&#252;hrte Er von dort hinaus, uns in die Heimat zu bringen, uns das Land zu geben, das er unsern V&#228;tern zugeschworen. </p><p>Da gebot uns Gott, alle diese Gesetze zu erf&#252;llen, Gott, unsern Gott, zu f&#252;rchten, zu unserem Heile alle Tage uns wie heute lebend zu erhalten. </p><p>Und Pflichttreue bleibt es uns, da&#223; wir gewissenhaft dieses ganze Gebot vor Gott, unserm Gott, erf&#252;llen, wie er es uns geboten. </p><p><strong>Kapitel 7</strong></p><p>Wenn Gott, dein Gott, dich zu dem Lande bringt, wohin du es in Besitz zu nehmen kommst, so wird er viele V&#246;lker vor dir haltlos machen, den Chitti und Girgaschi, Emori, Kanaani, Perisi, Chiwi und Jebussi, sieben dir zu gro&#223;e und m&#228;chtige V&#246;lker. </p><p>Gott, dein Gott, gibt sie vor dich hin und du schl&#228;gst sie; da sollst du sie g&#228;nzlich der Vernichtung &#252;bergeben, sollst mit ihnen kein B&#252;ndnis errichten und ihnen keine Gunst zuwenden. </p><p>Du sollst dich mit ihnen nicht verschw&#228;gern, sollst deine Tochter nicht seinem Sohne geben und seine Tochter nicht nehmen f&#252;r deinen Sohn. </p><p>Denn er wird deinen Sohn aus meiner Nachfolge entfernen, und sie werden fremden G&#246;ttern dienen, und es wird dann Gott Unwille wider euch ergl&#252;hen, und rasch wird er dich vernichten. </p><p>Vielmehr also sollt ihr ihnen tun: ihre Alt&#228;re sollt ihr einrei&#223;en, ihre Stands&#228;ulen zerbrechen, ihre Haine umhauen und ihre Bilder in Feuer verbrennen. </p><p>Denn ein heiliges Volk bist du Gott, deinem Gotte! Dich hat Gott, dein Gott, erw&#228;hlt, ihm ein ausschlie&#223;lich ihm angeh&#246;rendes Volk zu sein, mehr als alle V&#246;lker, welche auf der Erde sind. </p><p>Nicht weil ihr zahlreicher als alle V&#246;lker seid, hat Gott an euch Wohlgefallen gefunden und euch erw&#228;hlt; denn ihr seid das kleinste unter allen V&#246;lkern; </p><p>sondern aus Liebe Gottes zu euch, und weil er den Eid hielt, den er euren V&#228;tern geschworen, f&#252;hrte Gott euch mit starker Hand hinaus und befreite dich aus der Sklavenheimat, aus der Hand Pharaos, K&#246;nigs von Mizrajim. </p><p>So wei&#223;t du denn, da&#223; Gott, dein Gott, &#8220;Gott&#8221; ist der Gott, dem man vertrauen kann, der den Bund und die Liebe denen bewahrt, die ihn lieben und die seine Gebote h&#252;ten, bis ins tausendste Geschlecht: </p><p>Er belohnt auch die, die ihn hassen, aber in sein Angesicht, ihn verloren gehen zu lassen! Er verschiebt es nicht seinem Hasser, in sein Angesicht belohnt er ihn. </p><p>So h&#252;te denn das Gebot, die Gesetze und Rechtsordnungen, die ich dir gebiete, heute sie zu erf&#252;llen.</p><div><hr></div><p><em>Die &#220;bersetzung des Wochenabschnitts stammt von &#8222;Der Pentateuch&#8220;, &#252;bersetzt und erl&#228;utert von Samson Raphael Hirsch. Frankfurt am Main, 1867-1878. Quelle: <a href="https://www.sefaria.org/">Sefaria</a>.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Walter Rothschild || Der Fluch]]></title><description><![CDATA[Vor der Synagoge tobt ein Mob mit Genozid-Vorw&#252;rfen. Der Rabbiner tritt hinaus &#8211; und spricht einen Fluch. Am n&#228;chsten Tag steht eine der Demonstrantinnen in seinem B&#252;ro.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/rothschild-der-fluch</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/rothschild-der-fluch</guid><dc:creator><![CDATA[Dr Walter Rothschild]]></dc:creator><pubDate>Wed, 22 Jul 2026 07:01:16 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!onI7!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9b52b09b-ab04-4c26-a8b9-d34301dfa663_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Vor der Synagoge stand eine Menschenmenge. Laut. Mit gro&#223;en schwarzen, wei&#223;en, roten und gr&#252;nen Fahnen und Transparenten, die meiner Gemeinde vorwarfen, einen V&#246;lkermord zu begehen. Das ist ein relativ neues Ph&#228;nomen &#8211; ich meine, die Fahnen waren fr&#252;her schwarz-wei&#223;-rot, das Gr&#252;n ist eine neue Zutat und deutet auf ein obsessives Interesse an einem klein&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://plus.ahavta.com/p/rothschild-der-fluch">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Joram Oppenheimer: „Netanjahu opfert den Staat für die Macht“]]></title><description><![CDATA[Gesetzesmarathon, Wehrdienststreit und ein geschw&#228;chter Gerichtshof: Warum Israels Zukunft an der Wahl im Oktober h&#228;ngt. Ein offenes Gespr&#228;ch &#252;ber Macht, Recht und die Hoffnung auf einen Neuanfang.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-netanjahu-opfert-den-staat</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-netanjahu-opfert-den-staat</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Mon, 20 Jul 2026 14:03:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/207586245/3358755b1e6f5bf2f3d29ef6d8e0f7e5.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Joram Oppenheimer schildert in diesem am 18. Juli 2026 aufgezeichneten Gespr&#228;ch <strong>die innenpolitische Lage in Israel</strong> nach dem Gesetzgebungsmarathon der Knesset vor der Sommerpause. Er bezeichnet sich als klaren Gegner der gegenw&#228;rtigen Regierung: Netanjahus einziges Interesse bestehe darin, an der Macht zu bleiben &#8211; notfalls auf Kosten des Staates. Um seine Koalition zu halten, sei er auf den ultraorthodoxen (charedischen) Block angewiesen, weshalb die neuen Gesetze vor allem dessen Interessen dienten.</p><p>Oppenheimer nennt Beispiele: Universit&#228;ten d&#252;rfen k&#252;nftig M&#228;nner und Frauen in allen akademischen Graden getrennt unterrichten, und in streng religi&#246;sen St&#228;dten wie Bnei Brak existieren getrennte Gehwege. Zugleich fl&#246;ssen erhebliche Mengen an Steuergeldern an die orthodoxen Strukturen. <strong>Als Kern des Konflikts sieht er die Wehrdienstfrage</strong>: Die meisten <em>Charedim</em> verweigerten den Milit&#228;rdienst und n&#228;hmen auch Sonderregelungen der Zahal kaum an. Auch deswegen m&#252;ssten s&#228;kulare Israelis &#8211; wie sein eigener Sohn &#8211; immer mehr Reservedienst leisten, bei Kriegen an mehreren Fronten (Iran, Libanon, Gaza, Huthis, Syrien).</p><p>Besonders kritisch beurteilt er die <strong>Schw&#228;chung der Justiz</strong>: Die nur aufgeschobene Trennung der &#196;mter von Generalstaatsanwalt und Rechtsberater der Regierung sowie die Missachtung des Obersten Gerichtshofs f&#252;hrten Israel nahe an Chaos und Anarchie. Eine Justizreform h&#228;lt er grunds&#228;tzlich f&#252;r n&#246;tig, die geplante gehe jedoch viel zu weit und sei praktisch undemokratisch. Auch ein neues Gesetz, das regierungsnahe Medien finanziell bevorzugt, und die Gleichstellung von Tora-Studenten mit Soldaten bei den Bez&#252;gen wertet er als zynische Wahlkampfpolitik.</p><p>Seine Hoffnung ruht auf den f&#252;r Ende Oktober geplanten Wahlen, deren Stattfinden er noch nicht als gesichert ansieht. Die <strong>Chancen der Opposition</strong> sch&#228;tzt er auf 50:50; als st&#228;rkste Figur gilt ihm Ex-Generalstabschef <em>Gadi Eisenkot</em> mit seiner neuen Partei <em>Jaschar</em>. Ausdr&#252;cklich pl&#228;diert Oppenheimer daf&#252;r, arabische Parteien einzubinden und die arabische Bev&#246;lkerung &#8211; etwa &#252;ber einen Zivildienst &#8211; st&#228;rker in die Gesellschaft zu integrieren.</p><div class="captioned-button-wrap" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-netanjahu-opfert-den-staat?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="CaptionedButtonToDOM"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass du ahavta - Begegnungen liest! Teile diesen Beitrag, er ist frei zug&#228;nglich.</p></div><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-netanjahu-opfert-den-staat?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/oppenheimer-netanjahu-opfert-den-staat?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wer darf tadeln?]]></title><description><![CDATA[Drei rabbinische Lehrer schw&#246;ren, niemand sei w&#252;rdig zu tadeln. Der Lehrer aus Nazaret stimmt ihnen zu. Warum die h&#228;rteste Kritik nur aus Liebe kommen darf, und was das mit dem 7. Oktober zu tun hat.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/wer-darf-tadeln</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/wer-darf-tadeln</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 19 Jul 2026 06:30:35 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!qX48!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8649222e-57c2-4252-b7fe-eb8d076bb47a_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Kritik kann zerst&#246;ren oder retten. Der Unterschied liegt nicht in ihrem Ton oder in den Worten, sondern in der Frage: Will der, der tadelt, den anderen loswerden &#8211; oder will er ihn halten und unterst&#252;tzen?</p><p>Der Wochenabschnitt <strong>Dewarim</strong>, mit dem jetzt die Lesung des f&#252;nften Buches Mose beginnt und der bis Kapitel 3,22 reicht, steht unter diesem Vorzeichen. &#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://plus.ahavta.com/p/wer-darf-tadeln">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Dewarim || Mose blickt zurück – und wir mit ihm]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Ein alter Mann, eine letzte Rede &#8211; und die unbequeme Frage, was von einem Leben bleibt. Walter Rothschild &#252;ber Verg&#228;nglichkeit, Nachfolge und Umkehr.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 17 Jul 2026 12:03:06 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/207344608/efc5060c13e1ec879ab885ad445fcee5.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Viele Zuschauer haben es bedauert, dass die w&#246;chentliche Auslegung der Tora zum Wochenabschnitt nicht fortgesetzt wird. Daher habe ich mich entschlossen, bis neue Formate gefunden sind und bis zum Ende des Zyklus der Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 weiterhin ein Wort zum Schabbat anzubieten. </em></p><p><em>Dazu gehe ich zur&#252;ck zu den Anf&#228;ngen meiner Gespr&#228;che mit Rabbinern und stelle dir Aufnahmen bereit, die auf dem Portal von ahavta - Begegnungen noch nicht ver&#246;ffentlicht wurden. </em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</strong></em> er&#246;ffnete am 24. Juli 2000 mit dem Wochenabschnitt <strong>Dewarim</strong> <strong>(Kapitel 1&#8211;3,22)</strong> das f&#252;nfte Buch Mose &#8211; zugleich der <strong>Schabbat Chason</strong>, dritter der drei mahnenden Schabbatot vor dem 9. Av, dem sieben Schabbatot des Trostes folgen. Er nennt Dewarim das Buch eines alten Mannes: Mose blickt zur&#252;ck, mahnt eine Generation, die immer wieder ungehorsam war und daf&#252;r vierzig Jahre in der W&#252;ste b&#252;&#223;t, bis sie ausstirbt. Nur Mose, Josua und Kaleb &#252;berleben als Augenzeugen. Rothschild zieht die Parallele zu den letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs, deren Stimme bald verstummt.</p><p>Mose steht am Jordan, darf das Land nur schauen, nicht betreten, und bereitet seine Nachfolge vor. Rothschild deutet dies pers&#246;nlich: Wie Mose fragt jeder Verantwortliche am Lebensabend, was er erreicht und wen er ausgebildet hat. Zentral ist f&#252;r ihn die Aufgabe, Kontinuit&#228;t zu stiften und die junge, freigeborene Generation in die Kette der Tradition einzubinden.</p><p>In Kapitel 2 zeigt Mose, dass Gott den V&#246;lkern &#8211; Esau, Moab, Ammon &#8211; ihr Land zuweist und die Israeliten manche Gebiete achten m&#252;ssen. Walter Rothschild verallgemeinert: Alle Geschichte besteht aus V&#246;lkerwanderungen; Grenzen und Nationen wandeln sich st&#228;ndig, auch im Nahen Osten. Kein Volk bleibt ewig am selben Ort.</p><p>Daraus folgt die Kehrseite: Das Land ist kein Besitz auf Dauer, sondern an ethisches Verhalten gebunden. Wer Gottes Willen verl&#228;sst, verliert es &#8211; Exil &#8211;, bis Umkehr (<em>Teschuwa</em>) die R&#252;ckkehr erm&#246;glicht. Rothschild verweist auf Jesaja, dessen prophetische Selbstkritik Warnung und Trost verbindet, und betont: Nicht Prunk des Tempels z&#228;hlt, sondern Ethik. Provokant lehnt er den Wiederaufbau des Tempels ebenso wie gro&#223;e Synagogenbauten ab.</p><p>F&#252;r die heutige Israel-Debatte sieht er beide Seiten &#8211; Landnahme im Gottesauftrag und N&#228;chstenliebe zum Nachbarn &#8211; als biblisch begr&#252;ndet. Seine bleibende Botschaft: Keiner lebt ewig; die wichtigste Aufgabe ist, w&#252;rdig Nachfolge zu bereiten und abzutreten.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item></channel></rss>