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Schabbat Wa'era || Der Name der Ewigkeit

Gott stellt sich vor: Warum kannten die Väter den Namen „HaSchem“ nicht? Begleite Rabbiner Dr. Daniel Katz auf einer Reise durch die Namen Gottes – vom brennenden Dornbusch bis ins tägliche Gebet!

Rabbiner Dr. Daniel Katz widmet sich im Wochenabschnitt Wa’era (2. Mose 6,2–9,35) intensiv der Bedeutung und Offenbarung der Gottesnamen, insbesondere dem Namen HaSchem (der Name) im Vergleich zu den Bezeichnungen, die den Erzvätern bekannt waren.​


Bei ahavta - Begegnungen kannst du den Tora-Abschnitt der Woche in der Übersetzung durch Samson Raphael Hirsch lesen und sogar als Podcast anhören:


Katz erläutert, dass Gott sich den Vätern Abraham, Isaak und Jakob zwar offenbart habe, jedoch nicht mit seinem essenziellen Namen, den er nun Mose mitteilt. Der Rabbiner führt aus, dass HaSchem als ehrfürchtiger Ersatz für den unaussprechlichen Gottesnamen dient, da Gottes Namen heilig sind und nicht leichtfertig verwendet werden sollen. Er stellt klar, dass der Begriff HaSchem im biblischen Text selbst nicht als handelndes Subjekt auftritt – es heißt nie „der Name sprach“, sondern stets „Gott“ oder „der Herr“ sprach.​

Ein zentraler Schwerpunkt der heutigen Auslegung liegt auf der Verbindung zwischen den biblischen Namen und der jüdischen Liturgie. Katz betont, dass das jüdische Gebet primär aus Segenssprüchen (Berachot) besteht, die stets der Formel Baruch ata Adonai Elohenu Melech HaOlam folgen. Hierbei hebt er eine wichtige theologische Nuance hervor: Der Mensch segnet nicht die Materie selbst – wie etwa das Brot beim Tischgebet –, sondern er segnet Gott als den Schöpfer, der das Brot aus der Erde hervorbringt. Die Heiligkeit wohnt Gott inne, nicht dem Objekt. Durch den Segen erkennen wir Gottes Heiligkeit und sein Wirken in der Welt an.​

In seiner Analyse des Titels Melech HaOlam (König der Welt) zeichnet Katz das Bild eines Gottes, der menschliche Maßstäbe sprengt. Während antike Herrscher sich oft als „König der Könige“ bezeichneten, ist Gott der „König der Könige der Könige“ – die ultimative Instanz über jeder irdischen Macht. Der Begriff „Olam“ verweist dabei nicht nur auf die geografische Welt, sondern auf eine räumliche und zeitliche Unendlichkeit. Gott ist der Herrscher über alle Dimensionen, von der Vergangenheit bis in die ewige Zukunft. Abschließend verknüpft Katz diese Gedanken mit der Berufung des Mose am Dornbusch: Um das Vertrauen der Israeliten zu gewinnen, muss Mose sich auf den „Gott der Väter“ berufen, eine Identität, die Kontinuität und Erlösung verspricht.

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