Schabbat Mischpatim || „Menschen der Heiligung“

Yuval Lapide spricht das Wort zum Schabbat zum Wochenabschnitt „Mischpatim“ in 2. Mose 21,1–24,18.
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Von den 613 Ge- und Verboten der Tora finden sich allein 53 in der heutigen Parascha. Yuval Lapide sagt: Gott will sich im Konkreten zeigen. Er konkretisiert sich in der Mitte seines Volkes Israel.

Von ihm stammt das Wort zum Schabbat bei ahavta - Begegnungen zum Wochenabschnitt Mischpatim, „Rechtssätze“, der 2. Mose 21 bis 24,18 umfasst.. Diese Rechtsvorschriften sind, so Yuval, die Fortsetzung der Zehn Gebote aus dem Tora-Abschnitt der vorangegangenen Woche. Nicht nur äußerlich. Wenn es dort etwa hieß „Du wirst nicht morden“, so ging es um eine Ethik der Heiligung des Lebens. Diese setzt sich nun fort in vielen einzelnen Geboten für die Fälle des Lebens des Volkes Israel. Durch das Tun dieser Gebote wächst es zu „Menschen der Heiligung“ (22,30).

Die Gesellschaft, in der sich Gott manifestiert, soll im Konkreten geordnet werden. Auf einige dieser konkreten Fälle geht Yuval ein, so auf den Sklaven, der trotz der Freilassung, die die Tora nach sechs Jahren vorsieht, bei seinem Herrn bleiben möchte (21,5). Er erhält als Kennzeichen dafür ein „Piercing“ des Ohrläppchens – eine kleine Beschneidung, wie Yuval dieses Durchstechen des Ohres nennt.

Einige der Gebote markieren Grenzen, die im menschlichen Zusammenleben nicht überschritten werden dürfen, so das Verbot Mutter oder Vater zu schlagen (21,15). Bei anderen geht es darum, dass erlittenes Unrecht bereinigt werden soll: Konflikte müssen gelöst werden. Aber eben nicht mit Gewalt.

Ein Beispiel dafür ist das sogenannte „lex talionis“, das Gesetz der Vergeltung in Kapitel 21,23–25. Oft missverstanden und als Beispiel für ein vermeintlich rachsüchtiges Volk Israel noch immer in den Kommentaren von Zeitungen und Rundfunk oder Fernsehen zu hören, meint das „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, eine Entschädigung des Opfers – keinesfalls, dass der Täter nun ebenfalls Auge oder Zahn verlieren soll.

„Alle Worte, die der HERR gesagt hat, wollen wir tun“, sagt das Volk Kapitel 24,3 am Ende der Parascha. So realisiert sich, was Gott 22,30 sagte: „Menschen der Heiligung sollt ihr mir werden!“


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ahavta - Begegnungen
Das Wort zum Schabbat
Mit Rosch HaSchana, dem Neujahrsfest im Herbst, beginnt das jüdische Jahr. Die Festtage des Volkes Israel sind gemäß der Gebote der Tora festgelegt. Die Zeit aber wird vom Schabbat, dem siebenten Tag der Woche, strukturiert. Ihn hat Gott selbst mit der Schöpfung der Welt eingeführt. Am Schabbat wird in den Synagogen ein Stück der Tora vorgelesen. Die Wochenabschnitte führen das Jahr über durch die fünf Bücher Mose. Das Ende und zugleich der neue Anfang der Lesungen ist an Simchat Tora, dem Fest der Tora-Freude zum Abschluss des Laubhüttenfestes. Bei ahavta - Begegnungen erklärt immer Freitags ein Rabbiner, Kantor oder Lehrer den jeweiligen Tora-Abschnitt. Die Video-Aufnahmen findest du bei https://plus.ahavta.com und auch bei YouTube unter https://youtube.com/@ahavta.
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