Oppenheimers Überblick || Flugstopp als politisches Signal?
Wenn Spannungen im Nahen Osten zunehmen, stellt die Lufthansa meist als erste den Betrieb nach Israel ein. Was steckt dahinter?
Schalom allerseits!
Ich habe eine Frage an meine deutschen Freunde. Warum stellt ausgerechnet die Lufthansa bei jeder kleinsten regionalen Spannung – nun ja, gelegentlich kommt das mal vor – als erste den Flugverkehr nach Israel ein? Noch ist keine Rakete geflogen, kein Flugzeug gestartet und nicht einmal ein Drachen am Himmel zu sehen, doch Lufthansa kündigt bereits an, nicht mehr hierher zu fliegen.
Ich frage mich: Warum? Dafür gibt es mehrere mögliche Erklärungen, aber meiner Meinung nach handelt es sich um eine bittere Mischung aus kolossaler Ängstlichkeit und verstecktem Antisemitismus. Ja, „Antisemitismus” ist ein hartes Wort, aber warum kann man überall hin fliegen, nur nicht nach Israel? Und bitte erzählt mir nicht, dass Flugbegleiter oder Besatzungen Angst um ihre Sicherheit hätten! Das kann keine echte Begründung sein. Es mag eine schlechte Ausrede sein, aber sicher kein Grund.
Es kann doch nicht sein, dass zwei befreundete Staaten, die auf so vielfältige Weise miteinander verbunden sind, in ihrer Erreichbarkeit so eingeschränkt werden. Wie kann es sein, dass die Lufthansa überall auf der Welt hinfliegt, aber nicht nach Israel? Besonders brisant wirkt die Situation bei meinem Blick auf den Flugplan: Während Ziele wie Damaskus oder Teheran weiterhin bedient werden, bleibt der Flughafen Ben Gurion außen vor. Es mangelt an einer plausiblen Erklärung, warum ausgerechnet Tel Aviv als gefährlicher eingestuft wird als die Hauptstädte erklärter Krisenstaaten.
Diese empfundene Feigheit der Entscheidungsträger bleibt für viele Reisende in Israel nicht ohne Konsequenzen. Hier wächst die Überzeugung, dass ein solches Geschäftsgebaren einen Preis haben muss. Wer die Verlässlichkeit in der Krise vermissen lässt, verliert das Vertrauen seiner Kunden. Konsequenterweise entscheiden sich immer mehr Reisende dafür, ihre Flüge nach Deutschland ausschließlich mit israelischen Gesellschaften zu bestreiten. Die Botschaft ist klar: Wer Rückgrat vermissen lässt, sollte nicht auch noch finanziell durch die Loyalität derer belohnt werden, die er im Stich lässt.
Ich unterstütze keine Feiglinge – weder mit meiner Hand noch mit meinem Geld.
Joram

