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Schabbat Korach || Alle sind Heilige?

Der Aufstand endete dramatisch. Die Erde öffnete sich und verschlang Korach und seine Anhänger. Aber was war der Hintergrund der Auflehnung gegen Mose und Aharon?

In der jüdischen Tradition ist die Rebellion der „Rotte Korach“ – wie Martin Luther so schön übersetzt – eine der bekanntesten und umstrittensten Erzählungen der Tora. Sie wirft die Frage auf, ob Juden alle gleich heilig sind oder ob es eine Hierarchie der Heiligkeit gibt. Die Geschichte steht im gleichnamigen Wochenabschnitt Korach im 4. Buch Mose 16–18.

Am 5. Juli 2024 (29. Siwan 5784) spricht Kantor Amnon Seelig aus Mannheim dazu das Wort für den am Abend beginnenden Schabbat.

Die Geschichte beschreibt, wie Korach einen Aufstand gegen Mose und Aaron anzettelt. Er versammelt 250 Anführer des Volkes, die ebenfalls unzufrieden mit der bestehenden Ordnung sind. Gemeinsam konfrontieren sie Mose und Aaron und fordern, dass alle Israeliten das Recht haben, Priester zu sein und Gott direkt zu dienen. Mose reagiert darauf, indem er Gott um ein Urteil bittet. Am nächsten Tag lässt Gott dann die Erde aufreißen und Korach sowie seine Anhänger verschlingen.

Diese dramatische Geschichte hat im Laufe der Jahrhunderte zu vielen unterschiedlichen Interpretationen geführt. Einige sehen in Korach einen Rebellen, der für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung des Volkes eintrat. Der Kern der Geschichte von Korach ist jedoch die Frage, ob alle Menschen gleich heilig sind oder ob Heiligkeit erworben werden muss.

Amnon hebt hervor: Die Debatte und der Streit, den Korach geführt hat, war keiner, der „um Gottes willen“ geführt wurde, sondern hatte egoistische Motive (er wollte selbst Hohepriester sein). Eigentlich ist nur Gott – und seine Tora – heilig. Kein Mensch hingegen ist inhärent heilig.

Die rabbinische Tradition bestreitet nicht, dass Korach ein großer Gelehrter war. Und in chassidischer Tradition findet sich die Meinung, dass Korachs Lehre in messianischer Zeit zum Recht kommen werde… Aber sie trifft nicht die gegenwärtige Wirklichkeit.


Die heutige Tora-Auslegung findest du ebenfalls in meinem YouTube-Kanal. Außerdem kannst du sie als Podcast hören – in der „Substack“-App oder überall dort, wo du sonst deine Podcasts hörst – unter dem Titel „Wort zum Schabbat“.

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Freitags um 14 Uhr kannst du live dabei, wenn das wöchentliche Wort zum Schabbat gesprochen wird. Wenn du dich (einmalig) registrierst, erhältst du rechtzeitig eine Einladung als Erinnerung:

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ahavta - Begegnungen
Das Wort zum Schabbat
Mit Rosch HaSchana, dem Neujahrsfest im Herbst, beginnt das jüdische Jahr. Die Festtage des Volkes Israel sind gemäß der Gebote der Tora festgelegt. Die Zeit aber wird vom Schabbat, dem siebenten Tag der Woche, strukturiert. Ihn hat Gott selbst mit der Schöpfung der Welt eingeführt.
Am Schabbat wird in den Synagogen ein Stück der Tora vorgelesen. Die Wochenabschnitte führen das Jahr über durch die fünf Bücher Mose. Das Ende und zugleich der neue Anfang der Lesungen ist an Simchat Tora, dem Fest der Tora-Freude zum Abschluss des Laubhüttenfestes.
Bei ahavta - Begegnungen erklärt immer Freitags ein Rabbiner, Kantor oder Lehrer den jeweiligen Tora-Abschnitt. Die Video-Aufnahmen findest du bei https://plus.ahavta.com und auch bei YouTube unter https://youtube.com/@ahavta.