Der Wochenabschnitt Acharej Mot
Gott sprach zu Mosche nach dem Tode der beiden Söhne Aharons: in ihrem Nahetreten vor Gott lag es, daß sie starben!
Da sprach Gott zu Mosche: Sprich zu deinem Bruder Aharon, daß er nicht zu jeder Zeit zum Heiligtum eingehe, nicht hinter den Scheidevorhang; nicht vor den Deckel hin, der auf der Lade ist, damit er nicht sterbe; denn durch die Wolke soll man auf mich hinschauen über dem Deckel.
Mit diesem gehe Aharon ein zum Heiligtum hin: mit einem jungen Stier zum Entsündigungsopfer und einem Widder zum Emporopfer.
Mit einem leinenen Rock des Heiligtums bekleide er sich, und leinene Beinkleider seien bereits auf seinem Leibe, und mit einem leinenen Gürtel gürte er sich, und mit einem leinenen Bunde umwinde er den Kopf; Heiligtums Gewänder sind sie, er badet im Wasser seinen Leib und zieht sie an.
Und von der Gemeinde der Söhne Jisraels nehme er zwei Ziegenböcke zum Entsündigungsopfer und einen Widder zum Emporopfer.
Den Entsündigungsopferstier, der der seine ist, führt Aharon nahe und erstrebt Sühne für sich und für sein Haus.
Er nimmt sodann die beiden Böcke und stellt sie vor Gott in den Eingang des Zusammenkunftsbestimmungszeltes,
es gibt Aharon auf die beiden Böcke Lose, ein Los: “Gottes”, und ein Los: “Asasels”.
Den Bock, über welchen das Los: “Gottes” ergangen, führt Aharon näher und bestimmt ihn zum Entsündigungsopfer,
der Bock aber, über welchen das Los: “Asasels” ergangen, bleibt vor Gott lebendig bestehen, Sühne auf ihm zu erstreben, ihn als “Asasels” fortzuschicken in die Wüste hin.
Wiederum führt Aharon den Entsündigungsstier, der der seine ist, näher und erstrebt Sühne für sich und für sein Haus und schlachtet den Entsündigungsstier, der der seine ist,
nimmt sodann die Pfanne voll Feuerkohlen vom Altar herab, von der Gott zugewandten Seite, und seine Hände voll feines Räucherwerk, und bringt es hinein hinterhalb des Scheidevorhangs,
gibt sodann das Räucherwerk auf das Feuer vor Gott, so daß die Wolke des Räucherwerks den Deckel bedecke, welcher auf dem Zeugnis ruht, und er nicht sterbe.
Darauf nimmt er von dem Blute des Stieres und sprengt mit seinem Finger an die ostwärts gewandte Fläche des Deckels hinan, vor den Deckel hin aber sprengt er siebenmal von dem Blute mit seinem Finger.
Hierauf schlachtet er den Bock des Entsündigungsopfers, welcher des Volkes ist, und bringt dessen Blut hinein hinterhalb des Scheidevorhanges, und verfährt mit dessen Blut, wie er mit dem Blute des Stieres verfahren, sprengt es an den Deckel hinan und vor den Deckel hin,
und vollzieht so Sühne über das Heiligtum von den Unreinheiten der Söhne Jisraels und von ihren Verbrechen in Beziehung aller ihrer Verirrungen; und ebenso vollbringt er für das Zusammenkunftsbestimmungszelt, das bei ihnen mitten in ihren Unreinheiten Stätte hat.
Kein Mensch aber sei im Zusammenkunftsbestimmungszelt, wenn er eingeht im Heiligtum Sühne zu vollziehen, bis er wieder heraustritt und für sich und für sein Haus und für die ganze Gemeinde Jisraels Sühne vollbracht hat.
Er tritt sodann zu dem Altare hinaus, welcher vor Gott steht und vollzieht Sühne über ihn. Er nimmt nämlich von dem Blute des Stieres und von dem Blute des Bockes und gibt an die Höhenwinkel des Altares allseitig,
sprengt auf ihn von dem Blute siebenmal mit seinem Finger, und reinigt ihn und heiligt ihn von den Unreinheiten der Söhne Jisraels.
Hat er so das Heiligtum gesühnt, das Zusammenkunftsbestimmungszelt und den Altar: so führt er den lebendigen Bock nahe,
Aharon stützt seine beiden Hände vereinigt auf den Kopf des lebendigen Bockes und bekennt sich auf ihm alle Sünden der Söhne Iisraels und alle ihre Verbrechen in Beziehung zu allen ihren Verirrungen, und gibt sie auf den Kopf des Bockes, und entsendet ihn durch einen dazu längst bereiten Mann zur Wüste hin.
Der Bock trägt auf sich alle ihre Sünden zu einem steil abgeschnittenen Boden hin, und von dort entsendet er den Bock hinab in die Wüste.
Noch einmal kommt Aharon in das Zusammenkunftsbestimmungszelt; dann zieht er die leinenen Gewänder aus, die er, als er in das Heiligtum eingegangen war, wieder angezogen hatte, und läßt sie dort.
Zuvor aber badet er seinen Leib im Wasser an einer heiligen Stelle und zieht seine Kleider an, geht hinaus und vollbringt sein Emporopfer, das Emporopfer des Volkes, und vollzieht Sühne für sich und für das Volk.
Und das Fett des Entsündigungsopfers gibt er zum Aufdampfen dem Altare hin.
Der aber den Bock als Asasels entsendet, hat seine Kleider zu waschen und er badet seinen Leib im Wasser; nachher kommt er wieder hinein ins Lager.
Den Entsündigungsstier und den Entsündigungsbock aber, dessen Blut hineingebracht worden im Heiligtum Sühne zu vollziehen, läßt er außerhalb des Lagers hinausbringen, und sie verbrennen ihre Haut, ihr Fleisch und ihren Mist im Feuer.
Der aber, der sie verbrennt, hat seine Kleider zu waschen, und er badet seinen Leib im Wasser; nachher kommt er wieder hinein in das Lager.
Es sei euch zu ewigem Gesetz: im siebten Monat, am Zehnten des Monats lasset ihr eure Lebensgeister darben und vollbringet keinerlei Werk, der Eingeborene und der Fremdling, der aus der Fremde in eure Mitte eingetreten.
Denn an diesem Tage soll er Sühne über euch bringen, euch zu reinigen; von allen euren Verirrungen sollt vor Gott ihr rein werden.
Ein durch Tätigkeitseinstellung zu begehender Schabbat ist es euch, und ihr lasset eure Lebensgeister darben, als ewiges Gesetz.
Aber auch der Priester vollzieht Sühne, den man salben und bevollmächtigen wird, an der Stelle seines Vaters Priesterdienst zu verrichten, und er bekleidet sich mit den leinenen Gewändern, den Gewändern des Heiligtums.
Er sühnt zunächst die Heiligkeitsstätte des Heiligtums, und das Zusammenkunftsbestimmungszelt und den Altar sühnt er, und vollzieht über die Priester Sühne und über alles Volk der Gemeinde.
Und es bleibe euch dies zu ewigem Gesetz, über Jisraels Söhne Sühne von allen ihren Verirrungen zu erwirken einmal im Jahre; er tat, wie Gott Mosche geboten.
Kapitel 17
Gott sprach zu Mosche:
Sprich zu Aharon und zu seinen Söhnen und zu allen Söhnen Jisraels und sage ihnen: Dies ist das Wort, welches Gott geboten:
Jeder, jeder vom Hause Jisraels, der einen Ochsen, oder ein Schaf, oder eine Ziege im Lager schlachtet, oder der sie außerhalb des Lagers schlachtet,
und hat es nicht zu dem Eingange des Zusammenkunftsbestimmungszeltes gebracht, es als Opfer Gott nahezubringen vor der Wohnungsstätte Gottes: dem Manne wird es als Blut geachtet, Blut hat er vergossen; und es wird dieser Mann aus seines Volkes Mitte entwurzelt.
Damit, daß Jisraels Söhne ihre Schlachtmähler, die sie auf freiem Felde schlachten, hineinbringen und sie Gott bringen zum Eingang des Zusammenkunftsbestimmungszeltes, zum Priester hin, und sie Gott als Friedensmahlopfer schlachten.
Und der Priester gießt das Blut an Gottes Altar im Eingang des Zusammenkunftsbestimmungszeltes hinan und läßt das Fett Gott zum Willfahrungsausdruck aufdampfen,
so daß sie nicht ferner ihre Schlachtmähler den Böcken schlachten, denen sie von mir abfallend nachhängen. Ein ewiges Gesetz sei dies ihnen für ihre Nachkommen.
Und ihnen sage ferner: Jeder, jeder vom Hause Jisraels und von dem Fremdling, welcher aus der Fremde in ihre Mitte eingetreten sein wird, der ein Emporopfer oder ein Mahlopfer darbringt,
und bringt es nicht zum Eingang des Zusammenkunftsbestimmungszeltes, es Gott zu vollziehen, der Mann wird aus seines Volkes Kreisen entwurzelt.
Und jeder, jeder vom Hause Jisraels und von dem Fremden, der in eure Mitte eingetreten ist, welcher irgend Blut ißt, gegen die Blut essende Seele richte ich mein Angesicht und lasse sie aus ihres Volkes Mitte entwurzeln.
Denn die Seele des Fleisches ist im Blute gegenwärtig, und habe ich es euch darum dem Altare bestimmt, Sühne über eure Seelen zu erwirken; denn das Blut bedeutet: mit der Seele erwirkt man Sühne.
Darum habe ich zu Jisraels Söhnen gesprochen: Jede Seele von euch soll kein Blut essen, und der Fremde, der in eure Mitte eingetreten, soll kein Blut essen.
Und jeder, jeder von Jisraels Söhnen und von dem Fremden, der in ihre Mitte eingetreten ist, welcher einen Fang an Wild oder an Vögel gemacht, welcher zu essen ist, der hat dessen Blut hinzugießen und es in Erdstaub zu bedecken.
Denn die Seele allen Fleisches ist sein von seiner Seele beherrschtes Blut, weshalb ich zu Jisraels Söhnen gesprochen: Blut von irgend welchem Fleisch sollt ihr nicht essen, denn die Seele allen Fleisches, sie ist sein Blut, jeder derer, die es essen, wird entwurzelt werden.
Und jede Seele, welche Gefallenes und Entrissenes ißt, unter den Eingeborenen und unter den Fremden, hat ihre Kleider zu waschen, sich im Wasser zu baden, bleibt unrein bis zum Abend und wird dann rein.
Wenn er nicht wäscht und seinen Leib nicht badet, so hat er seine Versündigung zu tragen.
Kapitel 18
Gott sprach zu Mosche:
Sprich zu Jisraels Söhnen und sage ihnen: Ich, Gott, bin euer Gott!
Nach dem Verfahren des Landes Mizrajim, in welchem ihr gewohnt habt, sollt ihr nicht handeln, und nach dem Verfahren des Landes Kenaan, wohin ich euch bringe, sollt ihr nicht handeln, und sollt in ihren Satzungen nicht wandeln.
Meine Rechtsordnungen übet und meine Gesetze hütet, um in ihnen zu wandeln, Ich, Gott, bin euer Gott.
Hütet meine Gesetze und meine Rechtsordnungen, die der Mensch zu erfüllen hat und Leben durch sie gewinnt; Ich, Gott.
Jeder, jeder, zu aller Verwandtschaft seines Fleisches sollt ihr euch nicht nähern, Blöße zu enthüllen, Ich, Gott.
Die Blöße deines Vaters und die Blöße deiner Mutter sollst du nicht enthüllen; sie ist deine Mutter, du darfst ihre Blöße nicht enthüllen.
Die Blöße der Frau deines Vaters sollst du nicht enthüllen; sie ist die Blöße deines Vaters.
Die Blöße deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter, einer Geburt des Hauses oder einer außerhäuslichen Geburt, deren Blöße sollst du nicht enthüllen.
Die Blöße der Tochter deines Sohnes oder der Tochter deiner Tochter, deren Blöße sollst du nicht enthüllen, denn deine Blöße sind sie.
Die Blöße der Tochter der Frau deines Vaters, der Geburt deines Vaters, sie ist deine Schwester; ihre Blöße sollst du nicht enthüllen.
Die Blöße der Schwester deines Vaters sollst du nicht enthüllen; sie ist die Verwandte deines Vaters.
Die Blöße der Schwester deiner Mutter sollst du nicht enthüllen; denn sie ist die Verwandte deiner Mutter.
Die Blöße des Bruders deines Vaters sollst du nicht enthüllen, seiner Frau sollst du dich nicht nähern, sie ist deine Tante.
Die Blöße deiner Schwiegertochter sollst du nicht enthüllen; sie ist die Frau deines Sohnes, du darfst ihre Blöße nicht enthüllen.
Die Blöße der Frau deines Bruders sollst du nicht enthüllen; sie ist die Blöße deines Bruders.
Die Blöße einer Frau und ihrer Tochter sollst du nicht enthüllen; ihres Sohnes Tochter und die Tochter ihrer Tochter sollst du nicht nehmen ihre Blöße zu entüllen; Verwandtschaft sind sie, unzüchtige Sinnlichkeit ist es.
Und eine Frau zu ihrer Schwester sollst du nicht nehmen, sie zusammen zu verbinden, ihre Blöße neben ihr bei ihrem Leben zu entüllen.
Und zu einer Frau in der Entfernungszeit ihrer Unreinheit sollst du dich nicht nähern, ihre Blöße zu enthüllen.
Und zum Weibe deines Nächsten sollst du dein Lager nicht geben, das der Zeugung eignet, durch sie deine Reinheit zu verlieren.
Und von deiner Nachkommenschaft sollst du nichts hingeben, es dem Molech durch zu führen, und sollst den Namen deines Gottes nicht entweihen, Ich, Gott.
Und einem Männlichen sollst du nicht beiwohnen, wie man einem Weibe beiwohnt; eine Abscheulichkeit ist dies.
Und bei einem Tiere sollst du dein Lager nicht geben, dich dadurch zu verunreinigen; und ein Weib soll nicht vor einem Tiere zur Begattung stehen; Entmenschung ist es.
Macht euch durch keines von diesem allen unrein! Denn durch alles dieses sind die Völker, die ich vor euch entsende, unrein geworden.
Da ward das Land unrein, und ich suchte seine Sünden über es heim, und das Land spie seine Bewohner aus.
So hütet denn ihr meine Gesetze und meine Rechtsordnungen, und übet, der Eingeborene und der als Fremder in eure Mitte Eingetretene, nichts von allen diesen Abscheulichkeiten.
Denn all solche Abscheulichkeiten haben die Menschen des Landes, die euch vorangingen, geübt, und da ist das Land unrein geworden.
daß euch nicht das Land ausspeie, indem ihr es unrein machet, wie es das Volk ausgespien, das euch vorangegangen.
Denn jeder, der von diesen Abscheulichkeiten etwas übt, die es verübenden Seelen werden aus der Mitte ihres Volkes entwurzelt.
Darum hütet das euch von mir zur Hut Übergebene, daß nichts von den abscheulichen Satzungen, die vor euch in Übung waren, geschehe, auf daß ihr nicht unrein durch sie werdet; Ich, Gott, euer Gott.
Die Übersetzung des Wochenabschnitts stammt von „Der Pentateuch“, übersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. Frankfurt am Main, 1867-1878. Quelle: Sefaria.











