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Der Wochenabschnitt der Tora
Re‘eh
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Re‘eh

„Siehe!“ • 5. Mose 11,26–16,17

Der Wochenabschnitt Re’eh

5. Mose 11,26–16,17

Siehe, so gebe ich heute vor euch hin: Segen und Fluch.

Den Segen: daß ihr auf die Gebote Gottes, eures Gottes, hören werdet, die ich euch heute gebiete;

und den Fluch, wenn ihr auf die Gebote Gottes, eures Gottes, nicht hören werdet und weichen werdet von dem Wege, den ich euch heute gebiete, anderen Göttern, von denen ihr nichts erfahren habt, nachzugehen.

Und es sei, wenn dich Gott, dein Gott, zu dem Lande bringen wird, wohin du es in Besitz zu nehmen kommst, so sollst du den Segen geben auf dem Berg Gerisim und den Fluch auf dem Berg Ebal.

Diese sind doch jenseits des Jardens, weiterhin in der Richtung zum Sonnenuntergang, im Lande des Kenaani, der in der Öde wohnt, Gilgal gegenüber neben den Hainen Morehs.

Denn ihr überschreitet den Jarden hinzukommen, das Land, das Gott, euer Gott, euch gibt, in Besitz zu nehmen, und werdet es in Besitz nehmen und darin wohnen,

und habt dann gewissenhaft alle Gesetze und Rechtsordnungen auszuführen, die ich heute euch vorlege.

Kapitel 12

Dies sind die Gesetze und die Rechtsordnungen, die ihr gewissenhaft in dem Lande erfüllen sollt, welches Gott, der Gott deiner Väter, dir in Besitz zu nehmen gegeben hat, alle die Tage, welche ihr auf der Erde lebt:

Völlig vernichten sollt ihr die Stellen, wo die Völker, denen ihr im Besitze folgt, ihren Göttern auf den hohen Bergen gedient haben und auf den Hügeln und unter jedem grünenden Baum.

Ihr sollt ihre Altäre zerstören und zerbrechen ihre Denksteine, und ihre heiligen Bäume sollt ihr in Feuer verbrennen und die Bilder ihrer Götter umhauen; sollt ihren Namen von diesem Orte vernichten.

Nichts dergleichen dürft ihr Gott, eurem Gotte, tun;

vielmehr nach dem Orte hin, den Gott, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen wird, seinem Namen dort eine Stätte zu geben, nach der Kundgebung seiner Gegenwart sollt ihr forschen, daß du dorthin kommest,

und dorthin ihr dann eure Emporopfer bringet und eure Mahlopfer, eure Zehnten und die Hebe eurer Hand, eure Gelobungen und Weihungen, die Erstgeburten eurer Rinder und eurer Schafe,

dort vor Gott, eurem Gott, ihr genießet und euch mit allem freuet, was eurer Hand zusteht, ihr und eure Häuser, daß Gott, dein Gott, dich gesegnet.

Inzwischen dürft ihr nicht alles das vollziehen, was wir hier heute vollziehen; jeder einzelne alles das nur, was seinem Belieben gemäß ist.

Denn ihr seid bis dann noch nicht zu der Ruhe und dem Erbe gekommen, welches Gott, dein Gott, dir gibt.

Habt ihr aber den Jarden überschritten und wohnet in dem Lande, welches Gott, euer Gott, euch zum Erbe gibt und hat er euch von allen euren Feinden ringsum Ruhe gegeben und ihr wohnet sicher:

Dann wird der Ort, den Gott, euer Gott, erwählen wird, seinen Namen dort ruhen zu lassen, dorthin sollt ihr alles, wozu ich euch verpflichte, bringen: eure Emporopfer und eure Mahlopfer, eure Zehnten und die Hebe eurer Hand, und alle Auswahl eurer Gelobungen, die ihr Gott gelobet.

Und ihr freut euch dann vor Gott, eurem Gott, ihr, eure Söhne und eure Töchter, eure Knechte und eure Mägde, und der Levi, der in, euren Toren wohnt, weil er keinen Anteil und kein Erbe bei euch hat.

Hüte dich dir, daß du deine Emporopfer nicht an jeglichem Orte darbringest, den du siehest,

sondern an dem Orte, welchen Gott in einem deiner Stämme erwählen wird, dort bringst du deine Emporopfer dar und dort vollziehst du alles, was ich dir gebiete.

Jedoch nach dem ganzen Belieben deines Willens darfst du schlachten und das Fleisch genießen wie den Segen, den Gott, dein Gott, dir in allen deinen Toren gegeben, das, was der Unreine und der Reine essen darf, wie den Hirsch und das Reh.

Nur das Blut dürft ihr nicht essen, auf die Erde hin sollst du es wie Wasser schütten.

Nicht unbeschränkt bist du befugt, in deinen Toren den Zehnten deines Korns, deines Mostes und deines Öls zu essen, die Erstgeborenen deines Rinds und deines Schafes, und alle deine Gelobungen, die du gelobst, deine Weihungen und die Hebe deiner Hand.

Sondern vor Gott, deinem Gotte, sollst du ihn essen an dem Orte, welchen Gott, dein Gott, erwählen wird, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und der Levite, welcher in deinen Toren wohnt, und sollst dich freuen vor Gott, deinem Gotte, an all dem Machtgebot deiner Hand.

Hüte dich dir, daß du den Levi nicht verlassest alle deine Tage auf deinem Boden.

Wenn Gott, dein Gott, dein Gebiet erweitern wird, wie er dir verheißen, und du sagen wirst: ich möchte Fleisch essen, denn es verlangt dein Wille Fleisch zu essen, so darfst du nach dem ganzen Belieben deines Willens Fleisch essen.

Weil der Ort, den Gott, dein Gott erwählen wird, dort seinem Namen die Stätte zu geben, fern von dir sein wird, so sollst du von deinem Rind und deinem Schafe, die Gott dir gegeben hat, schlachten nach der Weise, die ich dir geboten habe, und in deinen Toren essen, nach dem ganzen Belieben deines Willens.

Jedoch wie der Hirsch und das Reh gegessen wird, so sollst du es essen, der Unreine und der Reine zusammen dürfen es essen.

Nur bleibe fest, das Blut nicht zu essen; denn das Blut, es ist die Seele. Und iss auch nicht die Seele mit dem Fleische.

Iß es nicht! An die Erde hin gieße es wie Wasser.

Iß es nicht! Damit es dir und deinen dir nachfolgenden Kindern gut ergehe; denn du tust das, was in den Augen Gottes das Gerade ist.

Nur deine Heiligtümer, die dir werden, und deine Gelobungen trägst du hinan und kommst zu dem Orte hin, welchen Gott erwählen wird.

Und du vollziehst deine Emporopfer in dem Fleische und dem Blute auf dem Altare Gottes, deines Gottes; und das Blut deiner Mahlopfer werde an dem Altare Gottes, deines Gottes, ausgegossen, das Fleisch aber issest du.

Höre sorgfältig alle diese Worte, die ich dir gebiete, damit es dir und deinen dir nachfolgenden Kindern auf ewig gut ergehe; denn du tust das, was in den Augen Gottes, deines Gottes, das Gute ist und das Gerade.

Wenn Gott, dein Gott, die Völker vernichten wird, zu denen du hinkommst, sie vor dir zu vertreiben, und du folgst ihnen in dem Besitz und wohnst in ihrem Lande:

dann hüte dich dir, daß du nicht dich hinziehen lassest, ihnen nachzufolgen, nachdem sie vor dir vernichtet worden, und daß du nicht nach ihren Gottheiten forschest und sagest: Wie dienen diese Völker ihren Göttern, also will auch ich tun.

Richt also darfst du tun, auch nicht Gott, deinem Gotte; denn alles von Gott Verabscheute, was er hasst, haben sie ihren Göttern getan; denn selbst ihre Söhne und ihre Töchter verbrennen sie ihren Göttern im Feuer!

Kapitel 13

Alles das, was Ich euch gebiete, das erfüllet gewissenhaft; du darfst nichts daran hinzutun und nichts davon ablassen!

Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufstehen wird oder ein Traumempfänger und er gibt dir ein Zeichen oder einen Überzeugungsbeweis,

es tritt auch ein das Zeichen oder der Überzeugungsbeweis, die er für dich ausgesprochen, um dir zu sagen: Lasset uns anderen Göttern nachfolgen, die du nicht kennst und lasset ihnen uns dienen:

so höre nicht auf die Worte dieses Propheten oder auf diesen Traumempfänger, denn Gott, euer Gott, prüft euch damit, zu erkennen, ob ihr in Wirklichkeit Gott, euren Gott, liebet mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele.

Gott, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen und ihn fürchten, seine Gebote sollt ihr hüten und auf seine Stimme hören, ihm sollt ihr dienen und an ihm festhalten.

Jener Prophet aber oder jener Traumempfänger soll hingerichtet werden; denn er hat Unwahres ausgesprochen über Gott, euren Gott, der euch aus dem Lande Mizrajim geführt und der dich aus der Sklavenheimat erlöst, dich abzuführen von dem Wege in dem zu wandeln Gott, dein Gott, dir geboten; du hast das Böse fortzuschaffen aus deiner Mitte.

Wenn dich dein Bruder verführen will, ein Sohn deiner Mutter, oder dein Sohn, oder deine Tochter, oder das Weib deines Schoßes, oder dein Genosse, der dir deiner Seele gleich ist, im Geheimen: lasse uns gehen und andern Göttern dienen, von denen du nichts erfahren, du nicht und deine Eltern,

von den Göttern der Völker, die um euch sind, die dir nahe sind, oder die fern von dir sind, von Erdenende bis zum Erdenende:

so willige ihm nicht ein und höre nicht auf ihn, und nicht darf dein Auge Schonung über ihn hegen, und du darfst nicht Erbarmen und Verschweigen über ihn üben.

Vielmehr zur Hinrichtung musst du ihn bringen, deine Hand soll die erste an ihm sein, ihn zu töten, und die Hand des ganzen Volkes zuletzt.

Du sollst ihn steinigen, so daß er stirbt; denn er hat es gewollt, dich von Gott, deinem Gotte, abzuführen, der dich aus dem Lande Mizrajim geführt, aus der Sklavenheimat.

Und ganz Jisrael sollen es hören und sich fürchten und nie mehr eine solche Schlechtigkeit in deiner Mitte verüben.

Wenn du in einer deiner Städte, welche Gott, dein Gott, dir dort zu wohnen gibt, hörest:

Hinausgetreten sind nichtswürdige Männer aus deiner Mitte und haben die Bewohner ihrer Stadt verführt, indem sie sagten: wir wollen gehen und anderen Göttern dienen, von denen ihr nichts wisset:

so sollst du forschen und ergründen und sorgfältig ausfragen; und ist es dann Wahrheit, ist begründet die Aussage, es ist geschehen diese Verworfenheit in deiner Mitte:

dann sollst du mit der Schärfe des Schwertes die Bewohner jener Stadt schlagen, sollst sie und alles, was in ihr ist, und ihr Vieh mit der Schärfe des Schwertes als bannverfallen vernichten.

Sollst alle ihre Beute auf ihren Markt zusammenhäufen und die Stadt samt ihrer ganzen Beute um Gottes, deines Gottes, willen völlig im Feuer verbrennen; sie soll ein ewiger Schutthaufe bleiben, soll nicht wieder aufgebaut werden.

Es soll an deiner Hand nicht das Geringste von dem Banne kleben bleiben, damit Gott von dem Erglühen seines Zürnens zurückkehre, dir Erbarmen gewähre, dich mit Barmherzigkeit liebe und dich vermehre, wie er deinen Vätern zugeschworen,

wenn du der Stimme Gottes, deines Gottes, gehorchest, alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete, zu hüten, das zu tun, was das Gerade ist in den Augen Gottes, deines Gottes.

Kapitel 14

Söhne seid ihr Gott, eurem Gotte: zerschneidet euch nicht und bringet keine Glatzstelle an zwischen euren Augen um einen Toten.

Denn eine heilige Nation bist du Gott, deinem Gotte, und dich hat Gott erwählt, ihm zu einer ausschließlich ihm gehörenden Nation zu werden aus allen Nationen, die auf dem Erdboden hin sich befinden.

Du sollst nicht zu Verabscheuendes essen.

Dies ist das Vieh, das ihr essen dürft: Ochs, Schaflamm und Ziegenlamm,

Reh, Hirsch und Jachmur, Acko, Dischon, Teo und Semer.

Und jedes Vieh, das einen Huf bildet und ihn ganz durchspaltet zu zwei Hufen und zugleich wiederkauend ist unter dem Viehe, das dürft ihr essen.

Jedoch dies dürft ihr nicht essen von den Wiederkäuern und den also Behuften, das Gespaltene, das Kamel, den Hasen und das Kaninchen; denn Wiederkäuer sind sie, aber einen Huf haben sie nicht gebildet, unrein sind sie euch.

Und das Schwein, denn Hufe bildend ist es, aber nicht wiederkauend, unrein ist es euch; von ihrem Fleische sollt ihr nicht essen und ihr Aas nicht berühren.

Dies dürft ihr essen von allem, was im Wasser ist; alles, was Flossen und Schuppen hat, dürft ihr essen.

Alles aber, was nicht Flossen und Schuppen hat, dürft ihr nicht essen, unrein ist es euch.

Jeden reinen Vogel dürft ihr essen.

Dies aber ists, von denen ihr nicht essen dürft: den Nescher, den Pereß und die Osnia;

die Raa, die Aja und die Daja nach ihrer Art;

jeden Oreb nach seiner Art;

Die Bat Hajaana, den Tachmas, den Schachaf und den Nez nach seiner Art;

den Kos, den Janschuf und die Tinschemet.

die Kaas und die Rachama und den Schalach,

die Chaßida und die Anafa nach ihrer Art, die Duchifat und den Atalef.

Jedes geflügelte Kriechtier ist euch, unrein, sie dürfen nicht gegessen werden.

Alles reine Geflügelte dürft ihr essen.

Ihr sollt kein Aas essen, dem aus der Fremde Eingetretenen, der in deinen Toren ist, kannst du es geben, daß er es esse, oder verkaufen einem Ausländer, denn eine heilige Nation bist du Gott, deinem Gotte; du sollst nicht ein Junges in der Milch seiner Mutter kochen.

Wiederholt hast du allen Heimertrag deiner Saat, die auf das Feld hinausgeht, Jahr für Jahr zu verzehnten,

und genießest vor Gott, deinem Gotte, an dem Orte, welchen er erwählen wird, seinem Namen dort Stätte zu geben, einen Zehnten deines Getreides, deines Mosts und deines Öls, sowie die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe; damit du lernest, Gott, deinen Gott, alle Tage zu fürchten.

Und wenn dir der Weg zu groß wird, daß du es nicht hinaufbringen kannst, weil der Ort dir zu ferne ist, den Gott, dein Gott, erwählen wird, seinem Namen dort Stätte zu geben, da Gott, dein Gott, dich segnen wird:

so legst du es in Geld an und nimmst das Geld in deiner Hand zusammen und gehst zu dem Orte hin, den Gott, dein Gott, erwählen wird.

Und du legst das Geld an in allem, wozu du Lust hast, in Rindern, in Schafen, in Wein, in Rauschtrank und in allem, wonach deine Seele verlangt, und genießest dort vor Gott, deinem Gotte, und freust dich, du und dein Haus.

Aber auch den Levi, der in deinen Toren ist, sollst du nicht verlassen, denn es ist ihm kein Anteil und Erbe neben dir geworden.

Ende dreier Jahre gibst du den ganzen Zehnten deines Heimertrags in diesem Jahre hinaus und legst ihn in deinen Toren nieder.

Und es kommt der Levi, weil ihm kein Anteil und Erbe bei dir geworden, und der Fremdling, die Waise und die Witwe, welche in deinen Toren, und essen ihn und sättigen sich, damit Gott, dein Gott, dich in allem Tun deiner Hände segne, das du vollbringst.

Kapitel 15

Mit dem Ende von sieben Jahren vollziehst du einen Erlass.

Und dies ist der Ausspruch des Erlasses: es läßt jeder Berechtigte fahren die Schuldforderung seiner Hand, die er an seinen Nächsten zu fordern hat. Er darf seinen Nächsten und seinen Bruder nicht weiter zur Zahlung anhalten, denn er hat Erlass ausgesprochen, um Gottes willen.

Den Fremden darfst du zur Zahlung anhalten; was dir aber bei deinem Bruder steht, das soll deine Hand fahren lassen.

Jedoch, es soll bei dir kein Dürftiger sein, denn es will dich Gott in dem Lande segnen, welches Gott, dein Gott, dir zum Erbe gibt, es in Besitz zu nehmen.

Allein nur, wenn du mit Ernst hörst auf die Stimme Gottes, deines Gottes, gewissenhaft dieses ganze Gebot zu erfüllen, das ich dir heute gebiete,

wenn dann Gott, dein Gott, dich gesegnet hat, wie er dir zugesprochen, so wirst du viele Völker dir verpflichtet machen, du aber wirst nicht verpflichtet werden, wirst eine Herrschaft üben über viele Völker, sie aber werden dich nicht beherrschen.

Wenn unter dir ein Dürftiger sein wird, von einem deiner Brüder, in einem deiner Tore, in dem Lande, welches Gott, dein Gott, dir gibt, sollst du dein Herz nicht gefühllos machen und deine Hand nicht verschließen deinem Bruder, dem Dürftigen.

Vielmehr öffnen, öffnen sollst du ihm deine Hand, und ebenso leihen, leihen sollst du ihm seinem Bedürfnis genügend, was ihm fehlen wird.

Hüte dich dir, daß nicht das nichtswürdige Wort bei deinem Herzen Platz greife zu sagen: Nahe ist das siebte Jahr, das Jahr des Erlasses, und da würde dein Auge schlecht blicken auf deinen Bruder, den Dürftigen, und du würdest ihm nicht geben; er würde dann über dich zu Gott schreien, und an dir würde eine Sünde haften.

Vielmehr geben, geben sollst du ihm, und dein Herz soll nicht missgestimmt sein, indem du ihm gibst; denn infolge dessen wird Gott, dein Gott, dich segnen in allem deinem Schaffen, und in allem, was deiner Hand zu Gebote steht.

Denn es werden Dürftige nicht aufhören auf der Erde; darum gebiete ich dir: Öffnen, öffnen sollst du deine Hand deinem Bruder, deinem Armen und deinem Dürftigen in deinem Lande.

Wenn dir dein Bruder der Ebräer oder die Ebräerin verkauft wird, so dient er dir sechs Jahre und mit dem siebten Jahre entläßest du ihn zur Freiheit von dir.

Wenn du ihn dann zur Freiheit von dir entläßest, so entlasse ihn nicht leer.

Vielmehr ausstatten, ausstatten sollst du ihn von deinem Kleinvieh, von deiner Scheuer und deiner Kelter; was dir Gott, dein Gott, gesegnet hat, sollst du ihm geben.

Erinnere dich, daß du im Lande Mizrajim Sklave gewesen bist, als Gott, dein Gott, dich erlöste; darum verpflichte ich dich heute hierzu.

Und es sei, wenn gleichwohl er dir sagt: Ich will nicht von dir gehen, und er hat dich lieb gewonnen und dein Haus, denn er hat es gut bei dir:

so nimmst du einen Pfriemen und bohrst ihn durch sein Ohr, und zwar an die Türe, und er hat dir für immer Knecht zu bleiben. Auch deiner Magd sollst du solches leisten.

Und es sei dies in deinen Augen keine Ungebühr, wenn du ihn also in die Freiheit von dir entläßest, denn doppelt für einen Tagelöhnerlohn hat er dir sechs Jahre gedient und es wird dich Gott, dein Gott, in allem, was du tust, segnen.

Jede Erstgeburt, welche unter deinem Rind- und deinem Kleinvieh geboren wird, die männliche, hast du Gott, deinem Gotte, zu heiligen; du darfst keine Arbeit verrichten mit dem Erstgeborenen deines Ochsen und darfst den Erstgeborenen deines Kleinviehs nicht scheren.

Vor Gott, deinem Gotte, sollst du ihn genießen Jahr für Jahr an dem Orte, den Gott erwählen wird, du und dein Haus.

Wenn aber ein Gebrechen an ihm ist, er ist lahm oder blind, irgend ein böses Gebrechen, so darfst du ihn Gott, deinem Gotte nicht opfern,

in deinen Toren darfst du ihn essen, der Unreine und der Reine zusammen wie Hirsch und Reh.

Jedoch sein Blut darfst du nicht essen, an die Erde hin hast du es zu gießen wie Wasser.

Kapitel 16

Wahre den Halmmonat und vollziehe das Peßachopfer Gott, deinem Gotte, denn im Halmmonat hat dich Gott, dein Gott, aus Mizrajim herausgeführt nachts.

Du vollziehst aber das Peßach als Opfermahl Gott, deinem Gotte, aus Kleinvieh und Rindern an dem Orte, den Gott erwählen wird, seinem Namen dort eine Stätte zu geben.

Du sollst im Anschluss an dasselbe nicht Gesäuertes genießen, sieben Tage vielmehr sollst du im Anschluss an dasselbe ungesäuerte Brote, das Brot der Unselbständigkeit essen; denn in Eile bist du aus dem Lande Mizrajim gezogen, damit du des Tages deines Auszugs aus dem Lande Mizrajim alle Tage deines Lebens gedenkest.

In deinem ganzen Gebiete soll dir nicht Sauerteig gesehen werden sieben Tage, und nicht soll von dem Fleische, das du am Abend zum Mahle opferst, am ersten Tage in die Nacht hinein bis zum Morgen bleiben.

Du sollst nicht befugt sein, das Peßachopfer in einem deiner Tore zu vollziehen, welche Gott, dein Gott, dir gibt.

Sondern du musst zu dem Orte hin, den Gott, dein Gott, erwählen wird, dort seinem Namen Stätte zu geben, dort vollziehst du das Peßachmahlopfer am Abend, wenn die Sonne untergegangen, zur Bestimmungszeit deines Auszugs aus Mizrajim.

Und du kochest und ißest an dem Orte, den Gott, dein Gott, erwählen wird, und wendest dich dann am Morgen und gehest zu deinen Zelten.

Sechs Tage ißest du dann noch Mazzot, und am siebten Tage ist ein bewahrendes Zusammenfassen Gott, deinem Gotte, zugewandt, du darfst nicht Werk schaffen.

Sieben Wochen zählst du dir; vom Beginn der Sichel am Getreide beginnst du zu zählen sieben Wochen,

und vollbringst dann Gott, deinem Gotte, das Wochenfest mit dem Tribut, mit der Weihegabe deiner Hand, die du gibst; wie Gott, dein Gott, dich segnen wird.

Und freust dich vor Gott, deinem Gotte, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd, und der Levite, der in deinen Toren, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die sich in deiner Mitte befinden, an dem Orte, den Gott, dein Gott, erwählen wird, seinem Namen dort Stätte zu geben.

Bleibe eingedenk, daß du Sklave in Mizrajim gewesen, und erfülle gewissenhaft diese Gesetze.

Das Fest der Hütten machst du dir sieben Tage, indem du aufliesest aus deiner Scheuer und deiner Kelter,

und freust dich mit deinem Feste, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd, und der Levite und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren.

Sieben Tage begehst du Gott, deinem Gotte, das Fest an dem Orte, den Gott erwählt; denn es wird Gott, dein Gott, dich in allem deinem Heimertrag und in allem Werke deiner Hände segnen, und da sollst du nur freudig bleiben.

Dreimal im Jahre soll all dein Mannhaftes sich sehen unmittelbar vor dem Angesichte Gottes, deines Gottes, an dem Orte, den Er erwählen wird, am Feste der Mazzot, am Feste der Wochen und am Feste der Hütten, und er soll sich unmittelbar vor Gottes Angesicht nicht mit leeren Händen sehen.

Jeder nach der Spende seiner Hand, nach dem Segen Gottes, deines Gottes, den er dir gegeben hat.


Die Übersetzung des Wochenabschnitts stammt von „Der Pentateuch“, übersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. Frankfurt am Main, 1867-1878. Quelle: Sefaria.

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