<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[ahavta - Begegnungen: Das jüdische Jahr]]></title><description><![CDATA[Mit Rosch HaSchana, dem Neujahr, beginnt das jüdische Jahr. Die Zählung der Kalenderjahre ist seit Mitte September 2023 bereits bei 5784. Die Feste im Kalender werden von Israel nach den Geboten der Tora festgelegt. Die Zeit aber wird vom Schabbat strukturiert, den Gott mit der Schöpfung der Welt eingeführt hat.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/s/das-juedische-jahr</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png</url><title>ahavta - Begegnungen: Das jüdische Jahr</title><link>https://plus.ahavta.com/s/das-juedische-jahr</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Fri, 31 Jul 2026 05:04:37 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://plus.ahavta.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Ricklef Münnich]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[info@ahavta.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[info@ahavta.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Ricklef Münnich]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Ricklef Münnich]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[info@ahavta.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[info@ahavta.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Ricklef Münnich]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Schabbat Wa'etchanan || Höre Israel – das Eine, das alles trägt]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Von versteckten Kindern nach der Schoa bis zum M&#228;rtyrer Rabbi Akiwa: Rabbiner Ahrens zeigt, wie ein einziger Vers Glaube, Liebe und Tat zu einer Einheit verbindet.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 24 Jul 2026 12:03:04 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/208211006/be73c733468c4ec96e3257c76d654695.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Wa&#8217;etchanan wurde am 23. Juli 2021 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens</strong></em> legt den Wochenabschnitt <strong>Wa&#8217;etchanan (5. Mose 3,23&#8211;7,11)</strong> aus und w&#228;hlt aus der F&#252;lle der Themen das Schma Jisrael als Zentrum. Er betont zun&#228;chst, dass es sich beim Beginn des Sefer Dewarim um ganz pers&#246;nliche Abschiedsreden von Mose handelt &#8211; bemerkenswert f&#252;r jemanden, der sich am Dornbusch selbst als <em>&#8222;kein Mann der Worte&#8220;</em> bezeichnet hat und nun doch mit <em>&#8222;ele dewarim&#8220;</em> spricht.</p><p>Das <strong>Schma Jisrael (Kap. 6,4)</strong> ist f&#252;r Ahrens das wichtigste j&#252;dische Gebet, obwohl das Judentum eigentlich kein Glaubensbekenntnis kennt. Es ist gleicherma&#223;en Bekenntnis, Aufschrei in schwierigen Zeiten und &#8211; neben dem Tischdank eines von nur zwei Gebeten aus der Tora selbst &#8211; geboten, morgens und abends zu sprechen. Es enth&#228;lt die Verpflichtung zu Tefillin und Mesusa. Anhand des Talmud (Sukka 42a) zeigt der Rabbiner, dass Kinder es als eines der ersten Gebete lernen; die ergreifende Geschichte von Rabbiner Eliezer Silver, der nach der Schoah versteckte j&#252;dische Kinder durch das gemeinsame Rezitieren des Schma wiedererkennt, unterstreicht dessen identit&#228;tsstiftende Tiefe.</p><p>Das schwierige Wort <em>&#8222;echad&#8220;</em> (eins) deutet Ahrens mit Maimonides und Leibowitz als qualitative, transzendente Einzigkeit Gottes. Nach dem <em>Tiferet Israel</em> (Rabbiner Israel Lipschitz) enth&#228;lt der Vers drei Glaubensgrunds&#228;tze: Offenbarung und H&#246;ren, die Eigenschaften Gottes (Barmherzigkeit und Gerechtigkeit) sowie die Unsterblichkeit der einen Seele. Die in der Tora-Rolle gr&#246;&#223;er geschriebenen Buchstaben Ajin und Dalet ergeben <em>&#8222;Ed&#8220;</em> &#8211; &#8222;Zeuge&#8220;: Wer das Schma spricht, bezeugt Gott.</p><p>Entscheidend ist f&#252;r Ahrens die Einheit von Glaube, Liebe und Tat: Man soll &#8222;Recht und Gut&#8221; auch &#252;ber das Gesetz hinaus tun (Raschi, Ramban). Das Extrembeispiel der Gottesliebe <em>&#8222;mit ganzer Seele&#8220;</em> ist der M&#228;rtyrertod Rabbi Akiwas (Berachot 61b) in der brutalen r&#246;mischen Verfolgungszeit. Im Gespr&#228;ch kl&#228;rt Ahrens schlie&#223;lich, dass j&#252;disches Beten (<em>&#8222;hitpalel&#8220;</em>) reflexiv gemeint ist: Selbstreflexion statt blo&#223;er Bitte &#8211; das Schma konzentriert den Menschen auf das Wesentliche, auf den Einen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Dewarim || Mose blickt zurück – und wir mit ihm]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Ein alter Mann, eine letzte Rede &#8211; und die unbequeme Frage, was von einem Leben bleibt. Walter Rothschild &#252;ber Verg&#228;nglichkeit, Nachfolge und Umkehr.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 17 Jul 2026 12:03:06 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/207344608/efc5060c13e1ec879ab885ad445fcee5.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Viele Zuschauer haben es bedauert, dass die w&#246;chentliche Auslegung der Tora zum Wochenabschnitt nicht fortgesetzt wird. Daher habe ich mich entschlossen, bis neue Formate gefunden sind und bis zum Ende des Zyklus der Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 weiterhin ein Wort zum Schabbat anzubieten. </em></p><p><em>Dazu gehe ich zur&#252;ck zu den Anf&#228;ngen meiner Gespr&#228;che mit Rabbinern und stelle dir Aufnahmen bereit, die auf dem Portal von ahavta - Begegnungen noch nicht ver&#246;ffentlicht wurden. </em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</strong></em> er&#246;ffnete am 24. Juli 2000 mit dem Wochenabschnitt <strong>Dewarim</strong> <strong>(Kapitel 1&#8211;3,22)</strong> das f&#252;nfte Buch Mose &#8211; zugleich der <strong>Schabbat Chason</strong>, dritter der drei mahnenden Schabbatot vor dem 9. Av, dem sieben Schabbatot des Trostes folgen. Er nennt Dewarim das Buch eines alten Mannes: Mose blickt zur&#252;ck, mahnt eine Generation, die immer wieder ungehorsam war und daf&#252;r vierzig Jahre in der W&#252;ste b&#252;&#223;t, bis sie ausstirbt. Nur Mose, Josua und Kaleb &#252;berleben als Augenzeugen. Rothschild zieht die Parallele zu den letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs, deren Stimme bald verstummt.</p><p>Mose steht am Jordan, darf das Land nur schauen, nicht betreten, und bereitet seine Nachfolge vor. Rothschild deutet dies pers&#246;nlich: Wie Mose fragt jeder Verantwortliche am Lebensabend, was er erreicht und wen er ausgebildet hat. Zentral ist f&#252;r ihn die Aufgabe, Kontinuit&#228;t zu stiften und die junge, freigeborene Generation in die Kette der Tradition einzubinden.</p><p>In Kapitel 2 zeigt Mose, dass Gott den V&#246;lkern &#8211; Esau, Moab, Ammon &#8211; ihr Land zuweist und die Israeliten manche Gebiete achten m&#252;ssen. Walter Rothschild verallgemeinert: Alle Geschichte besteht aus V&#246;lkerwanderungen; Grenzen und Nationen wandeln sich st&#228;ndig, auch im Nahen Osten. Kein Volk bleibt ewig am selben Ort.</p><p>Daraus folgt die Kehrseite: Das Land ist kein Besitz auf Dauer, sondern an ethisches Verhalten gebunden. Wer Gottes Willen verl&#228;sst, verliert es &#8211; Exil &#8211;, bis Umkehr (<em>Teschuwa</em>) die R&#252;ckkehr erm&#246;glicht. Rothschild verweist auf Jesaja, dessen prophetische Selbstkritik Warnung und Trost verbindet, und betont: Nicht Prunk des Tempels z&#228;hlt, sondern Ethik. Provokant lehnt er den Wiederaufbau des Tempels ebenso wie gro&#223;e Synagogenbauten ab.</p><p>F&#252;r die heutige Israel-Debatte sieht er beide Seiten &#8211; Landnahme im Gottesauftrag und N&#228;chstenliebe zum Nachbarn &#8211; als biblisch begr&#252;ndet. Seine bleibende Botschaft: Keiner lebt ewig; die wichtigste Aufgabe ist, w&#252;rdig Nachfolge zu bereiten und abzutreten.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Mattot & Massej || Der letzte Auftrag des Mose]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Warum dr&#228;ngt Mose zum Kampf, obwohl er wei&#223;, dass er danach sterben muss? Und was verr&#228;t das &#252;ber Hass und Verantwortung bis heute? Ein dichtes Gespr&#228;ch zum Ende einer langen Reihe.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/mattot-massej-der-letzte-auftrag</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/mattot-massej-der-letzte-auftrag</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 10 Jul 2026 12:03:08 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/206424859/b846dae1fcb0261ed10751db62463ec9.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Tora ist ein riesiges Meer. Wie lernt man es kennen &#8211; gerade als Nicht-Jude? Wie wagt man sich hinaus auf dieses Meer, um ein St&#252;ck Tora zu entdecken?</em></p><p><em>Im April 2020 haben wir damit begonnen: zun&#228;chst mit einem Rabbiner, dann kamen weitere hinzu, schlie&#223;lich auch ein Kantor. Gemeinsam sind wir die Wochenabschnitte durchgegangen &#8211; jene f&#252;nf B&#252;cher Mose, die das Volk Israel in den Synagogen im Lauf eines Jahres einmal vollst&#228;ndig liest. Inzwischen sind wir im siebten Jahr dieses Durchgangs angelangt.</em></p><p><em>Nun stellt sich die Frage, wie sich das Meer der Tora gemeinsam mit den kundigen Rabbinern und dem Kantor auf neue Weise erkunden l&#228;sst. Deshalb erscheint heute zum letzten Mal das &#8222;Wort zum Schabbat&#8221; in seiner bisherigen Form &#8211; es ist, wenn wir richtig gez&#228;hlt haben, die 301. Folge.</em></p><p><em>Wer entt&#228;uscht ist, dass diese Reihe endet, sei getr&#246;stet: In absehbarer Zeit, voraussichtlich Anfang September, wollen wir mit neuen Vorschl&#228;gen, neuen Formaten und neuen Wegen wieder hinaus aufs Meer der Tora fahren und die Reise fortsetzen.</em></p><div><hr></div><p>Zum Abschluss des vierten Buchs Mose w&#228;hlt <em><strong>Kantor Amnon Seelig</strong></em> aus dem inhaltsreichen Doppelabschnitt <strong>Mattot-Massej</strong> (4. Mose 30,2&#8211;36,13) ein dichtes Motiv: den <strong>Rachefeldzug gegen die Midianiter</strong> (Kapitel 31). Auff&#228;llig ist eine feine Spannung im Text. Gott spricht von &#8222;Rache f&#252;r die Israeliten an den Midianitern&#8220;, Mose aber von der &#8222;Rache des Ewigen&#8220;. Die Weisen im Midrasch (<em>Bereschit Rabba</em>) und <em>Raschi</em> deuten dies so: Mose korrigiert die Formulierung &#8211; und beh&#228;lt recht. Nicht Israel wird um seiner selbst willen angefeindet, sondern wegen dessen, was es repr&#228;sentiert. Der Hass gegen die Midianiter richtet sich in Wahrheit gegen Gott.</p><p>Daraus entfaltet Seelig einen grunds&#228;tzlichen Gedanken: Judenfeindschaft ist kein rassistischer, sondern ein theologischer Hass. Die Juden werden angefeindet, weil sie die Tora und die Gebote tragen und weil sie versuchen, das G&#246;ttliche in die Welt zu bringen &#8211; ein &#8222;Licht&#8220; f&#252;r die anderen zu sein. Wer Israel angreift, greift, mit Raschis Worten, gleichsam den Heiligen an. Diese Dynamik reicht von Amalek bis in die Gegenwart, in der Juden wechselweise als Kapitalisten, Kommunisten, Kolonialisten oder Unterdr&#252;cker beschuldigt werden.</p><p>Ein zweites Motiv ist Moses Gr&#246;&#223;e: Er wei&#223;, dass er unmittelbar nach dem Feldzug sterben wird, dr&#228;ngt aber ohne Z&#246;gern zum Kampf. Es geht ihm nie um sich selbst &#8211; Ausdruck &#228;u&#223;erster Bescheidenheit. Das Volk hingegen weigert sich zun&#228;chst; die Krieger m&#252;ssen ausgeliefert werden (hebr&#228;isch <em>wajimmasru</em>, nicht &#8222;sie nahmen&#8221;), weil niemand will, dass der geliebte Mose stirbt. Im Gespr&#228;ch mit Ricklef M&#252;nnich folgt die Konsequenz f&#252;r heute: Antisemitismus l&#228;sst sich in seiner Grundidee nicht besiegen, doch der Kampf gegen ihn bleibt geboten &#8211; <em>&#8222;Es liegt nicht an dir, das Werk zu vollenden, aber du bist auch nicht frei, es zu vernachl&#228;ssigen.&#8220;</em> Gehasst zu werden, sagt Seelig, sei letztlich ein Zeichen daf&#252;r, das Richtige zu tun.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/mattot-massej-der-letzte-auftrag?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/mattot-massej-der-letzte-auftrag?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Pinchas || Wenn Eifer belohnt und begrenzt wird]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Eine Tat im Affekt, ein g&#246;ttlicher Lohn &#8211; und eine bis heute brisante Frage: Wie verhindert man religi&#246;sen Extremismus? Andrew Steiman &#252;ber Zelte, Sexualit&#228;t und Erl&#246;sung.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/pinchas-wenn-eifer-belohnt-wird</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/pinchas-wenn-eifer-belohnt-wird</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 03 Jul 2026 12:02:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/204706145/0d03a025fcd250ce30604f998b8bcdaa.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> entfaltet in seiner Auslegung zum <strong>Wochenabschnitt Pinchas (4. Mose 25,10-30,1)</strong> die tiefe Ambivalenz der Figur Pinchas. Der Enkel Aarons handelt am Ende des vorigen Abschnitts Balak im Affekt: Er durchbohrt den F&#252;rsten Simri und die Midianiterin mit einem Speer. Damit endet eine Seuche, an der 24.000 Menschen sterben. Der Talmud betont, ein irdisches Gericht h&#228;tte diese Tat niemals erlaubt &#8211; und dennoch belohnt Gott Pinchas mit seinem Friedensbund (Brit Schalom).</p><p>Steiman ordnet dies in die vorangehende Erz&#228;hlung ein: Der heidnische Prophet Bileam erkennt die Sch&#246;nheit der israelitischen Zelte, die so angeordnet sind, dass Privatsph&#228;re und damit eine befreite, private Sexualit&#228;t m&#246;glich werden &#8211; eine echte Revolution gegen&#252;ber der &#228;gyptischen Herrschaftsordnung, in der Sexualit&#228;t &#246;ffentlich und ein Machtinstrument ist. Bileam r&#228;t deshalb, Israel durch midianitische Frauen zu verf&#252;hren und so in die alte Sklavenmentalit&#228;t zur&#252;ckzuwerfen. Simris &#246;ffentlicher Akt macht das Private wieder politisch &#8211; hier setzt Pinchas&#8217; Eifer an.</p><p>Der Rabbiner deutet den Lohn als Mahnung: Die Tat soll einmalig bleiben. Gott selbst eifert nur ungern; der Friedensbund soll Pinchas beruhigen, damit sich religi&#246;ser Extremismus nicht wiederholt. Der Abschnitt verbindet dies mit weiteren Themen: verschiedene Formen des Erbes, die drei Kronen (K&#246;nigtum, Priestertum, Tora), das egalit&#228;re Erbrecht der T&#246;chter Zelofchads sowie die Nachfolge Moses durch Josua.</p><p>Nach dem Targum Jonatan wird Pinchas kurzzeitig zum Engel und gilt als Vorl&#228;ufer des Elija und Ank&#252;ndiger der Erl&#246;sung &#8211; ein messianischer Bezug. Im Dialog zieht Ricklef M&#252;nnich die Parallele zu Johannes dem T&#228;ufer, ebenfalls einem Eiferer und Wegbereiter, der jedoch nicht t&#246;tet, sondern selbst get&#246;tet wird. Zum 250. Jubil&#228;um der USA schl&#228;gt Steiman den Bogen zur Gegenwart: Sexualit&#228;t bleibt hochpolitisch. Der Abschnitt zeigt jedoch, dass Umkehr und Tikkun Olam m&#246;glich sind &#8211; die R&#252;ckkehr zu einer freien, heiligen, privaten Ordnung.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/pinchas-wenn-eifer-belohnt-wird?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/pinchas-wenn-eifer-belohnt-wird?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Chukkat & Balak || Der Fels, der Stab und ein hartes Urteil]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Miriams Tod, eine versiegende Quelle und unbedachte Worte am Haderwasser: ein Gespr&#228;ch &#252;ber Zorn, Vertrauen und die tr&#246;stliche Fehlbarkeit gro&#223;er Vorbilder.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/chukkat-balak-der-fels-der-stab</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/chukkat-balak-der-fels-der-stab</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 26 Jun 2026 12:02:03 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/203450712/86830b5b103139d9677d00dac9bad0ee.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>In dieser Woche ist die Aufnahme eines Wortes zum Schabbat nicht m&#246;glich. Daher erscheint heute die Aufzeichnung vom 3. Juli 2020. Die Erkl&#228;rung von Rabbiner Alexander Nachama erschien bislang nicht auf dieser Website. </em></p><div><hr></div><p>Im Doppelabschnitt <strong>Chukkat-Balak</strong> (<strong>4. Mose 19,1&#8211;25,9</strong>) widmet sich <em><strong>Rabbiner Alexander Nachama</strong></em> der bewegenden Frage, warum Mosche und Aaron das verhei&#223;ene Land nicht betreten d&#252;rfen. Den Auftakt bildet das Gesetz der roten Kuh, deren Asche zur Reinigung dient und deren Fehlen heute als Hindernis f&#252;r einen neuen Tempel gilt.</p><p>Im Zentrum steht jedoch Kapitel 20. Mit dem Tod Miriams beginnt der Abschnitt traurig. Der <em>Raschbam</em> deutet die ausdr&#252;ckliche Erw&#228;hnung ihres Begr&#228;bnisses: Miriam ist die Erste, die wieder ein regul&#228;res Begr&#228;bnis erh&#228;lt und nicht mehr am <em>Tischa BeAw</em> stirbt. Damit ist die erste, aus &#196;gypten ausgezogene Generation vollst&#228;ndig verstorben &#8212; vierzig Jahre sind vergangen, eine neue Generation tritt an.</p><p>Doch die Hoffnung tr&#252;gt: Es fehlt an Wasser, und einem Midrasch zufolge versiegt mit Miriams Tod die mitwandernde Quelle. Das Volk hadert mit den alten Vorw&#252;rfen. Gott gebietet Mosche, mit dem Stab zum Felsen zu reden, damit dieser Wasser gebe. Stattdessen schilt Mosche das Volk als ungehorsam und schl&#228;gt den Felsen zweimal. Wasser flie&#223;t, doch das Urteil folgt: Beide d&#252;rfen das Land nicht betreten, weil sie Gott nicht vertraut haben.</p><p>Nachama bietet mehrere Deutungen an: Mosche handelt aus Zorn und Entt&#228;uschung &#252;ber die unver&#228;nderte neue Generation; er greift aus Unsicherheit zur erprobten Methode des Schlagens (Raschi); oder er sch&#252;tzt Israel sogar bewusst vor einer Anklage und opfert dabei seine eigene Zukunft. Aaron wird mitbestraft, weil er nicht einschreitet.</p><p>Die tr&#246;stliche Erkenntnis: Selbst Mosche und Aaron sind fehlbare Menschen, die nicht alle Ziele erreichen. </p><p>Ich erg&#228;nze, dass schon Psalm 106 die unbedachten Worte am Haderwasser benennt. Ich weise auf das Grab am Wadi Zin und die Quelle Ein Avdat hin und ziehe eine christliche Parallele: Der aus dem gr&#252;nen Holz des Kreuzes Hervorgegangene kann selbst als eine mitwandernde Quelle lebendigen Wassers gesehen werden.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/chukkat-balak-der-fels-der-stab?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/chukkat-balak-der-fels-der-stab?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Korach || Wenn Streit nur der Macht dient]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Warum verschlingt die Erde einen Mann, der nur recht behalten will? Daniel Katz zeigt, was einen Streit wertvoll macht &#8211; und was ihn ins Leere f&#252;hrt.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/korach-wenn-streit-nur-der-macht-dient</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/korach-wenn-streit-nur-der-macht-dient</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 19 Jun 2026 12:02:10 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/202619390/d79903a040c80cc301c2d77cb4c8c030.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Im Wochenabschnitt <strong>Korach</strong> (<strong>4. Mose 16&#8211;18</strong>) zettelt Korach, ein Mitglied des Stammes Levi, einen Aufstand gegen die von Gott berufene F&#252;hrung des Mose an. <em><strong>Rabbiner Dr. Daniel Katz</strong></em> betont, dass Korach kein sachliches Anliegen vorbringt: Er hat keine Vorschl&#228;ge und keine Ideen, sondern will allein selbst an die Spitze. Anders als Jitro, der Mose im 2. Buch Mose hilfreiche Verbesserungen empfiehlt, geht es Korach nicht um die Sache, sondern um die eigene Macht. Aus Eifersucht distanziert er sich von Mose &#8211; und damit zugleich von Gott. Am Ende &#246;ffnet sich die Erde und verschlingt Korach und seine Rotte.</p><p>Rabbiner Katz deutet den Abschnitt mit zwei Texten aus den Spr&#252;chen der V&#228;ter (Pirk&#233; Awot). Der erste unterscheidet zwei Arten von Streit: Ein Meinungsstreit &#8222;um des Himmels willen&#8220; (le-schem Schamajim) hat Bestand, ein Streit ohne dieses Ziel nicht. Vorbild ist der Disput zwischen Hillel und Schammai &#8211; zwei Gelehrte, die unterschiedlich denken, aber gemeinsam die Wahrheit suchen und einander achten. Die Tradition folgt fast immer Hillel, &#252;berliefert aber stets auch Schammais Meinung. Korach dagegen steht f&#252;r den leeren, rein pers&#246;nlichen Streit, der nur dem eigenen Geltungsdrang dient. Parallel dazu steht die Lehre &#252;ber die Liebe: Eine Liebe, die an eine Bedingung gekn&#252;pft ist (Amnon und Tamar), vergeht; eine bedingungslose Liebe (David und Jonathan) bleibt ewig.</p><p>Ein zweiter Text (Pirk&#233; Awot 5,9) nennt zehn Dinge, die Gott in der D&#228;mmerung vor dem ersten Schabbat schuf &#8211; darunter die &#214;ffnung der Erde, die Korach verschlingen wird. Schon in der Sch&#246;pfungswoche bereitet Gott also dieses au&#223;ergew&#246;hnliche Ereignis vor.</p><p>Im Gespr&#228;ch frage ich, wo heute ein Streit &#8222;um der himmlischen Wahrheit willen&#8220; zu finden sei. Katz verweist auf rabbinische Aussch&#252;sse, die Minderheitsmeinungen mitver&#246;ffentlichen, r&#228;umt aber ein, dass Spaltung und mangelnder Respekt &#8211; im Judentum wie in der Gesellschaft &#8211; heute oft den Korach-Weg beg&#252;nstigen. Sein Pl&#228;doyer: bedingungslose Liebe und ein Streit mit Substanz statt leerer Selbstdarstellung.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/korach-wenn-streit-nur-der-macht-dient?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/korach-wenn-streit-nur-der-macht-dient?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Schlach lecha || Schaufäden gegen die Angst]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Was haben Schauf&#228;den mit Mut zu tun? Andy Steiman verbindet uralte Symbolik mit moderner Psychologie und einer &#252;berraschend aktuellen Frage nach W&#252;rde und Verantwortung.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/schlach-lecha-schaufaeden-gegen-angst</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/schlach-lecha-schaufaeden-gegen-angst</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 12 Jun 2026 12:01:50 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/201489041/14a35f0d11bd61ec14e316703ac5d6c6.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> vertritt im Gespr&#228;ch mit mir den schwer erkrankten Walter Rothschild, dem wir beide eine rasche Genesung w&#252;nschen. Steiman erschlie&#223;t den Wochenabschnitt <strong>Schlach lecha (4. Mose 13&#8211;15)</strong> vom Ende her: dem Gebot der <strong>Zizit</strong>, der Schauf&#228;den an den Ecken des Gewands. Anschaulich zeigt er verschiedene Schauf&#228;den und den Gebetsschal und entschl&#252;sselt ihre Zahlensymbolik &#8211; f&#252;nf Knoten und acht F&#228;den ergeben dreizehn, das Alter religi&#246;ser M&#252;ndigkeit. Der himmelblaue Faden (<em>Techelet</em>) verweist auf eine kostbare, aus einer Meeresschnecke gewonnene Farbe, deren Herstellung lange vergessen war und heute in Israel wieder gelingt. Die Schauf&#228;den sollen den Blick lenken, an die Gebote erinnern und vor Versuchung bewahren &#8211; ein Gedanke, den Steiman mit dem <em>Schma Israel</em> und der Rolle des Sehens und H&#246;rens verbindet.</p><p>Vom Namenswechsel des Joschua (zuvor Hoschea) schl&#228;gt er die Br&#252;cke zur Kundschafter-Erz&#228;hlung: Identit&#228;t und Verantwortung. Bewusst beginnt er mit den beiden Helden Joschua und Kaleb, nicht mit den zehn Versagern. Die zehn Kundschafter, allesamt F&#252;hrungspers&#246;nlichkeiten, f&#252;rchten sich &#8211; nicht vor dem Scheitern, sondern, so der Lubawitscher Rebbe, vor dem Erfolg und der damit verbundenen Verantwortung. Sie verwechseln Selbst- und Fremdbild und &#252;bersehen, dass die Kanaaniter l&#228;ngst Angst vor ihnen haben. Lieber verharren sie in der bequemen Versorgung der W&#252;ste, als ein eigenes Gemeinwesen aufzubauen.</p><p>Daraus entwickelt Steiman eine psychologische und politische Deutung: Mit <em>Rabbi Jonathan Sacks</em> spricht er vom wachsenden gegen&#252;ber dem resignierenden &#8222;Mindset&#8220;. Die Verweigerung von Verantwortung vergleicht er mit der Versorgung durch die UNRWA und dem vererbten Fl&#252;chtlingsstatus, der W&#252;rde verhindere. Der erste Schritt zum Frieden sei, Menschen w&#252;rdevoll zu behandeln und ihnen eine eigene Identit&#228;t zuzutrauen &#8211; wie Joschua und Kaleb. Die Bibel, so sein Fazit, bleibt hochaktuell.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/schlach-lecha-schaufaeden-gegen-angst?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/schlach-lecha-schaufaeden-gegen-angst?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Behaalotcha || Keine Sonderregeln – nicht einmal für Mose]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Steht der gr&#246;&#223;te Prophet &#252;ber dem Gesetz? Mirjams Vorwurf an Mose &#246;ffnet ein &#252;berraschend modernes Kapitel j&#252;dischen Denkens &#8211; und eine Warnung an uns selbst.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/behaalotcha-keine-sonderregeln</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/behaalotcha-keine-sonderregeln</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 05 Jun 2026 12:03:32 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/200594076/10b49b66fd214bc7af3f13da7424bc02.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Kantor Amnon Seelig</strong></em> erl&#228;utert im Gespr&#228;ch mit mir, warum die Tora ihren Stoff mehrfach erz&#228;hlt. Nichts darin ist &#252;berfl&#252;ssig &#8211; Wiederholungen sind nie w&#246;rtlich identisch, und gerade in den Unterschieden und &#196;hnlichkeiten suchen die Weisen die tiefere Bedeutung. Schon das f&#252;nfte Buch tr&#228;gt den Namen &#8222;Mischne Tora&#8220;, Wiederholung der Tora.</p><p>Im Zentrum des Wochenabschnitts <strong>Behaalotcha (4. Mose 8&#8211;12)</strong> steht die &#8222;kuschitische Frau&#8220; des Mose (12,1). &#8222;Kuschitisch&#8220; verweist auf Kusch, die Region um das heutige &#196;thiopien; im modernen Hebr&#228;isch wurde &#8222;Kuschi&#8220; zu einem abwertenden Wort. Mit heutigen Augen wirkt der Tadel von Mirjam und Aaron rassistisch. Die rabbinische Tradition liest die Stelle jedoch anders: Der Midrasch deutet &#8222;Kuschit&#8220; &#252;ber den nahezu gleichen Zahlen- und Buchstabenwert um &#8211; es handle sich um Zippora, Moses einzige Frau aus Midian. Mirjam bemerkt, dass diese keinen Schmuck tr&#228;gt, und erkennt, dass Mose seine eheliche Pflicht vernachl&#228;ssigt. Raschi versteht &#8222;Kuschit&#8220; als Hinweis auf au&#223;ergew&#246;hnliche Sch&#246;nheit, ebenso &#252;ber den Zahlenwert.</p><p>Der eigentliche Vorwurf lautet also: Mose sondert sich von seiner Frau ab. Mirjam und Aaron, selber Propheten, halten ihm entgegen: Gott spricht auch mit ihnen, ohne dass sie enthaltsam leben m&#252;ssen. Daraus folgt eine zentrale Einsicht &#8211; <strong>im Judentum gelten dieselben Regeln f&#252;r alle, auch f&#252;r den gr&#246;&#223;ten Propheten</strong>. Anders als bei K&#246;nigen der Antike, die &#252;ber dem Gesetz standen, oder Salomo, der als K&#246;nig die Tora missachtete, ist niemand ausgenommen. Es gibt kein Z&#246;libat und keine M&#246;nche; Heiraten und Kinderzeugen sind die erste Mizwa. Abravanel betont: Selbst der bescheidenste Mensch darf sich der menschlichen Natur nicht entziehen.</p><p>Seelig warnt zugleich davor, Texten von vor 3500 Jahren moderne Sichtweisen zu unterstellen. Ich schlie&#223;e (daraus): Wir nehmen uns selbst oft zu wichtig &#8211; darum lohnt es, die viel &#228;ltere rabbinische Tradition zu h&#246;ren.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/behaalotcha-keine-sonderregeln?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/behaalotcha-keine-sonderregeln?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Nasso || Segen, der verbindet]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Rabbiner Jehoschua Ahrens entfaltet den Priestersegen aus Nasso: warum Schalom kein Schweigen, sondern Handlung ist &#8211; und wie ein uralter Segen Juden und Christen bis heute miteinander verbindet.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/nasso-segen-der-verbindet</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/nasso-segen-der-verbindet</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 29 May 2026 12:03:34 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/199637481/5025128ceea8c0dbb373291eaffb2653.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Prof. Dr. Jehoschua Ahrens</strong></em> legt heute den <strong>Wochenabschnitt Nasso</strong> aus &#8211; mit 176 Versen der l&#228;ngste Abschnitt der Tora. Er schl&#228;gt zun&#228;chst einen Bogen &#252;ber den gesamten Text: die drei Levitenfamilien mit ihren unterschiedlichen Aufgaben am Mischkan, die Geschenke der Stammesh&#228;upter und schlie&#223;lich der Priestersegen. Alle diese Themen kreisen f&#252;r ihn um eine zentrale Spannung: das Verh&#228;ltnis von Individuum und Gemeinschaft. Jeder Mensch z&#228;hlt, jede Begabung wird gebraucht, und gerade in der Vielfalt der Talente und Meinungen &#8211; einem &#8222;Streit um des Himmels willen&#8220; &#8211; w&#228;chst Gemeinschaft.</p><p>Ausf&#252;hrlich erschlie&#223;t Ahrens das <em><strong>Birkat Kohanim</strong></em>, den &#8222;Priestersegen&#8220; (4. Mose 6,22&#8211;27). Er beschreibt die heutige liturgische Praxis &#8211; aschkenasisch nur an Feiertagen durch den Vorbeter, sephardisch und in Israel t&#228;glich durch die Kohanim selbst &#8211; ebenso wie die Tempel-Tradition mit den zw&#246;lf Stufen, der ausgesprochenen Nennung des Gottesnamens und der bekannten Handhaltung, die &#252;brigens auch den Vulkaniergru&#223; in Star Trek inspiriert hat. Entscheidend ist ihm: Der Segen kommt von Gott, die Priester sind nur Werkzeug. Mit Samson Raphael Hirsch betont er zudem, dass die Gemeinde den Segen durch den Mund der Priester gleichsam &#252;ber sich selbst ausspricht &#8211; Judentum als demokratische, von unten getragene Spiritualit&#228;t.</p><p>Mit <em>Mark Breuer</em> entfaltet Ahrens die drei Dimensionen des Segens: Gottes Hut bewahrt nicht nur vor Armut und Gefahr, sondern auch vor der Versuchung des Reichtums, der den Menschen nicht besitzen soll. Gottes Barmherzigkeit schenkt inneren Frieden, der nach au&#223;en wirkt. Und Schalom ist kein blo&#223;es Schweigen der Waffen, sondern aktive Handlung &#8211; Ganzheit, Harmonie und gemeinsames Aufbauen einer Gesellschaft, in der jeder mit seinem K&#246;nnen beitragen kann. Schalom umfasst die Familie (<em>Schlom Bajit</em>), die Gemeinschaft und die Beziehung zu Gott. </p><p>Abschlie&#223;end erg&#228;nze ich den arch&#228;ologischen Befund der Amulette von Ketef Hinnom (6./7. Jh. v.u.Z.) und verweise auf die verbindende Kraft des Priestersegens zwischen Judentum und Christentum.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/nasso-segen-der-verbindet?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/nasso-segen-der-verbindet?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat am Wochenfest || Wenn der Himmel die Tora schenkt]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Sieben Wochen nach Pessach steht Israel am Sinai. Warum Schawuot das stillste der Pilgerfeste ist &#8211; und was K&#228;sekuchen mit Offenbarung zu tun hat. Rabbiner Daniel Katz erkl&#228;rt.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/schabbat-am-wochenfest-wenn-der-himmel</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/schabbat-am-wochenfest-wenn-der-himmel</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 22 May 2026 12:01:05 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/198535724/2939a8d77a4ce3c97d45fa445311d918.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Dr. Daniel Katz</strong></em> ordnet das Wochenfest <strong>Schawuot</strong> in den j&#252;dischen Festkalender ein. Er erl&#228;utert, dass das Judentum sechs Hauptfeste kennt: den w&#246;chentlichen Schabbat als Erinnerung an die Sch&#246;pfung, die beiden hohen Herbstfeiertage Rosch haSchana und Jom Kippur sowie die drei Pilgerfeste &#8211; die Schalosch Regalim &#8211;, zu denen man im Altertum nach M&#246;glichkeit zu Fu&#223; nach Jerusalem zog: Pessach und Schawuot im Fr&#252;hjahr und Sukkot im Herbst.</p><p>Schawuot bedeutet auf Hebr&#228;isch schlicht &#8222;Wochen&#8221;. Das Fest schlie&#223;t das siebenw&#246;chige Z&#228;hlen der Omertage ab, das am zweiten Pessachtag beginnt: siebenmal sieben Tage, also f&#252;nfzig. Anders als Pessach oder Sukkot wird Schawuot in der Tora wenig konkret beschrieben. Es ist Erntefest des sp&#228;ten Fr&#252;hlings &#8211; und vor allem das Fest der Tora-Gabe am Berg Sinai. Diese &#220;bergabe ist keineswegs selbstverst&#228;ndlich gewesen: Die aus &#196;gypten befreiten Sklaven haben nicht erwartet, dass Gott ihnen die Tora schenkt. Gelesen werden die &#8222;Zehn Worte&#8221; &#8211; im Judentum nicht &#8222;Gebote&#8221;, denn die Tora kennt 613 Mitzwot, weil das Leben sich nicht in zehn Regeln fassen l&#228;sst.</p><p>Zur Liturgie geh&#246;ren die <em><strong>Megillat Rut</strong></em>, eine der f&#252;nf biblischen Festrollen, deren Erntegeschichte in diese Jahreszeit passt und &#252;ber Boas zu K&#246;nig David f&#252;hrt, sowie die aram&#228;ische Hymne <em>&#8222;Akdamut Milin&#8221;</em> mit ihren neunzig Versen und der Vision eines messianischen Festmahls der Gerechten. Kulinarisch pr&#228;gt das Bild vom Land, <em>&#8222;in dem Milch und Honig flie&#223;en&#8221;</em>, die Feiertafel: Milchspeisen und vielf&#228;ltige K&#228;sekuchen werden traditionell gegessen, da Milchiges und Fleischiges nach biblischer Di&#228;t getrennt bleiben.</p><p>In diesem Jahr f&#228;llt der zweite Tag Schawuot auf den Schabbat, sodass die w&#246;chentliche Tora-Lesung unterbrochen wird und Sonderlesungen Vorrang haben. Im abschlie&#223;enden Gespr&#228;ch zieht Ricklef M&#252;nnich eine Parallele zum christlichen Pfingstfest: Apostelgeschichte 2 f&#252;hrt ebenso wie Schawuot zur Tora zur&#252;ck &#8211; eine verbindende Erinnerung an die Gabe vom Sinai.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/schabbat-am-wochenfest-wenn-der-himmel?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/schabbat-am-wochenfest-wenn-der-himmel?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Bamidbar || Die Wüste gehört allen]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Warum wird die Tora ausgerechnet in der W&#252;ste gegeben? Rabbiner Andrew Steiman &#252;ber Bamidbar, Hoseas Vision und die Frage, was ein Volk zusammenh&#228;lt, wenn Zahlen allein nicht mehr reichen.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/bamidbar-die-wueste-gehoert-allen</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/bamidbar-die-wueste-gehoert-allen</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 15 May 2026 13:44:22 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/197722550/2677087dd7c836d8643bf81fc6c467f8.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> entfaltet im Gespr&#228;ch den Wochenabschnitt <strong>Bamidbar</strong> (<strong>4. Mose 1,1&#8211;4,20</strong>), der mit einer gro&#223;en Volksz&#228;hlung Israels in der W&#252;ste Sinai beginnt. Warum, fragen die rabbinischen Lehrer, wird die Tora gerade in der W&#252;ste gegeben? Weil die W&#252;ste niemandem geh&#246;rt &#8211; und damit allen. Sie ist ein Lehrraum, frei von den Ideologien der jeweiligen Herrscher und Hauptst&#228;dte. Die Wahrheit der Tora bleibt unverf&#252;gbar, sie l&#228;sst sich nicht ideologisch vereinnahmen.</p><p>Eine Midrasch-Legende, die zum bevorstehenden Wochenfest Schawuot passt, erz&#228;hlt vom Berg Sinai: W&#228;hrend Karmel, Tabor und andere Berge um die Ehre der Toraoffenbarung wetteifern, schweigt der unscheinbare Sinai. Gerade deshalb wird er erw&#228;hlt &#8211; und dort, wo Mose mit der Tora hinabsteigt, beginnt es zu sprie&#223;en und zu gr&#252;nen. Tora ist Leben. Aus diesem Grund schm&#252;cken Gemeinden ihre Synagogen zu Schawuot mit Pflanzen.</p><p>Im Zentrum der Auslegung steht die Spannung zwischen Demografie und Mathematik einerseits und dem inneren Zusammenhalt eines Volkes andererseits. Bamidbar beginnt mit einer Kopf-f&#252;r-Kopf-Z&#228;hlung nach Familien und Stammh&#228;usern &#8211; Bez&#252;ge, die das blo&#223;e Zahlenwerk mit Leben f&#252;llen. Ankn&#252;pfend an eine aktuelle Rede des Bundeskanzlers warnt Steiman: Eine halbe Wahrheit ist eine ganze L&#252;ge. Wo nur gerechnet wird und der Bezug zueinander fehlt, zerfasert eine Gesellschaft.</p><p>Die zugeh&#246;rige Haftara aus Hosea &#246;ffnet die Perspektive: Es wird eine Zeit kommen, da die Kinder Israels &#8222;wie Sand am Meer&#8220; unz&#228;hlbar sein werden &#8211; nicht nach K&#246;pfen, sondern nach ihrem Tun, nach Mizwot, nach Gerechtigkeit. Beim t&#228;glichen Anlegen der Tefillin sprechen Juden Hoseas Worte mit: <em>&#8222;Ich traue dich mir an in Gerechtigkeit und Recht, in Liebe und Erbarmen, in Treue &#8211; und du wirst den Ewigen erkennen.&#8220;</em></p><p>In einer Zeit, in der die Wahrheit ermordet wird &#8211; Walter Rothschild pr&#228;gt das Wort &#8222;Verizid&#8220; &#8211; braucht es Mut, Interesse und das &#220;berwinden von Gleichg&#252;ltigkeit.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> <em>Tikkun Olam</em>, die Reparatur der Welt, beginnt damit, jeden Menschen beim Namen zu nennen: <em>Lechol isch schem</em> &#8211; jeder Mensch hat einen Namen. So f&#252;hrt Bamidbar hin&#252;ber zu Schawuot und Pfingsten als Fest der Lebenskraft der Tora f&#252;r alle V&#246;lker.</p><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://starke-meinungen.de/blog/2026/05/13/verizid/">https://starke-meinungen.de/blog/2026/05/13/verizid/</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Behar & Bechukotai || Eine Schule des Vertrauens]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Was tragen Sabbatjahr, Jubeljahr und Hiob heute aus? Rabbiner Alexander Nachama deutet Behar-Bechukotai als Ruf zu Verantwortung, Hoffnung und Gottvertrauen.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/behar-und-bechukotai-schule-des-vertrauens</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/behar-und-bechukotai-schule-des-vertrauens</guid><pubDate>Fri, 08 May 2026 12:01:31 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/194847329/e504d15c116d3d7506cdbbd5693ff30b.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Da ich endlich einmal wieder Ferien mache, sende ich heute die Aufzeichnung des Worts zum Schabbat vom 7. Mai 2021. Diese Erkl&#228;rung erschien noch nicht auf dieser Website.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Alexander Nachama</strong></em> entfaltete den Doppelwochenabschnitt <em><strong>Behar-Bechukotai</strong></em> (<strong>3. Mose 25&#8211;27</strong>) zun&#228;chst vom Sabbat- und Jubeljahr her: Alle sieben Jahre soll das Land ruhen, und im f&#252;nfzigsten Jahr wird Freiheit ausgerufen, Land kehrt zu den urspr&#252;nglichen Familien zur&#252;ck und hebr&#228;ische Sklaven erhalten einen neuen Anfang, wie auch die Tora den Schofarruf, die Freilassung und die R&#252;ckkehr zum Erbbesitz beschreibt.</p><p>Nachama betont daran die soziale und &#246;kologische Kraft der Tora: Das Land geh&#246;rt nicht einfach dem Menschen zur beliebigen Verf&#252;gung, sondern die Fr&#252;chte des ruhenden Landes stehen allen offen, Menschen wie Tieren, und Besitz wird nicht endg&#252;ltig absolut gesetzt.</p><p>Gerade das Jubeljahr erscheint so als biblische Utopie gegen Verarmung und Verfestigung sozialer Not: Wer Besitz verloren hat, bekommt nicht nur Mitleid, sondern reale Zukunft, W&#252;rde und R&#252;ckkehrm&#246;glichkeit.</p><p>Im zweiten Teil wendet sich Nachama Bechukotai zu, dem Abschnitt &#252;ber Segen und Fluch: Die Tora verbindet das Leben nach Gottes Geboten mit Regen zur rechten Zeit, Brot zur S&#228;ttigung, Frieden, Fruchtbarkeit und der Gegenwart Gottes inmitten des Volkes.</p><p>Doch Nachama liest dieses Prinzip nicht platt als mechanische Belohnung und Strafe, sondern als Betonung menschlicher Freiheit und Verantwortung: Das Handeln des Volkes hat Folgen f&#252;r die ganze Gesellschaft, nicht nur das Verhalten eines K&#246;nigs oder einzelner M&#228;chtiger.</p><p>Um diese gemeinschaftliche Verantwortung zu erkl&#228;ren, greift er den Midrasch zu den <em>Arba Minim</em> auf: Etrog, Lulaw, Myrte und Bachweide stehen f&#252;r unterschiedliche Menschen, die zusammengebunden werden m&#252;ssen, damit Israel als Ganzes bestehen kann.</p><p>Zugleich verschweigt Nachama die Spannung nicht: Das Buch Hiob zeigt, dass Leid nicht immer als Folge falschen Handelns erkl&#228;rbar ist und dass fromme Menschen schwer gepr&#252;ft werden k&#246;nnen.</p><p>Darum f&#252;hrt ihn die Haftara zu Jeremia: Verflucht ist, wer sich nur auf Menschen verl&#228;sst, gesegnet aber, wer auf den Ewigen vertraut und wie ein Baum am Wasser auch in D&#252;rrezeiten Frucht bringt.</p><p>Gottvertrauen bedeutet bei Nachama deshalb nicht die Erwartung eines stets angenehmen Lebens, sondern eine innere St&#252;tze in der Not: Die Tora zerbricht die Jochstangen, damit der Mensch aufrecht gehen kann.</p><p>So wird Behar-Bechukotai zu einem Ruf, das Gute nicht um einer Gegenleistung willen zu tun, sondern aus Liebe zu Gott und seinen Geboten, und gerade in schwierigen Zeiten Hoffnung, Verantwortung und Aufrichtung nicht preiszugeben.</p><div class="captioned-button-wrap" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/behar-und-bechukotai-schule-des-vertrauens?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="CaptionedButtonToDOM"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass du bei ahavta - Begegnungen dabei bist! 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Rabbiner Dr. Walter Rothschild liest Emor &#8211; und spricht Klartext.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/emor-von-priester-und-rabbinern</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/emor-von-priester-und-rabbinern</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 01 May 2026 12:03:23 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/194647554/8eed1ea2b0936661f43326b90d45d82e.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Da ich endlich einmal Ferien mache, sende ich heute die Aufzeichnung des Worts zum Schabbat vom 13. Mai 2022. Diese Erkl&#228;rung zur Parascha Emor erschien noch nicht auf dieser Website.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</strong></em> verbindet in seiner Auslegung zum Wochenabschnitt <em><strong>Emor</strong></em> (<strong>3. Mose 21&#8211;24</strong>) den antiken Priesterkodex mit  aktuellen Fragen &#252;ber W&#252;rde, Beruf und moralische Standards.</p><p>Ausgangspunkt ist der Skandal um ein deutsches Rabbinerseminar, der kurz vor der Aufzeichnung die j&#252;dische &#214;ffentlichkeit besch&#228;ftigte: Vorw&#252;rfe sexueller und psychologischer Bel&#228;stigung warfen die grunds&#228;tzliche Frage auf, was man von Rabbinerinnen und Rabbinern &#252;berhaupt verlangen darf &#8211; und kann.</p><p>Rothschilds theologischer Schl&#252;ssel ist der Unterschied zwischen Priester und Rabbiner. Der Priester steht zwischen Gott und den Menschen, der Rabbiner zwischen den Menschen und Gott. Diese umgekehrte Richtung ist fundamental: Priester segnen im Namen Gottes, Rabbiner lehren und entscheiden, segnen aber nicht selbst &#8211; auch der aaronitische Segen (Numeri 6) wird stets in der dritten Person gesprochen, als Zitat.</p><p>Das Priesteramt war erblich und nur &#252;ber Nachkommen Aarons zug&#228;nglich &#8211; ganz anders als das Amt des Rabbiners, das offen ist. Daraus ergibt sich die Pflicht des Kohen, f&#252;r priesterlichen Nachwuchs zu sorgen, was weitreichende Regelungen &#252;ber Heirat, Reinheit und Familienstand erkl&#228;rt. Der Hohepriester unterlag noch strengeren Bedingungen: Er durfte sich nicht einmal zur Beerdigung seiner eigenen Eltern verunreinigen &#8211; er ist zu jeder Zeit im Dienst, &#228;hnlich einem Papst oder einem Staatschef.</p><p>K&#246;rperliche Unversehrtheit als Voraussetzung f&#252;rs Amt f&#252;hrt Rothschild behutsam in die Gegenwart: Tattoos und Lehramt in Berlin, die MeToo-Debatte, die Frage homosexueller Rabbiner. &#220;berall dieselbe Spannung &#8211; zwischen individueller Freiheit und dem, was eine Gemeinschaft von ihren F&#252;hrungspersonen erwartet.</p><p>Sein Fazit ist n&#252;chtern: Man erwartet von Menschen in herausgehobenen Positionen immer h&#246;here oder andere Standards. Das ist nicht immer gerecht, aber es ist so. Die Tora-Texte aus dem Stiftzelt sind 3000 Jahre alt &#8211; die Fragen, die sie aufwerfen, sind es nicht.</p><div class="captioned-button-wrap" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/emor-von-priester-und-rabbinern?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="CaptionedButtonToDOM"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass du bei ahavta - Begegnungen dabei bist! 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Amnon Seelig liest Acharej/Kedoschim als Ruf gegen Rache, Groll und die Bedr&#252;ckung des Fremden.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/acharej-und-kedoschim-ani-haschem</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/acharej-und-kedoschim-ani-haschem</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 24 Apr 2026 12:03:32 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/195270804/75bad23f0ade7cc362f8e97828856ae8.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Kantor Amnon Seelig</strong></em> verbindet den doppelten Wochenabschnitt <em><strong>Acharej Mot und Kedoschim</strong></em> (<strong>3. Mose 16&#8211;20</strong>) mit der Gegenwart j&#252;discher Erinnerung. Er erz&#228;hlt zun&#228;chst pers&#246;nlich vom Jom haSikaron, dem israelischen Gedenktag f&#252;r gefallene Soldaten und Opfer des Terrors. Er ist nach seinem Onkel Amnon benannt, der im Jom-Kippur-Krieg gefallen ist. Darum ist dieser Tag f&#252;r ihn seit der Kindheit emotional belastend. Zugleich berichtet er von seiner Mutter in Tel Aviv, die in diesem Jahr nach Mannheim geflogen ist, um ihre Enkelinnen zu sehen. F&#252;r sie ist das keine Flucht vor dem Gedenken, denn, so sagt sie: Familien wie ihre brauchen keinen besonderen Gedenktag, f&#252;r sie ist jeder Tag ein Gedenktag.</p><p>Von dort f&#252;hrt Seelig in den Kern von Kedoschim: <em>&#8222;Du sollst deinen N&#228;chsten lieben wie dich selbst.&#8220;</em> Er betont, dass die g&#228;ngige deutsche &#220;bersetzung zu kurz greift. Im Hebr&#228;ischen steht <em>&#8222;re&#8217;acha&#8220;</em>, also eher Freund, Genosse, Mitmensch. Noch wichtiger ist f&#252;r ihn, dass meist nur die ber&#252;hmten Worte zitiert werden, nicht aber der ganze Vers: keine Rache &#252;ben, keinen Groll hegen, den N&#228;chsten lieben, und dann: <em><strong>&#8222;Ani HaSchem&#8220;, &#8222;Ich bin der Ewige&#8220;</strong></em>.</p><p>Gerade diese letzten beiden Worte sind f&#252;r Seelig entscheidend. Ohne sie w&#228;re das Gebot eine sch&#246;ne menschliche Ethik, eine soziale Regel, die auch in anderen Religionen und Kulturen vorkommt. Mit &#8222;Ich bin der Ewige&#8220; wird sie jedoch zur g&#246;ttlichen Weisung. Menschen &#228;ndern ihre Ma&#223;st&#228;be, Gesellschaften wandeln sich, Moden von Moral kommen und gehen. Das Wort Gottes aber bleibt.</p><p>Seelig erl&#228;utert mit Maimonides den Unterschied zwischen Rache und Groll. Rache verweigert dem anderen, was er einem selbst verweigert hat. Groll kann sogar dort bestehen, wo man hilft, aber innerlich oder ausdr&#252;cklich sagt: &#8222;Siehst du, ich bin besser als du.&#8220; Das f&#252;hrt zur &#220;berheblichkeit, w&#228;hrend Mose gerade f&#252;r seine Bescheidenheit ger&#252;hmt wird. Wer grollt oder Rache sucht, zeigt nach Seelig auch einen Mangel an Glauben: Der andere wird dann nicht mehr als Teil einer gr&#246;&#223;eren g&#246;ttlichen F&#252;hrung verstanden.</p><p>Schlie&#223;lich weitet Seelig den Vers &#252;ber die &#8222;Kinder deines Volkes&#8220; hinaus. Der folgende Vers &#252;ber den Fremden zeigt f&#252;r ihn: W&#252;rde, Recht und menschliches Verhalten gelten allen, auch Minderheiten und Fremden. N&#228;chstenliebe, Verzicht auf Rache und Schutz des Fremden beruhen nicht blo&#223; auf Humanit&#228;t, sondern auf Gottes bleibendem Gebot.</p><div class="captioned-button-wrap" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/acharej-und-kedoschim-ani-haschem?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="CaptionedButtonToDOM"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass du bei ahavta - Begegnungen dabei bist! 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Rabbiner Andrew Steiman &#252;ber Freiheit, Verletzlichkeit und warum Neusch&#246;pfung Zerst&#246;rung braucht.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/tasria-und-mezora-durch-die-spalten</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/tasria-und-mezora-durch-die-spalten</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 17 Apr 2026 13:45:36 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/194433099/4ba4d4a47ba9910ecec2d2c8c48ec30b.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> &#246;ffnet den doppelten Wochenabschnitt <em><strong>Tasria&#8211;Mezora</strong></em> (<strong>3. Mose 12&#8211;15</strong>) mit einem &#252;berraschenden Schl&#252;ssel: der Schl&#252;ssel-Challah, die am Schabbat nach Pessach gebacken wird. Sie erinnert daran, dass Pessach ohne Schawuot unvollst&#228;ndig bleibt &#8211; die k&#246;rperliche Befreiung aus &#196;gypten ruft nach der geistigen Befreiung durch die Annahme der Tora. In einer Anekdote mit Konfirmanden zeigt Andy, wie nah Pfingsten und Schawuot beieinanderliegen: Ostern bleibt folgenlos ohne Pfingsten, so wie der Auszug aus &#196;gypten ohne Sinai leer bliebe.</p><p>Von dort spannt er den Bogen zum j&#252;dischen Kalender der Gegenwart: Jom haSchoa we-haGwura und Jom haAzma&#8217;ut liegen acht Tage auseinander und geh&#246;ren zusammen. Der Gedenktag der Ermordeten, denen kein Grab und kein Todestag blieb, ist durch den j&#252;dischen Kalender gesch&#252;tzt &#8211; kein Antisemit kann ihn vereinnahmen. Und er tr&#228;gt bereits die Hoffnung in sich: Gwura, das Heldentum des Widerstands, und der Staat Israel als Antwort auf die Schoa.</p><p>Genau hier schl&#228;gt Andy die Br&#252;cke zu Tasria und Mezora. Die schwer verst&#228;ndlichen Reinheitsgesetze handeln davon, dass wir verk&#246;rperte Seelen sind &#8211; verletzlich, sterblich, und gerade deshalb heilig. Das Judentum steht zwischen Hedonismus und Askese: der K&#246;rper wird zum Medium des Geistes, in Essen, Ruhe und Sexualit&#228;t. Die l&#228;ngere Tame-Zeit nach der Geburt eines M&#228;dchens ist nicht frauenfeindlich, sondern w&#252;rdigt Chawa, die Mutter allen Lebens &#8211; ein Punkt, den Andy von seiner Gro&#223;mutter, der &#8222;besten Feministin, die er je kannte&#8221;, gelernt hat.</p><p>Mit Maimonides formuliert er das Grundprinzip: Neusch&#246;pfung geschieht durch Zerst&#246;rung. Was Josef Schumpeter &#8222;sch&#246;pferische Zerst&#246;rung&#8221; nennt, kennt die Tora l&#228;ngst. Der &#214;lzweig im Schnabel der Taube schmeckt bitter &#8211; Frieden kostet M&#252;he. Mit Leonard Cohen endet das Gespr&#228;ch hoffnungsvoll: Es sind die Spalten, durch die das Licht hereinkommt. Hoffnung, so <em>Rabbi Jonathan Sacks</em> s&#8217;&#8217;l, ist nicht Optimismus, sondern aktives Tun &#8211; auf gute Gelegenheiten: <em>Ois Simches (&#8222;M&#246;gen wir uns bei freudigen Anl&#228;ssen wiedersehen&#8220;)</em>.</p><div class="captioned-button-wrap" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/tasria-und-mezora-durch-die-spalten?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="CaptionedButtonToDOM"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass du bei ahavta - Begegnungen dabei bist! Dieser Beitrag ist &#246;ffentlich&#8211; du kannst ihn teilen.</p></div><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/tasria-und-mezora-durch-die-spalten?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/tasria-und-mezora-durch-die-spalten?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Schemini || Opfer, Tod und koscheres Essen]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Warum sind Schweine verboten &#8211; aber eigentlich nicht &#8222;an sich&#8220;? Und was haben Kamele und Hasen damit zu tun? Rabbiner Dr. Daniel Katz erkl&#228;rt die Logik der Speisegesetze.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/schemini-opfer-tod-und-kaschrut</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/schemini-opfer-tod-und-kaschrut</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 10 Apr 2026 13:12:15 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/193730673/0561c6040805ac7b3d6c959fff03281b.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Im &#8222;Wort zum Schabbat&#8220; von ahavta &#8211; Begegnungen erl&#228;utert <strong>Rabbiner Dr. Daniel Katz</strong> den Wochenabschnitt <em><strong>Schemini</strong></em><strong> (3. Mose 9&#8211;11)</strong>. Aus technischen Gr&#252;nden ist er heute zwar gut zu h&#246;ren, aber nicht zu sehen.</p><p>Daniel erl&#228;utert, dass die Parascha Schemini lediglich drei Kapitel umfasst &#8211; Levitikus 9, 10 und 11 &#8211;, in denen dennoch eine bemerkenswerte Dramaturgie steckt. Das neunte Kapitel ist technisch gepr&#228;gt: Es beschreibt ausf&#252;hrlich die Tieropfer, die ausschlie&#223;lich in den Aufgabenbereich der <strong>Kohanim</strong>, der Priester, fallen. Katz betont dabei, dass j&#252;dische Priester keineswegs mit ihren christlichen Amtskollegen verwechselt werden d&#252;rfen &#8211; ihre Funktion ist biblisch-historischer Natur und ihnen wird im heutigen Gottesdienst allenfalls eine Ehrerbietung entgegengebracht. Beim korrekten Vollzug der Opferrituale spielen zwei Grunds&#228;tze eine zentrale Rolle: die exakte Einhaltung der Riten und die Vermeidung unn&#246;tigen Leidens der Tiere.</p><p>Das zehnte Kapitel bringt dann den dramatischen Bruch: Zwei der vier S&#246;hne Aarons, <strong>Nadab und Abihu</strong>, sterben mitten im Gottesdienst. Sie haben ein &#8222;fremdes Feuer&#8220; dargebracht &#8211; was genau damit gemeint ist, l&#228;sst der Text bewusst offen. Katz beschreibt dies als &#8222;wundersch&#246;nes Geschenk&#8220; f&#252;r die Rabbinen, da der Interpretationsspielraum gro&#223; bleibt. M&#246;gliche Deutungen reichen von Respektlosigkeit gegen&#252;ber Aaron und Mose, &#252;ber das Erscheinen im falschen Gewand, bis hin zum Auftreten in betrunkenem Zustand. Auch eine &#252;bertriebene, zu enthusiastische Gottesann&#228;herung wird erwogen. Aaron selbst schweigt angesichts des Verlustes zweier S&#246;hne &#8211; ein Zeugnis daf&#252;r, dass das Urteil Gottes letztlich nur anzunehmen ist.</p><p>Das elfte Kapitel widmet sich der <strong>Kaschrut</strong>, den Speisegesetzen. Landtiere m&#252;ssen gespaltene Klauen haben und Wiederk&#228;uer sein. Als Beispiele nennt die Tora Kamel, Hase und Schwein: Die ersten beiden sind zwar Wiederk&#228;uer, haben aber keine gespaltenen Klauen; das Schwein hingegen hat gespaltene Klauen, ist aber kein Wiederk&#228;uer. Katz unterstreicht, dass Schweine also nicht &#8222;an sich&#8220; verboten sind, sondern weil ihnen eines der zwei n&#246;tigen Merkmale fehlt &#8211; genauso wie Kamel und Hase. Bei V&#246;geln existiert kein erkennbares &#228;u&#223;erliches Merkmal; man muss einfach wissen, welche Arten erlaubt sind. Fische m&#252;ssen Flossen und Schuppen haben. Bemerkenswert findet Katz auch den Hinweis auf einige essbare Heuschreckenarten &#8211; f&#252;r Europ&#228;er heute fremd, in der W&#252;stenzeit aber m&#246;glicherweise ganz gew&#246;hnlich.</p><p>Abschlie&#223;end ordnet Katz die Parascha in den liturgischen Kalender ein: Die Schemini-Lesung f&#228;llt unmittelbar nach Pessach in die <strong>Omerz&#228;hlzeit</strong>, die sieben Wochen zwischen Pessach und Schawuot umfasst &#8211; die einzige Zeit im Jahr, die t&#228;glich und mit Nennung ihrer Zahl gez&#228;hlt wird, um jeden einzelnen Tag bewusst wahrzunehmen.</p><div class="install-substack-app-embed install-substack-app-embed-web" data-component-name="InstallSubstackAppToDOM"><img class="install-substack-app-embed-img" src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png"><div class="install-substack-app-embed-text"><div class="install-substack-app-header">Mehr von Ricklef M&#252;nnich in der Substack-App sehen</div><div class="install-substack-app-text">Verf&#252;gbar f&#252;r iOS und Android</div></div><a href="https://substack.com/app/app-store-redirect?utm_campaign=app-marketing&amp;utm_content=author-post-insert&amp;utm_source=ahavta" target="_blank" class="install-substack-app-embed-link"><button class="install-substack-app-embed-btn button primary">App herunterladen</button></a></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Chol HaMoed || Zeig mir dein Angesicht!]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Mose fordert mehr als einen Engel &#8211; er verlangt Gottes Gegenwart. Walter Rothschild entfaltet, was das f&#252;r uns heute bedeutet.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/chol-hamoed-zeig-mir-dein-angesicht</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/chol-hamoed-zeig-mir-dein-angesicht</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 03 Apr 2026 12:03:21 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/192991586/17224263d3f17443914d992b6739c073.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</strong></em> erl&#228;utert im Gespr&#228;ch mit Ricklef M&#252;nnich, dass Schabbat Chol HaMoed &#8211; der Schabbat, der in die Zwischenzeit der Pesach-Feiertage f&#228;llt &#8211; eine besondere Toralesung vorsieht, die nicht dem regul&#228;ren Wochenabschnitt folgt. <strong>Gelesen wird aus dem zweiten Buch Mose, Kapitel 33,12 bis 34,26.</strong></p><p>Die Vorgeschichte dieser Lesung ist die Katastrophe des Goldenen Kalbes: Das Volk Israel hatte in Abwesenheit von Mosche ein Kalb als Gottheit verehrt &#8211; in Anlehnung an &#228;gyptische G&#246;tterbilder, die es kannte. Nach einem blutigen Konflikt innerhalb des Volkes und tiefer Trauer sucht Mosche eine zweite Chance: Er steigt erneut zum Gott hinauf, um F&#252;rbitte f&#252;r sein Volk zu halten und Vergebung zu erwirken. Dabei geht er so weit, sich selbst aus Gottes Buch streichen zu lassen, falls Gott nicht vergibt.</p><p>In Kapitel 33 beginnt die eigentliche Lesung: Mosche fordert von Gott nicht nur einen Engel als Begleitung, sondern Gottes pers&#246;nliche Gegenwart. <strong>&#8222;Nur mit dir gehen wir weiter&#8220;</strong> &#8211; das ist Mosches Haltung. Er handelt mit Gott wie ein Freund mit einem Freund, und Gott gibt nach: Er stimmt zu, selbst mitzugehen, gew&#228;hrt Mosche aber nur einen Blick von hinten auf seine Herrlichkeit, denn <em>&#8222;kein Mensch kann mein Angesicht sehen und am Leben bleiben.&#8220;</em> Rothschild betont, wie faszinierend dieser Dialog ist &#8211; ein Mensch, der von Gott nicht nur Trost, sondern einen Beweis seiner Anwesenheit verlangt.</p><p>In Kapitel 34 erneuert Gott den Bund: Mosche haut zwei neue Steintafeln aus, steigt den Berg hinauf, und Gott verk&#252;ndet seine Wesensmerkmale &#8211; barmherzig, gn&#228;dig, langm&#252;tig, reich an Treue &#8211;, die bis heute in der Liturgie des Rosch Haschana und Jom Kippur zentral sind.</p><p>Die Haftara aus <strong>Ezechiel 37</strong> &#8211; das <strong>&#8222;Tal der trockenen Gebeine&#8221;</strong> &#8211; versteht Rothschild als eine prophetische Botschaft der Hoffnung. Ezechiel schaut in einer Vision ein Tal voller verdorrter Knochen; auf Gottes Gehei&#223; prophezeit er ihnen, woraufhin sie sich zusammenf&#252;gen, mit Fleisch und Haut bedecken und schlie&#223;lich durch den Geist (<em>ruach</em>) zum Leben erwachen. Historisch bezieht sich Ezechiel auf das babylonische Exil und die Wiedervereinigung der getrennten K&#246;nigreiche Juda und Israel. F&#252;r heute liest Rothschild darin ein Echo der gespaltenen israelischen Gesellschaft: Die zerstrittenen politischen und religi&#246;sen Lager k&#228;mpfen dennoch gemeinsam. Die Botschaft f&#252;r Pesach und Ostern gleicherma&#223;en lautet: <strong>Hoffnung ist m&#246;glich &#8211; auch aus den trockensten Knochen w&#228;chst neues Leben.</strong></p><div class="captioned-button-wrap" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/chol-hamoed-zeig-mir-dein-angesicht?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="CaptionedButtonToDOM"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass du ahavta - Begegnungen liest. Dieser Beitrag ist &#246;ffentlich. &#220;berlege, ob du ihn teilen m&#246;chtest.</p></div><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/chol-hamoed-zeig-mir-dein-angesicht?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/chol-hamoed-zeig-mir-dein-angesicht?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p></div><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Zaw || Ägypten aus den Menschen ziehen]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | &#8222;Man kann die Menschen aus &#196;gypten ziehen &#8211; aber &#196;gypten aus den Menschen?&#8220; Kantor Amnon Seelig erkl&#228;rt, was das Blutverbot mit G&#246;tzenglauben und echter Ver&#228;nderung zu tun hat.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/zaw-aegypten-aus-den-menschen</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/zaw-aegypten-aus-den-menschen</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 27 Mar 2026 13:03:13 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/192302396/17fe9d44280ff21fd92087e2da1d001f.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Im &#8222;Wort zum Schabbat&#8220; von <em>ahavta &#8211; Begegnungen</em> erl&#228;utert <em><strong>Kantor Amnon Seelig</strong></em> aus Mannheim den Wochenabschnitt <em><strong>Zaw</strong></em><strong> (3. Mose 6&#8211;8)</strong> anl&#228;sslich des Schabbat HaGadol, des Schabbats unmittelbar vor Pessach. Seelig erkl&#228;rt zun&#228;chst, dass dieser besondere Schabbat seinen Namen m&#246;glicherweise der Haftara verdankt, in der der Begriff &#8222;der gro&#223;e Tag&#8220; vorkommt; wahrscheinlicher aber ist, dass der Name auf die alte Tradition zur&#252;ckgeht, an diesem Schabbat ausnahmsweise eine rabbinische Predigt zu halten &#8211; ein Brauch, der erst seit dem 19. Jahrhundert wirklich verbreitet ist.&#8203;</p><p>Als musikalische Besonderheit weist Seelig auf den seltenen Toraakzent <em><strong>Schalschelet</strong></em> hin, der in der gesamten Tora nur viermal vorkommt und in dieser Parascha auf dem Wort &#8222;We-ischat&#8220; &#8211; &#8222;und er sch&#228;chtete&#8220; &#8211; liegt. Mit dieser Sch&#228;chtung &#252;bergibt Mose symbolisch das Priestertum an Aaron und seine S&#246;hne (Kapitel 8).&#8203; </p><div><hr></div><p><em>Du kannst den Tora-Abschnitt der Woche in der &#220;bersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und als Podcast h&#246;ren: </em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;14d0eed1-c796-441e-875c-59bd72917e7b&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Der Wochenabschnitt Zaw&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Zaw&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:119526272,&quot;name&quot;:&quot;Ricklef M&#252;nnich&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Als Pfarrer i.R. mache ich, was mir wichtig ist. Ich schreibe &#252;ber rabbinisches &amp; heutiges Judentum. Ein Verst&#228;ndnis davon ist f&#252;r den christlichen Glauben essentiell &#8211; wie der Jude Jesus, den ich als Christus bekenne. Er ist es, der mich auffordert.&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/454195ca-5401-407e-bc9c-37f522f20570_2952x2952.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-03-26T13:01:57.605Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/31f2fd95-1856-471d-b7ac-12b95e6c78a1_1200x630.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/zaw-ab8&quot;,&quot;section_name&quot;:&quot;Sidra deutsch&quot;,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:187035757,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:1278977,&quot;publication_name&quot;:&quot;ahavta - Begegnungen&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><div><hr></div><p>Den inhaltlichen Schwerpunkt legt Seelig auf das in Kapitel 7, Vers 27 ausgesprochene <strong>Verbot des Blutverzehrs</strong>. Er entfaltet dazu ausf&#252;hrlich die Deutung des Maimonides aus dem <em>&#8222;More Newuchim&#8220; </em>(F&#252;hrer der Unschl&#252;ssigen): Die heidnischen Sab&#228;er a&#223;en Blut, weil sie glaubten, dadurch eine &#8222;Bruderschaft&#8220; mit Geistern zu schlie&#223;en, die ihnen dann in Tr&#228;umen die Zukunft offenbaren w&#252;rden. Maimonides erkennt darin die eigentliche Sto&#223;richtung des Verbots: nicht nur eine symbolische Aussage &#252;ber Blut als Tr&#228;ger der Seele, sondern eine gezielte <strong>Umerziehung</strong> des Volkes Israel, das nach Jahrhunderten in &#196;gypten tief vom dortigen G&#246;tzendienst gepr&#228;gt war.&#8203;</p><p>Aufschlussreich ist dabei, dass die Tora die Formulierung &#8222;vertilgt werde aus seinen Sippen&#8220; sprachlich ausschlie&#223;lich f&#252;r Blutverzehr und G&#246;tzendienst verwendet &#8211; eine bewusste Gleichsetzung beider Vergehen. Zugleich kehrt die Tora die Wertung der G&#246;tzendiener um: Blut gilt nicht als unrein, sondern als reinigend &#8211; es wird &#252;ber Altar und Priestergew&#228;nder gegossen. Eben deshalb darf es nicht getrunken oder gesammelt werden.&#8203;</p><p>Seeligs abschlie&#223;ende Botschaft lautet: Tiefe Ver&#228;nderung beim Menschen gelingt nicht durch einen einzigen gro&#223;en Moment &#8211; selbst der Exodus aus &#196;gypten reichte nicht aus, um das Volk sofort zu wandeln (es errichtete unmittelbar danach das Goldene Kalb). Wirkliche Umerziehung geschieht nur <strong>methodisch, Schritt f&#252;r Schritt, mit Geduld</strong> &#8211; wie es die Tora durch ihre vielen Einzelgebote vorlebt.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">ahavta - Begegnungen is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Wajikra || Korban – Näher zu Gott]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Was hat ein Tieropfer mit Spiritualit&#228;t zu tun? Rabbiner Ahrens erkl&#228;rt, warum &#8222;Korban&#8220; nicht Opfer bedeutet &#8211; und was der moderne Mensch dabei verloren hat.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/wajikra-korban-naeher-zu-gott</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/wajikra-korban-naeher-zu-gott</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 20 Mar 2026 13:03:11 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/191417612/1d73b532d85dce6c21ab47cfbbe0c2dd.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens</strong></em> er&#246;ffnet das <em>Wort zum Schabbat</em> zum Wochenabschnitt <em><strong>Wajikra</strong></em> (<strong>3. Mose 1&#8211;5</strong>) mit einem erkl&#228;renden Blick auf die besondere Stellung des dritten Buches Mose. Er erl&#228;utert, dass das Sefer Wajikra in charedischen Schulen traditionell als erstes Buch unterrichtet wird, weil es den ethisch-moralischen Kern des Judentums enth&#228;lt &#8211; von der N&#228;chstenliebe &#252;ber die Unterst&#252;tzung der Armen bis hin zu einer gerechten Gesellschaftsordnung. Es ist, so Ahrens, nicht nur eine &#8222;Torat Kohanim&#8220;, eine Anweisung f&#252;r die Priester, sondern zugleich eine Art &#8222;Grundgesetz&#8220; des j&#252;dischen Volkes.</p><div><hr></div><p><em>Du kannst den Tora-Abschnitt der Woche in der &#220;bersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und als Podcast h&#246;ren:  </em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;9800fb2e-0527-4292-bb9b-7ec92a0efcd8&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Der Wochenabschnitt Wajikra&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Wajikra&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:119526272,&quot;name&quot;:&quot;Ricklef M&#252;nnich&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Als Pfarrer i.R. mache ich, was mir wichtig ist. Ich schreibe &#252;ber rabbinisches &amp; heutiges Judentum. Ein Verst&#228;ndnis davon ist f&#252;r den christlichen Glauben essentiell &#8211; wie der Jude Jesus, den ich als Christus bekenne. Er ist es, der mich auffordert.&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/454195ca-5401-407e-bc9c-37f522f20570_2952x2952.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-03-19T13:03:14.906Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/841da5b6-6ca0-49eb-be6f-a922eb62224c_1200x630.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/wajikra-0c9&quot;,&quot;section_name&quot;:&quot;Sidra deutsch&quot;,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:186927474,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:2,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:1278977,&quot;publication_name&quot;:&quot;ahavta - Begegnungen&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><div><hr></div><p>Der Gespr&#228;chsschwerpunkt liegt auf den f&#252;nf Opferkategorien der Parascha: dem Brandopfer (Emporopfer), verschiedenen Speiseopfern als Huldigungsgaben, dem Friedensopfer, dem S&#252;ndopfer und dem Schuldopfer. Ahrens betont, dass der antike Opferritus f&#252;r die Menschen seiner Zeit eine tiefe spirituelle Erfahrung darstellte &#8211; vergleichbar mit einem gro&#223;en Volksfest, wie er es am Beispiel der Wallfahrtsfeste in Jerusalem anschaulich beschreibt.</p><p>Ein Schl&#252;sselbegriff des Gespr&#228;chs ist die hebr&#228;ische Wurzel des Wortes &#8222;<em>Korban</em>&#8220; (Opfer). Ahrens erkl&#228;rt im Anschluss an Rabbiner Samson Raphael Hirsch, dass &#8222;Korban&#8220; von &#8222;karow&#8220; &#8211; &#8222;sich n&#228;hern&#8220; &#8211; abgeleitet ist. Es geht also nicht darum, Gott zu &#8222;bestechen&#8220;, sondern darum, ihm n&#228;herzukommen und eine innige Beziehung zu ihm aufzubauen.</p><p>Ahrens skizziert auch die rabbinische Debatte &#252;ber den Ursprung des Opferdienstes: Der Radak erkl&#228;rt, Gott habe urspr&#252;nglich nur verlangt, auf seine Stimme zu h&#246;ren &#8211; erst nach dem S&#252;ndenfall mit dem Goldenen Kalb seien die Opfergesetze eingef&#252;hrt worden. Der Rambam erg&#228;nzt, dass die gew&#228;hlten Opfertiere bewusst solche waren, die anderen V&#246;lkern heilig galten, um durch deren Schlachtung den G&#246;tzendienst zu &#252;berwinden.</p><p>Den Abschluss bildet eine gemeinsame Reflexion &#252;ber den modernen Menschen: Nach der Tempelzerst&#246;rung vor ca. 2000 Jahren ersetzten Gebet und Synagoge den Opferdienst &#8211; das Gebet als &#8222;Dienst des Herzens&#8220;, wie der Talmud formuliert. Jehoschua Ahrens und ich stellen fest, dass der Mensch heute spirituelle Sehnsucht versp&#252;rt, aber verlernt hat, wie er sie stillen kann &#8211; und sich stattdessen in Konsumismus, Popkultur oder fern&#246;stlichen Ersatzreligionen verliert. Der Appell lautet: Wieder in die eigene religi&#246;se Tradition einzutauchen, sei sie j&#252;disch, christlich oder muslimisch.</p><div class="install-substack-app-embed install-substack-app-embed-web" data-component-name="InstallSubstackAppToDOM"><img class="install-substack-app-embed-img" src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png"><div class="install-substack-app-embed-text"><div class="install-substack-app-header">Mehr von Ricklef M&#252;nnich in der Substack-App sehen</div><div class="install-substack-app-text">Verf&#252;gbar f&#252;r iOS und Android</div></div><a href="https://substack.com/app/app-store-redirect?utm_campaign=app-marketing&amp;utm_content=author-post-insert&amp;utm_source=ahavta" target="_blank" class="install-substack-app-embed-link"><button class="install-substack-app-embed-btn button primary">App herunterladen</button></a></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Wajakhel & Pekude || Heilig: Zeit oder Raum?]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Was war das erste Heilige in der Tora &#8211; ein Berg, ein Altar, ein Tempel? Die Antwort &#252;berrascht. Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens &#252;ber Schabbat und Mischkan.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/wajakhel-and-pekude-heilig</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/wajakhel-and-pekude-heilig</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 13 Mar 2026 14:12:47 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/190770385/c993951389e405af533bbaa87f4187f9.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Vielen Dank an alle, die das Live-Video verfolgt haben &#8211; auch mit der kleinen Unterbrechung, die es Live immer geben kann! Sei auch beim n&#228;chsten Mal wieder dabei.</em></p><p><em><strong>Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens</strong></em> erkl&#228;rt, warum die Doppel-Parascha &#8222;<em><strong>Wajakhel-Pekude</strong></em>&#8220; <strong>(2. Mose 35&#8211;40)</strong> das zweite Buch Mose erst vollst&#228;ndig abschlie&#223;t. Unter Berufung auf <em>Nachmanides</em> (Ramban) betont er: Weder der Auszug aus &#196;gypten noch die Gabe der Tora am Sinai stellen bereits die wahre Freiheit dar. Erst mit dem Bau des Mischkan &#8211; des mobilen Stiftszeltes &#8211; ist der Exodus wirklich vollendet. Denn wahre Freiheit bedeutet, selbst einen heiligen Ort zu schaffen, an dem das Volk mit Gott in Verbindung treten und selbst entscheiden kann, wann es arbeitet und wann es ruht.&#8203;</p><div><hr></div><p><em>Du kannst den Tora-Abschnitt der Woche in der &#220;bersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und als Podcast h&#246;ren: </em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;0663e85f-265e-42a2-8a05-f0ef3812879a&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Der Wochenabschnitt Wajakhel&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;showDescription&quot;:true,&quot;showImage&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Wajakhel&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:119526272,&quot;name&quot;:&quot;Ricklef M&#252;nnich&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Als Pfarrer i.R. mache ich, was mir wichtig ist. Ich schreibe &#252;ber rabbinisches &amp; heutiges Judentum. Ein Verst&#228;ndnis davon ist f&#252;r den christlichen Glauben essentiell &#8211; wie der Jude Jesus, den ich als Christus bekenne. Er ist es, der mich auffordert.&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/454195ca-5401-407e-bc9c-37f522f20570_2952x2952.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-03-12T13:01:29.908Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/6d2c8588-0684-4c5a-aee5-b2fe7f47e0bc_1200x630.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/wajakhel-b47&quot;,&quot;section_name&quot;:&quot;Sidra deutsch&quot;,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:186251647,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:1278977,&quot;publication_name&quot;:&quot;ahavta - Begegnungen&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><div><hr></div><h4><strong>Schabbat und Mischkan &#8211; untrennbar verbunden</strong></h4><p>Der scheinbar &#252;berraschende Schabbat-Vers zu Beginn von Wajakhel (2. Mose 35,2) &#8211; &#8222;Sechs Tage sollt ihr Arbeit tun, am siebten ist euch Schabbat&#8220; &#8211; wird von Ahrens als theologisch zwingend erkl&#228;rt. Laut talmudischer Tradition sind die 39 Kategorien der am Schabbat verbotenen Arbeiten genau jene T&#228;tigkeiten, die beim Bau des Stiftszeltes verrichtet wurden. <em>Rabbiner Samson Raphael Hirsch</em> deutet dies so: Der Mensch unterwirft sich die Welt, um sich und seine Welt Gott zu unterwerfen. Am Schabbat h&#228;lt er inne und huldigt damit dem einzigen wahren Sch&#246;pfer &#8211; dem Bekenntnis, dass nicht er selbst, sondern Gott der eigentliche Urheber aller Sch&#246;pfung ist. Selbst die Heiligkeit des Mischkan vermag den Schabbat nicht zu &#8222;&#252;bertrumpfen&#8221;.&#8203;</p><h4>Heiligkeit in Zeit und Raum</h4><p>Im Zentrum steht f&#252;r Ahrens die Frage, was im Judentum als &#8222;heilig&#8221; gilt. Mit <em>Abraham Joshua Heschel</em> weist er darauf hin, dass das erste Vorkommen des Wortes &#8222;<em>kadosch</em>&#8221; (heilig) in der Tora nicht einem Ort, sondern der Zeit gilt: Gott segnete den siebten Tag und machte ihn heilig (1. Mose 2). Heschel schreibt: <em>&#8222;Sechs Tage leben wir unter der Tyrannei der Dinge des Raumes. Am Schabbat versuchen wir uns einzustimmen auf die Heiligung der Zeit.&#8220;</em> Ahrens erg&#228;nzt Heschel: Die Heiligkeit liegt im Judentum in beidem &#8211; in Zeit und Raum. Schabbat und Mischkan (heute: Synagoge) geh&#246;ren zusammen und bedingen einander.&#8203;</p><h4>Freiheit, Gegenwart Gottes und Israel</h4><p>Abschlie&#223;end entfaltet der Rabbiner den Gedanken der Gottesbezeichnung &#8222;<em>Maqom</em>&#8220; (Ort): Gott selbst ist der Ort der Welt, er ist omnipr&#228;sent. Deshalb konnte das Judentum auch nach der Zerst&#246;rung des Tempels fortbestehen. Und doch bleibt die r&#228;umliche Dimension bedeutsam &#8211; das Land Israel und Jerusalem als heiliger Ort. F&#252;r Ahrens ist die fortdauernde Existenz des j&#252;dischen Volkes trotz aller Verfolgung ein Zeichen der Gegenwart Gottes in der Geschichte. Schabbat und Synagoge nennt er <em>&#8222;zwei echte Geschenke Gottes&#8220;</em>, die dem Menschen Raum und Zeit geben, um den Alltag loszulassen und die Heiligkeit Gottes zu sp&#252;ren.</p><div class="install-substack-app-embed install-substack-app-embed-web" data-component-name="InstallSubstackAppToDOM"><img class="install-substack-app-embed-img" src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png"><div class="install-substack-app-embed-text"><div class="install-substack-app-header">Mehr von Ricklef M&#252;nnich in der Substack-App sehen</div><div class="install-substack-app-text">Verf&#252;gbar f&#252;r iOS und Android</div></div><a href="https://substack.com/app/app-store-redirect?utm_campaign=app-marketing&amp;utm_content=author-post-insert&amp;utm_source=ahavta" target="_blank" class="install-substack-app-embed-link"><button class="install-substack-app-embed-btn button primary">App herunterladen</button></a></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>