<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[ahavta - Begegnungen: Das jüdische Jahr]]></title><description><![CDATA[Mit Rosch HaSchana, dem Neujahr, beginnt das jüdische Jahr. Die Zählung der Kalenderjahre ist seit Mitte September 2023 bereits bei 5784. Die Feste im Kalender werden von Israel nach den Geboten der Tora festgelegt. Die Zeit aber wird vom Schabbat strukturiert, den Gott mit der Schöpfung der Welt eingeführt hat.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/s/das-juedische-jahr</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!bi2S!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe9a77d9d-c51f-4dd3-aa0b-553b2e45ec43_768x768.png</url><title>ahavta - Begegnungen: Das jüdische Jahr</title><link>https://plus.ahavta.com/s/das-juedische-jahr</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Thu, 29 Oct 2026 08:39:59 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://plus.ahavta.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Ricklef Münnich]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[info@ahavta.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[info@ahavta.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Ricklef Münnich]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Ricklef Münnich]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[info@ahavta.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[info@ahavta.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Ricklef Münnich]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Lech Lecha || Aufbruch mit 75]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen (20 Min.) | Abraham verl&#228;sst Land und Vaterhaus, ohne das Ziel zu kennen &#8211; und macht bald seinen ersten Fehler. Rabbiner Alexander Nachama &#252;ber Vertrauen, Mut und einen sehr menschlichen Stammvater.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/lech-lecha-aufbruch-mit-75</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/lech-lecha-aufbruch-mit-75</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 23 Oct 2026 12:03:58 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/221531575/ea43217e705510a81de17ad95920aa86.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Auslegung zum Wochenabschnitt &#8222;Geh f&#252;r dich&#8220; wurde am 30. Oktober 2020 aufgezeichnet. Auf diesem Portal habe ich sie noch nicht ver&#246;ffentlicht.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Alexander Nachama</strong></em> liest den <strong>Wochenabschnitt Lech Lecha (1. Mose 12,1&#8211;17,27)</strong> als Geschichte von Aufbruch, Vertrauen und menschlicher Schw&#228;che. Der Ruf <em>&#8222;Lech Lecha&#8220;</em> &#8211; &#8222;Geh f&#252;r dich&#8220; oder &#8222;Zieh hinweg&#8220; &#8211; verlangt von Awram, Land, Geburtsort und Vaterhaus zu verlassen: ein Vorgang, der in einem einzigen Vers steht und doch ein Leben umw&#228;lzt. Anders als bei Noach, den die Tora als gerechten Mann erw&#228;hlt, schweigt sie bei Abraham &#252;ber die Gr&#252;nde. F&#252;r Nachama zeigt das, dass Gottes Beweggr&#252;nde nicht immer verst&#228;ndlich sein m&#252;ssen und dass eine an keine Bedingung gekn&#252;pfte Erw&#228;hlung auch durch sp&#228;tere Entwicklungen nicht infrage steht.</p><p>Abraham ist bereits 75 Jahre alt. Ein Midrasch erz&#228;hlt, wie er die G&#246;tzen seines Vaters Terach zerschl&#228;gt; von Gott als Sch&#246;pfer muss er nicht erst &#252;berzeugt werden. Darum folgt er der Stimme in fast blindem Vertrauen und lebt Mut vor, auch im Alter Neues zu wagen, ohne das Ziel zu kennen. Ein anderer Midrasch vergleicht ihn mit einer verschlossenen Orange: Erst in der Fremde &#246;ffnet er sich und verbreitet seinen Duft in alle Himmelsrichtungen.</p><p>Bald folgt die erste Krise. Eine Hungersnot treibt Abraham nach &#196;gypten; <em>Raschi</em> deutet sie als Pr&#252;fung, die Abraham besteht, weil er nicht an Gott zweifelt. In &#196;gypten aber gibt er Sarai aus Todesangst als seine Schwester aus &#8211; eine halbe Wahrheit, denn nach Genesis 20,12 haben beide denselben Vater. Sarai gelangt in den Palast des Pharao, Abraham erh&#228;lt reiche Gaben, von Zweifeln berichtet die Tora nichts. Erst Plagen &#252;ber den Pharao, nach Raschi eine Hautkrankheit, f&#252;hren zur Ausweisung des Paares.</p><p>Gerade diese Fehler machen Abraham f&#252;r Nachama menschlich und sympathisch, wie sp&#228;ter Jizchak, Jaakow und Mosche. Hinterher zu kritisieren ist leichter, als in schweren Lagen zu entscheiden. Mit Blick auf die Pandemie verweist er auf <em>Pikuach Nefesch</em>: lieber im Zweifel leben, als ohne Zweifel sterben. Auf die Frage, warum so viele Wege nach &#196;gypten f&#252;hren, bis zur Flucht Jesu, kennt er keine &#252;berlieferte Antwort. Er verweist aber auf &#196;gypten als Gro&#223;macht, an deren als Gott verehrtem Herrscher sich Gottes Allmacht erweist.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Noach || Das bittere Blatt des Friedens]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen (38 Min.) | Warum bringt die Taube keine s&#252;&#223;e Dattel, sondern ein bitteres &#214;lblatt? Andrew Steiman &#252;ber Licht in der Arche, Frieden als M&#252;he und ein Minimum an Moral.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/noach-das-bittere-blatt-des-friedens</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/noach-das-bittere-blatt-des-friedens</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 16 Oct 2026 12:03:59 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/220396159/622a27451a7841d56be1def6aa9d4d44.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Auslegung zum Wochenabschnitt &#8222;Noah&#8220; wurde am 23. Oktober 2020 aufgezeichnet. Auf diesem Portal habe ich sie noch nicht ver&#246;ffentlicht.</em></p><p><em>Diese Folge besitzt kein Video; so wirst du umso besser zuh&#246;ren k&#246;nnen.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> liest die Parascha <strong>Noach (1. Mose 6,9&#8211;11,32)</strong> als vielschichtige Erz&#228;hlung &#252;ber Licht, Frieden und das moralische Minimum menschlichen Zusammenlebens. Ausgangspunkt ist das hebr&#228;ische Wort <em>Tewa</em>: Es bezeichnet die Arche, aber auch das K&#246;rbchen, in dem Mose auf dem Nil treibt. Buber und Rosenzweig &#252;bersetzen deshalb mit <em>&#8222;Kasten&#8220;</em>. Tewa meint ein Beh&#228;ltnis, im &#252;bertragenen Sinn auch ein Konzept, &#228;hnlich wie <em>Dawar</em> zugleich Wort und Sache bedeutet.</p><p>Im Anschluss an eine von <em>Raschi</em> angesto&#223;ene Diskussion deutet Steiman den nur einmal belegten <em>Sohar</em>, die Dachluke der Arche, als Hinweis auf verschiedene Formen von Licht. Manche Stimmen sehen darin einen Glanz im Innern, andere sehen Noach selbst als Lichttr&#228;ger, gleichsam als Vorl&#228;ufer des strahlenden Mose. Noach ist jedoch ein Gerechter <em>&#8222;zu seiner Zeit&#8220;</em>, eine Zwischenstation zwischen Sch&#246;pfung und Abraham. Nach der Flut zerbricht sein Heldentum: Er wird zum ersten dokumentierten Betrunkenen der Menschheitsgeschichte. Mit dem Turmbau zu Babel endet die Parascha in einem Drama von H&#246;he und Fall.</p><p>Steiman warnt davor, diese Geschichten zu infantilisieren. Die Abstammung aller Menschen von einem Paar und die bunte Nachkommenschaft von Schem, Cham und Jafet, gespiegelt im Regenbogen, widerlegen jeden Rassismus. Mit <em>Amos Oz</em> deutet er das bittere &#214;lblatt im Schnabel der Taube: Frieden ist nicht s&#252;&#223;, er kostet M&#252;he, verlangt tiefes Fliegen und die R&#252;ckkehr mit einer Botschaft.</p><p>Die noachidischen Gebote, allen voran das Verbot des Blutvergie&#223;ens, versteht Steiman als universellen Minimalkonsens, als <em>Minima Moralia</em> im Sinne Adornos. Sie sind f&#252;r ihn ein klares Nein zu Gewalt, wie sie sich in der Ermordung eines Lehrers in Frankreich zeigt. Den Neubau des J&#252;dischen Museums in Frankfurt erlebt er als moderne <em>Tewa</em>: hermetisch, wei&#223;, mit Licht von oben, ein Ort der Aufkl&#228;rung. Die Tora erscheint ihm als Stra&#223;enkarte: Wort ohne Welt f&#252;hrt ins Nichts, Welt ohne Wort verliert den moralischen Kompass.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Bereschit || Kein Sündenfall, sondern Erwachsenwerden]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen (48 Min.) | Sechs Tage, die keine Tage sind, eine Schlange, die m&#228;nnlich ist, und ein Kain, der eine Stadt baut: Rabbiner Walter Rothschild liest den Anfang der Tora gegen jeden Fundamentalismus.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/bereschit-kein-suendenfall</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/bereschit-kein-suendenfall</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 09 Oct 2026 12:03:35 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/219491685/504985be07f0fd2c48cf66b2f21d2395.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Auslegung zum Wochenabschnitt &#8222;Im Anfang&#8220; wurde am 16. Oktober 2020 aufgezeichnet. Auf diesem Portal habe ich sie noch nicht ver&#246;ffentlicht.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</strong></em>, der sich aus seiner Heimatstadt Bradford zuschaltete, beginnt beim Lesezyklus: Nach <em>Simchat Tora</em> f&#228;ngt die Toralesung mit <strong>Bereschit (1. Mose 1,1&#8211;6,8)</strong> wieder von vorn an. Warum es 54 Wochenabschnitte gibt, erkl&#228;rt er mit Schaltjahren, zusammengelegten Abschnitten, Feiertagen und dem zweiten Feiertag der Diaspora. Nichts im Judentum ist so einfach, wie man denkt.</p><p>Genesis 1 h&#228;lt er f&#252;r eines der meist missverstandenen Kapitel der Bibel. Er liest es nicht als Tatsachenbericht, sondern als Gedicht. Die &#8222;Tage&#8220; sind keine 24 Stunden, denn Sonne und Mond entstehen erst sp&#228;ter. Gott trennt Licht und Finsternis, doch Abend und Morgen sind &#220;berg&#228;nge, keine scharfen Grenzen. Dass Gott Sonne, Mond und Sterne nur als Lichter setzt, versteht Rothschild als Absage an Gestirnsg&#246;tter und Astrologie. Der Auftrag <em>&#8222;Seid fruchtbar&#8220;</em> sorgt daf&#252;r, dass das Leben weitergeht. Daraus folgt f&#252;r ihn: Alles Leben ist heilig, und der Mensch darf nur mit Verantwortung herrschen.</p><p><strong>Kapitel 2</strong> ist eine zweite, parallele Sch&#246;pfungserz&#228;hlung, die Fundamentalisten gern &#252;bersehen. In <strong>Kapitel 3</strong> sieht Rothschild keinen S&#252;ndenfall, sondern das Erwachsenwerden: Die Menschen sch&#228;men sich ihrer selbst, verlassen den Garten und k&#246;nnen nun selbst f&#252;r Nachwuchs sorgen, m&#252;hsam und unter Schmerzen. In &#220;bersetzungen gehen Wortspiele wie <em>&#8222;arum&#8220;</em> (nackt und listig) verloren, ebenso die Schlange, die im Hebr&#228;ischen m&#228;nnlich ist. Den Namen Chawa gibt Adam seiner Frau erst nach der Vertreibung: Sie wird zur Mutter.</p><p><strong>Kain</strong> ist f&#252;r ihn kein kaltbl&#252;tiger M&#246;rder. Er bringt als Erster ein Geschenk und wird von Gott, einem unerfahrenen &#8222;Gro&#223;vater&#8220;, zur&#252;ckgewiesen. Dann schl&#228;gt er im Affekt zu, ohne zu wissen, was Sterben ist. Auf den Fluch antwortet er trotzig: Er baut eine Stadt und gr&#252;ndet eine Familie.</p><p>Am Ende stehen die offenen Fragen nach Herkunft, Aufgabe und Verantwortung f&#252;r Mensch, Tier und Natur. Rothschild warnt vor jedem Fundamentalismus: <em>Wer nur Antworten hat, h&#246;rt auf, Fragen zu stellen.</em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schemini Azeret || Bleibt noch einen Tag!]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen (21 Min.) | Nach drei Wochen Festzeit f&#228;llt Gott der Abschied schwer. Rabbiner Alexander Nachama &#252;ber ein r&#228;tselhaftes Fest, ein kleines Festmahl und den ersehnten Regen.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/schemini-azeret-bleibt-noch</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/schemini-azeret-bleibt-noch</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 02 Oct 2026 12:02:52 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/217457168/f8375fe1e968251d4476582d3e51f549.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Auslegung zum Schabbat an Schemini Azeret wurde am 9. Oktober 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Alexander Nachama</strong></em> erkl&#228;rt Schemini Azeret, das <strong>Schlussfest am achten Tag</strong>, als eigenst&#228;ndigen Feiertag, der direkt auf Sukkot folgt. Sukka und Feststrau&#223; fallen weg. Beim Kiddusch spricht man aber erneut den Segen Schehechejanu, der sonst den Beginn eines Festes markiert. Anders als Pesach, Schawuot oder Sukkot hat Schemini Azeret keinen erkennbaren Anlass: Die Tora (4. Mose 29,35) nennt nur Festversammlung, Arbeitsruhe und Opfer.</p><p>Eine Deutung findet Nachama bei <em>Raschi</em>. Nach dem Midrasch bittet Gott die Wallfahrer vor der Heimkehr um ein kleines Festmahl. Wie ein Vater, dem der Abschied seiner Kinder schwerf&#228;llt, sagt er: Bleibt noch einen Tag. Schemini Azeret erscheint so als z&#228;rtliche Zugabe nach Rosch haSchana, Jom Kippur und Sukkot, bevor der Winter beginnt. Ein Midrasch des <em>Rabbi Levi</em> deutet den Festkalender: Wegen des Goldenen Kalbs im Tammus erh&#228;lt Israel in Tammus, Aw und Elul keine Feste. Der Tischri gleicht dies aus, indem Rosch haSchana, Jom Kippur und Sukkot f&#252;r diese drei Monate stehen. Damit wird Schemini Azeret zum eigentlichen Fest des Tischri.</p><p>In der Liturgie beginnt an Schemini Azeret das Gebet um Regen f&#252;r Israel, wo ausbleibender Winterregen eine Katastrophe bedeutet. <em>Rabbi Chama ben Chanina</em> vergleicht den Regentag mit der Erschaffung von Himmel und Erde. <em>Rabbi Tanchum bar Chija</em> h&#228;lt ihn sogar f&#252;r gr&#246;&#223;er als die Gabe der Tora, weil er die ganze Welt erfreut, Mensch und Tier. Wer den ersten Regen nach dem langen israelischen Sommer erlebt, versteht das als Wunder.</p><p>Ich frage, ob im Regen wie im Johannesevangelium auch das Bild des herabkommenden Geistes mitschwingt. Nachama betont, dass Leben und Torastudium den Regen als Nahrungsgrundlage voraussetzen. Er verbindet ihn mit Hoschana Rabba als letzter Gelegenheit, das Urteil zum Guten zu wenden, mit dem Wunsch nach einem guten <em>Kwittel</em>, mit dem Wassersch&#246;pffest und mit dem Schwenken der vier Arten als m&#246;glichem Regenritual. Zum Schluss beschreibt er Simchat Tora unter den Corona-Bedingungen, ohne Tanz und Umzug mit der Tora. F&#252;r mich bleibt die Kawana entscheidend.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Sukkot || Vollmond über der Laubhütte]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen (34 Min.) | Was verbindet den Mondkalender mit dem Bau des Heiligtums und einem Huhn voller S&#252;nden? Ein Gespr&#228;ch &#252;ber Sukkot, Schabbat und die Kraft des j&#252;dischen Lachens.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/sukkot-vollmond-ueber-der-laubhuette</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/sukkot-vollmond-ueber-der-laubhuette</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 25 Sep 2026 12:03:47 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/217105103/74cffaaaec6bbb341dc5ced234a2be7c.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Auslegung zum Schabbat am 1. Tag von Sukkot wurde am 2. Oktober 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p>Zum Schabbat, der mit dem ersten Tag des Laubh&#252;ttenfests zusammenf&#228;llt, schlug <em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> einen Bogen vom Kalender &#252;ber das Schabbatrecht bis zum j&#252;dischen Humor. Ausgangspunkt ist sein Sch&#246;pfungsmuster aus These, Gegenthese und Synthese: Himmel und Erde, Sonne und Mond. Der j&#252;dische Kalender will beiden Gestirnen gerecht werden. Die Jahre folgen der Sonne, die Monate dem Mond, der rund 29,5 Tage f&#252;r seinen Umlauf braucht. Deshalb z&#228;hlen j&#252;dische Monate abwechselnd 29 und 30 Tage. Jeder Monat beginnt mit Neumond &#8211; die Zeit ist schon da, man sieht sie nur noch nicht. Am 15. Tischri steht darum der Vollmond am Himmel: <em>Sukkot</em> ist der erste Vollmond im Herbst, ein Punkt, an dem sich Mond- und Sonnenrhythmus wie in einem Koordinatensystem treffen.</p><p>Beim Feststrau&#223; der vier Arten erz&#228;hlt Steiman, dass die meisten <em>Etrogim</em> heute aus Sizilien kommen, seit die Plantagen bei El-Arisch auf dem Sinai an Bedeutung verloren haben. Dass der Strau&#223; am Schabbat nicht geschwenkt wird, erkl&#228;rt er mit dem Verbot, im &#246;ffentlichen Raum zu tragen. Die 39 verbotenen Arbeiten leitet er aus den T&#228;tigkeiten beim Bau des Heiligtums ab: Profane Arbeit ist Voraussetzung des Heiligen, das Heilige Erg&#228;nzung des Profanen. Aus demselben Grund bleibt auch der <em>Schofar</em> an einem <em>Rosch HaSchana</em> stumm, das auf den Schabbat f&#228;llt.</p><p>Die talmudische Pointe, wer dennoch einen <em>Schofar</em> mitbringe, wolle ihn wohl erst lernen, f&#252;hrt zum Herzst&#252;ck des Gespr&#228;chs: dem Humor. Mit mir ist sich Steiman einig, dass die Debatten der Lehrh&#228;user Freude am Streit spiegeln und ohne Humor unverst&#228;ndlich bleiben. Er erinnert an den Historiker <em>Walter Grab</em>, an seinen Lehrer <em>Emanuel Weinberger</em>, der in Theresienstadt mit <em>Leo Baeck</em> lernte, und an seinen Gro&#223;vater: Nicht die Hoffnung sterbe zuletzt, sondern der Humor. Eine fast hundertj&#228;hrige Bewohnerin der Budge-Stiftung bezeugt, dass selbst in Auschwitz &#252;ber die SS gelacht wurde. Humor ist f&#252;r Steiman eine S&#228;ule des Judentums &#8211; bis hin zum Spott &#252;ber eigene Br&#228;uche wie das <em>Kapparot</em>-Schlagen, bei dem sein Vater als Kind fragte, ob man das Huhn nun samt den S&#252;nden wieder aufesse.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Haasinu || Mosches letztes Lied]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen (21 Min.) | Schweres Hebr&#228;isch, zweispaltig geschrieben, voller Hoffnung und Warnung: Alexander Nachama liest Mosches Abschiedslied hinein in unsere Gegenwart.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/haasinu-mosches-letztes-lied</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/haasinu-mosches-letztes-lied</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 18 Sep 2026 12:04:28 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/216129562/765fa4701bd6f57408bf81326f733334.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Auslegung zum Wochenabschnitt Haasinu wurde am 25. September 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Alexander Nachama</strong></em> ordnet den <strong>Wochenabschnitt Haasinu (5. Mose 32,1&#8211;52)</strong> zun&#228;chst in den besonderen Schabbat ein, an dem er gelesen wird: den <em>Schabbat Schuwa</em>. Der Name stammt aus den ersten Worten der Haftara &#8211; <em>&#8222;Kehre zur&#252;ck, Israel, zum Ewigen, deinem Gott, denn du bist gestrauchelt durch deine S&#252;nde&#8220;</em> (Hosea 14,2). Nachama erinnert an den aschkenasischen Brauch, dass Rabbiner fr&#252;her nur zweimal im Jahr vor die Gemeinde traten, um zu predigen: am Schabbat Hagadol vor Pessach und am Schabbat Schuwa, um zur Umkehr aufzurufen. Auch heute gilt es, die zehn Bu&#223;tage zwischen Rosch Haschana und Jom Kippur zu nutzen, um zu pr&#252;fen, wo man anderen Unrecht getan hat, und sich zu vers&#246;hnen. Angesichts der Schadenfreude, mit der mancher &#252;ber die Fehler anderer herzieht, bleibt fragw&#252;rdig, was das neue Jahr bringt &#8211; doch zur Umkehr ist es nie zu sp&#228;t, und Gott er&#246;ffnet die M&#246;glichkeit, Negatives hinter sich zu lassen.</p><p><em>Haasinu</em> ist ein Lied der Hoffnung und der Warnung, eines von drei Liedern, die auf Mosche zur&#252;ckgehen: neben dem Lied am Schilfmeer (<em>Schirat Hajam</em>) und Psalm 90. Der Text ist in schwerem Hebr&#228;isch verfasst und deshalb beim Vortrag ohne Vokale eine Herausforderung. In der Tora steht er zweispaltig geschrieben; der zweite Teil einer Zeile bekr&#228;ftigt jeweils den ersten &#8211; <em>&#8222;meine Rede tropfe wie Regen&#8220; / &#8222;meine Rede flie&#223;e wie Tau&#8220;</em>.</p><p>Inhaltlich beruht die Hoffnung des Liedes auf Gottes Treue: <em>&#8222;Ein Fels ist er, ein Gott der Treue ohne Fehl.&#8220;</em> Treue zeigt sich darin, dass man nicht nur in guten, sondern gerade in schweren Zeiten zusammenh&#228;lt. Trotz goldenem Kalb und st&#228;ndigem Murren bleibt Gott Israel treu &#8211; das gibt Sicherheit f&#252;r kommende Herausforderungen. Das Adlerbild, das &#252;ber den Jungen schwebt und sie auf seinen Schwingen tr&#228;gt, dr&#252;ckt Mosches Hoffnung aus, dass Gott sein Volk f&#252;hrt und Israel keinem fremden Gott verf&#228;llt. Nachama &#252;bertr&#228;gt das auf die Gegenwart: Wenn Menschen zum &#8222;Fu&#223;ballgott&#8220; erhoben werden, gilt es zu erkennen, dass sie nur Menschen sind. <em>&#8222;Ich kann t&#246;ten und beleben, verwunden und heilen&#8220;</em> zeigt: Alle Macht liegt bei Gott; &#196;rzte haben ihren wichtigen Anteil, w&#228;ren ohne Gottes Hilfe aber machtlos.</p><p>So passt das Lied in die Gegenwart: Es erinnert an Gottes Macht, an seine erwiesene Treue und daran, dass nichts Gewesenes vergessen wird &#8211; gerade an Jom Kippur, wenn das Schicksal besiegelt wird. Nachama schlie&#223;t mit dem Gebet um Einschreibung in das Buch des Lebens und dem Wunsch <em>Chatima Towa</em>.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Zom Gedalja || Wenn der Feind aus den eigenen Reihen kommt]]></title><description><![CDATA[Ein Fasttag zwischen Rosch Haschana und Jom Kippur mit gro&#223;er Last. An ihm misst das Judentum bis heute, ob es &#252;berleben kann: Hass aus den eigenen Reihen wiegt schwerer als jeder &#228;u&#223;ere Feind.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/zom-gedalja</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/zom-gedalja</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 13 Sep 2026 11:34:04 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!8QHF!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F329ed0ea-f61d-4e4e-b4b5-96569804f9a9_1200x630.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Am 3. Tischri, dem Tag nach Rosch Haschana, begehen J&#252;dinnen und Juden <em><strong>Zom Gedalja</strong></em>, das Gedalja-Fasten. F&#228;llt der 3. Tischri auf einen Schabbat, wird der Fasttag auf den 4. Tischri verschoben, weil am Schabbat nicht gefastet wird (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zom_Gedalja">Wikipedia</a>). Von den sechs Fasttagen des j&#252;dischen Jahres ist Zom Gedalja einer der kleinen: Er beginnt bei Morgengrauen und &#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://plus.ahavta.com/p/zom-gedalja">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Erew Rosch HaSchana || Abrahams Schweigen]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen (38 Min.) | Drei Tage Weg, kein einziges Wort. Walter Rothschild liest die Leerstellen zwischen den Versen &#8211; und fragt, ob Abraham die Pr&#252;fung wirklich bestanden hat.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/erew-rosch-haschana-abrahams-schweigen</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/erew-rosch-haschana-abrahams-schweigen</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 11 Sep 2026 12:04:03 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/215029450/d57cc27fe1a02c56bec39ca64cd4bd91.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Auslegung zur Akedat Jizchak wurde am 18. September 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p>Zu <strong>Erew Rosch HaSchana</strong> 5781 sprach <em><strong>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</strong></em> nicht &#252;ber einen Wochenabschnitt, sondern &#252;ber die Festtagslesung: Weil Rosch HaSchana 5781 wie auch im neuen Jahr 5787 auf den Schabbat f&#228;llt, tritt der <strong>Feiertagsabschnitt</strong> an die Stelle der Parascha. Gelesen werden <strong>1. Mose 21 und 22</strong> &#8211; nach Rothschild zwei versuchte Morde: an Hagar und Jischmael, dann an Jizchak. Warum ausgerechnet diese Texte am Tag des Gerichts stehen, an dem Menschen um Vergebung f&#252;r ihre vergleichsweise kleinen Verfehlungen bitten, bleibt f&#252;r ihn die offene Frage.</p><p>Er liest Genesis 22 als zehnte und letzte Pr&#252;fung Abrahams und stellt die theologische Kernfrage: Hat Abraham bestanden &#8211; oder versagt? Abraham zeigt Gehorsam, Glauben und Vertrauen. Doch zwischen Vers 2 und Vers 3 fehlt, was man erwarten m&#252;sste: Einspruch, Protest, Verhandlung. Derselbe Mann, der um Sodom mit Gott feilscht, steht schweigend fr&#252;h auf und geht. Drei Tage Weg ohne ein einziges Wort. Rothschild betont, dass gerade das Ungesagte im Text zu lesen ist: das doppelte &#8222;<em>Hineni</em>&#8220;, die betonte Wendung &#8222;Abraham, sein Vater&#8220;, der Vers, in dem Bauen, Schichten, Binden und Legen in einem Atemzug geschehen, und das fehlende Komma in <em>&#8222;Gott wird sich das Lamm ersehen, mein Sohn&#8220;</em>.</p><p>Der Engel spricht: <em>&#8222;Jetzt wei&#223; ich, dass du gottesf&#252;rchtig bist.&#8220;</em> Ist das Lob oder Vorwurf? Rothschild fragt, was Gott vom Menschen will &#8211; blinden Gehorsam oder Partnerschaft, Widerspruch, Dialog. Er zieht die Linie zur Gegenwart: zu Menschen, die im Namen Gottes t&#246;ten, und zur Grenze zwischen Glaube und Fanatismus. Zu viel Religion, sagt er, sei auch schlecht f&#252;r die Seele.</p><p>Zuletzt wendet er sich Jizchak zu, dem Sohn einer greisen Mutter, &#252;ber den gelacht wird, der sich keine Frau sucht, der von seinen S&#246;hnen get&#228;uscht wird und erblindet. Rothschild tr&#228;gt diese Hinweise zusammen und wagt eine Vermutung: eine Behinderung, vielleicht ein Kind, um dessen Zukunft die Eltern f&#252;rchten. Vater und Sohn gehen gemeinsam hinauf &#8211; zur&#252;ck gehen sie nicht. Etwas ist zerst&#246;rt. Jizchak bleibt das Zwischenglied zwischen Abraham und Jakob. Das R&#228;tsel des Tages, sagt Rothschild nach Jahrzehnten im Rabbinat, ist ungel&#246;st.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/erew-rosch-haschana-abrahams-schweigen?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/erew-rosch-haschana-abrahams-schweigen?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Nizawim || Vom Fürsten bis zum Wasserschöpfer]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Ein Vers, der Ungeborene einschlie&#223;t, kleine Punkte in der Torarolle und ein deutliches Nein zu Religion aus Angst.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/nizawim-vom-fuersten</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/nizawim-vom-fuersten</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 04 Sep 2026 12:03:04 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/213922080/531ebd3a51e7a66245b0741d084909f3.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Nizawim wurde am 11. September 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</strong></em> sprang kurzfristig f&#252;r den erkrankten Landesrabbiner ein und legt den Wochenabschnitt <strong>Nizawim (5. Mose 29,9&#8211;30,20)</strong> aus der Doppelparascha Nizawim-Wajelech aus. </p><p>Ausgangspunkt ist der erste Vers: <em>&#8222;Ihr steht heute alle vor dem Ewigen.&#8220;</em> Rothschild geht die Aufz&#228;hlung Wort f&#252;r Wort durch: Stammesoberh&#228;upte, &#196;lteste, Amtsleute, alle M&#228;nner, dann die Kinder, die Frauen, der Fremde im Lager und schlie&#223;lich der Holzsammler und der Wassersch&#246;pfer. Gerade die, die die Knochenarbeit tun, geh&#246;ren mit in den Bund, sonst w&#228;ren sie nicht genannt. Auch die Grammatik tr&#228;gt Deutung: Der Text wechselt vom Plural in den Singular, vom &#8222;euer Gott&#8220; zum &#8222;dein Gott&#8220;. Ich hebe den demokratischen Zug in dieser Parascha hervor, ganz Israel von oben bis unten. Rothschild verbindet das mit dem Herbst 2020, in dem Zusammensein nur &#252;ber Bildschirme m&#246;glich war und vielen k&#246;rperlich wie spirituell fehlte.</p><p>Zentral wird der Satz, dass der Bund auch mit denen gilt, die heute nicht hier sind. Die rabbinische Tradition liest darin die noch nicht Geborenen, also uns. Rothschild sieht darin Kontinuit&#228;t und Schicksalsgemeinschaft: Moses spricht zur n&#228;chsten Generation, kurz bevor sie ohne ihn &#252;ber den Jordan zieht.</p><p>Kritisch bleibt Rothschild bei den Fluchworten und dem Bild von Sodom und Gomorra. Mit einem Gott, der schnell zornig wird und keine zweite Chance gibt, hat er Schwierigkeiten. Als Rabbiner kann er Trauernden nicht sagen, sie h&#228;tten ihr Ungl&#252;ck verdient, gerade am 11. September nicht. Eine Hebeltheologie, in der ein Ritual das gew&#252;nschte Ergebnis erzwingt, lehnt er ab, und Religion aus Angst will er nicht. Der Mensch ist frei zu entscheiden und tr&#228;gt die Verantwortung f&#252;r die Folgen.</p><p>Ich bringe Vers 29,28 in Bubers &#220;bersetzung ein: Das Geheime ist bei Gott, das Offenbare bei uns und unseren Kindern. Rothschild verweist auf die Punkte &#252;ber <em>&#8222;lanu ulwanenu&#8220;</em> in der Torarolle als Zeichen der Verbindung &#252;ber die Generationen. Nach Gottes Plan zu forschen ist nicht unsere Aufgabe, das Wort ist nahe, im Mund und im Herzen, um es zu tun. Von dort f&#252;hre ich zum christlich-j&#252;dischen Dialog und zu Paulus, der diesen Vers im R&#246;merbrief zitiert.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/nizawim-vom-fuersten?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/nizawim-vom-fuersten?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Ki Tawo || Sei still und höre]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Drei T&#246;ne, ein Widderhorn aus Israel, ein Antilopenhorn aus &#196;thiopien &#8211; und die Frage, was wir festhalten, loslassen und im neuen Jahr &#252;berhaupt noch h&#246;ren wollen.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/ki-tawo-sei-still-und-hoere</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/ki-tawo-sei-still-und-hoere</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 12:04:10 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/212920973/5fa99ec5b885459e436f59746815c5e9.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Ki Tawo wurde am 4. September 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> verbindet den <strong>Wochenabschnitt Ki Tawo (5. Mose 26,1&#8211;29,8)</strong> mit dem Monat Elul, der Vorbereitungszeit auf die Hohen Feiertage. Er stellt zun&#228;chst den Schofar vor &#8211; kein Blechblasinstrument, sondern das ausgeh&#246;hlte Horn eines koscheren Tieres. Steiman bl&#228;st ein Widderhorn aus Israel sowie ein Antilopenhorn aus &#196;thiopien und erkl&#228;rt die drei T&#246;ne <em>Tekija</em>, <em>Schwarim</em> und <em>Teruah</em>. Nach Rambam sei der Schofar ein Gebet ohne Worte: der lange Tekija stehe f&#252;r das Bleibende, der zerbrochene Teruah f&#252;r das, was man loslassen muss, der Zwischenton Schwarim f&#252;r notwendige Kompromisse. Jeder Mensch h&#246;re darin etwas anderes &#8211; so wie in der Tora, in der jede Auslegung heilig sei.</p><p>Der Vers <em>&#8222;Sei still und h&#246;re Israel&#8220;</em> (Dtn 27,9) r&#252;ckt ins Zentrum. Steiman deutet ihn im Licht der Corona-Pandemie: Als die Flugzeuge &#252;ber seinem Wohnort in der Frankfurter Einflugschneise verstummten, seien pl&#246;tzlich die V&#246;gel wieder zu h&#246;ren gewesen. Er unterscheidet zwischen H&#246;ren und Zuh&#246;ren &#8211; im Hebr&#228;ischen im Wort <em>Schma</em> zusammengefasst &#8211; und verweist auf Isaaks Segnung Jakobs, wo die Stimme zum entscheidenden Sinn wird. Aufmerksamkeit hei&#223;t im Hebr&#228;ischen <em>Sim lev</em>, &#8222;gib ein Herz&#8220;.</p><p>Der Text <em>&#8222;Wenn du in das Land kommst&#8220;</em> wird zeitlich weitergedacht: Auch das neue Jahr sei ein Land, in das man einziehe. Steiman verkn&#252;pft dies mit Habermas&#8217; Theorie der Kommunikation und der F&#228;higkeit zu schweigen, und mit einer Anekdote &#252;ber Chaim Weizmann und Albert Einstein, in der es ums Zuh&#246;ren und Verstehen geht. Beten schlie&#223;lich, so zitiert er Buber und Rambam, sei Dialog: Wir h&#246;ren zu, wie Gott uns zuh&#246;rt &#8211; das hebr&#228;ische <em>Lehitpalel</em> ist reflexiv.</p><p>Ich erg&#228;nze, in einem &#8222;Stimmengewitter&#8220; moderner Reiz&#252;berflutung brauche der Mensch ein Gel&#228;nder &#8211; Tora und Evangelium &#8211; um sich nicht zu verlieren. Beide sind sich einig: Die Hohen Feiertage sind Zeit der R&#252;ckschau und Ausschau, der Neuausrichtung auf das Wesentliche. Das Gespr&#228;ch endet mit Tekija und dem Segen Schabbat Schalom.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/ki-tawo-sei-still-und-hoere?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/ki-tawo-sei-still-und-hoere?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Ki Tezé || Nie zu spät]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Vom widerspenstigen Sohn zum Ba'al Teschuwa: Wie aus einem der h&#228;rtesten Tora-Gesetze ein Gespr&#228;ch &#252;ber Ehrlichkeit, Elul und offene T&#252;ren wird.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/ki-teze-nie-zu-spaet</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/ki-teze-nie-zu-spaet</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 21 Aug 2026 12:02:23 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/211986711/cc00ada3f5577d0e6896ad8a2e429503.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Ki Tez&#233; wurde am 28. August 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Alexander Nachama</strong></em> beginnt seine Gedanken zum Wochenabschnitt <strong>Ki Tez&#233; (5. Mose 21,10&#8211;25,19)</strong> allt&#228;glich: Es gibt Menschen, die uns das Leben schwer machen &#8211; der Kollege, der zuverl&#228;ssig das Gegenteil des Abgesprochenen tut, oder Konflikte in der eigenen Familie. Genau dort setzt Ki Tez&#233; an, wenn die Tora vom ungehorsamen, widerspenstigen Sohn spricht, der auf Vater und Mutter nicht h&#246;rt.</p><p>Was hei&#223;t das konkret? Nachama fragt, ob es um verweigerte Hausarbeit oder ums Schlafengehen geht, und verweist auf <em>Rabbiner Josef Hermann Herz</em>: Gemeint ist ein Kind, das die Autorit&#228;t der Eltern und die Gottes missachtet. Denn nach j&#252;discher Z&#228;hlung geh&#246;rt <em>&#8222;Ehre deinen Vater und deine Mutter&#8220;</em> nicht zu den Geboten zwischen Menschen, sondern zu denen zwischen Mensch und Gott. Der Talmud spricht von drei Partnern bei der Erschaffung des Menschen: Gott, Mutter und Vater. Wer die Eltern nicht ehrt, ehrt auch Gott nicht. F&#228;lle von Gewalt oder Missbrauch klammert Nachama ausdr&#252;cklich aus; hier geht es um schlechtes Benehmen.</p><p>Auch die harten Wendungen liest er mit den Kommentaren. Das <em>&#8222;Z&#252;chtigen&#8220;</em> deutet Raschi als ausdr&#252;ckliche Warnung, <em>&#8222;Schlemmer und Trunkenbold&#8220;</em> als einen, der sp&#228;ter die Eltern und dann andere bestehlen wird. Damit steht ein Urteil &#252;ber Taten im Raum, die noch nicht geschehen sind &#8211; eine pr&#228;ventive Todesstrafe, an der die Rabbinen schwer tragen. Der Talmud stellt klar: <strong>Die Bedingungen daf&#252;r sind nie eingetreten und werden nie eintreten.</strong></p><p>Nachamas eigentliche Frage lautet: <strong>Hat nicht jeder die M&#246;glichkeit zur Umkehr?</strong> Der Monat Elul vor Rosch Haschana und Jom Kippur l&#228;dt zur Bilanz des Jahres ein. Es ist nie zu sp&#228;t f&#252;r <em>Teschuwa</em> &#8211; auch nach Jahren der Missachtung &#8211;, sofern sie ehrlich gemeint ist: <em>&#8222;Theater k&#246;nnen wir uns sparen.&#8220;</em> Wer zur&#252;ckfindet, hei&#223;t <em>Ba&#8217;al Teschuwa</em>, Meister der Umkehr; Nachama erinnert an den Schauspieler Uri Sohar, der Rabbiner wird. Aufschieben soll man die Umkehr nicht. Und wo Worte einen Mitmenschen nicht erreichen, hilft es, ihm Raum zu geben und sp&#228;ter erneut zu sprechen.</p><p>Ich hebe abschlie&#223;end noch hervor, dass Juden und Christen im Gedanken der Umkehr besonders nah beieinander stehen: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist der Ruf zur R&#252;ckkehr zum Vater, der mit offenen Armen wartet.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/ki-teze-nie-zu-spaet?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/ki-teze-nie-zu-spaet?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Schoftim || Richter im Tor]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Warum ist ein Wachmann wichtiger als ein Detektiv, warum macht Geld die Weisen blind, und warum darf ein Richter anders entscheiden als seine Vorg&#228;nger? Rothschild liest Schoftim gegen den Strich.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/schoftim-richter-im-tor</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/schoftim-richter-im-tor</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 14 Aug 2026 12:02:36 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/210916498/d3e6f0d577d77ce5516646052835f451.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Schoftim wurde am 21. August 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p>Rabbiner Walter Rothschild w&#228;hlt aus der F&#252;lle des Wochenabschnitts <strong>Schoftim (5. Mose 16,18&#8211;21,9)</strong> bewusst den Anfang: <em>&#8222;Richter und Amtleute sollst du dir einsetzen in all deinen Toren.&#8220;</em> Er unterscheidet den <em>Schofet</em>, der &#252;ber zivile Streitf&#228;lle entscheidet, vom <em>Schoter</em>, dem Wachmann, dessen eigentliche Aufgabe darin besteht, daf&#252;r zu sorgen, dass gar nicht erst etwas geschieht. Rechtsprechung wird damit zur Vorsorge, ein System, das Menschen zu einem anderen Verhalten anh&#228;lt, weil sie wissen, dass sie zur Verantwortung gezogen werden k&#246;nnen.</p><p>Rothschild liest die Tora hier als erstaunlich progressives Gesetzbuch. Am Beispiel eines Kibbuz-Chronisten aus der Fr&#252;hzeit des britischen Mandats Pal&#228;stinas zeigt er, wie selbstverst&#228;ndlich Willk&#252;r, Raub und Totschlag in vielen Gesellschaften galten und teils bis heute gelten. Dagegen setzt die Tora ein einziges Recht f&#252;r alle, auch f&#252;r die Fremden, ein Anspruch, den er an heutigen Beispielen wie den entrechteten Wanderarbeitern am Golf misst. Das Verbot der Rechtsbeugung und der Bestechung sei bitter aktuell: Wo Spenden Genehmigungen ersetzen, macht Geld die Weisen blind.</p><p><em>&#8222;Zedek, zedek tirdof&#8220;</em> &#8211; <em>Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du verfolgen</em>. Rothschild verbindet den Vers mit Levitikus 19 und der bevorstehenden Zeit vor Rosch Haschana: Wir wollen Gerechtigkeit f&#252;r die anderen und Barmherzigkeit f&#252;r uns selbst, doch vor dem Recht sind Ministerpr&#228;sident und einfacher B&#252;rger gleich. Zugleich betont er die Verfahrensbindung: zwei bis drei Zeugen, sorgf&#228;ltige Nachforschung, keine anonymen Denunziationen. Der Ankl&#228;ger muss selbst Hand anlegen zur Steinigung &#8211; eine drastische Regel, die Verantwortung nicht ins Anonyme verschieben l&#228;sst und zugleich einer feigen Justiz widerspricht, die sich aus internen Machtmissbr&#228;uchen heraush&#228;lt.</p><p>F&#252;r schwierige F&#228;lle verweist die Tora auf ein h&#246;heres Gericht bei den Priestern &#8222;in jenen Tagen&#8220;. Rothschild hebt hervor: Der Richter der Gegenwart ist nicht an die Vorg&#228;nger gebunden, sondern spricht f&#252;r seine eigene Zeit &#8211; ein Grundprinzip j&#252;discher Rechtsentwicklung, das Kontinuit&#228;t und Flexibilit&#228;t verbindet.</p><p>Ich verkn&#252;pfe das Gespr&#228;ch mit den Toranlagen von Tel Dan und deute die pharis&#228;ische Lehre von der Auferstehung der Toten als St&#228;rkung derer, die Unrecht erfahren: Am Ende kommt alles noch einmal zur Sprache. Rothschild erg&#228;nzt, dass die Rabbinen die Todesstrafe zwar formal bewahren, sie durch immer strengere Zeugen- und Verfahrensregeln aber praktisch aussetzen &#8211; ein Sanhedrin, der in siebzig Jahren einmal hinrichtet, gelte bereits als &#8222;blutig&#8220;.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/schoftim-richter-im-tor?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/schoftim-richter-im-tor?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Re'eh || Der Name, den man nicht wegwerfen darf]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Fremde G&#246;tter sollen verschwinden, der eine Name darf nicht getilgt werden. Was daraus f&#252;r alte Gebetb&#252;cher, moderne Zeitungen und ausgedruckte Mails folgt &#8211; &#252;berraschend praktisch, &#252;berraschend tief.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/reeh-der-name</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/reeh-der-name</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 07 Aug 2026 12:01:52 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/209945861/d6d875dc13ecef7a9434e1fe313b61a6.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Re&#8217;eh wurde am 14. August 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Alexander Nachama</strong></em>, damals Landesrabbiner der J&#252;dischen Landesgemeinde Th&#252;ringen er&#246;ffnet das Gespr&#228;ch zum <strong>Wochenabschnitt Re&#8217;eh (5. Mose 11,26 &#8211; 16,17)</strong>, der am &#220;bergang vom Monat Aw zum Elul steht und schon eine leise Hinf&#252;hrung zu den Hohen Feiertagen bildet. &#8222;Sieh&#8220; &#8211; so spricht Mose Israel an und legt ihm Segen und Fluch vor: Segen, wo die Gebote gehalten werden, Fluch, wo man von ihnen abweicht. Der Abschnitt b&#252;ndelt au&#223;erdem Themen wie Zehnt, falsche Propheten, das T&#228;towierverbot, Kaschrut, das Schabbatjahr und die Wallfahrtsfeste.</p><p>Nachama greift daraus einen unscheinbaren, aber alltagspr&#228;genden Faden heraus: den Umgang mit dem Gottesnamen. Ausgangspunkt ist eine Kindheitserinnerung an ein Diktat mit der Wendung &#8222;Gott und die Welt&#8220; &#8211; und die Frage, ob man &#8222;Gott&#8220; ausschreiben darf. Der Wochenabschnitt gebietet, im verhei&#223;enen Land die Namen fremder Gottheiten zu tilgen, um G&#246;tzendienst zu verhindern; der Name des Ewigen aber darf gerade nicht ausgel&#246;scht werden. Daraus folgt, dass B&#252;cher und Schriftst&#252;cke, die Gottes Namen tragen, nicht einfach weggeworfen werden d&#252;rfen. Sie werden in einer <em>Genisa</em>, einem Abstellraum f&#252;r unbrauchbar gewordene religi&#246;se Schriften, bewahrt oder auf einem j&#252;dischen Friedhof beerdigt.</p><p>Nachama entfaltet, dass Maimonides sechs hebr&#228;ische Gottesnamen z&#228;hlt, die nicht getilgt werden d&#252;rfen &#8211; vom Tetragramm bis zu <em>Schaddai</em> und <em>Zewaot</em> &#8211;, nichthebr&#228;ische Umschreibungen aber ausnimmt. <em>Rabbiner Josef Soloveitschik</em> folgert, das deutsche &#8222;Gott&#8220; d&#252;rfe ausgeschrieben werden. Viele setzen dennoch einen Apostroph, weil sie nicht wissen, wo Zeitung, Brief oder ausgedruckte E&#8209;Mail landen: Nach Dewarim 23,15 soll das Lager rein bleiben, und der Schulchan Aruch untersagt Gebet und Nennung des Namens in R&#228;umen mit Unrat. So wird selbst M&#252;lltrennung zur religi&#246;sen Pflicht.</p><p>Ricklef M&#252;nnich erg&#228;nzt, dass wir der Genisa-Tradition unsch&#228;tzbare Handschriftenfunde wie die Kairoer Genisa verdanken, und erinnert an den Brauch der Lutherbibel, &#8222;HERR&#8220; in Kapit&#228;lchen zu setzen &#8211; nicht aus Furcht vor Tilgung, aber als Erinnerung, um wen es geht: nicht einen allgemeinen Gott, sondern den Gott Israels, den Christen in Jesus Christus wiedererkennen. Am Ende bleibt Nachamas Kernsatz: Wichtiger als das blo&#223;e Tun ist es, das Tun zu verstehen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/reeh-der-name?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/reeh-der-name?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Ekew || Nach der Wüste beginnt es erst]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Mose warnt eine Generation, die alles erreicht hat &#8211; und Rabbiner Steiman zeigt, in welchen f&#252;nf Stufen Gesellschaften ihren Zusammenhalt verlieren. Von &#196;gypten bis heute.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/ekew-nach-der-wueste-beginnt</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/ekew-nach-der-wueste-beginnt</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 31 Jul 2026 12:03:01 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/208890537/a7803c3175b72cd917dd97db88e78af0.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Ekew wurde am 7. August 2020 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> liest den Wochenabschnitt <strong>Ekew (5. Mose 7,12&#8211;11,25)</strong> als Text der Erneuerung. Das Volk steht am Jordan, unmittelbar vor dem &#220;bergang in ein neues Land &#8211; und damit, so Steiman, vor einem neuen Anfang, nicht vor einem Abschluss. Er vergleicht diesen Moment mit einer Geburt: Die Schwangerschaft endet, doch das Leben beginnt erst. Auch der j&#252;dische Festkalender spiegele diesen Rhythmus, denn nach <em>Tischa be-Aw</em> f&#252;hre der Weg in sieben Wochen auf <em>Rosch ha-Schana</em> zu.</p><p>Im Zentrum steht die Warnung aus Kapitel 8: <em>&#8222;H&#252;te dich, den Ewigen zu vergessen.&#8220;</em> Wenn Sattheit, sch&#246;ne H&#228;user, wachsende Herden, Silber und Gold kommen, droht Hochmut &#8211; das Vergessen der eigenen Herkunft aus dem Sklavenhaus. Steiman deutet Mose hier als Propheten im eigentlichen Sinn: einen, der eine Wenn-dann-Bedingung ausspricht. Wer die eigene Identit&#228;t bewahrt, hat Bestand; wer sie vergisst, verliert sich selbst.</p><p>Diese Warnung liest Steiman soziologisch und gegenwartsbezogen. Reiche &#8211; &#196;gypten, Persien, Griechenland, Rom &#8211; seien nicht von au&#223;en zerst&#246;rt worden, sondern implodiert. Der Mechanismus verlaufe in Stufen: aus dem Wir-Gef&#252;hl der W&#252;stenjahre wird die Frage nach dem N&#252;tzlichen, dann nach Bequemlichkeit, Genuss und Luxus. Dabei bildet sich eine Elite, die andere abh&#228;ngt &#8211; Steiman betont, dass Menschen sich nicht nur abgeh&#228;ngt f&#252;hlen, sondern tats&#228;chlich abgeh&#228;ngt werden. Mit <em>Bertrand Russell</em> verweist er auf Griechenland und die Renaissance: h&#246;chste Kunst bei gleichzeitigem Zerfall des Zusammenhalts. Aktuelle Beispiele sieht er in Putins Zarenreich-Nostalgie, Erdo&#287;ans osmanischen Bez&#252;gen und im &#8222;Make America Great Again&#8221;.</p><p>Als Rezept nennt Steiman drei Regeln: erstens die Identit&#228;t nicht vergessen, was Freiheit und Gerechtigkeit (<em>Zedaka, Zedek</em>) hervorbringt und in Recht und Gewaltenteilung m&#252;ndet; zweitens Ideale, die aus der eigenen Befreiungserfahrung erwachsen &#8211; gesichert durch den Kitt der Demut, sinnbildlich in der <em>Kippa</em>: Es gibt eine h&#246;here Autorit&#228;t, du bist nicht das Ma&#223; aller Dinge; drittens die Balance zwischen Einzelnem und Gemeinschaft, gebunden durch gemeinsamen Glauben &#8211; Religion als R&#252;ckbindung.</p><p>Am Schluss verweist Steiman auf <em>Schma Jisrael</em>, <em>Mesusa</em> und <em>Tefillin</em> sowie auf die T&#252;rsymbolik: eine T&#252;r schlie&#223;t sich, eine neue &#246;ffnet sich. Als Seelsorger von Schoa-&#220;berlebenden zieht er die Bilanz: &#196;gypter, Perser, R&#246;mer sind verschwunden &#8211; das j&#252;dische Volk besteht.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/ekew-nach-der-wueste-beginnt?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/ekew-nach-der-wueste-beginnt?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Wa'etchanan || Höre Israel – das Eine, das alles trägt]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Von versteckten Kindern nach der Schoa bis zum M&#228;rtyrer Rabbi Akiwa: Rabbiner Ahrens zeigt, wie ein einziger Vers Glaube, Liebe und Tat zu einer Einheit verbindet.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 24 Jul 2026 12:03:04 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/208211006/be73c733468c4ec96e3257c76d654695.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Bis zum Ende des Zyklus der Tora-Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 siehst du Aufnahmen von Gespr&#228;chen mit Rabbinern zum Wochenabschnitt aus der Anfangszeit des &#8222;Wort zum Schabbat&#8220;. Diese wurden auf dem Portal von ahavta - Begegnungen bislang nicht ver&#246;ffentlicht. </em></p><p><em>Die Auslegung zur Parascha Wa&#8217;etchanan wurde am 23. Juli 2021 aufgezeichnet.</em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens</strong></em> legt den Wochenabschnitt <strong>Wa&#8217;etchanan (5. Mose 3,23&#8211;7,11)</strong> aus und w&#228;hlt aus der F&#252;lle der Themen das Schma Jisrael als Zentrum. Er betont zun&#228;chst, dass es sich beim Beginn des Sefer Dewarim um ganz pers&#246;nliche Abschiedsreden von Mose handelt &#8211; bemerkenswert f&#252;r jemanden, der sich am Dornbusch selbst als <em>&#8222;kein Mann der Worte&#8220;</em> bezeichnet hat und nun doch mit <em>&#8222;ele dewarim&#8220;</em> spricht.</p><p>Das <strong>Schma Jisrael (Kap. 6,4)</strong> ist f&#252;r Ahrens das wichtigste j&#252;dische Gebet, obwohl das Judentum eigentlich kein Glaubensbekenntnis kennt. Es ist gleicherma&#223;en Bekenntnis, Aufschrei in schwierigen Zeiten und &#8211; neben dem Tischdank eines von nur zwei Gebeten aus der Tora selbst &#8211; geboten, morgens und abends zu sprechen. Es enth&#228;lt die Verpflichtung zu Tefillin und Mesusa. Anhand des Talmud (Sukka 42a) zeigt der Rabbiner, dass Kinder es als eines der ersten Gebete lernen; die ergreifende Geschichte von Rabbiner Eliezer Silver, der nach der Schoah versteckte j&#252;dische Kinder durch das gemeinsame Rezitieren des Schma wiedererkennt, unterstreicht dessen identit&#228;tsstiftende Tiefe.</p><p>Das schwierige Wort <em>&#8222;echad&#8220;</em> (eins) deutet Ahrens mit Maimonides und Leibowitz als qualitative, transzendente Einzigkeit Gottes. Nach dem <em>Tiferet Israel</em> (Rabbiner Israel Lipschitz) enth&#228;lt der Vers drei Glaubensgrunds&#228;tze: Offenbarung und H&#246;ren, die Eigenschaften Gottes (Barmherzigkeit und Gerechtigkeit) sowie die Unsterblichkeit der einen Seele. Die in der Tora-Rolle gr&#246;&#223;er geschriebenen Buchstaben Ajin und Dalet ergeben <em>&#8222;Ed&#8220;</em> &#8211; &#8222;Zeuge&#8220;: Wer das Schma spricht, bezeugt Gott.</p><p>Entscheidend ist f&#252;r Ahrens die Einheit von Glaube, Liebe und Tat: Man soll &#8222;Recht und Gut&#8221; auch &#252;ber das Gesetz hinaus tun (Raschi, Ramban). Das Extrembeispiel der Gottesliebe <em>&#8222;mit ganzer Seele&#8220;</em> ist der M&#228;rtyrertod Rabbi Akiwas (Berachot 61b) in der brutalen r&#246;mischen Verfolgungszeit. Im Gespr&#228;ch kl&#228;rt Ahrens schlie&#223;lich, dass j&#252;disches Beten (<em>&#8222;hitpalel&#8220;</em>) reflexiv gemeint ist: Selbstreflexion statt blo&#223;er Bitte &#8211; das Schma konzentriert den Menschen auf das Wesentliche, auf den Einen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/waetchanan-hoere-israel?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Dewarim || Mose blickt zurück – und wir mit ihm]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Ein alter Mann, eine letzte Rede &#8211; und die unbequeme Frage, was von einem Leben bleibt. Walter Rothschild &#252;ber Verg&#228;nglichkeit, Nachfolge und Umkehr.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 17 Jul 2026 12:03:06 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/207344608/efc5060c13e1ec879ab885ad445fcee5.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Viele Zuschauer haben es bedauert, dass die w&#246;chentliche Auslegung der Tora zum Wochenabschnitt nicht fortgesetzt wird. Daher habe ich mich entschlossen, bis neue Formate gefunden sind und bis zum Ende des Zyklus der Lesungen im j&#252;dischen Jahr 5786 weiterhin ein Wort zum Schabbat anzubieten. </em></p><p><em>Dazu gehe ich zur&#252;ck zu den Anf&#228;ngen meiner Gespr&#228;che mit Rabbinern und stelle dir Aufnahmen bereit, die auf dem Portal von ahavta - Begegnungen noch nicht ver&#246;ffentlicht wurden. </em></p><div><hr></div><p><em><strong>Rabbiner Dr. Walter Rothschild</strong></em> er&#246;ffnete am 24. Juli 2000 mit dem Wochenabschnitt <strong>Dewarim</strong> <strong>(Kapitel 1&#8211;3,22)</strong> das f&#252;nfte Buch Mose &#8211; zugleich der <strong>Schabbat Chason</strong>, dritter der drei mahnenden Schabbatot vor dem 9. Av, dem sieben Schabbatot des Trostes folgen. Er nennt Dewarim das Buch eines alten Mannes: Mose blickt zur&#252;ck, mahnt eine Generation, die immer wieder ungehorsam war und daf&#252;r vierzig Jahre in der W&#252;ste b&#252;&#223;t, bis sie ausstirbt. Nur Mose, Josua und Kaleb &#252;berleben als Augenzeugen. Rothschild zieht die Parallele zu den letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs, deren Stimme bald verstummt.</p><p>Mose steht am Jordan, darf das Land nur schauen, nicht betreten, und bereitet seine Nachfolge vor. Rothschild deutet dies pers&#246;nlich: Wie Mose fragt jeder Verantwortliche am Lebensabend, was er erreicht und wen er ausgebildet hat. Zentral ist f&#252;r ihn die Aufgabe, Kontinuit&#228;t zu stiften und die junge, freigeborene Generation in die Kette der Tradition einzubinden.</p><p>In Kapitel 2 zeigt Mose, dass Gott den V&#246;lkern &#8211; Esau, Moab, Ammon &#8211; ihr Land zuweist und die Israeliten manche Gebiete achten m&#252;ssen. Walter Rothschild verallgemeinert: Alle Geschichte besteht aus V&#246;lkerwanderungen; Grenzen und Nationen wandeln sich st&#228;ndig, auch im Nahen Osten. Kein Volk bleibt ewig am selben Ort.</p><p>Daraus folgt die Kehrseite: Das Land ist kein Besitz auf Dauer, sondern an ethisches Verhalten gebunden. Wer Gottes Willen verl&#228;sst, verliert es &#8211; Exil &#8211;, bis Umkehr (<em>Teschuwa</em>) die R&#252;ckkehr erm&#246;glicht. Rothschild verweist auf Jesaja, dessen prophetische Selbstkritik Warnung und Trost verbindet, und betont: Nicht Prunk des Tempels z&#228;hlt, sondern Ethik. Provokant lehnt er den Wiederaufbau des Tempels ebenso wie gro&#223;e Synagogenbauten ab.</p><p>F&#252;r die heutige Israel-Debatte sieht er beide Seiten &#8211; Landnahme im Gottesauftrag und N&#228;chstenliebe zum Nachbarn &#8211; als biblisch begr&#252;ndet. Seine bleibende Botschaft: Keiner lebt ewig; die wichtigste Aufgabe ist, w&#252;rdig Nachfolge zu bereiten und abzutreten.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/dewarim-mose-blickt-zurueck?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Mattot & Massej || Der letzte Auftrag des Mose]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Warum dr&#228;ngt Mose zum Kampf, obwohl er wei&#223;, dass er danach sterben muss? Und was verr&#228;t das &#252;ber Hass und Verantwortung bis heute? Ein dichtes Gespr&#228;ch zum Ende einer langen Reihe.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/mattot-massej-der-letzte-auftrag</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/mattot-massej-der-letzte-auftrag</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 10 Jul 2026 12:03:08 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/206424859/b846dae1fcb0261ed10751db62463ec9.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Tora ist ein riesiges Meer. Wie lernt man es kennen &#8211; gerade als Nicht-Jude? Wie wagt man sich hinaus auf dieses Meer, um ein St&#252;ck Tora zu entdecken?</em></p><p><em>Im April 2020 haben wir damit begonnen: zun&#228;chst mit einem Rabbiner, dann kamen weitere hinzu, schlie&#223;lich auch ein Kantor. Gemeinsam sind wir die Wochenabschnitte durchgegangen &#8211; jene f&#252;nf B&#252;cher Mose, die das Volk Israel in den Synagogen im Lauf eines Jahres einmal vollst&#228;ndig liest. Inzwischen sind wir im siebten Jahr dieses Durchgangs angelangt.</em></p><p><em>Nun stellt sich die Frage, wie sich das Meer der Tora gemeinsam mit den kundigen Rabbinern und dem Kantor auf neue Weise erkunden l&#228;sst. Deshalb erscheint heute zum letzten Mal das &#8222;Wort zum Schabbat&#8221; in seiner bisherigen Form &#8211; es ist, wenn wir richtig gez&#228;hlt haben, die 301. Folge.</em></p><p><em>Wer entt&#228;uscht ist, dass diese Reihe endet, sei getr&#246;stet: In absehbarer Zeit, voraussichtlich Anfang September, wollen wir mit neuen Vorschl&#228;gen, neuen Formaten und neuen Wegen wieder hinaus aufs Meer der Tora fahren und die Reise fortsetzen.</em></p><div><hr></div><p>Zum Abschluss des vierten Buchs Mose w&#228;hlt <em><strong>Kantor Amnon Seelig</strong></em> aus dem inhaltsreichen Doppelabschnitt <strong>Mattot-Massej</strong> (4. Mose 30,2&#8211;36,13) ein dichtes Motiv: den <strong>Rachefeldzug gegen die Midianiter</strong> (Kapitel 31). Auff&#228;llig ist eine feine Spannung im Text. Gott spricht von &#8222;Rache f&#252;r die Israeliten an den Midianitern&#8220;, Mose aber von der &#8222;Rache des Ewigen&#8220;. Die Weisen im Midrasch (<em>Bereschit Rabba</em>) und <em>Raschi</em> deuten dies so: Mose korrigiert die Formulierung &#8211; und beh&#228;lt recht. Nicht Israel wird um seiner selbst willen angefeindet, sondern wegen dessen, was es repr&#228;sentiert. Der Hass gegen die Midianiter richtet sich in Wahrheit gegen Gott.</p><p>Daraus entfaltet Seelig einen grunds&#228;tzlichen Gedanken: Judenfeindschaft ist kein rassistischer, sondern ein theologischer Hass. Die Juden werden angefeindet, weil sie die Tora und die Gebote tragen und weil sie versuchen, das G&#246;ttliche in die Welt zu bringen &#8211; ein &#8222;Licht&#8220; f&#252;r die anderen zu sein. Wer Israel angreift, greift, mit Raschis Worten, gleichsam den Heiligen an. Diese Dynamik reicht von Amalek bis in die Gegenwart, in der Juden wechselweise als Kapitalisten, Kommunisten, Kolonialisten oder Unterdr&#252;cker beschuldigt werden.</p><p>Ein zweites Motiv ist Moses Gr&#246;&#223;e: Er wei&#223;, dass er unmittelbar nach dem Feldzug sterben wird, dr&#228;ngt aber ohne Z&#246;gern zum Kampf. Es geht ihm nie um sich selbst &#8211; Ausdruck &#228;u&#223;erster Bescheidenheit. Das Volk hingegen weigert sich zun&#228;chst; die Krieger m&#252;ssen ausgeliefert werden (hebr&#228;isch <em>wajimmasru</em>, nicht &#8222;sie nahmen&#8221;), weil niemand will, dass der geliebte Mose stirbt. Im Gespr&#228;ch mit Ricklef M&#252;nnich folgt die Konsequenz f&#252;r heute: Antisemitismus l&#228;sst sich in seiner Grundidee nicht besiegen, doch der Kampf gegen ihn bleibt geboten &#8211; <em>&#8222;Es liegt nicht an dir, das Werk zu vollenden, aber du bist auch nicht frei, es zu vernachl&#228;ssigen.&#8220;</em> Gehasst zu werden, sagt Seelig, sei letztlich ein Zeichen daf&#252;r, das Richtige zu tun.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/mattot-massej-der-letzte-auftrag?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/mattot-massej-der-letzte-auftrag?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Pinchas || Wenn Eifer belohnt und begrenzt wird]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Eine Tat im Affekt, ein g&#246;ttlicher Lohn &#8211; und eine bis heute brisante Frage: Wie verhindert man religi&#246;sen Extremismus? Andrew Steiman &#252;ber Zelte, Sexualit&#228;t und Erl&#246;sung.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/pinchas-wenn-eifer-belohnt-wird</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/pinchas-wenn-eifer-belohnt-wird</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 03 Jul 2026 12:02:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/204706145/0d03a025fcd250ce30604f998b8bcdaa.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rabbiner Andrew Steiman</strong></em> entfaltet in seiner Auslegung zum <strong>Wochenabschnitt Pinchas (4. Mose 25,10-30,1)</strong> die tiefe Ambivalenz der Figur Pinchas. Der Enkel Aarons handelt am Ende des vorigen Abschnitts Balak im Affekt: Er durchbohrt den F&#252;rsten Simri und die Midianiterin mit einem Speer. Damit endet eine Seuche, an der 24.000 Menschen sterben. Der Talmud betont, ein irdisches Gericht h&#228;tte diese Tat niemals erlaubt &#8211; und dennoch belohnt Gott Pinchas mit seinem Friedensbund (Brit Schalom).</p><p>Steiman ordnet dies in die vorangehende Erz&#228;hlung ein: Der heidnische Prophet Bileam erkennt die Sch&#246;nheit der israelitischen Zelte, die so angeordnet sind, dass Privatsph&#228;re und damit eine befreite, private Sexualit&#228;t m&#246;glich werden &#8211; eine echte Revolution gegen&#252;ber der &#228;gyptischen Herrschaftsordnung, in der Sexualit&#228;t &#246;ffentlich und ein Machtinstrument ist. Bileam r&#228;t deshalb, Israel durch midianitische Frauen zu verf&#252;hren und so in die alte Sklavenmentalit&#228;t zur&#252;ckzuwerfen. Simris &#246;ffentlicher Akt macht das Private wieder politisch &#8211; hier setzt Pinchas&#8217; Eifer an.</p><p>Der Rabbiner deutet den Lohn als Mahnung: Die Tat soll einmalig bleiben. Gott selbst eifert nur ungern; der Friedensbund soll Pinchas beruhigen, damit sich religi&#246;ser Extremismus nicht wiederholt. Der Abschnitt verbindet dies mit weiteren Themen: verschiedene Formen des Erbes, die drei Kronen (K&#246;nigtum, Priestertum, Tora), das egalit&#228;re Erbrecht der T&#246;chter Zelofchads sowie die Nachfolge Moses durch Josua.</p><p>Nach dem Targum Jonatan wird Pinchas kurzzeitig zum Engel und gilt als Vorl&#228;ufer des Elija und Ank&#252;ndiger der Erl&#246;sung &#8211; ein messianischer Bezug. Im Dialog zieht Ricklef M&#252;nnich die Parallele zu Johannes dem T&#228;ufer, ebenfalls einem Eiferer und Wegbereiter, der jedoch nicht t&#246;tet, sondern selbst get&#246;tet wird. Zum 250. Jubil&#228;um der USA schl&#228;gt Steiman den Bogen zur Gegenwart: Sexualit&#228;t bleibt hochpolitisch. Der Abschnitt zeigt jedoch, dass Umkehr und Tikkun Olam m&#246;glich sind &#8211; die R&#252;ckkehr zu einer freien, heiligen, privaten Ordnung.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/pinchas-wenn-eifer-belohnt-wird?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/pinchas-wenn-eifer-belohnt-wird?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Chukkat & Balak || Der Fels, der Stab und ein hartes Urteil]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Miriams Tod, eine versiegende Quelle und unbedachte Worte am Haderwasser: ein Gespr&#228;ch &#252;ber Zorn, Vertrauen und die tr&#246;stliche Fehlbarkeit gro&#223;er Vorbilder.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/chukkat-balak-der-fels-der-stab</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/chukkat-balak-der-fels-der-stab</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 26 Jun 2026 12:02:03 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/203450712/86830b5b103139d9677d00dac9bad0ee.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>In dieser Woche ist die Aufnahme eines Wortes zum Schabbat nicht m&#246;glich. Daher erscheint heute die Aufzeichnung vom 3. Juli 2020. Die Erkl&#228;rung von Rabbiner Alexander Nachama erschien bislang nicht auf dieser Website. </em></p><div><hr></div><p>Im Doppelabschnitt <strong>Chukkat-Balak</strong> (<strong>4. Mose 19,1&#8211;25,9</strong>) widmet sich <em><strong>Rabbiner Alexander Nachama</strong></em> der bewegenden Frage, warum Mosche und Aaron das verhei&#223;ene Land nicht betreten d&#252;rfen. Den Auftakt bildet das Gesetz der roten Kuh, deren Asche zur Reinigung dient und deren Fehlen heute als Hindernis f&#252;r einen neuen Tempel gilt.</p><p>Im Zentrum steht jedoch Kapitel 20. Mit dem Tod Miriams beginnt der Abschnitt traurig. Der <em>Raschbam</em> deutet die ausdr&#252;ckliche Erw&#228;hnung ihres Begr&#228;bnisses: Miriam ist die Erste, die wieder ein regul&#228;res Begr&#228;bnis erh&#228;lt und nicht mehr am <em>Tischa BeAw</em> stirbt. Damit ist die erste, aus &#196;gypten ausgezogene Generation vollst&#228;ndig verstorben &#8212; vierzig Jahre sind vergangen, eine neue Generation tritt an.</p><p>Doch die Hoffnung tr&#252;gt: Es fehlt an Wasser, und einem Midrasch zufolge versiegt mit Miriams Tod die mitwandernde Quelle. Das Volk hadert mit den alten Vorw&#252;rfen. Gott gebietet Mosche, mit dem Stab zum Felsen zu reden, damit dieser Wasser gebe. Stattdessen schilt Mosche das Volk als ungehorsam und schl&#228;gt den Felsen zweimal. Wasser flie&#223;t, doch das Urteil folgt: Beide d&#252;rfen das Land nicht betreten, weil sie Gott nicht vertraut haben.</p><p>Nachama bietet mehrere Deutungen an: Mosche handelt aus Zorn und Entt&#228;uschung &#252;ber die unver&#228;nderte neue Generation; er greift aus Unsicherheit zur erprobten Methode des Schlagens (Raschi); oder er sch&#252;tzt Israel sogar bewusst vor einer Anklage und opfert dabei seine eigene Zukunft. Aaron wird mitbestraft, weil er nicht einschreitet.</p><p>Die tr&#246;stliche Erkenntnis: Selbst Mosche und Aaron sind fehlbare Menschen, die nicht alle Ziele erreichen. </p><p>Ich erg&#228;nze, dass schon Psalm 106 die unbedachten Worte am Haderwasser benennt. Ich weise auf das Grab am Wadi Zin und die Quelle Ein Avdat hin und ziehe eine christliche Parallele: Der aus dem gr&#252;nen Holz des Kreuzes Hervorgegangene kann selbst als eine mitwandernde Quelle lebendigen Wassers gesehen werden.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/chukkat-balak-der-fels-der-stab?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/chukkat-balak-der-fels-der-stab?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schabbat Korach || Wenn Streit nur der Macht dient]]></title><description><![CDATA[Jetzt ansehen | Warum verschlingt die Erde einen Mann, der nur recht behalten will? Daniel Katz zeigt, was einen Streit wertvoll macht &#8211; und was ihn ins Leere f&#252;hrt.]]></description><link>https://plus.ahavta.com/p/korach-wenn-streit-nur-der-macht-dient</link><guid isPermaLink="false">https://plus.ahavta.com/p/korach-wenn-streit-nur-der-macht-dient</guid><dc:creator><![CDATA[Ricklef Münnich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 19 Jun 2026 12:02:10 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/202619390/d79903a040c80cc301c2d77cb4c8c030.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Im Wochenabschnitt <strong>Korach</strong> (<strong>4. Mose 16&#8211;18</strong>) zettelt Korach, ein Mitglied des Stammes Levi, einen Aufstand gegen die von Gott berufene F&#252;hrung des Mose an. <em><strong>Rabbiner Dr. Daniel Katz</strong></em> betont, dass Korach kein sachliches Anliegen vorbringt: Er hat keine Vorschl&#228;ge und keine Ideen, sondern will allein selbst an die Spitze. Anders als Jitro, der Mose im 2. Buch Mose hilfreiche Verbesserungen empfiehlt, geht es Korach nicht um die Sache, sondern um die eigene Macht. Aus Eifersucht distanziert er sich von Mose &#8211; und damit zugleich von Gott. Am Ende &#246;ffnet sich die Erde und verschlingt Korach und seine Rotte.</p><p>Rabbiner Katz deutet den Abschnitt mit zwei Texten aus den Spr&#252;chen der V&#228;ter (Pirk&#233; Awot). Der erste unterscheidet zwei Arten von Streit: Ein Meinungsstreit &#8222;um des Himmels willen&#8220; (le-schem Schamajim) hat Bestand, ein Streit ohne dieses Ziel nicht. Vorbild ist der Disput zwischen Hillel und Schammai &#8211; zwei Gelehrte, die unterschiedlich denken, aber gemeinsam die Wahrheit suchen und einander achten. Die Tradition folgt fast immer Hillel, &#252;berliefert aber stets auch Schammais Meinung. Korach dagegen steht f&#252;r den leeren, rein pers&#246;nlichen Streit, der nur dem eigenen Geltungsdrang dient. Parallel dazu steht die Lehre &#252;ber die Liebe: Eine Liebe, die an eine Bedingung gekn&#252;pft ist (Amnon und Tamar), vergeht; eine bedingungslose Liebe (David und Jonathan) bleibt ewig.</p><p>Ein zweiter Text (Pirk&#233; Awot 5,9) nennt zehn Dinge, die Gott in der D&#228;mmerung vor dem ersten Schabbat schuf &#8211; darunter die &#214;ffnung der Erde, die Korach verschlingen wird. Schon in der Sch&#246;pfungswoche bereitet Gott also dieses au&#223;ergew&#246;hnliche Ereignis vor.</p><p>Im Gespr&#228;ch frage ich, wo heute ein Streit &#8222;um der himmlischen Wahrheit willen&#8220; zu finden sei. Katz verweist auf rabbinische Aussch&#252;sse, die Minderheitsmeinungen mitver&#246;ffentlichen, r&#228;umt aber ein, dass Spaltung und mangelnder Respekt &#8211; im Judentum wie in der Gesellschaft &#8211; heute oft den Korach-Weg beg&#252;nstigen. Sein Pl&#228;doyer: bedingungslose Liebe und ein Streit mit Substanz statt leerer Selbstdarstellung.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://plus.ahavta.com/p/korach-wenn-streit-nur-der-macht-dient?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Teilen&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://plus.ahavta.com/p/korach-wenn-streit-nur-der-macht-dient?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_content=share&action=share"><span>Teilen</span></a></p>]]></content:encoded></item></channel></rss>