Der Wochenabschnitt Kedoschim
3. Mose 19,1–20,27
Gott sprach zu Mosche:
Sprich zur ganzen Gemeinde der Söhne Jisraels, und sage ihnen: Heilig sollt ihr sein; denn heilig bin Ich, Gott, euer Gott.
Ehrfürchtet jeder seine Mutter und seinen Vater und meine Schabbate hütet; Ich, Gott, euer Gott.
Wendet euch nicht zu den verneinenden Göttern, und Gottheiten aus Guß machet euch nicht; Ich, Gott, euer Gott.
Und wenn ihr Gott ein Friedensmahlopfer schlachtet, so schlachtet es zum Ausdruck eures Willens.
Am Tage eures Schlachtens soll es auch gegessen werden und auch am anderen Tage; was bis zum dritten Tage übrig bleibt, soll in Feuer verbrannt werden.
Wenn es hat am dritten Tage gegessen werden sollen, so ist es ein Verworfenes, es wird darin nicht ein Entsprechen des göttlichen Willens erblickt.
Wer es isst, hat seine Sünde zu tragen; denn er hat das Heiligtum Gottes entweiht; es wird diese Seele aus ihres Volkes Kreisen entwurzelt.
Und wenn ihr die Ernte eures Landes schneidet, sollst du die Ecke deines Feldes nicht vollends abschneiden, und sollst das Aufzulesende deines Schnittes nicht auflesen;
und deinem Weinberg die unfertigen Trauben nicht entnehmen und den Beerenabfall deines Weinbergs nicht auflesen; dem Armen und dem Fremden sollst du sie lassen; Ich, Gott, euer Gott.
Nicht sollt ihr stehlen, und ihr sollt nicht leugnen und ihr sollt nicht lügen einer wider den anderen.
Und ihr sollt nicht schwören bei meinem Namen zur Lüge; du würdest den Namen deines Gottes entweihen, ich Gott.
Vorenthalte deinem Nächsten nichts und übe keinen Raub, nicht übernachten soll bei dir der erarbeitete Lohn eines Tagelöhners bis zum Morgen.
Fluche keinem Tauben und vor einen Blinden lege kein Strauchelwerk, und fürchte dich vor deinem Gotte, ich Gott.
Tut nicht Unrecht im Gerichte! Schenke einem Herabgekommenen nicht Berücksichtigung und einem Großen nicht bevorzugende Ehre: nach Recht richte deinen Nächsten.
Gehe nicht als Herumträger in deines Volkes Kreisen; stehe nicht müßig bei dem Blute deines Nächsten, ich Gott.
Hasse deinen Bruder nicht in deinem Herzen. Zur Rede, wiederholt zur Rede stelle deinen Nächsten, lade aber darob nicht Sünde auf dich.
Räche dich nicht und grolle nicht den Söhnen deines Volkes und liebe deines Nächsten Wohl wie deines, Ich Gott.
Meine Gesetze hütet: du darfst dein Tier nicht in Gattungsmischung züchten, dein Feld nicht in Gattungsmischung säen, und ein Gewand aus Gattungsmischung Schaatnes darf nicht auf dich kommen.
Und ein Mann, der einer Frau mit Samenerguß beiwohnt, und sie ist eine einem Manne angetraute Sklavin, vollständig ist sie noch nicht ausgelöst, oder ein Freibrief ihr noch nicht gegeben: so soll sie einer Disziplinarstrafe unterliegen, nicht getötet sollen sie werden, weil sie noch nicht ganz frei geworden war.
Er aber bringt Gott sein Schuldopfer zum Eingang des Zusammenkunftsbestimmungszeltes in einem Schuldopferwidder.
Es vollzieht der Priester für ihn Sühne mit dem Widder des Schuldopfers vor Gott wegen seines Vergehens, das er begangen, und es wird ihm für das von ihm begangene Vergehen verziehen.
Und wenn ihr in das Land kommt und irgend einen Baum zum Fruchtgenuss pflanzt, so sollt ihr, während einer ihn eurem Gebrauch entziehenden Zeit, in Beziehung auf seine Frucht im Gebrauche gehemmt sein. Drei Jahre soll sie euch nur im Gebrauche gehemmt zustehen, soll nicht genossen werden.
Im vierten Jahre werde dann all seine Frucht Gott ein Heiligtum des Tatenpreises,
und erst im fünften Jahre sollt ihr seine Frucht genießen, daß er fortan euch seinen Ertrag zuwachsen lasse; ich, Gott, euer Gott.
Esset nicht beim Blute; haltet nicht auf Ahnungen und nicht auf Zeitenwahl.
Die Ecke eures Haupthaares sollt ihr nicht abrunden, und die Ecke deines Bartes sollst du nicht glattscheren.
Und Verwundung um einen Verstorbenen sollt ihr an euren Leib nicht geben und eine eingedrungene Schrift nicht geben an euch, ich, Gott.
Du sollst deine Tochter nicht entweihen, sie zu Unzucht zu verleiten, daß nicht das Land euch die Treue bricht, wie das Land voller Sinnlichkeit wird.
Meine Schabbate hütet und mein Heiligtum fürchtet, ich, Gott.
Wendet euch nicht zu den Obot und den Jidonim, suchet nicht durch sie eurer Reinheit beraubt zu werden; ich, Gott, euer Gott.
Vor einem greisen Haupte stehe auf und ehre das Angesicht eines an Weisheit Gereiften, und fürchte dich vor deinem Gotte, ich, Gott.
Und wenn ein Fremder bei dir aus der Fremde eingetreten sein wird in eurem Lande, sollt ihr ihn nicht kränken.
Wie ein Eingeborener von euch soll euch der bei euch aus der Fremde eingetretene Fremde sein, du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn Fremdlinge waret ihr im Lande Mizrajim; Ich, Gott, euer Gott.
Tuet kein Unrecht im Rechtsausspruch: im Längenmass, im Gewichte und im Umfangsmaß.
Gerechte Waage, gerechte Gewichtssteine, gerechtes Epha und gerechtes Hin soll euch sein; Ich, Gott, euer Gott, der ich euch aus dem Lande Mizrajim geführt habe.
So hütet denn alle meine Gesetze und alle meine Rechtsvorschriften und erfüllet sie, Ich, Gott.
Kapitel 20
Gott sprach zu Mosche:
Zu den Söhnen Jisraels aber sage: Jeder, jeder von Jisraels Söhnen und von den Fremden, der aus der Fremde in Jisrael eingetreten, der von seiner Nachkommenschaft dem Molech übergibt, soll getötet werden; die Landesvolksgemeine soll ihn steinigen.
Und auch Ich richte mein Angesicht gegen diesen Mann und lasse ihn aus der Mitte seines Volkes entwurzelt werden; denn er hat von seiner Nachkommenschaft dem Molech übergeben, um meinem Heiligtum die Reinheit zu rauben und meinen heiligen Namen zu entweihen.
Wenn aber die Landesvolksgemeine ihre Augen von diesem Manne entziehen sollte, indem er von seiner Nachkommenschaft dem Molech übergeben, so daß sie ihn nicht töten:
so setze ich mein Angesicht gegen diesen Mann und gegen seine Familie und lasse ihn entwurzelt werden und alle die, die ihm im Abfall nachfolgen, dem Molech mir entgegen nachzuhängen, aus der Mitte ihres Volkes.
Und die Person, die sich zu den Obot und den Jidonim wendet, ihnen abfallend nachzufolgen, gegen diese Person richte ich mein Angesicht und lasse ihn aus seines Volkes Mitte entwurzelt werden.
Haltet euch heilig, so werdet ihr heilig sein; denn Ich, Gott, bin euer Gott.
So wachet denn über meine Gesetze und vollführet sie; Ich, Gott, führe euch zur Heiligkeit.
Denn jeder, jeder, der seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll getötet werden; er hat seinem Vater oder seiner Mutter geflucht, sein Blut fällt in ihn zurück.
Und wer mit dem Weibe eines Mannes Ehebruch begeht, mit dem Weibe seines Nächsten Ehebruch begeht, soll er, der Verbrecher, und die Ehebrecherin getötet werden.
Und wer der Frau seines Vaters beiwohnt, der hat die Blöße seines Vaters entüllt; beide sollen sie getötet werden, ihr Blut fällt in sie zurück.
Und wer seiner Schwiegertochter beiwohnt, sollen sie beide getötet werden; Entmenschung haben sie geübt, ihr Blut fällt in sie zurück.
Und wenn ein Mann einem Männlichen wie einem Weibe beiwohnt, so haben sie beide Abscheuliches geübt; sie sollen getötet werden, ihr Blut fällt in sie zurück.
Und wer eine Frau und ihre Mutter nimmt, das ist eine unzüchtige Sinnlichkeit, durch Feuer sollen sie verbrannt werden, er und sie, und es soll unzüchtige Sinnlichkeit kein Dasein haben unter euch.
Und wer sein Lager bei einem Tiere gibt, der soll getötet werden, und auch das Tier sollt ihr umbringen.
Und eine Frau, die sich irgend einem Tiere nähert, sie zu begatten, die Frau und das Tier sollst du umbringen; getötet sollen sie werden, ihr Blut fällt in sie zurück.
Und wer seine Schwester, die Tochter seines Vaters oder die Tochter seiner Mutter nimmt und er sieht ihre Blöße und sie sieht seine Blöße, eine sündhafte Hingebung ists, sie werden entwurzelt vor den Augen ihrer Volksgenossen; er hat die Blöße seiner Schwester enthüllt, er hat seine Sünde zu tragen.
Und wer einer Frau, wenn sie unwohl ist, beiwohnt und enthüllt ihre Blöße, hat er auch nur entblößt ihren Born und auch sie hat den Born ihrer Bluterscheinungen enthüllt, so werden sie beide aus der Mitte ihres Volkes entwurzelt.
Und die Blöße der Schwester deiner Mutter oder der Schwester deines Vaters sollst du nicht entblößen. Wenn einer seine Blutverwandtschaft auch nur entblößt, werden sie ihre Schuld zu tragen haben.
Und wer seiner Tante beiwohnt, der hat seines Onkels Blöße enthüllt, ihre Sünde haben sie zu tragen, kinderlos werden sie sterben.
Und wer die Frau seines Bruders nimmt, so lange sie ihm eine zu Meidende ist, der hat die Blöße seines Bruders enthüllt, kinderlos werden sie bleiben.
So hütet alle meine Gesetze und alle meine Rechtsordnungen und erfüllet sie, damit das Land, wohin ich euch bringe, um dort euren Wohnsitz zu haben, euch nicht ausspeie.
Und gehet nicht in den Satzungen der Bevölkerung, die ich vor euch fortschicke, denn dies alles hatten sie getan, da sie mein Widerwillen traf,
und ich zu euch sprach: Ihr seid geeignet, ihren Boden in Besitz zu nehmen, und Ich gebe ihn euch, ihn zu besitzen, als ein an Milch und Honig überfließendes Land, Ich, Gott, euer Gott, der ich euch von den Völkern ausgeschieden.
Unterscheidet zwischen dem reinen Tiere und dem unreinen und zwischen dem unreinen Vogel und dem reinen, und machet eure Seelen nicht zum Abscheu durch Tiere und Vögel und durch alles, was den Erdboden betritt, was Ich euch ausscheidend für unrein erklärte.
Und bleibet mir heilig, denn Ich, Gott, bin heilig und euch habe ich aus den Völkern ausgeschieden, mein zu sein.
Wenn aber unter Männern oder Frauen ein Ob oder Jidoni sein wird, sollen sie getötet werden; steinigen soll man sie, ihr Blut fällt in sie zurück.
Die Übersetzung des Wochenabschnitts stammt von „Der Pentateuch“, übersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. Frankfurt am Main, 1867-1878. Quelle: Sefaria.











