ahavta - Begegnungen

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Oppenheimers Überblick || Zwischen Schutzraum und Ungewissheit: Leben unter iranischem Dauerbeschuss

Zwei Tage Raketenbeschuss, keine Pause, kein Plan – ein Augenzeugenbericht aus Israel über Nerven, Hunde und die Frage, wohin der Nahe Osten steuert.

Joram Opp
März 01, 2026
∙ Bezahlt

Schalom allerseits!

Seit zwei Tagen hat sich mein Leben – hat sich das Leben in Israel – auf einen einzigen Rhythmus reduziert: Alarm, Schutzraum (Miklat), warten, raus – und wieder von vorn. Wir sitzen in engen Kellerräumen, Smartphones in der Hand, und scrollen uns durch Nachrichtenportale, Facebook und Instagram. Nicht weil wir es wollen, sondern weil die nächsten zehn Minuten irgendwie überbrückt werden müssen – ohne Streit mit den Nachbarn, ohne sich über unruhige Kinder aufzuregen.

Das wäre vielleicht noch erträglich, wenn die iranische Seite wenigstens gelegentliche Pausen einplanen würde – eine Art ungeschriebene Waffenruhe des Alltags. Doch die Realität sieht anders aus. Das Feuer ist nahezu ununterbrochen, auch nachts. Zwischen einem Einschlag und dem nächsten Alarm bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Die Folge ist eine geradezu absurde Logistik des Überlebens: Selbst der Gang zur Toilette will koordiniert sein, muss in die wenigen ruhigen Minuten gequetscht werden, synchronisiert mit anderen Bedürfnissen.

Ja, es gab Pausen – manchmal sogar längere. Doch niemand weiß, wann die nächste kommt. In einer halben Stunde? In fünf Minuten? Oder erst in drei Stunden? Eine echte Zwickmühle, die jeden noch so banalen Entschluss zur Qual werden lässt.

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