Parascha Wajera
1. Mose 18,1–22,24
ER ließ von ihm an den Steineichen Mamres sich sehen, als er bei der Hitze des Tags im Einlaß des Zeltes saß. Er hob seine Augen, sah: da, drei Männer, aufrecht über ihm. Er sah, lief vom Einlaß des Zelts ihnen entgegen und neigte sich zur Erde und sprach: Mein Herr, möchte ich doch Gunst in deinen Augen gefunden haben, schreite an deinem Knecht doch nimmer vorüber! Es werde doch ein wenig Wasser geholt, dann badet eure Füße und lehnet unter dem Baum, ich hole einen Bissen Brot, ihr labt euer Herz, danach mögt ihr weiterschreiten. Warum sonst wärt ihr bei euerm Knecht vorübergeschritten! Sie sprachen: Tu so, wie du geredet hast. Abraham eilte ins Zelt zu Ssara und sprach: Eil dich! Drei Maß Mehl, feines! knete, mache Kuchen! Und zu den Rindern lief Abraham, holte ein Jungrind, zart und gut, und gabs dem Knaben, daß ers eilends zurechtmache. Dann holte er Sahne und Milch und das Jungrind, das er hatte zurechtmachen lassen, und gab es vor sie. Er aber stand über ihnen unter dem Baum, während sie aßen. Sie sprachen zu ihm: Wo ist Ssara dein Weib? Er sprach: Da im Zelt. Nun sprach er: Kehren, kehren will ich zu dir, wann die lebenspendende Zeit ist, da hat Ssara dein Weib einen Sohn. Ssara aber horchte am Einlaß des Zelts, der war hinter ihm. Abraham und Ssara waren alt, hochgekommen in die Tage, aufgehört hatte es Ssara zu gehen nach der Art der Weiber. Ssara lachte in sich hinein, sprechend: Nachdem ich zermorscht bin, würde mir Üppigkeit? Und auch mein Herr ist alt. ER aber sprach zu Abraham: Warum lacht Ssara und spricht: Soll ich wahrhaftig gebären, und ich bin doch alt! Ist IHM ein Ding entrückt? Zur Frist kehre ich zu dir, wann die lebenspendende Zeit ist, und Ssara hat einen Sohn. Ssara leugnete, sprechend: Ich habe nicht gelacht. Denn sie fürchtete sich. Er aber sprach: Nein, wohl hast du gelacht. Die Männer brachen von dort auf und lugten über die Fläche von Sodom hinab, und Abraham ging mit ihnen, sie zu geleiten. ER aber hatte zu sich gesprochen: Sollte ich Abraham verhüllen, was ich tun will? Abraham, ein Stamm wird er werden, groß und kernhaft, und mit ihm werden sich segnen alle Stämme der Erde! Ja, ich habe ihn erkannt, auf daß er entbiete seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm: sie sollen hüten MEINEN Weg, Wahrhaftigkeit und Recht zu tun, daß ER über Abraham kommen lasse, was er über ihm geredet hat. ER sprach: Der Klageschrei über Sodom und Gomorra, wohl, er schwoll, und ihre Sünde, wohl, sie wuchtet sehr, niederziehen will ich doch und sehen — haben sie nach dem Schrei darüber, der zu mir kam, getan: — Vertilgung! und wenn nicht: — ich wills erkennen. Die Männer wandten sich von dort und gingen auf Sodom zu, Abraham aber, noch stand er vor IHM. Nun trat Abraham vor und sprach: Willst du wirklich den Bewährten raffen mit dem Frevler? Vielleicht sind fünfzig Bewährte anwesend drin in der Stadt, willst du die wirklich raffen? Willst dus dem Ort nicht tragen der fünfzig Bewährten wegen in ihrer Mitte? Weitab sei dir nach dieser Rede zu tun, den Bewährten mit dem Frevler zu töten, daß Gleiches dem Bewährten, Gleiches dem Frevler geschehe, weitab sei es dir! Alles Erdlands Richter, wird der nicht das Recht tun? ER sprach: Finde ich in Sodom fünfzig Bewährte, drin in der Stadt, will ichs all dem Ort tragen um ihretwillen. Abraham antwortete, er sprach: Da habe ich mich doch vorgewagt zu meinem Herrn zu reden, und ich bin ja Staub und Asche: vielleicht fehlen an den fünfzig Bewährten fünf — willst du um die fünf all die Stadt verderben? Er sprach: Nicht will ich verderben, finde ich dort fünfundvierzig. Er aber fuhr fort noch zu ihm zu reden, er sprach: Vielleicht finden sich dort nur vierzig? Er sprach: So tue ichs nicht, um der vierzig willen. Er aber sprach: Nimmer entflamme es doch meinen Herrn, daß ich weiter rede: vielleicht finden sich nur dreißig dort? Er sprach: So tue ichs nicht, finde ich dort dreißig. Er aber sprach: Da habe ich mich nun doch vorgewagt zu meinem Herrn zu reden: vielleicht finden sich nur zwanzig dort? Er sprach: Nicht will ich verderben, um der zwanzig willen. Er aber sprach: Nimmer entflamme es doch meinen Herrn, daß ich noch das eine Mal rede: vielleicht finden sich dort nur zehn? Er sprach: Nicht will ich verderben, um der zehn willen. ER ging, als er vollendet hatte zu Abraham zu reden, und Abraham kehrte an seinen Ort.
Kapitel 19
Die zwei Boten kamen nach Sodom am Abend. Lot aber saß eben im Tore von Sodom. Lot sah auf, erhob sich ihnen entgegen und verneigte sich, Stirn zur Erde, und sprach: Wohlan doch, meine Herrn, biegt doch ab ins Haus eures Knechts, nächtigt, badet eure Füße, frühmorgens mögt ihr eures Weges gehn. Sie sprachen: Nein, sondern auf der Straße nächtigen wir. Er aber drang heftig in sie, so bogen sie zu ihm ab und kamen in sein Haus. Er machte ihnen ein Trinkmahl, buk Fladen, und sie aßen. Kaum daß sie sich legen wollten, hatten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus umringt, vom Knaben zum Alten, alles Volk bis vom Ende her, die riefen nach Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die die Nacht zu dir kamen? Gib sie uns heraus, wir wollen sie erkennen! Lot begab sich zu ihnen hinaus an den Einlaß, die Tür verschloß er hinter sich, und sprach: Übt doch nimmer Arges, meine Brüder! Da, ich habe doch zwei Töchter, die noch keinen Mann kennen, die gebe ich euch doch heraus, tut an ihnen, was euern Augen gutdünkt; nur diesen Männern tut nichts, denn warum sonst wären sie unter den Schatten meines Gebälks gekommen! Sie aber sprachen: Tritt beiseit! und sprachen: Kam da der eine zu gasten und will nun rechten und richten?! an dir üben wir nun noch Ärgres als an ihnen. Sie drangen heftig gegen den Mann, gegen Lot ein und traten herzu, die Tür aufzubrechen. Aber die Männer schickten ihre Hand aus, bekamen Lot zu sich ins Haus, und die Tür verschlossen sie; und die Männer, die am Einlaß des Hauses waren, vom Kleinsten bis zum Größten, schlugen sie mit Blendung, die ermüdeten sich, den Einlaß zu finden. Die Männer sprachen zu Lot: Hast du wen noch hier, einen Eidam, Söhne, Töchter? Alle die dein sind in der Stadt führe zum Ort hinaus! denn wir sind daran diesen Ort zu verderben, denn der Klageschrei über sie wuchs groß vor IHM, und ER schickte uns, sie zu verderben. Lot begab sich hinaus und redete zu seinen Eidamen, die seine Töchter genommen hatten, sprechend: Auf, hinaus aus diesem Ort, denn verderben will ER die Stadt! Aber er war in den Augen seiner Eidame wie einer, der Scherz treibt. Wie nun das Morgengrauen aufstieg, bestürmten die Boten Lot, sprechend: Auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die sich da befinden, sonst wirst du mitgerafft in der Verfehlung der Stadt! Er zauderte noch, aber die Männer faßten seine Hand, die Hand seines Weibs und die Hand seiner zwei Töchter, weil IHN sein dauerte, sie führten ihn weg und ließen ihn draußen vor der Stadt los. Wie sie nun sie hinausgeführt hatten, sprach einer: Rette dich, es ist um dich selber, blick nimmer hinter dich, bleib in all dem Gau nimmer stehn, rette dich ins Gebirg, sonst wirst du gerafft! Lot sprach zu ihnen: Nicht doch, mein Herr! Wohlan, dein Knecht hat doch Gunst in deinen Augen gefunden, großgemacht hast du deine Huld, die du an mir tatest, mich selber am Leben zu halten — aber ich, nicht vermag ich mich ins Gebirg zu retten, anheften möchte sich mir sonst das Arge, daß ich sterbe. Wohl, diese Stadt da ist doch nah genug, dorthin zu fliehn, und so winzig klein ist sie; daß ich mich dorthin doch retten darf — ist sie nicht winzig klein? — und selber am Leben bleibe! Er sprach zu ihm: Wohl, auch darin achte ich dein, unumgestürzt zu lassen die Stadt, von der du redest, eile, rette dich dorthin, denn ich vermag nichts zu tun, eh du dort hineinkamst. Darum ruft man den Namen der Stadt: Zoar, Winzig. Die Sonne fuhr aus über die Erde und Lot kam nach Zoar, ER aber ließ auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen, von IHM her, vom Himmel, um stürzte er diese Städte und all den Gau, alle Insassen der Städte und das Gewächs des Ackers. Sein Weib blickte sich hinter ihm um und ward eine Salzsäule. Frühmorgens machte Abraham sich auf an den Ort, wo er vor IHM gestanden hatte, er lugte hinab auf alle Fläche von Sodom und Gomorra und auf all die Landfläche des Gaus und sah: da, der Qualm des Lands stieg auf wie der Qualm des Schmelzofens. Es war geschehen, als Gott die Städte des Gaus verdarb: Gott gedachte Abrahams und schickte Lot aus dem Sturz, als er umstürzte die Städte, darin Lot siedelte. Lot stieg dann von Zoar weiter und saß im Gebirg, seine zwei Töchter mit ihm, denn in Zoar zu siedeln fürchtete er sich. So saß er in einer Höhle, er und seine zwei Töchter. Die Erste sprach zur Jüngern: Unser Vater ist alt, und kein Mann ist im Land, zu uns einzugehen nach der Weise alles Erdlands, — komm, wir wollen unsern Vater tränken mit Wein und wollen bei ihm liegen und von unserm Vater Samen beleben. So tränkten sie in jener Nacht ihren Vater mit Wein, dann ging die Erste hinein und legte sich zu ihrem Vater, er aber wußte nichts, als sie sich legte, noch als sie sich erhob. Am Nachmorgen dann wars, da sprach die Erste zur Jüngern: Wohl, gestern habe ich bei meinem Vater gelegen, wir wollen ihn auch die Nacht mit Wein tränken, dann geh hinein und leg dich zu ihm, daß wir von unserm Vater Samen beleben. Sie tränkten auch in dieser Nacht ihren Vater mit Wein, dann erhob sich die Jüngre und legte sich zu ihm, er aber wußte nichts, als sie sich legte, noch als sie sich erhob. Schwanger wurden beide Töchter Lots von ihrem Vater. Die Erste gebar einen Sohn und rief seinen Namen Moab, Vaterswasser, Stammvater Moabs ist der bis heut. Auch die Jüngre gebar einen Sohn und rief seinen Namen Ben-Ammi, Sohn meiner Leute, Stammvater der Söhne Ammons ist der bis heut.
Kapitel 20
Abraham zog von dort ins Südland, er siedelte zwischen Kadesch und Schur und gastete in Grar. Abraham sprach von Ssara seinem Weibe: Meine Schwester ist sie. Da schickte Abimelech, König von Grar, und nahm sich Ssara. Gott aber kam zu Abimelech im Traum der Nacht und sprach zu ihm: Nun mußt du sterben um des Weibes willen, das du genommen hast, einem Gemahl ist sie vermählt. Abimelech war ihr nicht genaht. Er sprach: Mein Herr, willst du einen Stamm, ob auch schuldlos, umbringen? Sprach nicht er, er zu mir: sie ist meine Schwester, und auch sie, sie sprach: er ist mein Bruder?! In Einfalt meines Herzens und in Unsträflichkeit meiner Hände habe ich das getan. Gott sprach zu ihm im Traum: Auch ich selber weiß, daß du das in Einfalt deines Herzens getan hast, so hielt selber ich dich ab, mir zu sündigen, darum ließ ich dir nicht zu, sie zu berühren. Jetzt also erstatte das Weib des Mannes zurück — er ist ja ein Künder, er soll für dich sich einsetzen — und bleibe am Leben. Erstattest du aber nicht zurück: wisse, daß du sterben, sterben mußt, du und alle die dein sind. Frühmorgens erhob sich Abimelech und berief alle seine Diener, er redete vor ihren Ohren all die Rede, und die Männer fürchteten sich sehr. Dann ließ Abimelech Abraham rufen und sprach zu ihm: Was hast du uns getan! Womit habe ich dir gesündigt, daß du über mich und mein Königreich so große Versündigung hast kommen lassen? Taten, die man nicht tun soll, hast du an mir getan. So sprach Abimelech zu Abraham: Was ersahst du, daß du dies getan hast? Abraham sprach: Wohl, ich sprach zu mir, gar keine Furcht Gottes sei an diesem Ort, man werde mich meines Weibes wegen umbringen. Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester, meines Vaters Tochter, nur nicht meiner Mutter Tochter, so ist sie mein Weib geworden. Als nun Gottesmächte mich vom Haus meines Vaters abirren ließen, sprach ich zu ihr: Dies sei deine Huld, die du an mir tun sollst, an jedem Ort, wohin wir kommen, sprich von mir: mein Bruder ist er. Abimelech nahm Schafe und Rinder, Dienstknechte und Mägde, und gab sie Abraham, und Ssara sein Weib erstattete er ihm zurück. Abimelech sprach: Nun liegt mein Land vor dir, siedle, wo es deinen Augen gutdünkt. Und zu Ssara sprach er: Ich habe nun deinem Bruder tausend Silberstücke gegeben, das sei dir nun für alle, die bei dir sind, zum Augenschleier und bei aller Welt, daß du erwiesen seist. Abraham aber setzte sich ein bei Gott, und Gott heilte Abimelech, sein Weib und seine Sklavinnen, daß sie Kinder gewannen. Versperrt nämlich, versperrt hatte ER alljeden Schoß im Haus Abimelechs wegen Ssaras, des Weibes Abrahams.
Kapitel 21
ER ordnete es Ssara zu, wie er gesprochen hatte, an Ssara tat ER, wie er geredet hatte. Ssara wurde schwanger und gebar Abraham auf sein Alter einen Sohn, zu der Frist, von der Gott ihm geredet hatte. Und Abraham rief den Namen seines Sohnes, der ihm geboren worden war, den Ssara ihm geboren hatte: Jizchak, Er lacht. Abraham beschnitt Jizchak seinen Sohn zu acht Tagen, wie Gott ihm geboten hatte. Abraham aber war hundert Jahre, als Jizchak sein Sohn ihm geboren wurde. Ssara sprach: Ein Lachen hat Gott mir gemacht, alljeder ders hört lacht über mich. Und wieder sprach sie: Wer hätte Abraham zugeraunt: Söhnlein wird Ssara säugen?! Wohl, einen Sohn hab ich ihm auf sein Alter geboren! Das Kind wuchs groß und wurde entwöhnt, und Abraham machte ein großes Trinkmahl, am Tag da Jizchak entwöhnt wurde. Einst sah Ssara den Sohn Hagars der Ägypterin, den sie Abraham geboren hatte, spottlachen. Sie sprach zu Abraham: Vertreibe diese Sklavin und ihren Sohn, denn nicht soll der Sohn dieser Sklavin mit meinem Sohn, mit Jizchak, erben. Sehr arg war die Rede in den Augen Abrahams wegen seines Sohns. Aber Gott sprach zu Abraham: Nicht sei es arg in deinen Augen um den Knaben und um deine Sklavin, in allem, was Ssara zu dir spricht, höre auf ihre Stimme, denn in Jizchak wird dir Same berufen. Aber auch den Sohn der Sklavin, zum Stamm will ich ihn machen, denn dein Same ist er. Abraham stand frühmorgens auf, nahm ein Brot und einen Schlauch Wassers und gab es Hagar — legte es auf ihre Schulter — samt dem Kind und schickte sie fort. Sie ging und verirrte sich in der Wüste Ber-Scheba. Als nun das Wasser im Schlauch zuende war, warf sie das Kind unter einen der Sträucher und ging und saß für sich, gegenüber, wie Bogenzieler entfernt, denn sie sprach: Ich kann nimmer zusehn, wie das Kind stirbt. So saß sie gegenüber, erhob ihre Stimme und weinte. Gott aber hörte die Stimme des Knaben, Gottes Bote rief Hagar vom Himmel her zu und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar! fürchte dich nimmer, denn gehört hat Gott auf die Stimme des Knaben ebendort wo er ist, — auf, hebe den Knaben und umfasse ihn mit deiner Hand, denn zum großen Stamm will ich ihn machen. Gott klärte ihre Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen. Sie ging hin, füllte den Schlauch mit Wasser und letzte den Knaben. Und Gott war bei dem Knaben. Er wuchs groß und saß in der Wüste, und er wurde ein Schütz, ein Bogenführer. Er saß in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus dem Land Ägypten. Es geschah um dieselbe Zeit, Abimelech sprach samt Pichol seinem Heeresobersten zu Abraham, sprach: Gott ist bei dir in allem was du tust. So schwöre mir jetzt hier bei Gott: lügst du je mir, meinem Sproß und Schoß, ...! sondern Huld, wie ich sie an dir tat, tue an mir und an dem Land, darin du gastest. Abraham sprach: Ich also will schwören. Doch Abraham ermahnte Abimelech wegen des Wasserbrunnens, den hatten Abimelechs Knechte entrissen. Abimelech sprach: Ich weiß nicht, wer dieses Ding tat, auch du selber hast mirs nicht gemeldet, auch habe ichs selber nicht gehört außer heute. Sodann nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und die beiden schlossen einen Bund. Abraham aber stellte die sieben Lämmer der Schafherde besonders. Abimelech sprach zu Abraham: Was sollen die, diese sieben Lämmer, die du besonders gestellt hast? Der sprach: Daß du die sieben Lämmer aus meiner Hand nehmest, damit es mir zum Zeugnis sei, daß ich diesen Brunnen gegraben habe. Darum ruft man jenen Ort Ber-Scheba, Brunnen des Sieben-Schwurs, denn dort haben die beiden geschworen. So schlossen sie einen Bund in Berscheba. Dann machte sich auf Abimelech und Pichol sein Heeresoberster, und sie kehrten ins Land der Philister zurück. Er aber pflanzte eine Tamariske in Berscheba und rief dort den Namen aus: ER Gottheit der Weltzeit. Und Abraham gastete viele Tage im Land der Philister.
Kapitel 22
Nach diesen Begebnissen geschahs, Gott prüfte Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Er sprach: Da bin ich. Er aber sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen Einzigen, den du liebst, Jizchak, und geh vor dich hin in das Land von Morija, und höhe ihn dort zur Darhöhung auf einem der Berge, den ich dir zusprechen werde. Abraham stand frühmorgens auf, er sattelte seinen Esel, er nahm seine beiden Knaben mit sich und Jizchak seinen Sohn, er spaltete Hölzer für die Darhöhung und machte sich auf und ging nach dem Ort, von dem Gott ihm gesprochen hatte. Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von fern. Abraham sprach zu seinen Knaben: Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen bis drüben hin gehen, niederwerfen wollen wir uns und dann zu euch kehren. Abraham nahm die Hölzer zur Darhöhung, er legte sie Jizchak seinem Sohn auf, in seine Hand nahm er das Feuer und das Messer. So gingen die beiden mitsammen. Jizchak sprach zu Abraham seinem Vater, er sprach: Vater! Der sprach: Da bin ich, mein Sohn. Er sprach: Da ist nun das Feuer und die Hölzer, aber wo ist das Lamm zur Darhöhung? Abraham sprach: Gott ersieht sich das Lamm zur Darhöhung, mein Sohn. So gingen die beiden mitsammen. Sie kamen an den Ort, den Gott ihm zugesprochen hatte. Dort baute Abraham die Schlachtstatt und schichtete die Hölzer und fesselte Jizchak seinen Sohn und legte ihn auf die Schlachtstatt zuoberst der Hölzer. Abraham schickte seine Hand aus, er nahm das Messer, seinen Sohn hinzumetzen. Aber SEIN Bote rief ihm vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Er sprach: Da bin ich. Er sprach: Schicke nimmer deine Hand nach dem Knaben aus, tu ihm nimmer irgendwas! Denn jetzt habe ich erkannt, daß du Gottes fürchtig bist, — nicht vorenthalten hast du mir deinen Sohn, deinen Einzigen. Abraham hob seine Augen und sah: da, ein Widder hatte sich dahinter im Gestrüpp mit den Hörnern verfangen. Abraham ging hin, er nahm den Widder und höhte ihn zur Darhöhung anstatt seines Sohns. Abraham rief den Namen jenes Orts: ER ersieht. Wie man noch heute spricht: Auf SEINEM Berg wird ersehn. SEIN Bote aber rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel her zu und sprach: Bei mir schwöre ich — SEIN Erlauten — ja, dieweil du dieses getan hast, hast deinen Sohn, deinen Einzigen, nicht vorenthalten, segne, ja segne ich dich, mehren will ich, mehren deinen Samen wie die Sterne des Himmels und wie den Sand der am Ufer des Meers ist, ererben soll dein Same das Hochtor seiner Feinde, segnen sollen einander mit deinem Samen alle Stämme der Erde, dem zu Folge daß du auf meine Stimme gehört hast. Abraham kehrte zu seinen Knaben zurück, sie machten sich auf und gingen mitsammen nach Ber-Scheba. Und Abraham blieb in Ber-Scheba. Nach diesen Begebnissen wars, man meldete Abraham, sprechend: Auch Milka hat doch deinem Bruder Nachor Söhne geboren, Uz seinen Erstling, Bus dessen Bruder, Kmuel Vater von Aram, Kassed, Chaso, Pildasch, Jidlaf und Btuel. Nun hat Btuel Ribka gezeugt. — Jene acht gebar Milka dem Nachor, Abrahams Bruder. Seines Kebsweibs Name war Ruma, auch sie gebar: Tabach, Gacham, Tachasch und Maacha.
Die Schrift.
Verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig.
Neuausgabe 1997, verbesserte Auflage der neu bearbeiteten Ausgaben von 1954/1955/1958/1962.











