Drei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 legt die AG Hochschulforschung der Universität Konstanz die dritte Welle ihrer Schnellbefragung vor. Die Studie von Thomas Hinz, Anna Marczuk und Frank Multrus trägt einen Titel, der bereits die Diagnose enthält: „Einblicke in den neuen ‚Normalzustand‘ – israelbezogener Antisemitismus an deutschen Hochschulen“. Der Begriff stammt vom Bundesverband RIAS, der für 2025 8.725 antisemitische Vorfälle in Deutschland registriert hat – rechnerisch 24 pro Tag, mehr als dreimal so viele wie 2022. An Hochschulen stieg die Zahl der erfassten Vorfälle von 23 im Jahr 2022 auf 450 im Jahr 2024; 2025 waren es 410. Eine Trendwende sieht RIAS nicht.
Was die Konstanzer Daten zeigen, ist unbequemer als viele Einzelmeldungen: Es geht nicht nur um laute Minderheiten auf dem Campus. Es geht um ein Meinungsklima, das sich verschoben hat – an den Hochschulen und in der Gesellschaft insgesamt.
Die Studie in Kürze
Befragt wurden im Mai und Juni 2026 rund 2.000 Studierende sowie eine gleich große Bevölkerungsstichprobe, mit denselben Skalen wie 2023 und 2024. Damit liegt erstmals eine Zeitreihe über drei Messpunkte vor. Neu sind zwei Experimente: ein Informationstest zum Genozid-Begriff und ein Wahlexperiment zum Existenzrecht Israels.
Die Autoren benennen die Grenzen ihrer Methode offen. Die Daten stammen aus Online-Panels, sind beschreibend und nicht im strengen Sinn repräsentativ. Und: Unter den Befragten waren nur neun jüdische Studierende. Wie Betroffene den Hochschulalltag erleben, kann diese Studie nicht abbilden – eine Leerstelle, auf die ich am Schluss zurückkomme.
Die zentralen Befunde
Das Ressentiment wächst in der Grauzone
Israelbezogener Antisemitismus wird mit drei Aussagen gemessen, von denen keine die israelische Regierung oder Armee kritisiert. Jede verschiebt die Ablehnung auf „die Juden“ als Kollektiv – etwa: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ Oder die Gleichsetzung Israels mit dem nationalsozialistischen Deutschland.
Der Anteil klar antisemitisch eingestellter Studierender ist mit 8 Prozent stabil geblieben. Gewachsen ist die Grauzone: Der Anteil der „tendenziell Antisemitischen“stieg von 9 auf 15 Prozent. Zusammengenommen trägt fast jeder vierte Studierende (23 Prozent) solche Ressentiments in sich. Zugleich schrumpft die Gruppe derer, die alle drei Aussagen konsequent zurückweisen, von 15 auf 9 Prozent.
Die Bevölkerung ist nicht besser – sie ist schlechter
Wer den Antisemitismus allein den Universitäten zuschreibt, macht es sich zu leicht. In der Bevölkerungsstichprobe hat sich der Anteil klar israelbezogen antisemitischer Einstellungen seit 2023 verdoppelt, von 8 auf 16 Prozent. Mit der Grauzone sind es 32 Prozent – fast jeder Dritte. Der Hörsaal ist nicht die Quelle, sondern ein Spiegel, der schärfer zeigt, was die Gesellschaft insgesamt bewegt.
Die Hochschule als Katalysator
Warum dann der besondere Blick auf die Hochschulen? Weil Studierende Antisemitismus deutlich häufiger beobachten: 54 Prozent im Internet und in sozialen Medien, 51 Prozent bei Protesten gegen Israel, 26 Prozent Holocaustleugnung, 20 Prozent antisemitische Schmierereien, 12 Prozent Anfeindungen und Drohungen gegen Jüdinnen und Juden im öffentlichen Raum. Nur 11 Prozent ordnen das Erlebte ausdrücklich „ihrer Hochschule“ zu.
Die Autoren deuten diese Diskrepanz klug: Studierende verstehen unter „Hochschule“ offenbar Seminar, Prüfung und Verwaltung. Das eigentliche Geschehen spielt sich in Chatgruppen, bei Hochschulgruppen, in Protestcamps und auf Kundgebungen ab – räumlich und sozial an die Hochschule gebunden, aber nicht als deren Handeln wahrgenommen. Die Hochschule erzeugt das Ressentiment nicht neu, sie macht es sichtbar, verdichtet es und verleiht ihm soziale Wirkung. Institutionelle Gegenmaßnahmen, die nur auf den offiziellen Lehrbetrieb zielen, gehen deshalb am Ort des Geschehens vorbei.
Boykott wird mehrheitsfähiger
Die Zustimmung zu Boykottforderungen – von israelischen Produkten über den Abbruch wissenschaftlicher Kooperationen bis zum Stopp des Jugendaustauschs – stieg unter Studierenden von 26 auf 41 Prozent, in der Bevölkerung von 25 auf 36 Prozent. Die Schere zwischen beiden Gruppen hat sich geöffnet. Die Studie verweist auf Hochschulgruppen, Gremien und dichte Netzwerke als Infrastruktur, über die sich eine einst randständige Position rasch verbreiten kann: Im November 2025 hob das Studierendenparlament der Humboldt-Universität einen Beschluss von 2018 auf, der BDS als antisemitisch verurteilt hatte; im Januar 2026 folgte in Berlin eine „Academic Boycott Conference“. Einen offiziellen Boykottbeschluss einer deutschen Hochschulleitung gibt es bislang nicht – anders als in Belgien, Spanien, Italien oder den Niederlanden.
Boykottforderung und Antisemitismus sind nicht deckungsgleich, aber eng verbunden: Die Korrelation liegt bei 0,54 unter Studierenden. Die Autoren benennen das Muster: Wo unterschiedlichste Vorwürfe zu einem Gesamturteil „Israel als kollektives Übel“ verschmelzen, liegt eine antisemitische Lesart nahe.
Der Genozid-Vorwurf ist gegen Fakten immun
Der vielleicht beunruhigendste Befund: 65 Prozent der Studierenden halten das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza für einen Genozid – nach 37 Prozent 2023 und 49 Prozent 2024. In der Bevölkerung sind es inzwischen 49 Prozent. Die Studierenden sind sich ihres Urteils zudem sicherer als die Gesamtbevölkerung.
Dann das Experiment: Einer zufällig ausgewählten Hälfte wurde die völkerrechtliche Definition von Genozid vorgelegt – die Absicht, eine Gruppe gezielt zu vernichten. Das Ergebnis: Das machte keinen Unterschied. Weder das Urteil noch die Gewissheit änderten sich. Die Forscher schließen daraus, dass die Bewertung nicht auf Unkenntnis beruht, sondern „moralisch-politisch vorstrukturiert“ ist. Für eine Bildungsarbeit, die auf bessere Information setzt, ist das eine ernüchternde Nachricht.
Das Existenzrecht – und der Verlust der Erinnerung
Im Wahlexperiment sollten Studierende zwischen vier Positionen wählen: Delegitimierung Israels, Ersetzung des jüdischen Staates durch einen gemeinsamen Staat, Zweistaatenlösung und ein Existenzrecht, das sich auch aus der NS-Verfolgung der Juden ergibt. Die Zweistaatenlösung gewinnt am häufigsten. Die offen delegitimierende Aussage entspricht hochgerechnet etwa 8 Prozent.
Doch zwei Ergebnisse lassen aufhorchen. Erstens: Die Begründung des Existenzrechts aus der Schoa wird deutlich seltener gewählt als die universalistisch formulierten Positionen – und sie verliert mit steigendem Antisemitismus-Wert am stärksten an Zustimmung. Zweitens: Die scheinbar moderate Ein-Staaten-Lösung, die im Paarvergleich auf 65 Prozent kommt, bedeutet in der Substanz das Ende Israels als jüdischer Staat. Die Autoren mahnen hier selbst zur Vorsicht: Für einen Teil der Befragten kann sie eine friedlich klingende Form der Ablehnung sein.
Die Mehrheit, die sich zum Schweigen gebracht fühlt
Schließlich das Diskursklima: 51 Prozent der Studierenden meinen, Kritik an Israel werde durch den Antisemitismusvorwurf unterdrückt; 63 Prozent glauben, Menschen trauten sich aus diesem Grund nicht, Israel offen zu kritisieren. Das ist bemerkenswert, denn die tatsächlich geäußerten Positionen sind alles andere als Minderheitsmeinungen: 73 Prozent kritisieren das militärische Vorgehen in Libanon und Iran, 41 Prozent unterstützen Boykotte, zwei Drittel sprechen von Genozid.
Eine Mehrheitsmeinung, die sich als unterdrückt empfindet, spricht – so die Studie – eher für eine verzerrte Wahrnehmung als für reale Zensur. Dass diese „Silencing“-Überzeugung zudem mit dem Antisemitismus-Wert korreliert, stützt ihre Deutung als bekanntes Abwehrnarrativ.
Der gesellschaftliche Kontext
Die Konstanzer Zahlen fallen in eine Zeit, in der sich das deutsche Verhältnis zu Israel spürbar verändert. Nach dem Pew Research Center bewerteten im Frühjahr 2026 73 Prozent der Deutschen Israel ungünstig, ein Jahr zuvor waren es 64 Prozent. Laut dem „Stimmungsbild Israel“ von ELNET und Civey stimmen nur noch 27 Prozent der Aussage zu, die Sicherheit Israels sei Teil der deutschen Staatsräson – 2023 waren es rund 43 Prozent. Die Ablehnung stieg im selben Zeitraum auf 53 Prozent. Zugleich halten 53 Prozent der Deutschen den israelbezogenen Antisemitismus für stark ausgeprägt. Die Gesellschaft sieht das Problem – und rückt doch selbst von Israel ab.
Kritik an einer Regierung ist nicht Antisemitismus. Auch Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, hat die Aussagen des israelischen Ministers Itamar Ben-Gvir öffentlich als „zutiefst beschämend und verantwortungslos“ zurückgewiesen. Michel Friedman erinnert daran, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht reflexhaft zur israelischen Politik befragt und damit kollektiv haftbar gemacht werden dürfen. Genau diese Grenze aber wird im Alltag immer öfter überschritten. RIAS dokumentierte bei 68 Prozent aller Vorfälle 2025 israelbezogenen Antisemitismus – etwa wenn ein Rabbiner in Hessen vor seinen Kindern angegriffen und für israelisches Handeln verantwortlich gemacht wurde. Im Juli 2026 genügte im Raum Würzburg ein Pin mit Israel-Bezug als Anlass für einen brutalen Angriff, wie Schuster bei einer Mahnwache beklagte. Im September brannte es am Synagogengebäude in Wuppertal.
Was das für jüdische Studierende bedeutet, zeigen Zahlen, die die Konstanzer Studie methodisch nicht liefern kann. Nach dem Lagebild der Amadeu Antonio Stiftung auf Basis einer Erhebung der Anti-Defamation League haben 85 Prozent der jüdischen Studierenden in Deutschland ihre Identität im akademischen Jahr 2024/25 mindestens einmal verborgen. Ron Dekel, Präsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland, sagt: „Seit dem 7. Oktober ist es nicht möglich an deutschen Hochschulen zu studieren, ohne Antisemitismus zu erfahren.“
Es gibt auch Gegenstimmen. Im Verfassungsblog warnen Autorinnen und Autoren vor einer „Versicherheitlichung“ der Universität: Ordnungsrecht, Raumentzüge und Veranstaltungsabsagen gefährdeten die Wissenschaftsfreiheit, und die IHRA-Definition führe dazu, dass auch palästinasolidarische Positionen pauschal als antisemitisch gezählt würden. Diese Sorge verdient eine Antwort – und die Konstanzer Studie gibt sie: Ihre Skala misst gerade nicht Kritik an Israel, sondern die Übertragung dieser Kritik auf Jüdinnen und Juden als Kollektiv. Legitime Kritik, etwa am militärischen Vorgehen, erfasst sie ausdrücklich getrennt.
Was jetzt notwendig ist
Die Befunde widersprechen der bequemen Hoffnung, das Problem werde sich mit dem Ende der Kriegshandlungen von selbst erledigen. Ein Ressentiment, das gegen Definitionen immun ist und die Schoa als Begründung des jüdischen Staates zunehmend verwirft, wird nicht durch Waffenruhen verschwinden. Daraus folgen konkrete Aufgaben.
Hochschulen: Schutz verbindlich machen
Jede Hochschule braucht ein verbindliches Schutzkonzept mit klaren Meldewegen, unabhängigen und qualifizierten Antisemitismusbeauftragten und einer Leitung, die sich im Ernstfall sichtbar an die Seite der Betroffenen stellt – nicht erst nach Wochen und nicht im Ton bloßer Ausgewogenheit. Hausrecht und Ordnungsrecht müssen konsequent angewendet werden, wo Vernichtungsaufrufe, Gewaltverherrlichung oder Einschüchterung beginnen. Wissenschaftsfreiheit schützt die Debatte, nicht die Bedrohung.
Bildung: Deutungsrahmen statt Faktenblätter
Der Nullbefund des Genozid-Experiments ist die wichtigste Lektion der Studie. Wer glaubt, mit Informationsbroschüren Haltungen zu verändern, wird scheitern. Notwendig sind Formate, die die eigene Urteilsbildung zum Gegenstand machen: biografisches Lernen, Perspektivwechsel, die Auseinandersetzung mit der Frage, warum man bei einem Urteil so sicher ist. Antisemitismuskritische Bildung muss curricular verankert werden – in Lehramt, Sozialer Arbeit, Medizin, Rechts- und Kulturwissenschaften –, nicht als Feuerwehreinsatz nach dem nächsten Vorfall.
Dort hingehen, wo es geschieht
Weil sich Antisemitismus vor allem in sozialen Medien, Chatgruppen und Protestmilieus ausbreitet, muss Prävention dort ansetzen: Peer-to-Peer-Formate, Schulungen für Studierendenvertretungen und Fachschaften, eine aktive Präsenz in den digitalen Räumen, die Studierende tatsächlich nutzen. Plattformen müssen strafbare Inhalte schneller löschen; die Strafverfolgung muss Hassdelikte online wie offline mit Nachdruck verfolgen.
Postkoloniale Deutungen inhaltlich stellen
Die Erzählung von Israel als „letztem kolonialen Gebilde“ und vom „Free Palestine from German Guilt“ wird nicht durch Schweigen widerlegt. Hochschulen müssen diese Deutungsrahmen wissenschaftlich diskutieren, legitime postkoloniale Fragen ernst nehmen und zugleich die Umschlagstelle benennen, an der aus Kritik das Bild eines jüdischen Kollektivübels wird.
Das Existenzrecht neu begründen – ohne die Erinnerung preiszugeben
Dass die Begründung aus der Schoa gerade bei ressentimentgeladenen Gruppen am stärksten verliert, ist ein Alarmsignal für die Erinnerungskultur. Die Studie empfiehlt ergänzend universalistische Begründungen: das Selbstbestimmungsrecht der Völker, die völkerrechtliche Anerkennung Israels seit 1948, die Lebensrealität von Millionen Menschen. Ergänzend heißt nicht ersetzend. Die Geschichte jüdischer Verfolgung bleibt der Schlüssel zum Verständnis, warum es einen jüdischen Staat gibt – sie muss aber so erzählt werden, dass sie nicht als moralische Erpressung empfunden, sondern als Teil einer gemeinsamen Verantwortung verstanden wird.
Trennschärfe einüben
Lehrende brauchen Handwerkszeug, um im Seminar zu erkennen, wann Kritik an einer Kriegsführung in Dämonisierung, doppelte Standards oder Delegitimierung kippt. Der „3-D-Test“ ist dafür ein bewährter Ansatz. Wer Trennschärfe beherrscht, entzieht auch dem „Silencing“-Narrativ den Boden: Kritik an israelischer Politik ist möglich und wird geäußert – die Grenze verläuft dort, wo Jüdinnen und Juden für sie haften sollen.
Begegnung statt Boykott
Wer den Abbruch wissenschaftlicher Kooperationen und den Stopp des Jugendaustauschs fordert, will Begegnung verhindern. Die Antwort muss das Gegenteil sein: mehr Austausch, mehr Partnerschaften mit israelischen Hochschulen, mehr Begegnungen mit Israelis und mit jüdischem Leben in Deutschland – in seiner Vielfalt, jenseits der Nahostfrage. Wer Jüdinnen und Juden nur als Chiffre für einen Konflikt kennt, wird sie leichter für diesen Konflikt verantwortlich machen.
Forschung über die Betroffenen
Die Konstanzer Studie benennt selbst ihre größte Lücke: Die Perspektive jüdischer Studierender fehlt. Bund und Länder sollten gezielte, langfristig finanzierte Erhebungen ermöglichen, die Erfahrungen, Bewältigungsstrategien und Rückzugstendenzen jüdischer Studierender und Lehrender erfassen. Dass die dritte Welle aus Eigenmitteln der Universität finanziert werden musste, ist ein Armutszeugnis für ein Land, das „Nie wieder ist jetzt“ zum Leitwort erhoben hat.
Politik und Kirchen: Glaubwürdigkeit zurückgewinnen
Wenn nur noch gut ein Viertel der Bevölkerung die Sicherheit Israels als Teil der Staatsräson anerkennt, genügen Bekenntnisformeln nicht mehr. Die Politik muss erklären, was diese Verpflichtung bedeutet, wo sie Kritik an israelischer Regierungspolitik einschließt und wo sie Grenzen gegenüber Judenfeindschaft zieht. Auch die Kirchen sind gefragt: Sie tragen historische Verantwortung für den christlichen Antijudaismus, aus dem der moderne Antisemitismus gewachsen ist. Ihre Gemeinden, Akademien und Hochschulgemeinden können Orte sein, an denen Begegnung, Trennschärfe und Solidarität gelebt werden – nicht nur in Gedenkstunden.
Fazit
Die Konstanzer Studie räumt mit zwei Mythen auf. Der erste lautet, Antisemitismus sei vor allem ein Problem radikaler Campusgruppen. Doch die Bevölkerung ist stärker belastet als die Studierenden. Der zweite lautet, Aufklärung allein werde es richten. Denn der Genozid-Vorwurf bleibt von Definitionen unberührt. Was bleibt, ist ein unbequemer Befund: Die Hochschulen sind der Ort, an dem sich ein gesellschaftlicher Wandel verdichtet, beschleunigt und in künftige Eliten einschreibt. Wer Judenfeindschaft und Israelhass nicht als Normalzustand akzeptieren will, muss jetzt handeln – mit Schutz für die Betroffenen, mit Bildung, die Haltungen erreicht, mit dem Mut, Grenzen klar zu benennen, und nicht zuletzt mit der Entschlossenheit, Erkenntnissen auch Taten folgen zu lassen.
Quellen
Thomas Hinz, Anna Marczuk, Frank Multrus: Einblicke in den neuen „Normalzustand“ – israelbezogener Antisemitismus an deutschen Hochschulen. Working Paper Nr. 52, Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“, Universität Konstanz, Oktober 2026.
Universität Konstanz / idw: Antisemitismus an Hochschulen: Ein neuer „Normalzustand“?, 7. Oktober 2026.
Bundesverband RIAS: Antisemitische Vorfälle in Deutschland 2025(Pressemitteilung), 17. Juni 2026.
Amadeu Antonio Stiftung: Neue Zahlen: 85 % aller jüdischen Studierenden verstecken ihre Identität, 6. Oktober 2026.
ELNET Deutschland / Civey: Neues Stimmungsbild Israel: Enge Beziehungen in schwierigen Zeiten, 20. Mai 2026.
Berliner Zeitung: Itamar Ben-Gvir: Ohne Mehrheit, aber mehrheitsfähig (mit Pew-Daten 2026 und Stimmen von Josef Schuster und Michel Friedman), 29. August 2026.
Zentralrat der Juden in Deutschland: Rede von Dr. Josef Schuster zur Mahnwache in Würzburg (24. Juli 2026) und Erklärung zum Brandanschlag in Wuppertal (17. September 2026).
Verfassungsblog: Wie die Versicherheitlichung der Universität die Wissenschaftsfreiheit untergräbt, 21. September 2026.



